Ҿ˹˹ѧ
PDF
ePub

ist ihr Unglaube Shult. Christus macht uns gerecht, denn er hat unsre Sünden getragen. Vor iým muß die Weisheit der Weisen zu Schanden werden, und der Verstand der Verständigen ist vor ihm verworfen. Vor ihm muß die Hoffahrt der Hochmüthigen in den Staub, und die Mauer des troßigen Herzens muß vor ihm zerbrechen. Durch Weisheit nicht, sondern durch Thorheit vor der Welt erkennet man ihn, nämlich durch den Glauben an seinen Namen, welcher bei der Welt Thorheit ist

. Denn die göttliche Thorheit ist weiser, denn die Menschen sind. Durch Verdienst nicht, sondern durch Gnade kommt man zu ihm. Der Menschen Verdienst ist Blendwerk, oder Stückwerk; die Gnade Gottes ist wahrhaftig und vollkommen in Christo Jesu.—Christus macht und gerecht, denn er trägt unfre Sünden. Das ist ein Klang vom Himmel her, die Boten Gottes haben ihn verkün. digt von Ånbeginn. Und dieser himmlische Klang foll aus dem Herzen und aus dem Munde aller Kinder Gotteś wiederklingen. Es ist ja das Freudengeschrei aller Gläubigen auf dem ganzen Erdkreis, womit sie Gott loben und preisen, daß Christus Jesus gekommen ist in die Welt, die Sünder selig zu machen. Das ist das gottselige Geheimniß, welches verborgen gewesen ist von der Welt her, nun aber geoffenbaret seinen Heiligen; , was kein Auge gesehen, kein Dhr gehört hat, was in keines Menschen Herz gedrungen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben." Das Geheimniß ist eß, welches auch die Engel gelüstet hat, zu schauen; denn sie wußten es nicht zuvor, welchen Rath Gott beschließen würde, zu suchen und

selig zu machen, was verloren ist. Unsre heutige Epistel wird uns Anleitung geben, ausführlicher von der Gerechtigkeit

zu reden, in welcher wir vor Gott bestehen können, und wir wollen uns zu solcher Betrachtung den Segen Gottes 'erflegen in einem stillen und andächtigen Gebete.

Epistel: Römer 9, 30-33.

Was wollen wir nun hier sagen? Das wollen wir sagen: Die Speiden, die nicht haben nach der Gerechtigkeit gestanden, haben die Gerechtigkeit erlanget; ich sage aber von der Gerechtigkeit, die aus dem Glauben kommt. 3srael aber hat dem Geseß der Gerechtigkeit nachgestanden, und hat das Geseß der Gerechtigkeit nicht überkommen. Warum das Darum, daß sie es nicht aus dem Glauben, sondern als aus den Werken des Gefeßee suchen. Denn sie haben fich gestoßen an den Stein des Anlaufens, wie geschrieben stehet: Siehe da, ich lege in Zion einen Stein des Anlaufens, und einen Fels der Xergernis; und wex an ihn glaubt, per soll nicht zu Schanden werden.

Der Apostel Paulus stellt in dieser Epistel die Heiben und das Volt Ifrael einander gegenüber. Wir müssen das, näher bes trachtet, von den gläubigen Heiden und von den ungläubigen Israeliten verstehen. Die Heiden, welche an Jesum Christum glaubig wurden, haben die Gerechtigkeit erlangt, obschon fie diefelbe nicht gesucht haben; die Israeliten, welche Jesum Christum verwarfen, Baben die Gerechtigkeit nicht erlangt, obschon sie dieselbe gesucht Þaben, nämlich ohne Christum in ihren Werken. Reine Frage darf uns wichtiger sein, als diese, ob wir vor Gott gerecht find, oder nicht. Wir sehen es vor Augen, wie unser Leben, ja wie die ganze Wélt ihrem Ziele, dem Tage des großen Gerichtes entgegeneilt

. Da wird sich die Frage entscheiden: Wer ist vor Gott gerecht? Aber welcher Christ kann diese Frage bis dahin aufschieben Wer könnte in Frieden leben, und doch über diese Frage in Zweifel stehen? Es müßte ein großer Leichtsinn in uns sein, wenn wir sehen, wie dieser Tag der Entscheidung berbeieilt, und doch unsre Sache nicht prüfen, und unsern Stand nicht erwägen wollten, ob wir den rechten Grund gefunden haben. Laßt uns demnach heute unter Gottes Beistand, und nach dem heiligen göttlichen Worte reden, von der Gerechtigkeit, die vor Gott gilt. Wir wollen zuerst sehen, wo dieselbe nicht zu finden ist, und zweitens, wo sie allein zu finden ist.

Die Gerechtigkeit, welche vor Gott gilt, hier und am Tage des Gerichte, ist in den Werken des Geseße8, d. h. durch die Werke, die ein Mensch nach dem Gefeße Gottes thut, nicht zu erlangen, niemals durch eines Menschen eigenes Verdienst. „Israel," – so heißt es in unsrer Epistet, „Israel hat dem Geseß der Gerechtigkeit nach gestanden, und hat das Gesek der Gerechtigkeit nicht überkommen. Warum das? Darum, daß fie es nicht aus dem Glau. ben, sondern als aus den Werken des Gefeßes suchen.“ Aljo Tsrael hat nach Gerechtigkeit getrachtet, und hat sie nicht gefunden, denn sie trachteten, ihre eigne Gerechtigkeit aufzurichten, und wurden groß bet fich selbst, anstatt klein zu werden. Fhr hochmüthis ges Herz entfremdete sich von Gott, welcher den Demüthigen Gnade giebt; denn „ durch des Gefeßes Werke wird kein Fleisch gerecht." Hieraus sollen wir, und alle Geschlechter nach uns, lernen, daß die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, niemals durch unfre Werke, oder durch unser eigenes Verdienst erlangt wird. Wie mag das zugehen? wie sollen wir es begreifen? Das begreifen wir sehr leicht, sobald wir begriffen haben, daß wir arme, fündige

[ocr errors][ocr errors]

Menschen find. Wer dies begriffen hat, der wird nicht mehr hintreten, wie jener Phartfäer, fich zu rühmen, und seine Werke herzuzählen, sondern wie jener Zöllner wird er seine Augen niederschlagen, und als ein armer Sünder nur die Gnade Gottes anrufen.

Es bezeugt aber zuvörderst das ganze Wort Gottes, die Propheten und Apostel in Einem Geiste, daß wir allzumal ohne Unterichied Sünder sind, und durch unsre Werke nicht können gerecht werden. „Wer wil einen Reinen finden, bei denen, da keiner rein ist?" ruft Hiob (14, 4) in seinem Schmerze aus, und weiterhin spricht von seinen Freunden Einer (15, 14—16): „Was ist ein Mensch, daß er sollte rein sein, und daß der sollte gerecht sein, der vom Weibe geboren ist? Siebe, unter seinen Heiligen ist keiner ohne Tadel, und die Himmel find nicht rein vor ihm. Wie vielmehr ein Mensch, der ein Greuel und schnöde ist, der Uurecht fäuft, wie Wasser." Sie sind alle abgewichen,"

ruft David im 14. Pfalme aus, „und allesammt untüchtig; da ist Reiner, der Gutes thue, auch nicht Einer.“ In dieselbe Klage stimmt Jesaias ein, wenn er aušruft (64, 6): „Aber nun sind wir allesammt, wie die Unreinen, und alle unsre Gerechtigkeit ist, wie ein unfläthiges Kleid. Wir sind alle verwelket, wie die Blätter, und unsre Sünden führen uns dahin, wie ein Wind. Wenn Du, Herr, willst Sünde zurechnen, Herr, wer wird bestehen. Gehe nicht ins Gericht mit deinem Knechte, denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht.“ Und follen wir auf die Zeugnisse des Neuen Testaments kommen? Es ist euch kein Geheimniß, wie dasselbe uns Ade von Natur Kinder des Zornes nennt, wie es bezeugt, daß hier kein Unterschted ist, fie sind allzumal Sünder, und mangeln des Ruhmes, den fie an Gott haben sollen; daß alle, die gerecht werden, ohne Verdienst gerecht iverden. Es ist euch bekannt genug, daß Christus zwar für Alle gekommen ist zur Erlösung, als ein Arzt, nicht aber für die Gesunden, sondern für die Kranken, das sind wir; als ein Retter, nicht daß er die Gerechten zur Buße rufe, sondern die Sünder, das find wir. Ja das ganze Evangelium ist an die Sünder gerichtet, und nicht an Gerechte; das ganze Leiden Christi ist für die Sünder gesehen, und nicht für Gerechte; und wenn in dieser Welt Ein Weg und Ein Mittel übrig wäre, den Sünder gerecht zu machen, außer Christi Verdienst und Gerechtigkeit, so wäre das ganze Wort Gottes falsch, und alle unsre Predigt wäre ein työrichtes Geschwäş. Nun aber ist Gott in seinem heiligen Worte atein wahrhaftig, und alle Menschen falsch. Nun ist es also, daß vor ihm kein Lebendiger gerecht ist, und daß die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, nicht durch unsre Werke, nicht durd, unser Verdienst erlangt werden kann; daß Ade, welche ihre Gerechtigteit vor Gott durch ihre Werke erlangen wollen, fich felbft verstridten in Eigen

[ocr errors][ocr errors][ocr errors][ocr errors][ocr errors]

dünkel, Hochmuth und Heuchelei, und also nur so viel weiter von Gott éntfremdet werden. Vor ihm darf sich kein Fleisch rühmen, und Alles, womit wir uns selber ehren, treibt uns von Gott zurück.

Laßt uns einmal die Bibel zuhalten, und menschlich davon reden; wir können das, nachdem wir ein wenig vom Geiste Gottes gelehrt und erleuchtet sind. Wir sagen: Rein Mensch wird durch seine Werke vor Gott gerecht. Warum nicht? Zuvörderst weil alle unsre Werke ganz unvollfommen sind. Wie soll das zugehen? Fyr wisset, daß eines Menschen Werf nicht nach dem äußern Erfolg, sondern nach dem innern Antriebe gerichtet und beurtheilt werden muß. Die Liebe soll es sein, welche in unsern Herzen Alles trägt, und Alles treibt. Diese Liebe war bei Einem, bei Jesu Christi, vol. kommen; aber bei welchem Menschen von Erde ist sie es sonst noch? Wer kann sich ihm gleich stellen? Wer ist unter uns, dessen Werke alle von der Liebe allein getrieben und regiert werden?" der möge bertreten hier mitten unter uns, und und lehren, wir wollen stille sein. – Ist aber die Liebe in uns unvollkominen, so folgt von selbst, daß auch alle unsre Werke unvollkommen sind, ja, daß sie alle mit Sünde befleckt sind vor den Augen Gottes. Mit Sünde befleckt

alle unsre Werfe? auch die guten Werke der Liebe und Barms herzigkeit? Ist das nicht zu viel gesagt? Sollte des Menschen Werf, der sein Leben opfert im Dienste Christi und Gottes, der Gut und Blut dahin giebt um des Namens Jesu willen, mit Sünde befleckt sein? – Liebe Christen, wir sind sündige Menschen. Die Dinge des innersten Herzens sind gar zu geheim, und schwer beraus zu sagen. „Es ist das Herz ein troßig und verzagt Ding, wer kann es ergründen ?" Ich will einmal bekennen vor euch, was ich sonst im Verborgensten des Herzens verschließe und bekämpfe, ob wir es dabei lernen möchten, ob ihr nicht auch deß etwas zu bekennen und zu leiden haben werdet. Wenn ich z. B. Kranke besuche, so thue ich es allerdings um Christi willen, deres geboten hat, und thue es gern, wenn es dem Kranken nicht zuwider ist. Das wäre nun ein gutes Werk, denn der Herr spricht: Schy bin krank gewesen x. und du hast mich besucht. Ich darf aber nicht sagen, daß ich es rein und allein getrieben von der Liebe Jesu Christi thue, ich fühle, da fehlt etwas; ja noch mehr, das fündliche Fleisch redet mir wider meinen Willen etwas darein, von dem verheißenen Lohne vor Gott, oder von Ruhm, oder von dem Lichte, das ich dadurch leuchten lasse; und siehe, so ist das gute Werk mit Sünde befleckt. Wenn ich Armen und Nothleidenden helfe, fo thue ich es zivar um Christi willen, der es von seinen Jüngern fördert, thue es auch gern; das wäre nun ein gutes Werf, denn der Herr jagt: Ich bin bungrig gewesen und du hast mich gespeiset, ich bin nackend gewesen und du hast mich gekleidet; aber im Innersten

redet und treibt die Blebe nicht allein, es ist noch ein gebeimer Zwang dabei, und das Fleisch redet wider meinen Willen darein von eigenem Ruhme, oder dergleichen. So ist das gute Wext, mit Sünde befleckt. So geht es fast in den meisten Dingen, unvoll kommen ist da inwendig Alles, völlig rein ist da inwendig nichts, Und ich follte den Gedanken fassen können, daß ich mit diesem Stückwerk, ja mehr als Stückwerk, mit diesem Bettelfleide mejner. eigenen Werke vor Gott bestehen wollte? Ich sollte mich in dieser Armuth selbst erhöhen, anstatt mich zu erniedrigen? Ich sollte den Fels des Heiles, Jesum Christum und seine Gnade von mir weisena und sprechen: Ich bedarf seiner nicht? Viel lieber wollen wir, allen unsern Ruhm in die Tiefe des Meeres perfeuerw.guiadak wir reich und selig werden allein in der Gnade unsers Erlöfers. Und wenn wir Alles vollbringen könnten, was wir zu thun idulsi dig sind, und wie wir es zu thun schuldig sind, womit wollten wir die vergangenen Sünden ayšlöschen und zudecken? Können wir doch nichts Uebriges thun, unsere vorige Schuld zu bezahlen. Darum sprechen wir: Wir sind unnübe Knechte; durch seine Werke; durch sein eigenes Verdienst wird kein Mens vor Gott gerecht. ''

..": "11 111191

[ocr errors]
[ocr errors]
[ocr errors]
[ocr errors]
[ocr errors][ocr errors]

Solomon Ijt dem aber also, so ist nur noch ein Weg und Ein Mittel übrig, wodurch wir die Gerechtigkeit erlangen können, die vor Gott gilt, das ist die Gnade unsers Gottes, die uns, gegeben ist in Christo Jesu, unserm Herrn. Davon jagt unsre Epistel: Die Heiden, die nicht haben nach der Gerechtigkeit gestanden, Č. 5. getrachtet), haben die Gerechtigkeit erlangt; id jags aber von der Gerechtigkeit, die aus dem Glauben kommt. Und weiter heißt es: „Wie geschrieben steht: Siehe da, ich Lege in Zion einen Stein des Anlaufens; ung einen S418 der Hergerniß; und wer an ihn glaubt, der soll nicht, du Schanden werden." ,Abraham hat Gott geglaubt, und das ist ihm zur Gerechtigkeit gerechnet.“ Also auch unter yusin Dem, der nicht mit Werken umgeht, (d. 1. der sich nicht auf seine Werke verläßt), glaubet aber an den, der die Gottlosen gerecht macht demu wird sein Glaube gerechnet zur Gerechtigkeit. So werden die Gläubigen ohne Verdienst gerecht, aus Gottes Gnade, durd die Erlösung, so durch Jesum Christum gesehen ist. Wie auch au einem andern Drte geschrieben stelt: „Aus Gnaden seid ihr selig geworden, durch den Glauben;

und dasselbe nicht aus euds, Gotteš Gabe ist es ; nicht aus den Werken, auf

, daß sich nicht jemand rühme," Darum sagt der Apostel Paulus (Römex ;, 16)Ich

.

[ocr errors]
« ͹˹Թõ
 »