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Gebrauch seiner Gaben durch eine leere und eitle Freude daran ab: halten lassen, daß wir nur nicht, indem wir bei uns selbst verweilen, den Augenblik versäumen, in welchem wir das neu erworbene Gute in Wirksamkeit sezen können für den Theil des Reiches Got: tes, der in dem Bereich unseres Berufs liegt, und für den wir mit verantwortlich find. Aber ebenso wollen wir uns auch das zu un: serem Troste sagen, Wo etwas geschieht für Christum, das geschieht auch für uns, das muß auch unserm geistigen Leben dienen, wenn wir es nur recht zu ergreifen verstehen.

Und wie sehr, m. G., sind wir seit geraumer Zeit in dieser Beziehung gefördert durch einen größeren Reichthum regen Lebens, welches sich in dem Reiche Gottes entwikkelt! wie Bieles gelangt nicht zu unserer Kunde, was in den verschiedensten Theilen der Erde geschieht zur Förderung dieses Reiches! und auch alles dieses, wie weit es auch aus unserem eigentlichen Wirkungskreise herausgerúkkt sei, muß doch, weil es dem Herrn geschieht, auch zu unserem Besten dienen! Leben wir dem Herrn, so sollen auch wir dem Herrn leben ; und wie sollte auch nicht die herzliche Freude an Allem, was sich in dem Reiche Göttes im großen günstiges er: eignet, unsere eigene Seligkeit mehren! wie sollte nicht die heilsame Vergleichung des einzelnen was dabei vorkommt unsere Selbst: erkenntniß fördern! Und so mögen wir uns denn dessen getrösten, so innig ist unser Zusammenhang mit dem Ganzen, daß wir überall getrost zuerst uns selbst vergessen können, um nur darauf zu sehen, wie alles, was geschieht, nach der göttlichen weisen Leitung dem Herrn geschieht, das wohl wissend und in unserem Herzen tragend, was ihm geschieht, das geschehe auch uns. Denn nicht nur für die Zukunft , 'der er damals persönlich entgegenging, sondern auch für die ganze Zukunft seines Reiches auf Erden gilt das Wort, daß Er unter uns ist und wir sein sollen, wo Er ist. Wenn Er größeren Einfluß auf die Menschen gewinnt, so wird auch unsere Wirksamkeit reicher gesegnet; wo seine Macht und Herrlichkeit sich offenbart, da fått auch etwas davon auf uns zurükk, und wenn sein Leben in uns kräftiger wird, so wird auch er dafür gepriesen, durd, welchen Gott den Menschen die Macht gegeben hat solche Rinder Gottes zu sein.

II. Und so lasset uns auch zweitens sehen, wie diese Worte des Apostels auch unser Wahlspruch sein sollen für alles, was uns in der Zukunft vorhanden kommen kann zut thun. Darauf waren unmittelbar seine Worte gerichtet, wenn er in der Beziehung auf jenen Gegenstand, von welchem er eben ge: handelt hatte fagt, Leben wir, fo leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Was wil er den Christen da: durch anderes zu Gemüthe führen, als daß, wenn einer der sich einer größeren Freiheit des Geistes rühmt, fie nur für sich selbst gebraucht um sich in seiner reineren Einsicht wohlzugefallen und dann dadurch aufgebläht wird, ein solcher nicht dem Herrn lebt. Und auf der andern Seite wenn ångstlichen Gewissens einer auch alles das außerlich treu beobachtet, wozu er verpflichtet gewesen war auf einer frühern Stufe seines geistigen Lebens, aber er thut das nicht um seines Gewissens willen, sondern um zu zeigen, wel: cher Entsagung er fåhig sei, in welchen Schranken er sich zu hal: ten wisse, wie wenig er von der Lust versucht werde, welche diese Schranken sonst zu zerbrechen droht, dann lebt auch der nicht dem Herrn. Das war also seine Absicht bei diesen Worten, daß die Christen lernen sollten bei allem, was ihnen zu thun vorhanden kommt, nur auf den sehen, welcher dazu gestorben ist und aufer: standen und lebendig geworden, damit er úber Jodte und Leben: dige ein Herr fei. Dem laßt uns nun folgen, und auch unsrerseits bei allem, was uns obliegt auch in den beschränktesten Verhalt: nissen, nicht auf uns selbst sehen, sondern immer nur das Reich Gottes im Auge haben. Denn alles, was wir immer verrichten mogen, hat genau betrachtet auch einen Einfluß auf das Ergehen der Gemeine des Serrn, ob sie sich mehr oder weniger erbaut, wenn auch nur wenig Gutes hinzukommt durch uns oder vielleicht gestórt wird. So, m. G., sagt der Erlöser ja auch von sich, des Menschen Sohn thut nichts von ihm selbst, nicht aus feiner eige: nen persönlichen Luft und Liebe geht irgend etwas hervor, sondern was er den Vater thun sieht, das thut er selbst auch gleich *); und so war also das seine eigene Regel, nur zu handeln in der Uebereinstimmung mit der göttlichen Ordnung, nur in seinen Wer: ken und seinem Thun abzubilden die Werke und das Thun seines Vaters. Ist nun also das unser fester Glaube, von welchem wir nicht weichen wollen noch wanken, daß Gott der Vater alles leitet zur Förderung seines geistigen Reiches in dieser menschlichen Welt: wohlan, so müssen auch wir nach derselben Regel bandeln, so muf: sen auch wir bei allem unserem Thun nichts anderes suchen, als daß auch wir in diese göttliche Ordnung eintreten.

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*) Joh. 5, 19.

Eben dieses nun, in. G., ist auch erst das rechte Trachten nach dem Reiche Gottes, wenn wir überall nach nichts anderem trachten als darnach; und wenn, sobald uns klar geworden ist, was wir selbst dazu zu thun haben, auch alles andere vor unseren Augen verschwindet, so daß wir weder auf uns sehen noch auf Undere, weder rechts noch links, weder was steht noch was fáut, sondern immer nur leben und wirken dem Herrn, der allezeit leben und wirken wollte für seinen Vater und nach dessen Willen. Und wenn der Erlöser sich hiebei ro herablaßt zu dem gewöhnlichen Sinn der Menschen, daß er sagt, Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das andere alles zufal: len: was, m. G., kann denn für uns das Andere noch sein, was uns dann noch zufallen sou? Ist das wahr, was der Apostel sagt, Wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn: nun wohl so muß auch, was uns zufáut, eigentlich ihm zufallen. Mehre oder min: dere sich unser irdisches Dasein, gestalte es sich so oder anders: mit allem was uns darin begegnet, so wie mit Allem, was uns zu thun auferlegt ist, sind wir dem Herrn angehörig und verpflichtet. Was uns also zufáut, ist nichts anderes als die mannigfaltig wech felnde Art, wie sich während dieses irdischen Lebens der gemeinsame Beruf aller Menschen und der eines jeden Einzelnen gestaltet. Wenn wir nach nichts anderem trachten sollen als nach dem Reiche Gottes und seiner Gerechtigkeit: so fått uns nie etwas zu zum bloßen Genuß oder Besig, sondern immer nur zur Verwendung in seinem Dienst. Gleich willkommen also fou uns sein was uns jufáut: laßt uns nur sehen, daß wir es recht verwenden, das heißt, daß wir es wieder ganz und allein auf sein Reich beziehen.

Aber freilich was wir uns auch für die nächste Zukunft wüns schen müssen, was uns, so wie wir uns diese unsere Bestimmung klar vor Augen stellen, schwer aufs Herz fáut, wie wir wohl dazu gelangen mögen, das ist die rechte Weisheit um in jedem Falle richtig zu unterscheiden, was dem Reiche Gottes frommt, damit wir nicht in der besten Absicht von irgend einem falschen Schein verleitet irre gehen oder hindern, wo wir fördern wollten. Denn woher kamen, wenn das nicht geschåbe, so viele Verwirrungen in der Kirche und in der Gesellschaft überhaupt, die aus Sandlungen wohlgesinnter Menschen hervorgehen? Uber dürfen wir uns wol beklagen, daß wir in dieser Beziehung ratblos gelassen waren, und zu dieser heilsamen Erkenntniß nicht gelangen könnten in dem Reiche Gottes, in welches wir gestellt sind? Wohl findet sich manches christliche Gemüth oft hart bedrångt in schwierigen Berathungen und schwankt bald auf diese bald auf jene Seite; aber wissen wir nicht gewöhnlich hintennach wenigstens bald genug, wie wir sollten gehandelt haben? Wovon ist das also ein Zeichen? Doch immer nur davon, daß das Herz noch nicht fest geworden ist, und das Uuge noch nicht ganz licht; daß noch verschiedene Gewalten den Menschen die eine dahin die andere dorthin ziehen: und freilich in solchem Streite verliert sich nur zu leicht die Sicherheit seines Blikks, da ergreift auch den Redlichen und Wohlgesinnten leicht ein Schwindel, indem er nicht mehr erkennt, welches der Weg ist, welchen er einzuschlagen hat, oder wo das Ziel steht, welchem er sich nähern will. Aber daß das Herz fest werde und das Auge licht, wie viele Hilfsmittel sind uns dazu nicht verliehen! wie leuch: tet uns darin derjenige vor, auf den wir alles beziehen sollen, so daß wir uns nur sein Bild vergegenwärtigen dürfen, um gewiß sehr bald zu erkennen, was uns von der Lehnlichkeit mit ihm ab: ziehen würde! wie dürfen wir nur die Bewegungen unseres Gemů: thes vergleichen mit dem Eindrukk, welchen sein Bild auf uns macht, um zu wissen, was für ihn sein würde und was wider ihn! wie vernehmlich redet die Stimme des göttlichen Wortes zu einem Jeden, dem es Ernst ist den Willen Gottes zu volbringen! wie einfach ist doch diese Weisheit, welche uns den Weg zeigt, wie grade und reintánend die Stimme des Geistes in uns, welche uns auf die Gott wohlgefällige Bahn leiten wil! Giebt es nicht immer um uns her solche, welche in diesem und jenem mehr Verstand haben von dem Reiche Gottes als wir? ergeht sich die chrift: liche Liebe nicht gern in gemeinsamen Berathungen und Ueberle: gungen, damit ein Urtheil das andere schårfe? Wie können wir jemals sagen, daß es uns fehlen könne, Rath zu finden, wo wir dessen bedürfen. Und darum, weil wir so wohl berathen sind, und wir das nicht verkennen können ohne die schreiendste Undankbar: keit gegen Gott, der uns so viel gegeben hat: darum kann und soll auch in dem Sahre, welches vor uns liegt, viel von uns ges fodert werden.

Mit diesem Bewußtsein lasset uns der Zukunft entgegenges hen, wie viel oder wenig davon uns in diesem irdischen Leben noch bevorstehen mag. Was uns begegnet, was uns vorhanden kommt zu thun, dies beides mußten wir in unserer Betrachtung zwar tren: nen; in dem Leben, das vor uns liegt, entwikkelt sich aber Beides mit einander, und Eines aus dem Andern. Und für beides giebt uns dasselbe Bewußtsein Trost und Kraft, daß sich nåmlich zwar schon immer, viel deutlicher aber jezt, nachdem das Reich des Ge: sezes vorüber ist, alles immer bezogen hat und beziehen wird auf den Einen, welchen Gott den Menschen gerezt hat zum Gnaden: stuhl, zum Zeichen seiner huldreichen Gegenwart. Wir können das Bewußtsein nicht haben, daß alles was uns begegnet Ihm ges schieht, als nur indem wir auch alles zu Gut zu machen suchen für fein Reich. Wir können zu dem was uns obliegt zu thun fúr sein Reich nicht Muth und Kraft behalten, wenn wir nicht zugleich das Bewußtsein haben, daß auch, was uns begegnet nach Gottes Leitung dazu zusammenstimmt. Und so laßt uns vertrauensvoll beachten, wie aus dem, was Gott uns zuschikkt, uns unsere Pflicht erwachsen wird, und wie wiederum aus unserem eigenen Ihun fich wieder das entwikkeln wird, was uns begegnen soll. Wenn je in der Zukunft auch uns trúbe Tage entgegentreten, wenn der Ein: jelne fich in seinem Leben und Wirken gehemmt fühlt: nichts wird ihn hindern bestimmt zu erkennen, wie auch das dem Herrn ges schieht, ausgenommen es mußte seine eigene Schuld ibn mahnen; das nöthigt dann Jeden statt von dem, was der Herr uns begeg: nen låßt, vorwärts zu sehen auf das, was uns obliegt, unsern Blitt rúkkvårts zu wenden auf das, wodurch wir es verschuldet haben. Wenn jemals uns erfreuliche Begebenheiten zu einer gro: Beren Wirksamkeit in dem Reiche Gottes rufen; wenn sich in ein: zelnen Augenbliffen unseres Lebens alles vereinigt, um unsere Krafte zu erfrischen, und uns neue Werke Gottes zu zeigen, die wir zu thun haben: dann kann nur die Eitelkeit, nur der Iroz und die Verzagtheit des menschlichen Herzens, welche nicht mehr in das Reich Gottes gehören, uns daran hindern, das Rechte zu finden. Sind wir darin treu, daß wir uns selbst hintenanstellen, und nur suchen, was des Herrn ist; beharren wir dabei lebend oder sterbend nur dem Herrn anzugehéren und uns redlich von jeder persönlichen Rúkksicht auf uns selbst loszusagen, um für Ihn zu leben: so wird auch jene Unsicherheit verschwinden; immer hel: ler wird uns das Licht des Lebens leuchten, der göttliche Geist immer vernehmlicher in unserem Inneren reden, und die Liebe, welche que durchdringt, die erfahren haben, welches Heil in dem Einen ist, den Gott gegeben hat, unser Herz immer mehr reinigen; und so wird alles was wir zu thun vermogen zum Wohl und zur wahren Förderung seines Reiches geleitet werden. In dieser Gemeinschaft der Christen, der wir angehören, auf dieser Stufe der

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