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Ich harre, meine Herrin, auf dich; mein Sinn ist auf dich

gerichtet. Ich flehe dich an: löse meinen Bann! Löse meine Schuld, meinen Frevel, meine Missetat und

meine Sünde, Vergiß meine Missetaten, nimm an mein Flehen!

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Löse meine Fesseln und schaffe mir Befreiung,
Lenke meinen Schritt, daß ich froh und frei mit den Les

benden meine Straße ziehe! Gib du Befehl, daß auf deinen Befehl der zürnende Gott

wieder gut werde, Daß die Göttin, die sich zürnend abgewandt, wieder

zurückkehre!

Mein Kohlenbecken möge wieder leuchten, das finstere,

rauchende, Meine verlöschte Fackel möge wieder entfacht werden! Meine aufgelöste Sippe möge sich wieder sammeln, Mein Hof möge weit werden, geräumig meine Hürde!

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Nimm an meine Demütigung, höre meine Bitte,
Schau mich gnädig an und höre mein Gebet!

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Wie lange, meine Herrin, zürnst du und ist abgewandt

dein Antlitz ? Wie lange, meine Herrin, grollst du und ist voll Grimm

dein Gemüt? Wende zurück deinen Nacken, den du abgewendet, ein

Gnadenwort nimm dir vor! Wie das beruhigte Wasser eines Stromes, möge dein

Gemüt sich beruhigen! Auf meine Feinde laß mich treten wie auf den Erdboden, Meine Widersacher unterwirf, laß sie unter mir zu Boden

sinken!

Mein Gebet und Flehen möge zu dir gelangen,
Deine große Barmherzigkeit komme über mich!

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Wer mich auf der Straße erblickt, soll deinen Namen

loben, Und ich will vor den Schwarzköpfigen deine Gottesmacht

und Stärke preisen: „Ischtar ist erhaben, Ischtar ist Königin! Die Herrin ist erhaben, die Herrin ist Königin! Irnini, die Tochter Sins, die starke, hat nicht ihresgleichen!“

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b Wie lange schon hat, meine Herrin, der zahllose Feind

deine heilige Stätte geplündert! In deiner vornehmsten Stadt Uruk herrscht Durst; Im Tempel Esulmasch, deiner Mysterienstätte, wird Blut

statt Wasser ausgegossen; In alle deine Lande hat er Feuer geworfen und sie in

Asche gelegt. Meine Herrin, gewaltig bin ich ans Verderben gekettet! Meine Herrin, du hast mich bedrückt und krank gemacht! Der starke Feind hat mich wie ein einzelnes Rohr nieders

geschlagen! Überlegung habe ich nicht mehr, finde mich nicht mehr

aus! Wie ein Röhricht stöhne ich dumpf Tag und Nacht!

5

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Ich, dein Knecht, flehe zu dir:
Dein Herz möge sich beruhigen, dein Gemüt sich besänfs

tigen! Erhöre das Seufzen; dein Herz möge sich beruhigen,

dein Gemüt sich besänftigen! Nimm an das Flehen; dein Herz möge sích beruhigen,

dein Gemüt sich besänftigen"! 1 Rest zerstört.

4. KLAGELIED AN DEN PESTGOTT NERGAL1
Starker Herr, Erhabener, Erstgeborener Nunamnirs”,
Erster unter den Anunnaki, Herr des Kampfes,
Sprößling der Kutuschar, der großen Königin,
Nergal, du stärkster der Götter, Liebling der Ninmenna!

Glanzvoll bist du am hellen Himmel, hoch ist deine

Stätte, Groß bist du in der Unterwelt, hast keinen Rivalen. Neben Ea" ist in der Götterversammlung dein Rat hervors

ragend, Neben Sin am Himmel erschaust du alles.

Es gab dir dein Vater Enlil die Schwarzköpfigen, alles

was Odem hat, Das Vieh des Feldes, das Gewimmel, hat er deiner Hand

anvertraut1

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Ich NN., Sohn des NN., dein Knecht,
Zorn des Gottes und der Göttin ist mir zuteil geworden;
Anfeindung und Verderben sind in meinem Hause ents

standen; Rufen ohne Erhörung bedrückt mich.

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Weil du schonungsvoll bist, mein Herr, wende ich mich

an deine Gottheit;
Weil du barmherzig bist, suche ich dich auf;
Weil du hinsiehst, schaue ich auf dein Antlitz;
Weil du gnädig bist, trete ich vor dich.

Fest blicke mich an und erhöre mein Rufen,
Dein ergrimmtes Herz möge sich beruhigen!

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Löse meine Schuld, tilge meine Sündel

Der Zorn deines göttlichen Herzens mögesich besänftigen! · Aus Assurbanipals Bibliothek. 8 = Enlil. 8 Als Planet Mars. “Als Gott der Weisheit. - Mondgott.

Gott und Göttin, die grollen und zürnen, mögen wieder

gut mit mir sein! Deine Größe will ich verkünden und preisend dir hul

digen!

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5. BUSSPSALM AN JEDEN GOTT1
Möge doch des Herrn tobendes Herz sich beruhigen!
Möge der Gott, den ich nicht kenne, sich beruhigen!
Möge die Göttin, die ich nicht kenne, sich beruhigen!
Möge der Gott, den ich kenne, nichtkenne, sich beruhigen!
Möge die Göttin, die ich kenne, nicht kenne, sich bes

ruhigen!
Möge das Herz meines Gottes sich beruhigen!
Möge das Herz meiner Göttin sich beruhigen!
Mögen mein Gott und meine Göttin sich beruhigen!
Möge der Gott, der über mich grollt, sich beruhigen!
Möge die Göttin, die über mich grollt, sich beruhigen!

10

Die Sünde, die ich begangen, kenne ich nicht;
Die Verfehlung, die ich begangen, kenne ich nicht.
Einen guten Namen möge mein Gott aussprechen!
Einen guten Namen möge meine Göttin aussprechen!
Einen guten Namen möge der Gott, den ich kenne, nicht

kenne, aussprechen! Einen guten Namen möge die Göttin, die ich kenne,

nicht kenne, aussprechen!

15

Reine Speise habe ich nicht gegessen;
Reines Wasser habe ich nicht getrunken;
Was meinem Gotte ein Greuel ist, habe ich unwissentlich

gegessen; Was meiner Göttin widrig ist, habe ich unwissentlich

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betreten.

1 Aus Assurbanipals Bibliothek.

Herr, meine Verfehlungen sind viel, groß meine Sünden!
Mein Gott, meine Verfehlungen sind viel, groß meine

Sünden!
Meine Göttin, meine Verfehlungen sind viel, groß meine

Sünden! Gott, den ich kenne, nicht kenne, meine Verfehlungen

sind viel, groß meine Sünden! Göttin, die ich kenne, nicht kenne, meine Verfehlungen

sind viel, groß meine Sünden!

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Die Verfehlung, die ich begangen, kannte ich nicht!
Die Sünde, die ich getan, kannte ich nicht!
Den Greuel, den ich gegessen, kannte ich nicht!
Das Widrige, das ich betreten, kannte ich nicht!

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Der Herr hat mich im Grimm seines Herzens angeblickt;
Der Gott ist mir im Zorn seines Herzens entgegengetreten!
Die Göttin hat Unwillen gegen mich gefaßt und mich

krank gemacht! Der Gott, den ich kenne, nicht kenne, hat mich bedrückt; Die Göttin, die ich kenne, nicht kenne, hat mir wehe.

getan! Ich suchte umher, doch niemand faßt mich bei der Hand; Ich weinte, doch trat man mir nicht zur Seite! Wehklagen lasse ich erschallen, doch niemand hört mich; Voll Leides bin ich, bin überwältigt, blicke nicht mehr

auf!

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40

An meinen gnädigen Gott wende ich mich mit flehen

den Worten; Meiner Göttin Füße küsse und berühre ich. Zu dem Gotte, den ich kenne, nicht kenne, rede ich

flehentlich; Zu der Göttin, die ich kenne, nicht kenne, rede ich flehent

lịch. 15 Ungnad, Babylonien

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