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Briefe an die Rolosser, daß in ihm die ganze Fülle ber Gottheit Yetbhaftig wohnete. Er bekräftigt und sagt: „Durch ihn ist. Alles geschaffen, das im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und ünsichtbare, Beide, die Thronen und Herrschaften, die Fürstenthümer und Obrigkeiten, es ist Alles durch ihn und zu ihm geschaffen, Und er ist vor Allen, uns es bestehet Alles in ihm.“ Er bezeugt im Briefe an die Ephefer, daß Gott Jefum Christum gefeßt babe zu seiner Rechten im Himmel über alle Fürstenthümer, Gemalt, Macht, Herrschaft und Alles, was genannt mag werden, nicht allein in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen, und hat alle Dinge unter seine Füße gethan. Ér verkündigt uns im ersten Briefe an den Thimotheus 3, 16): „Kündlich groß ist das gottselige GeHeimniß: Gott ist geoffenbaret im Fleisch, gerechtfertigt im Geist, erschienen den Engeln, gepredigt den Heiden, geglaubt von der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit." Er ruft im Briefe an die Philipper voll B. Geistes aus; , Darum þat ihn audi Gott erhöhet, und Hat ibm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist , daß in dem Namen Jesu fich beugen sollen aller derer Kniee

, die im Himmel und auf Erden und unter der Erden sind, und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der Herr sei zur Ehre Gottes des Vaters." Hier stimmt der Brief an șie Ebräer und nennt Jesum den Sohn Gottes, „welchen Gott geseßt hat zum Erben über Alles, Durch welchen er auch die Welt gemacht hat Welcher ist der Glanz seiner Herrlichkeit

, und das Ebenbild seines Wesens, und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort, und hat gemacht die Reinigung unsrer Sünden durch sich selbst, und hat sich geseßt zu der Rechten der Majestät in der $bhe; so viel belier geworden, denn die Engel, so viel gar einen höheren Namen er box ihnen ererbet hat." Ja er spricht: Es sollen ihn alle Engel Gottes anbeten." Wer will es leugnen, daß diese heiligen, Gottbegeisterten Männer Jesum Christum verfündigt haben, daß er der wahrhaftige Gott fei? Und nicht allein verkündigt haben sie ihn also, fondern haben auch ihr ganzes Leben iym geopfert, und init dem Märtyrertode bewiesen, daß tyre Hoffnung und ihr Glaube an den Sohn Gottes, den Herrn der Herrlichkeit, lebendig, fest und windlich war.

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unüber

Eben also hat die Kirche Jesu Christi von Anbeginn bis auf den heutigen Tag unwandelbar geglaubt und bekannt, daß Jesus Christus wahrhaftiger Gott ist. Von ihm sagt das apostolische Glaubensbekenntniß: ,,Id glaube an Jesum Christum, Gottes eingebornen Sohn, unsern Herrn." Von itm bekennt das in allen

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i stiftlichert Ritchen geltende Nizaenische Glaubensbekenntniß seit dem

Fabre 325: „Ich glaube an einen Herrn, Jesum Christum, den eingebornen Sohn Gottes, der von dem Vater geboren ist von Éwigkeit, Gott von Gott, Licht vom Lichte, wahrer Gott von den wahren Gott, gleicher Art mit dem Vater, duro welchen alle Dinge geschaffen sind." Dasselbe bekennen und bezeugen alle späteren Bekenntnisse unserer und anderer christlichen Gemeinden, ind ist hierin eine große und Herrliche Uebereinstimmung in der ganzen Christenheit auf der ganzen Erde, so weit lebendige Glieder unfers Herrn Jesu Christi wohnen. So wird auch bei uns gelehrt und gepredigt unter Jungen und Alten, daß Jesus Christus wahrþaftiger Gott ist. Dieser Glaube hat unsre Väter gestärkt und getröstet im Leben und Sterben, er hat sie getrieben, in köstlichen Liedern die Herrlichkeit Jesu Christi zu preifen und ihm Lob zu {agen. So singen wir sonntäglich: O Jesu Christ, Sohn eingeborn', deines himmlischen Paters, Versöhner derr, die war'n verlor'n, du Stiller unsers Haders, Lamm Gottes, Heil'ger Herr und Gott

, nimm an die Bitt von unsrer Noth, erbarm dich unser Aller." Wir singen mit Paul Gerhard: „Heute geht aus seiner Kammer Gottes Held, der die Welt reffit aus allem Jammer. Gott wird Mensch, dir Mensch zu Gute, Cottes Kind, das verbind't sich mit unserm Blute.“ Wir singen mit Luther: ,,Euch ist ein Kindlein heut gebor'n, von einer Jungfrau auserkor'n, eix Rindelein so zart und fein, das soll eure Freud' und Wonne sein. Es ist der Herr Christ unser Gott

, der will euch führ'n aus aller Noth, er will euer Heiland selber sein, von allen Sünden machen rein." Und in dem andern Liede: ,,Gelobet seist du Fesu Christ, daß du Mensch geboren bist, von einer Jungfrau, das ist wahe, des freuet sich der Engel Schaar. Des ew'gen Vater einig's Kind jegt man in der Rrippen find't; in unser armes Fleisch und Blut verkleidet sich das el'ge Gut. Den aller Weltkreis nie beschloß, der lieget in Marien Shooß, er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding erhält allein."

Gebe der allmächtige Gott, daß wir folches theure' und selige Bekenntniß nicht mit dem Munde allein ablegen, sondern auch in feinen und gläubigen Herzen bewahren mögen bis in den Tod, ia, daß dasselbe an unsern und an allen Orten, steben, bleiben und die Herzen überwinden möge, auf daß schon hier in der Gnadenzeit unser eller nige Fich vor Jesu Christo beugen, und uusre Zungen bekennen mögen, dat Jesus Christus der Herr Fei zur Ehre Bottes des Vaters! Amen!

Dir set Preis, Lob und Anbetung, Herr Jesu Chviste, Du eingeburner Sohn des Vaters poller Gnade uab Wahrheit, daß Du den Himmel und Deine Herrlichkeit berfassen bast, die Du hattest von Phwogion in Dene Baters Schooß, und hast dich nicht geschämt, und Deine Brüder zu heißen, die wir Staub und Asche, Sünder von Sündern sind. Herr, laß Dir es gefallen, auch bei uns einzukehren, ja nimm unsere Herzen zu Deiner Krippe hin, daß Du in uns geboren werdest und Gestalt gewinnest. D zerstreue mit Deinem Lichte alles Dunkel der Sünde, brich allen Unglauben und Herzenshärtigkeit, stille alle unsere Iraurigkeit, und erfülle uns mit der Freude, die Niemand von uns nehmen kann. Uns verlangt nach Dir; ach lehre bei uns ein, daß wir Deine Serrlichkeit seben, und aus Deiner Fülle nehmen Gnade um Gnade, bis wir Dich schauen von Angesicht zu Angesicht. Amen!

6.

Am 2. Weihnachtstage.

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Ich freue mich in Dir,
Und beiße Dich willkommen,
Mein liebstes Jesulein!
Du hast Dir vorgenommen,
Mein Brüderlein zu sein.
Ady, wie ein süßer Ton!
Wie freundlich sieht er aus,
Der große Gottesjohn.
Wohlan, so will ich mich
Un Dich,
Mein Jesu halten,
Und sollte gleich die Welt
In tausend Stüde spalten,

Jesu! Dir, nur Dir,
Dir leb' ich ganz allein;
Allein auf Dich, auf Dich,
Mein Jesu! schlaf ich ein. Amen!

Geliebte Christen! Als Jesus geboren war zu Bethlehem im jüdischen Lande, da waren Hirten in derselbigen Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die Hüteten des Nachts ihrer Heerde. Und fiehe, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie, und sie fürchteten ich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht; fiehe, ich verfündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der

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Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen, ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend." Und alsobald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerschaaren, die lobten Gott, und sprachen: „Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen." Das war die erste Verkündigung von dem Aufgang des Heiles. Ein Engel war der Evangelist, Hirten auf dem Felde waren die Auserkornen, welchen Gott der Herr die große Freude zuerst verkündigen ließ: „Euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr in der Stadt David's." Das hieß vor den Dhren eines gläubigen und gottesfürchtigen Israeliten so viel, als wenn er sagte: Der Helfer und Erretter, der Meffias, auf den eure Väter seit Jahrs tausenden gehofft, den eure Propheten euch so lange verkündigt haben, ist da, er ist heute geboren. Diese Nachricht brachte ihnen ein Engel Gottes, umleuchtet von der Klarheit des Herrn, zur Zeit der Nacht. Ja, als seine Botschaft vollendet war, stellte sich die Menge der himmlischen Heerschaaren bei dem Engel und bei den Hirten ein, lobten und priesen den allmächtigen Gott. Also zu Bethlehem ist er als Kind geboren, den Moses und David, Jesaias und die andern Propheten ersehnt und verkündigt Haben. Ein Kind, das Ewigvater und Friedefürst heißt; ein Kind, empfangen von dem heiligen Geiste, geboren von der Jungfrau Maria, in welchem Gott und Mensch zu Einer Person vereinigt waren, Christus, der Herr.

Wir haben schon gestern davon geredet, daß Jesus Christus wahrhaftiger Gott' ist, vom Vater in Ewigkeit geboren. Wir wollen Heute in Betrachtung ziehen, daß Jesus Christus wahrhaftiger Mensch ist.

Zu dieser Betrachtung wird uns der heutige Vespertert Anleitung geben, und wir wollen uns zur Beherzigung desselben den Segen Gottes in einem stillen Gebete erfleben, wenn wir noch vorber den 1. Vers aus dem Liede No. 168, miteinander werden ge. fungen haben, welcher anhebt: „Wie soll ich dich empfangen."

Bespertert: Johannis 1, 14. Und das Wort ward Fleisch, und wohnete unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingebornen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.

Wir wollen nach diesem Terte davon reden, das Jesus Christus wahrhaftiger Mensch geworden ist. In welchem Sinne der heilige Johannes den Sohn Gottes , daß Wort“ nennt, ist nicht leicht zu erklären, so viel aber ist offenbar, daß er Christum, den Sohn Gottes, mit diesem Ausdrucke benennt, nnd das zu wiffen ist uns genug. Im Eingange feines Evangeliums sagt er nun, daß dieses Wort Gott war, daß es im Anfange schon bei Gott gewesen ist, und daß alle Dinge durch dasselbige gemacht sind. Ünser heutiger Tert verkündigt uns weiter: „und das Wort ward Fleisch," d. h. der, welcher Gott war, ist Mensch geworden; „und wohnete unter uns," er lebte unter den Menschen und mit den Menschen, wie ein anderer Mensch. „Und wir fahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit, als des eingebórne n Sohnes vom'Vater, voller Gnade und Wahrheit. Er fagt: Wir sahen seine Herrlichkeit; · nicht Allen ist sie offenbar geworden, sondern nur Etlichen. Mit leiblichen Augen haben Petrus, Jacobus und Johannes Etwas von seiner Herrlichkeit gesehen, da fie mit ihm waren auf dem heiligen Berge, und er vor ihnen vers klärt ward. Mit den Augen des Geistes sehen alle Gläubigen seine Herrlichkeit. Je fester der Glaube in uns ist, desto mehr sehen wir auch die Herrlichkeit Jesu Ehristi, eine Herrlichkeit als des einges bornen Sohnes vom Vater voller Gnade und Wahrheit. Höchft wunderbar aber tritt uns die Botschaft entgegen, daß der Sohn Gottes, der Herrscher aller Dinge, ein wahrer Mensch geworden tst, arm und niedrig, verachtet, verhöhnt und getödtet. Gewöhnlich zweifelt der Unglaube der Menschen an der wahren Gottheit unfers Heilandes. Die Klugen der Welt sehen ihn für einen bloßen Menschen an. Wenn nun das nicht angeht, wenn wir es nach allen Aussprüchen unsers Herrn Jesu Christi, nach allen Beweisen seiner Macht und Hoheit, nach allen Zeugnissen der heiligen Apostel, nach dem Glauben der ganzen Christenheit durch 1800 Jahre für gewiß ansehen müssen, daß er wahrer Gott ist; so möchte ein Mensch mit menschlichen Gedanken anfangen zu zweifeln, ob er denn auch wohl wahrer Mensch geworden sei, ob er nicht bloß dem Scheine nach einen menschlichen Leib an sich getragen habe, wiewohl manchmal die Engel Gottes, ja auch der Herr selbst zu den Zeiten des alten Bundes, in Menschengestalt erschienen sind. Und wirklich hat es zu Zeiten unter den Christen Solche gegeben, die dies im Ernste gedacht haben. Aber das heilige Wort Gottes steht dawider. Es muß vielmehr dabei bleiben, daß der wahrhaftige Gott ein wahrbaftiger Mensch geworden ist, also daß unser Heiland Gott und Mensch in Einem ist, zwei Naturen in Einer Person. Es darf uns nicht wundern, wenn menschliche Vernunft sich an dieser wunderbaren Lehre stößt, nicht wundern, wenn die Ungläubigen und die Verachter des göttlichen Wortes diefelbe leugnen, ja wohl gar unsern Glauben verlachen. Die Wege und Gedanken Gottes find viel böher als der Menschen Wege und Gedanken, so viel höher, als der Himmel höher ist, denn die Erde. Der Herr Hat es ja zuvor

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