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Enbilulus Wort, das unabwendbar wie ein Unwetter

- nicht durchschaut werden kann, Nabûs Wort, das – unabwendbar wie ein Unwetter –

nicht durchschaut werden kann, Schiddukischarras Wort, das – unabwendbar wie ein

Unwetter nicht durchschaut werden kann,
Des höchsten Richters 1 Wort, das – unabwendbar wie

ein Unwetter – nicht durchschaut werden kann, ,
Ein Wort, das oben den Himmel bewältigt,
Ein Wort, das unten die Erde niederdrückt,
Ein Wort, das die Anunnaki? vernichtet,
Sein Wort hat keinen Wahrsager, hat keinen Orakel-

befrager; Sein Wort ist ein anstürmender Orkan, dem keiner widers

steht; Sein Wort bewältigt den Himmel, drückt die Erde nieder; Sein Wort reißt Mutter und Tochter wie eine Rohrmatte

auseinander!

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Des Herrn Wort ertötet das Röhricht in seiner Blüte;
Marduks Wort ertränkt“ die Ernte in ihrer Reife!
Des Herrn Wort ist eine anstürmende Hochflut, die den

Mauervorsprung packt,
Marduks Wort ist ein Dammbruch, der die Ufermauer

vernichtet!
Sein Wort bricht hohe Zürgelbäume ab;
Sein Wort, das Wetter, macht alle Dinge sich untertan;
Enlils Wort stürmt einher: kein Auge sieht es!

25 Berghoch ist sein Wort, berghoch ist sein Wort, Berghoch ist sein Wort, des Erhabenen, berghoch ist

sein Wort! Desgroßen AnuWort ist berghoch, berghochistsein Wort! 1 Der höchste Richter ist der Sonnengott. 2 Geister der unteren Welt. 3 D. h. „niemand kann es ergründen.“ . Durch Unwetter. 5 Andre Lesart „Enlils Wort ist eine Fanggrube, die man nicht sieht.“ D. i. ,,erhaben“.

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Enlils Wort ist berghoch, berghoch ist sein Wort!
Eas Wort ist berghoch, berghoch ist sein Wort!
Marduks, des Helden, Wort ist berghoch, berghoch ist

sein Wort! Des Herrn Enbilulu, Eas Erbsohnes, Wort ist berghoch,

berghoch ist sein Wort! Nabûs, des Helden, Wort ist berghoch, berghoch ist

sein Wort! Schiddukischarras, Esagilas Erbsohnes Wort, ist berghoch,

berghoch ist sein Wort! Des höchsten Richters Wort ist berghoch, berghoch ist

sein Wort!

Wird sein Wort dem Wahrsager gebracht, so irrt jener

Wahrsager; Wird sein Wort dem Orakelbefrager gebracht, so irrt

jener Orakelbefrager. Wird sein Wort dem Manne im Wehruf genannt, so

jammert der Mann; Wird sein Wort dem Weibe im Wehruf genannt, so

jammert das Weib. Geht sein Wort flink einher, zertrümmert es das Land; Geht sein Wort gewaltig einher, zersprengt es das Land. Sein Wort ist ein verdeckter Krug: wer kennt sein Inneres? Seines Wortes Inneres ist unergründlich, es stampft das

Äußere nieder; Seines Wortes Äußeres ist unergründlich, es stampft das

Innere nieder! Sein Wort bringt den Menschen Schmerzen, drückt die

Menschen nieder. Zieht sein Wort oben dahin, bereitet es dem Lande Schmer

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zen;

Geht sein Wort unten einher, zersprengt es das Land.
Sein Wort, das Unwetter, jagt aus dem Hause, wo fünf

weilen, fünf hinaus; D. h. ,,er kann es nicht deuten.“

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Das Wort Marduks jagt aus dem Hause, wo zehn weilen,

zehn hinaus.
Sein Wort hat oben mich eilends beängstigt;
Ertönt Marduks Wort unten, so beugt man sich unten.
Des Herrn Wort hat mich in Klagen versetzt;
Auf sein Wort vergeht oben der Himmel von selbst: berg-

hoch ist sein Wort!

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Der Gewaltige hat wie ein Wind, ja, wie ein Wind,
Der Gewaltige hat wie ein Wind mich in mir selbst nies

dergedrückt,
Der Gewaltige, der Herr der Länder,
Der Weitumfassende, dessen Wort feststeht,
Gegen dessen Befehl man sich nicht wenden kann,
Der Gewaltige, Enlil", dessen Ausspruch unwandelbar ist1

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Er, ein Unwetter, zerstört den Hof, reißt die Hürde heraus:
Meine Wurzeln sind herausgerissen, meine Waldungen

abgehauen; Bei den Anunnaki? hat er mein Schicksal geänderts ; Sein Rabe haut meinen Wald ab14

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Der Herr der Länder 'handelt nicht wie die Sterblichen;
So wie ich es mir gedacht, hat er es nicht gefügt!
Meinem Innern hat er Speise verwehrt,
Mein innerstes Gemüt hat er verkommen lassen!

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Wie ein einsames Rohr hat der Gewaltige, ja, wie ein ein

sames Rohr hat er mich in mir selbst niedergedrückt,
Der Gewaltige, der Herr der Länder,
Der Weitumfassende, dessen Wort feststeht,
Gegen dessen Befehl man sich nicht wenden kann,
Enlil, dessen Ausspruch unwandelbar ist!

1 Hier Beiname Marduks. 2 S. o. Z. 13. 'D.h. wohl ,,er hat mir einen baldigen Tod bestimmt“. 4 Sinn dunkel.

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Einer Nessel machte er mich gleich, einer Distel machte

er mich gleich, Einem einsamen Maulbeerbaum am Ufer machte er mich

gleich, Einem Lorbeer auf trocknem Boden machte er mich

gleich, Einer einsamen Tamariske im Südsturm machte er mich

gleich! Der Gewaltige hat wie ein einsames Rohr mich in mir

selbst niedergedrückt!

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Auf dein Wort, ja, auf dein Wort, Weh befällt das Haus

auf dein Wort"!
Das Haus der Stadt Nippur befällt Weh auf dein Wort!
Das Ziegelwerk Ekurs befällt Weh auf dein Wort!
Des Fundamentes weiten Raum befällt Weh auf dein

Wort!
Das Haus Enamtila befällt Weh auf dein Wort!
Das Ziegelwerk Sippars befällt Weh auf dein Wort!
Das Haus Ebarra befällt Weh auf dein Wort!
Das Ziegelwerk Babylons befällt Weh auf dein Wort!
Das Ziegelwerk Esagilas befällt Weh auf dein Wort!
Das Ziegelwerk Borsippas befällt Weh auf dein Wort !
Das Ziegelwerk Ezidas befällt Weh auf dein Wort!
Emachtila befällt Weh auf dein Wort!
Etemenanki befällt Weh auf dein Wort!
Edaranna befällt Weh auf dein Wort!
Auf dein Wort vergeht der Himmel!
Auf Enlils Wort erstarrt die Erde!

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1 „Auf dein Wort“ = „Auf deinen Befehl.“ ? Vgl. für diese und die ff. Zeilen, S. 208, Z. 37 ff. ,,Haus" hier und im folgenden ,,Tempel".

3. KLAGELIEDER AN DIE GÖTTIN ISCHTAR

1

а

Ich flehe dich an, Herrin der Herrinnen, Göttin der

Göttinnen,
Ischtar, Königin aller Lande, Lenkerin der Menschen!
Irnini, du bist gebenedeit, größte der Igigi”,
Stark bist du, eine Herrscherin: dein Name ist erhaben!

Du bist die Erleuchterin von Himmel und Erde, starke

Tochter Sins;
Du leitest die Waffen, setzt den Kampf ins Werk!
Du hältst alle Geheiße, mit Herrscherdiadem geschmückt.
Herrin, herrlich ist deine Größe, über alle Götter er-

haben!

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Du Stern des Kampfgeschreis, die einträchtige Brüder in

Streit bringt,
Die preisgibt Freund und Freundin,
Herrin des Schlachtfeldes, die niederstößt die Berge,
Guschêa, die mit Kampf bedeckt, mit Schrecken bekleis

det ist!

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Du vollziehst Gericht und Entscheidung, die Satzung

von Erde und Himmel, Heiligtümer, Tempel, Göttersitze und Kapellen harren

dein! Wo ist nicht dein Name, wo nicht deine Gebote, Wo sind deine Bildnisse nicht dargestellt, wo deine Hei

ligtümer nicht gegründet? Wo bist du nicht groß, wo nicht erhaben? Anu, Enlil und Ea haben dich erhöht, haben groß ge

macht deine Herrschaft unter den Göttern, Haben dich erhoben unter allen Igigi, haben gewaltig

gemacht deinen Rang! 1 Text a ist eine spätbabylonische, b eine assyrische Abschrift. Die himmlischen Geister.

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