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Inhaltsangabe.

Seite 1-7

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Einleitung
§ 1. Der Begriff der Eschatologie und die Begrenzung

des Themas
§ 2. Die Methode der Untersuchung
Erster Teil: Die Unheilseschatologie

§ 3. Die Jahvetheophanien .
§ 4. Die Offenbarung Jahves im Erdbeben
§ 5. Die Offenbarung Jabves im Sturm
§ 6. Die Offenbarung Jahves im Vulkan
§ 7. Die Offenbarung Jahves am Sinai
§ 8. Die Offenbarung Jabves im Feuer
§ 9. Die Offenbarung Jahves im Gewitter
§ 10. Jahve als Kriegsgott
§ 11. Jahve als Seuchen- und Totengott
§ 12. Die Wohnung Jahves
§ 13. Die Persönlichkeit Jahves
§ 14. Die Opfermahlzeit Jahves
§ 15. Der Tag Jahves
$ 16. Die Katastrophen

§ 17. Der Nördliche
Zweiter Teil: Die Heilseschatologie
A. Das goldene Zeitalter

§ 18. Der neue Bund
§ 19. Die Umwandlung der Natur
§ 20. Die mythische Topographie
§ 21. Der Rest

§ 22. Die Echtheit der Zukunftshoffnungen B. Der Messias

§ 23. Der Hofstil
§ 24. Die Segenszeit
§ 25. Die göttliche Geburt
§ 26. Der Paradieskönig
§ 27. Die Thronbesteigung Jahves

8–192 8 12 19 31 40 49 58 71 85 98 118 136 141 159 174

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193-365
193–250
193
207
221
229
238
250-301
250

59
270
286
294

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Einleitung

§ 1. Der Begriff der Eschatologie und die Begrenzung

des Themas. Eschatologie heißt die Wissenschaft von den letzten Dingen (1978, čoyata, de novissimis). Unter diesem Namen faßte man früher alle die Anschauungen zusammen, die vom Ende - sei es des Einzelnen, sei es der ganzen Welt — handelten. Die durch die Exegese Alten und Neuen Testamentes gewonnenen Resultate wurden von der Dogmatik systematisch zusammengestellt und für die Heilslehre verwertet. Neuerdings wird das Wort Eschatologie meist in prägnantem Sinne verwandt und auf den Ideenkomplex beschränkt, der mit dem Weltende und der Welterneuerung zusammenhängt, und nur in dieser engeren Bedeutung soll es für uns in Betracht kommen. Es werden also alle die Vorstellungsreihen ausgeschlossen, die an den Tod und die Auferstehung, kurz an die Endschicksale des Einzelnen anknüpfen. Sie sollen nur soweit mitbehandelt werden, als das Ergehen des Individuums von dem des Volkes und der Menschheit unablösbar ist. Überdies soll unsere Untersuchung rein historisch sein, ohne jede Rücksichtnahme auf die Dogmatik.

Das Material, das innerhalb des Alten Testamentes verhältnismäßig dürftig ist, schwillt innerhalb der Pseudepigraphen und Apokryphen so gewaltig an, daß eine bloße Sammlung des vorhandenen Stoffes ein umfangreiches Werk liefern würde. Ein großer Teil muß freilich von neuem klar herausgestellt werden, da er den notwendigen Ausgangspunkt und die Basis für unsere Untersuchung bildet, sodaß alles Wesentliche besprochen wird. Aber es soll davon abgesehen werden, jede einzelne Stelle zu Forschungen zur Rel. a. Lit. d. A. u., NT. 6.

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notieren. Das kann um so leichter geschehen, als viele Anschauungen typisch sind. Lediglich Wiederholungen aufzuzählen, können wir uns ersparen, zumal diese Arbeit bereits von anderen (namentlich von Hühn und Volz) geleistet ist. Unser Zweck ist vor allem, ein Verständnis der israelitisch-jüdischen Eschatologie zu gewinnen, und darum müssen wir uns vornehmlich in ihre Genesis versenken. Denn erst wenn wir diese kennen, ist es möglich, ihre Geschichte und Entwicklung zu schreiben.

Wollen wir konstatieren, welche Wandlungen die Eschatologie im Laufe der Jahrhunderte durchgemacht hat, wollen wir den Anteil abmessen, den die großen Männer Israels an ihrer Ausgestaltung gehabt haben, so müssen wir zunächst die Werkstatt besuchen, in der sie geschmiedet wurde. Es genügt für ein historisches Verständnis durchaus nicht, überall da wo eine Anschauung zum ersten Male auftaucht, herauszuheben, was der Verfasser an dieser Stelle hat sagen wollen, sondern es muß daneben auch die Frage aufgeworfen und beantwortet werden, ob die Idee älter ist und welche Entwicklungsreihe sie bereits hinter sich hat. Wenn man will, mag man diese Studien archäologisch nennen, Trotzdem sind sie keineswegs überflüssig oder gar nebensächlich, da ohne diese Art von » Archäologie«, die W. ROBERTSON SMITH in seiner »Religion der Semiten« so genial geübt und die auch WELLHAUSEN in den »Resten arabischen Heidentums« so meisterhaft gehandhabt hat, die in der prophetischen Literatur uns entgegentretende, von den größten Männern des Volkes errungene Religionsstufe ein unbegreifliches Rätsel bleiben würde. Ohne eine Kenntnis der populären Vorstellungen ist eine historische Würdigung der Prophetie unmöglich.

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§ 2. Die Methode der Untersuchung. Der Stoff ist enthalten in den prophetischen Büchern des Alten Testamentes, nur teilweise sind seine historischen und poetischen Schriften zur Ergänzung heranzuziehen. Über die vorprophetische Eschatologie erfahren wir aus direkter Überlieferung so gut wie nichts, und doch ist dieser Ideenkreis zur Zeit des Amos, wie gezeigt werden soll, im Großen und Ganzen bereits fertig und abgeschlossen. Es muß deshalb der Versuch gemacht werden, durch Aufrollen von rückwärts her zu den

Prinzipien durchzudringen, die als bewegende Kraft die Eschatologie geschaffen haben. Erst wenn es gelingt, den vollendeten, sozusagen erstarrten Anschauungen neues Leben einzuhauchen, daß sie selbst uns erzählen von ihrer Geburt und von ihrem Wachsen, erst dann haben wir einen tieferen Einblick gewonnen. Die Eschatologie der Propheten versteht man nur, wenn man ihre Vorstufen klar erkannt hat.

Damit ist die historisch-kritische Methode von vorneherein als die einzig berechtigte gegeben. Die Resultate der modernen alttestamentlichen Literatur-Forschung müssen im Großen und Ganzen als bekannt vorausgesetzt werden und als bewiesen gelten, wenn es auch im Einzelnen oft nötig sein wird, die Gründe für die Datierung und für die Echtheit oder Unechtheit einer strittigen Stelle zu prüfen. Der Boden, auf dem wir uns bewegen, ist recht unsicher. Berücksichtigt man die häufig eintretende Unmöglichkeit, die Schriften, mit deren Inhalt wir es hier zu tun haben, auch nur annähernd chronologisch zu fixieren, und bedenkt man ferner, daß die Ergebnisse der Kritik mitunter weit auseinander gehen, so scheint das Fundament, auf das wir bauen möchten, sehr unzuverlässig zu sein, und endlich mag es noch viel prekärer aussehen, wenn wir unser Wissen über die vorprophetische Zeit aus den prophetischen Werken selbst schöpfen wollen.

Allein es kommt auf den Versuch an. Oder sollte es nicht möglich sein, auf sichere oder wenig angefochtene Daten gestützt, aus der prophetischen Verkündigung selbst Rückschlüsse zu ziehen auf Volksvorstellungen, die zu jener Zeit gangbar waren und die man als außer- und vorprophetisch bezeichnen darf? Solche Rückschlüsse sind erstens überall da erlaubt, wo die Propheten polemisieren und ihrer Ansicht nach falsche Ideen zurückweisen oder korrigieren. Aus ihrer Antithese muß die These erkannt werden, die sie bekämpfen. Solche Rückschlüsse sind zweitens überall da erlaubt, wo die Eschatologie der Propheten nicht organisch aus ihrer eigenen Predigt zu verstehen ist, vielmehr einen gewissen Widerspruch gegen sie verrät. Denn in diesen Fällen muß es sich um Anschauungen handeln, die nicht von innen heraus schöpferisch geboren, sondern von außen her fremd übernommen sind. Endlich kann auch das Gepräge einer Formel, die Einkleidung eines Ge

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