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Neander sagt von diesem Vorfalle: „Einen frommen und eifrigen Lehrer wirrt dergleichen nicht, und er denkt an das, was der Gottesmann Luther spridt: ,,haft du einen frommen Unterthan, Bürger oder Pfarrkind, oder zweie, ro Dante Gott. So dir Ein Nadobar, ja Ein Kind oder Gesind wobl geräth, so laß dir genügen. Kriegst du folder zweie oder mebr, so bebe die Hände auf und balto für große Gnade. Denn du lebest dodo bie nichts anders, denn in der Teufel & Mordgruben und a 18 unter eitel Draden und Solangen!"

(Havemanns Mittheilungen ac. 1841, S. 25. 26.)

literaris de 8.

A First Course in Composition and Grammar. For the Use of

Schools. By A. L. Graebner, Professor in Northwestern University, Watertown, Wisc. Milwaukee: Book Concern of the Lutheran Synod of Wisconsin. 1878.

Dieses Büchlein enthält 187 Seiten, von denen die ersten 159 in 196 Lectionen för Abseben haben auf die Einübung der englischen Grammatit, während diese selbst auf den leßten 28 Seiten in gedrängter Kürze gegeben ist. Der geebrte Herr Verfaffer, aufgefordert zu seiner Arbeit von den Herren Lehrern der Putberischen Synode von Wisconsin, bat file offenbar mit Fleiß und Geschid ausgeführt, und solche Kinder, denen die englische Sprache Muttersprache ist oder die doch schon einige Gewandtheit in ihr befißen, tönnen durd geeignete Benußung des Buche gewiß gründlich gefördert werben im mündliden und besondere im schriftlichen Ausdrud im Englischen. Db nicht hie und da die Anforderungen an die Schüler doch etwas zu hoch gestellt find, wird die Erfahrung dem Lehrer zeigen. Besonders die in der Borrede gestellte Forderung: „All the poetical selections should be committed to memory", scheint uns zu viel zu verlangen. Wir wenigstens möchten einem Schüler der betreffenden Stufe 3. B. nicht zumutben, das Gedidot auf S. 94 ff. : ,,The Cataract of Lodore wörtlid auswendig zu lernen.

Die Ausstattung des Büchleins ist vortrefflich. — Ueber den Preis wiffen wir eine Auskunft zu geben.

S.

Altes und Neues.

Insa n d. Chriftliche Staatsidulen. Ein regelmäßiger Correspondent des N. Y. Observer, welcher in Saden der Erziehung in den Ver. Staaten gewiß nicht zu den Sowarzsebern gezählt werden darf, særeibt: „Amerikanisde Christen sind nun wohl weit genug geo gangen, Gott in ihren öffentlichen Anstalten zu ignoriren. Der Vorwurf der Gottlosigkeit, welder gegen unsere Schulen gemaďt wird, ist nicht so ganz ohne Grund, daß man schweigend darüber weg geben könnte. Greift der Unglaube in den nächsten Jahren mit solcher Macht um sic wie in den leßten paar Jahren, so wird es allen Christen zur Pflicht, darauf zu bringen, daß unsre Sculen dristlid werden und der Unterricht in Gottes Wort den andern Fädern gleid gestellt wird." Wenn „unsere Sculen“ hier die Staatssculen bezeichnen soll, so ist ein „dristlich werden“ derselben von vornherein eine Unmöglichkeit. Es gibt keine andere Hülfe als die durch gute christliche Gemeindeschulen.

Negermiffion. Welche ungebeure Thätigkeit die römisde Birde unter den Negern im Süden entfaltet, kann man aus der Thatsache abnehmen, daß sie $600,000 im Jahr auf das Werf unter den freigelassenen Negern verwendet und 150,000 von ibnen in ihren Schulen hat. Sie hat fast 10,000 junge Männer in ihren böberen Sculen und Seminarien, in welden der Unterricht hauptsädlid in den Händen von Jesuiten ist. Es sind 500,000 in ihren niederen Sdulen.

Buffalo, N. ¥. Daselbst wird jeßt das S♡ulzwang - Gefeß ftrict durcgeführt. Der dortige Stadtrath hat eine Ordonnanz angenommen, welche es jedem Polizisten zur Pflicht maďt, alle Kinder im Alter von 8 bis 14 Jahren, welde er während der Sậul. stunden auf der Straße herumlungern sieht, anzuhalten, Namen und Hausnummern derselben zu erfragen und dem Soul - Commissär Notiz davon zu geben. Der Soul. Commissär hat dann die Eltern dieser Kinder durd die Post zu benadrichtigen, daß die Kinder zur Schule geschidt werden müßten, widrigenfalls sie als Bummler verhaftet würden. Die Polizei-Tapitäne müssen jeden Morgen einen schriftlichen Bericht über die Ausführung dieser Bestimmungen im Polizei-Hauptquartier einreiden.

New Yort. Der bodwohlweise Soulrath daselbst legte einer Lehrerin für eine Minute Versäumniß eine Ordnungs - Strafe von 2 Cents auf. In der Zahlungsliste der Lehrer findet sich nämlich der Vermerk, daß Frl. Newell auf die Anzeige des Oberlebrers Brown einen Gebaltsabzug von 2 Cents erleiden soll, weil sie um eine Minute zu spät gekommen ist. Der städtische Auditor Jadson bat hierzu das Monitum gemacht, daß der Abzug zu bodo sei, da die fragliche Lehrerin nur zur Zahlung einer Ordnungsstrafe von 15 Cents verurtheilt werden könne, und er hat daber dem Erziehungsrath die in Rede stebende Zahlungsliste wieder zugesandt mit dem Ersuden, Gereçtigkeit gegen Frl. Newell zu üben.

(Ind. Støg.) Ausland. Die Prüfungen zum Einjährig - Freiwilligen - Dienst haben in Deutsdland nicht immer ein günstiges Ergebniß. In Ansbad (Bayern) waren nach der „Fränt. 3tg." 58 Candidaten angemeldet, von welden 2 zurüdtraten und 1 erfranfte. Von den übrig bleibenden 55 bestanden 14 die Prüfung, 41 fielen burd; somit bestanden 26 Procent. Auch in Hamburg war das Ergebniß der Prüfung das ungünstigste, welches bisher er. zielt wurde, da von 43 jungen Leuten nur 8 die Prüfung bestanden. Man madt der Prüfungscommission allgemein den Vorwurf, daß sie viel größere Anforderungen, als sonst üblich gewesen, gestellt habe.

Shleswig. Die hiesige Regierung hat eine Verfügung erlassen, wonach vom 1. April d. 3. an in den nordídleswig'iden Vollsídulen der Unterricht in der deutsden Sprade zu ertheilen und in den unteren und mittleren Klassen die dänische Sprache nur zu benußen ist, soweit es zum Verständniß unumgänglich gehört. Diese Verfügung wird von der Presse, welche die Interessen der dänisd gesinnten Bevölkerung unserer Provinz vertritt, als ein weiterer Schritt zur gewaltsamen Germanisirung Nordschleswigs beo zeichnet.

Röthen. Zu Dstern wird die Eröffnung des neu eingerichteten Landeøseminars für Volksschullehrer in Köthen stattfinden. Das Volfsichulwesen hat bisher unter dem Mangel genügender Lebrerstellen gelitten, dem fünftig wohl abgeholfen wird. Für die näosten fünf Jahre sollen jährlic 31,000 Mark mehr für das Unterrichtswesen veraus. gabt werden.

Heine Geschenke mehr an die Herren Lehrer. Der Herr Landrath v. Runkel in Neuwied hat folgende Verfügung erlassen: „Un vielen Elementarschulen diesseitigen Areises besteht die Sitte, daß den Lebrern von Seiten der Sdüler zu Neujabr ein Geldgeschenk und zu Ditern Eier dargebracht werden. Daß durch diese gewiß nicht mehr zeitgemäße Gewohnheit zu vielen Unannehmlichfeiten zwisden Eltern, lebrern und Schülern Beranlassung gegeben wird, liegt auf der Hand. Zudem sind die Lehrerstellen heutzutage so dotirt, daß die Lebrer nicht mehr genöthigt sind, auf derartige Geschenfe besonderes Gewicht zu legen. Sie wollen daber sämmtliche Elementarlehrer Ihrer Bürgermeisterei gefälligst darauf aufmerksam machen, daß sie vorkommenden Falls die Annahme dieser Heidenfe verweigern. Uebrigens mache ich darauf aufmerksam, daß § 331 des Reidsstrafgeseßbucho da Plaß greifen würde.

Die Mömisden in 3rland verlangen vom Parlamente Gründung von Gemeindeidulen. Bekanntlid liegt das Sdulwesen im hodowohlgebornen England nod in den Windeln.

(Pilger.) Ein altehrwürdiges Denkmal der lutherischen Kirche ist neuerdings durch die Sen fellsdaft für Musifforsdung wieder für Jedermann zugänglich gemacht worden. Es ist dies das älteste Wittenberger vierstimmige (Hesangbuch von 1524, welches Johann Walther im Auftrage Luther’s verfaßt hat. Lange Zeit zweifelte man an der Eristen; dieses Werkes, bis vor etwa fünfundzwanzig Jahren sich ein Theil der Stimmen in Dresden vor. fand und ein anderer Theil auf der Staatsbibliothek zu Münden. Mit Zubilfenahme der Ausgabe von 1525 gelang es dem um die Musifgeschichte vielfach verdienten Otto Kade in Schwerin, eine möglichst getreue Partitur berzustellen, die außerdem in Anmerkungen die Varianten der späteren Ausgaben mittheilt.

Magdeburg. Dr. Niemann hat die Augen der hiesigen (Hymnasialsdüler einer gründliden Prüfung unterworfen und ist dabei zu einem wahrhaft erschredenden Resultat gelangt. Mit der untersten Klasse beginnend, in welcher die Zahl der Kurzsichtigen 23 Procent beträgt, steigt dieselbe fortwährend und erreicht in der Prima am Domgymnasium 95, im Klosterpädagogium 70 Procent.

Depeschen des amerikanischen Gesandten in Japan an das Staatsdepartement meiden: Der dritte Jabresbericht des Unterrichtsministers in Japan ergibt, daß in einem Gebiete von 114,000 Quadratmeilen mit 34,000,000 Einwobnern 24,275 Elementarsdulen bestanden, die 44,000 Lebrer beschäftigten und von 1,926,000 Schülern, darunter nur ein Viertel weiblichen Geschlechts, besucht wurden. - Die Einnahmen des Squlfonds betrugen in diesem Jahre $6,238,096, von welchen $140,000 freiwillige Beiträge waren. Die Ausgaben beliefen sich auf nur $4,210,483.

Prof. Cohn aus Breslau sqlägt Folgendes zum Sduße der Augen vor: 1. Nach i Stunden Unterricht stets + Stunde Pause. 2. Rei fünfstündigem Vormittagsunterricht um 11 Uhr 1 Stunde Pause. 3. Verringerung der Stunden und der bäuslichen Arbeiten in den oberen Klassen der höheren Schulen. 4. Befestigung der Snellen'sden Budstabentafel No. 6 in jeder Klasse; sobald diese nicht auf 6 Meter (19 amerikanische Fuß) vom gesunden Auge gelesen werden kann, sofortiges Aufhören von Lesen und Søreiben. 5. Unterricht der Gesundheitslehre auf Sdulen, Seminarien und Universitäten. 6. Ein Arzt in jedem Schulcolegium. 7. Sofortige Sóließung der schlecht beleuchteten Scul. räume. — Wird wohl (dwerlich ausgeführt werden.

Das Schwurgeriát in Offenburg (Baden) hat den Unterlebrer 4. Sowab von dort wegen (dwerer Körperverleßung im Amte zu einer Gefängnisstrafe von 6 Monaten verurtheilt. Derselbe batte einem neunjährigen Knaben während des Unterrichts eine Dhrfeige ertheilt, so daß der Anabe an die Ede des Kathebers fubr, beftig aus der Nase blutete und zu Boden fiel. Da er nicht aufstehen konnte, padte ihn der Lehrer und warf ihn nun nod einmal zu Boden. Es zeigte sich nachher, daß die Wirbelsäule verlebt war; es trat ein Zustand der Lähmung der beiden Füße ein, das Sehvermögen sowand, und der Tod des Anaben steht in sicherer Aussicht. Dieser traurige Fall ist um so mehr zu beklagen, als sich sonst mehr und mehr das Bedürfniß herausgestellt hat, dem Lebrer wirksamere Strafmittel in die Hand zu geben, wogegen derartige arge Mißbräuche zur Geltung gebracht werden können.

Die Zahl der während des vorigen Wintersemesters auf den preußischen Universitäten evangelische Theologie Studirenden betrug nach dem „Centralblatt für die gesammte Unterrichts-Verwaltung“ 587 Preußen und 67 Nidtpreußen, zusammen 654. Davon famen auf Berlin 129, Bonn 40, Breslau 48, Göttingen 54, Greifswald 30, Halle 156, Kiel 40, Königsberg 44, Marburg 46.

3n Geffen - Darmftadt haben sich von allen zur Universität entlassenen Sơülern des Landes nur drei dem Studium der Theologie gewidmet! Es mangelt an Candi. daten zur Beseßung einer Anzahl vacanter Pfarrstellen. — Auf allen preußisớen Universitäten zusammen studiren jeßt lange nicht so viel Theologen, als früher allein in Dalle.

Gießen. Die theologische Facultät unserer Universität hat für das laufende Se. mester nicht einen einzigen neuen Zuhörer erhalten.

Die toftbarsten Studenten der Welt sind offenbar die Candidaten der „altfatholisden" Theologie in Bern in der Soweiz. Für die 5 Professoren der „altkatholisden" Facultät zahlt der Kanton Bern jährlich circa 50,000 Fr. Ihre Vorlesungen besuđen aus dem Kanton Bern ganze zwei Studenten, welche beide wieder Stipendien im Be trage von 2,000 Fr. erbalten. So kostet jeder dieser beiden Berner ,altfatbolisden" Theologie-Studenten jährlid 26,000 fr.

Berichtigung.

3m Aprilheft des Sdulblattes findet sich auf Seite 113 der Sak: ,,Da also auch die öffentliche Verwaltung des Predigtamtes von Gemeinschaft wegen allen Christen gegeben ist, so darf sich der Einzelne des Pfarramtes für seine Person nicht allein anmaßen." Dieser Saz ist, mindestens gesagt, mißverständlich. Wie die ganze betreffende Lebrentwidlung zeigt, sollte er lauten: ,,Da also aud das Predigtamt (im weiteren Sinne) allen Christen gegeben ist, so darf sich der Einzelne der öffentliden Verwaltung desselben von Gemeinschaft wegen, oder des Pfarramtes, für seine Person nicht allein anmaßen.“ Wir bitten also um demgemäße Berichtigung.

Selle.

Evang.- Luth. Shulblatt.

13. Jahrgang.

Juni 1878.

No. 6.

Die Lehrartikel der Augsburgisden Confeffion.

(Borgetragen im Schulseminar zu Addison, 30., von T. A. I. Selle.)

Artikel 16. Von Polizei und weltlichem Regiment. (Bergleiche S. 206 ff. 389 ff. 509. — Müller: S. 215 ff. 412 ff. 559 f.);

Nach dem lateinischen Terte der Augsburgischen Confeffion lautet die Ueberschrift dieses Artikels in der Ueberseßung: „Von bürgerlichen Sachen.“ Er zerfällt in drei Haupttheile; denn 1, lehrt er die Rechtmäßig feit dessen, wao ju bürgerliden Sachen gehört:

a. alle Obrigkeit s. ist von Gott;

b. Christen dürfen sich mit bürgerlichen Sachen befassen; 2. berwirft er die Widersacher dieser febre - und zwar

a. diejenigen, die bürgerliche Sachen als unrechtmäßig verwerfen,

b. diejenigen, die sich ihnen aus eingebildeter Heiligkeit entziehen; 3. zeigt er, in wie weit der Obrigkeit Geborsam zu leis

sten sei. Ad 1.a. Zuerst haben wir also die Rechtmäßigkeit dessen, was ju bürgerlichen Sachen gehört, zu betrachten. Der Artikel lehrt das von zunächst in den Worten: „Von Polizei und weltlichem Regiment wird gelebret, daß alle Obrigkeit in der Welt, und geordnete Regimente und Ge sebe, gute Ordnung von Gott geschaffen und eingeseßet sind.“ Diejenigen Personen, welche die oberste Leitung eines Landes und Volkes haben, werden im Allgemeinen „Obrigkeit" genannt. Sie ist, laut unseres Artikele, eine gute Ordnung, die wir dem lieben Gott zu verdanken haben, indem Er fie geschaffen und eingeseßt hat. Der Siß der Lehre von der Obrigkeit ist Röm. 13. Da wird und nun auch gesagt, wem wir in zweifelhaften Fällen zu geborden haben, nämlich derjenigen Obrigkeit, ,, die Gewalt über uns bat". Uud wenn diese Dbrigkeit aus den gottlosesten Leuten bestände und ob sie nun die Herrschaft über uns mit Redt oder mit Unrecht erlangt hat, - wir haben ihr gerne zu gehorchen, da die Obrigkeit nach Gottes Drdnung

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