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B.

Die Orakel zu erfüllen, trete ich einher, trete ich majes

stätisch einher; Für meinen Vater Sin die Orakel zu erfüllen, trete ich ein

her, trete ich majestätisch einher; Für meinen Bruder Schamasch die Orakel zu erfüllen, trete

ich einher, trete ich majestätisch einher; Mich hat mein Vater Nannar einhertreten lassen; um die Orakel zu erfüllen, trete ich einher, trete ich majestäs

tisch einher; Am strahlenden Himmel die Orakel zu erfüllen, trete ich

einher, trete ich majestätisch einher!

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20

Im Jubel, o über meine Herrlichkeit, im Jubel, o über

meine Herrlichkeit,
Im Jubel gehe ich Göttliche erhaben einher!
Ischtar, die Göttin des Abends, bin ich!
Ischtar, die Göttin des Morgens, bin ich!
Ischtar, die öffnet das Schloß des reinen Himmels, o über

meine Herrlichkeit! Den Himmel bewältige ich, die Erde drücke ich nieder,

o über meine Herrlichkeit! Die den Himmel bewältigt, die Erde niederdrückt, o über

meine Herrlichkeit! Die an der Himmelshalde aufstrahlt, deren Ruhm groß

ist auf der Welt, o über meine Herrlichkeit! „Königin des Himmels,“ soll man oben und unten zu mir

sagen,

o über meine Herrlichkeit! Die Berge überwältige ich allzumal, o über meine Herrs

lichkeit! Der Berge große Mauer bin ich, ihr großes Schloß bin

ich, o über meine Herrlichkeit!

25

A.

Dein Herz beruhige sich, dein Gemüt besänftige sich!
Der Herr, der große Anu, beruhige dein Herz!
Der Herr, der große Berg Enlil, besänftige dein Gemütl

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Göttliche, Herrin des Himmels, dein Herz beruhige sich!
Fürstin, Herrin des Himmels, dein Gemüt besänftige sich!
Fürstin, Herrin von Eanna', dein Herz beruhige sich!
Fürstin, Herrin von Uruk, dein Gemüt besänftige sich!
Fürstin, Herrin von Zabalam”, dein Herz beruhige sich?
Fürstin, Herrin von Hursagkalama”, dein Gemüt besänf-

tige sich!
Fürstin Herrin von Eturkalama”, dein Herz beruhige sich!
Fürstin, Herrin von Babylon", dein Gemüt besänftige

sich!
Fürstin, Herrin Nanâ, dein Herz beruhige sich!
Herrin des Hauses, Herrin der Götter, dein Gemüt bes

sänftige sich!

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9. HYMNUS AUF TAMMUZ
(Übersetzung weiter unten S. 239)

10. HYMNUS AUF DEN SCHÖPFUNGSSTROM

(Übersetzung bereits oben S. 59)

11. TIGLATHPILESARS LOBPREIS DER GOTTER Dieses hymnenartige Prosastück bildet die Einleitung der großen Inschrift Tiglathpilesars I. (um 1100 v. Chr.), die die Taten des Königs feiert und als Gründungsurkunde eines Tempels diente.

Aschur, großer Herr, der da lenkt die Gesamtheit der Götter, der Zepter und Krone verleiht, der das Königtum festigt;

Enlil, Herr, König aller Anunnaki", Vater der Götter, Herr der Länder;

Sin, Weiser, Herr der Krone, Erhabener, Himmelsbarke;

Schamasch, Richter von Himmel und Erde, der durchschaut den Frevel der Feinde, der vernichtet die Bösen;

Adad, Mächtiger, der überflutet die Gebiete der Feinde, Länder und Wohnstätten;

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Tempel der Ischtar in der Stadt Uruk. . Kultstätten der Ischtar. der Ischtar. 4 Die Geister der Erde.

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Nimurta, Held, der hinmordet Böse und Feinde, der des Herzens Wunsch erfüllt;

Ischtar, Erste unter den Göttern, Herrin der Wirrsal, die gewaltig macht die Schlachten;

Ihr großen Götter, die ihr Himmel und Erde lenkt, deren Auftreten Kampf und Streit bringt, (ihr seid es), die groß machten das Königtum Tiglathpilesars, des Fürsten, des Lieblings eures Herzens, des erhabenen Hirten, den ihr in eurem wahrhaftigen Herzen erkoren, mit erhabener Krone bekleidet und zur Herrschaft über das Land Enlils berufen habt, dem ihr Fürstentum, Hoheit und Heldenhaftigkeit schenktet, dessen fürstliches Ges schick ihr zu höchster Macht, dessen priesterliches Geschlecht ihr zum Dienst im Tempel Ehursagkurkura' auf ewige Zeiten berieft.

1 Tempel des Nationalgottes Aschur.

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5

Marduk, großer Herr, Erster im Himmel und auf Erden,
Allwissender, der jegliches kennt,
Barmherziger Gott, der Gebete erhört und Flehen an-

nimmt, Der das Leben der Menschheit schützt, der Himmel und

Erde festhält,
König der Weisheit, der zu beleben liebt,
Herr der Quellen und Meere, der den Kämpfen ein Ende

bereitet, Der Reichtum bringt, der zahlloses Brotkorn gedeihen

läßt den zahllosen Menschen, Marduk, großer Herr, erhabenster der Götter, der nicht

seinesgleichen hat, Gott-Schöpfer, der für das göttliche Diadem herrlich

bestimmt ist, Das Licht der Weltteile, der Hirt der Menschen bist du!

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Ohne dich wurden Himmel und Erde nicht geschaffen,
Ohne dich hängt Sin?, die Leuchte des Himmels, die Schlinge

für die Menschen nicht auf,
Ohne dich hält Schamasch kein Gericht ab,
Ohne dich fällt oder gibt er keine Entscheidung dem Lande,
Ohne dich lassen die Heiligtümer von Gott und Göttin

keinen Gott gedeihen,
Ohne dich feiern kein Fest die weisen Götter,
Ohne dich bewirkt der Richter Schamasch kein Heil der

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1

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Opferschau, kein Gedeihen der Eingeweide im Innern

des Schafes, Ohne dich läßt der Opferschauer seine Hand nicht glücks

lich walten, Ohne dich legt der Reinigungspriester seine Hand an keinen

Kranken, Ohne dich betreten Weihpriester, Zauberer und Schlangens

beschwörer nicht die Straße, Ohne dich kommt man aus Not und Bedrängung nicht

heraus, Ohne dich wird Waise und Witwe nicht in Obhut ges

nommen!
Dich allein, o Herr, ruft Waise und Witwe
Du allein gewährst ihnen Gnade.
Dich allein ruft der Mächtige und der Hörige
Alle Lande rufen deine Göttlichkeit,
Ich, NN., Sohn des NN., dessen Gott NN.", dessen

Göttin NN.° ist, rufe dich, Herr, inmitten der Nacht.

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Kommt, kommt! Du und Erua, deine geliebte Gattin,

die erhabene, Tretet herbei und hört meine Rede; 30 Mein Flehen nehmt an und erfahret mein Gebet!

Erua, deine geliebte Gattin, möge mit dir herbeitreten,
Sie möge für mich eintreten, möge dir mein Gebet sagen,
Eine Bitte an meinen erzürnten Gott und meine erzürnte

Göttin,
Deren Herzen ergrimmt sind und zürnen mit mir,
Die mit abgewandtem Gesicht und voll Zornes mich vers

folgen! Zauberei, Hexerei, Spuk, böse Machenschaften der Mens

schen Führen mich vor deine große Gottheit; · Aus den Eingeweiden wurde die Zukunft gedeutet. * Hier wurden im eins zelnen Falle die Namen eingesetzt.

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