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Vor Gott und Göttin haben mich gestellt Antaschubba',
Lugal-urra, Hand des Gottes, Hand der Göttin, Hand

des Totengeistes, Hand des Bannes, Hand der Menschheit, Jammer und Krankheit des Leibes haben sich genähert, daß ich tägs

lich jammere, Gott, König, Herr und Fürst haben mich verstoßen! ...

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Jetzt, Marduk, großer Herr, und Erua, große Gattin,
Rufe ich euch an, wende mich an euch, suche euch, fasse

euer Gewand, Beuge mich unter euch ..

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Einen wilden Hund aus Zedernholz, einen Wächter des

Heils,
Habe ich vor euch hingestellt, der täglich euer Tor bewacht,
Der da verjagt den Bösen, den Teufel, den Feind, der
da ausreißt die Zauberei, der da löst Hexerei, Spuk

und böse Machenschaften der Menschheit, Der da versöhnt den erzürnten Gott und die erzürnte

Göttin, Der für mich eintritt bei Marduk und Erua, seinen Herren.

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55

Gib ihm, Marduk, großer Herr, einen Befehl des Lebens,
Täglich möge Glück und Leben meiner Seele mir folgen!
Den Bösen, den Feind, Zauberei, Hexerei, Spuk und böse,

ungute Machenschaften, Das Böse der Krankheit, Verkehrtheit, Rechtsverdrehung,

Mundfesselung, Antaschubba", Lugal-urra, Hand der Göttin, Hand des Totengeistes Hand des Bans nes, Hand der Menschheit möge er täglich aus meinem

Leibe vertreiben! · Hier und im Folgenden sind böse Geister aufgezählt, die als Krankheiten wirken. ? Dieser wird mit Beschwörungen beschrieben und dient in Verbindung mit allerlei Zeremonien dazu, die bösen Geister zu vertreiben. 3 Hier und im Folgenden Namen von Übeln, bzw. von bösen Geistern, denen diese Übel zugeschrieben werden.

3

Sarpanit?, die hohe Herrin, die geliebte Gattin Marduks,
Möge sich gnädig erweisen und täglich mein Leben schützen!

2. KLAGELIEDER AN MARDUK- ENLIL WEGEN

NATIONALEN UNGLÜCKS Dieses und die folgenden Lieder waren ursprünglich an den Gott Enlil von Nippur gerichtet. Als aber dessen Bedeutung (seit etwa 2000 v. Chr.) zugunsten Marduks, des Stadtgottes von Babylon, mehr und mehr in den Hintergrund trat, erfuhr das Gedicht eine Umarbeitung. Marduk wurde dabei mit Enlil identifiziert. Die älteste Niederschrift dieser sumerischen Texte fand im 3. Jahrtaus send statt; später wurden sie mit akkadischer Übersetzung versehen. Die jüngsten Kopien stammen aus dem 2. Jahrhundert.

а

Der Kaufherr hat verleugnet,

2

das ganze Land ist vera

wirrt -,

5

Enlil, der Kaufherr, hat verleugnet das ganze Land

ist verwirrt -
Das Haus Escharra, das Haus der Stadt Nippur 3,
Das Ziegelwerk Ekurs, das Fundament Enamtilas!
Das Ziegelwerk Sippars hat er verleugnet,
Das Haus Ebarra, Edikukalama!
Das Ziegelwerk Babylons hat er verleugnet,
Das Ziegelwerk Esagilas, das Haus Eturkalama!
Das Ziegelwirk Borsippas hat er verleugnet,
Das Ziegelwerk Ezidas, das Haus Emachtila,
Das Ziegelwerk Etemenankis, das Haus Edaranna!

10

In der Stadt, die ihr Herr 5 verflucht hat,
Sitzt ihre Hurrin 6 schmerzvoll da!

Die Stadt, um deren Sache ihr Herr sich nicht kümmerte, · Andrer Name der Erua. ? Hier Bezeichnung des Gottes Enlil; vgl. den Hymnus S. 196, Z. 10. 3 Nippur ist die Hauptstätte des Enlil-Kultes. - Ein Name des Tempels von Nippur. Es folgen allerlei babylonische Kultorte mit ihren Tempeln. 5 D. i. Enlil. Die Göttin Ninlil.

4

6

15

Die der Herr Enlil dem Sturmwinde preisgab,
Weint laut,
Jammert kläglich!

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Ihr Hüter wehklagt,
Ihr Hirt bläst auf der Klageflöte,
Ihr Oberpriester spricht nicht mehr „Mach' ein Endel"
Ihr Klagepriester spricht nicht mehr „Dein Herz finde

Frieden 1“ –
Ihr Oberpriester hat die Herrlichkeit verlassen,
Ihr Hoherpriester hat das Allerheiligste verlassen,
Der Klagepriester hat den Klagegesang verlassen!

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Ihr Herr weilt nicht mehr dort, ihre Herrin weilt nicht

mehr dort; Ihr Herr stieg laut grollend ins Gebirge, Ihre Herrin? stieg laut grollend ins Gebirge!

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Der Fuchs zerrauft seinen Schwanz,
Das Wildhuhn schreit mit lauter Stimme!
Ihr4 Inneres ist vom Sturmwind erfüllt,
Ihr Äußeres ist vom Sturmwind erfüllt!
Ihr Inneres ist vom Sturmwind zerstört,
Ihr Äußeres ist vom Verderben zerstört!

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Das Haus Nippurs ist vom Verderben zerstört !
Das Ziegelwerk Ekurs ist vom Verderben zerstört!
Das Fundament, der Unterbau ist vom Verderben zerstört!
Das Haus Enamtila ist vom Verderben zerstört!
Das Ziegelwerk Sippars ist vom Verderben zerstört!
Das Haus Ebarra ist vom Verderben zerstört!
Das Ziegelwerk Babylons ist vom Verderben zerstört!

Das Ziegelwerk Esagilas ist vom Verderben zerstört! 1 Enlil. 2 Ninlil 3 Ein Bild grenzenloser Zerstörung soll hier gezeichnet werden. Der Stadt.

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Das Ziegelwerk Borsippas ist vom Verderben zerstört!
Das Ziegelwerk Ezidas ist vom Verderben zerstört!
Emachtila ist vom Verderben zerstört!
Etemenanki ist vom Verderben zerstört!
Edarana ist vom Verderben zerstört!

50

Was hat der Herr in seinem Herzen beschlossen?
Was hat der Herr in seinem Sinne beschlossen?
Was hat er in seinem heiligen Sinne erdacht?

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Im Lande hat er Zerstörung angerichtet!
Mit Wasser der Zerstörung hat er den Strom gefüllt!
Kraftloses Unkraut hat er auf dem Felde aufgehen lassen!
Die schwarzköpfigen Menschen hat er auf dem Felde als

Samenkörner hingestreut!
Unaufhörlich schreit zu ihm und ruft mit lauter Klage
Zum Vater Enlil seine Gattin Ninlil;
Seine große Gattin, die Herrin von Emach,
Die Ruferin, die Herrin von Nippur, schreit laut:
O Enlil, das Land ist dahin!
O Vater Enlil, das Land ist dahin!....

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65

O Enlil, warum hast du es erst reichlich gesegnet,
Daß du es jetzt dahingegeben hast?
Warum hast du erst den Hüter beim Kleinvieh hingestellt?
Warum hast du erst den Hirten zur Bewachung gesetzt?

Herr, schaue hin und schreib ihr einen Gnadenbrief!"

2

8

b Des Herrn Hürde 8 jammert schmerzlich, Seine Hürde, ja, des Herrn Hürde jammert schmerzlich,

1

Tempel. 2 Der Stadt. 8 Hier das Reich des Gottes; dieser wird als Hirt gedacht, dessen Herde die Menschheit bildet. 14 Ungoad, Babylonien

Des Herrn der Länder, des Mächtigen, des Herrn der

Länder, Des Herrn der Länder, des Weitumfassenden, dessen Wort

feststeht, Gegen dessen Befehl man sich nicht wenden, ja, sich nicht

wenden kann, Des Gewaltigen Enlil, dessen Ausspruch unwandelbar

ist!....

5

10

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Vater Enlil, ein Netz warfst du aus, und es war das

Netz des Feindes! Herr des Landes, du riefst, und es war der Ruf des

Feindes! Großer Berg, Enlil, das Wasser trübtest du und fingst

die Fische ?! Herr der Länder, ein Netz warfst du aus und packtest die

Vögel! .... Herr des Landes, Enlil, Weitumfassender, wie lange noch

soll dein Herz sich nicht beruhigen? Vater Enlil, wie lange noch sollen deine prüfenden Augen

nicht müde werden? Der du dein Haupt mit einem Gewande verhüllt hast,

wie lange noch willst du grollen? Der du deinen Kopf? in den Schoß gelegt hast, wie lange

noch willst du grollen? Der du dein Inneres wie eine Lade zugedeckt hast, wie

lange noch willst du grollen? Gewaltiger, der du dir die Finger in die Ohren gesteckt

hast, wie lange noch willst du grollen? Vater Enlil, sie sind zu Boden geschmettert, sie sind vers

nichtet! Herr des Landes, das Schaf hat das Lamm verworfen, die

Ziege hat ihr Zicklein verworfen! 1 Die Menschen werden mit Fischen und Vögeln verglichen. Wörtlich „Hals". 8 Die Menschen.

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