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angenommen werden, denn V. 20 weise anzweideutig auf eine spätere Periode und tonne uns bis in die Zeit nach Uler. rander hinunter leiten (ebend.); auf ein so spátes Zeitalter fábre auch die Erwähnung von Sepbarab, efen der Bogpos ro6, und dorthin könnten möglicher Weise erst durch Dous Juden verpflanzt worden seyn; bistorisch erwiesen sey aber erst die Verpflanzung von Juden in asiatische Stådte durch See leukus Nikator. Der Uusdruck min 500 mib erinnere an die Wegfåbrung und Verpflanzung vieler palästinenfischer Fuden, in die Kastelle: Aegyptens durd Ptolemåus Lagis Daß sofort auch nach diesem Ereigniffe Obadja's Weiffagung verfaßt feyn mußte, leuchtet ein. Der Commentar enthält fid) jedoch, nun ein bestimmtes Urtheil zu geben, und neigt fich zu der Ansicht bin, daß das Gerücht von dem Feldzuge der Krieger des Antigonus gegen Petra das Drakel veran laßt habe, und daffelbe kurz vor diesem Zuge in Uegypten geldorieben worden ren. Wir sind weit entfernt. dem gelebr. ten Hrn. Verf. Unredlichkeit zutrauen zu wollen, gleich als båtte er die vorgetragene Antwort auf die anfängliche Frage nur deßhalb gesucht und gefunden, weil er diefelbe zugleich als eine neue Stüße seiner Grundråbe in Betreff des Pros phetismus ansehen konnte. Aber auffallend scheint es ime merhin, daß diese Aussagen, denen boch ro mandes entges gensteht, was durch bloße Unbeftung des Prädikates ..schlechte Gründe", nicht zu nicht wird, gar zu: treffend jene Grunds fäße rechtfertigen. So nåmlich: Gegenstand des Dratels. ist der Angriff auf Petra durch das Heer des Antigonus. Rurz vor demselben aber ist das Dratet gesprochen worden der Prophet muß mit seinen Mathmaßungen kluger Weise bei

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der often Zukunft stehen bleiben, selbst diefe, wenn sie Gegenwart wird, widerlegt nicht ungern seine Bermuthuns gen, um so schlimmer wenn er fich weit in die Zukuuft hinein wagen wollte. Der Angriff auf Petra ist dem Pros. pheten Zerstörung und gånzliche Bertilgung dieser edomitis igen Felsenstadt, in der That und Wahrheit aber vermochte Untigonus nichts über dieselbe, sein Heer mußte mit Verlust und Schimpf von ihr abzieben :. also die Propheten fennen felbst die nächste Zukunft nur vermuthungsweise, nicht aber wirklich und ficher , und es darf nidht befremden, wenn ihre Aussprache in Betreff derselben fide all falsch erweisen. Nas türlich ! die Ruuftgriffe der rasenden Pythia, die freilich ihr Geschäft klager anzugeben wußte, waren ihnen nicht ges läufig, mit Zweideutigkeiten' zu spielen und zu tåuschen, mat ihnen ihren guten Namen noch zum Theile fåtte fidern mogen, darauf oder dazu berstunden fie fich nicht.

Doch leben wir nach dem Gewicht der Gründe, womit Hr. Hitig die spåte Ubfassung des Obadja 'beweist. In Betreff der bald für Gerem., bald für Obadja behaupteten Originalitåt bemerkt Módiger (Hallische Literatur-Zeitg. Fahrg. 1838. S. 473), daß die Nachweisung der Originalitat Obads ja's Hru. Prof, Fåger leicht babe gelingen müssen, da die Beweibfährung für das umgekehrte Verbältniß in einem leicht ja erkennenden Cirtel Fid bewege, und neben Credncro auch Hißige Argumentationen, der zwar Hrn. Sågers Beweis. führung nur mit dem einfachen: ofdledte Gründen beseis tigt, auf leicht zu beseitigenden Stüßen rabe. Wir können in eine nåßere Besprechung der Gründe und bier nicht eins laffen, und wollen dieß nur zum Beweife angeführt haben,

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daß es mit jenen schlechten Gründen dodo nidt so durchaus (dlecht stehen müfle, da Gelebrte wie nodiger sie für volls gültig halten können. Ist nun aber die Originalitåt Obads ja's leicht erweislic, oder vielmehr der Erweis derfelben schon gelungen, so sind damit andere Beweisgründe für eine nacerilische Abfassung Tahon indirekte "abgewiesen. Weil je: doch eben diese Erweislichkeit geläugnet und durch Behaup: tung und versuchte Nachweisung des Gegentheils wenigstens sehr verdächtigt wird, so ist hier eine nähere' Beleuchtung derselben unerläßlich. Solche Gründe findet nun Hr. Hißig in V. 20, durch den er sich bis in die Zeiten nad Uleran: der herunterleiten läßt. E8 find zwei Ausdrüde, die er zu seinen Gunsten in Anspruch nimmt, nåmlid 331 1ba und Tad. Der erste Ausdrud soul an die Verpflanzung der Juden nach Aegypten durch Ptolemåus Lagi erinnern. Dieß ist jedoch nur dann der Fall, wenu man (don von vorne: berein die Abfassung jedenfalls nach den Zeiten des Erill anfeßt; dazu berechtigt aber selbst die Annahme, daß Obadja den Jeremia nachgeahmt habe, noch keineswegs. Findet man bingegen die Abfassungszeit aus sonstigen Gründen vor ober in dem Erile, so wird man bei dem Ausdruc 331 026a gewiß am allerwenigsten wegen einer bistorischen Erscheinung, auf die er fido beziehen ließe, in Verlegenheit tommen; nichts zu sagen von den verschiedenen Auffassungsweisen, deren die Worte grammat. u. lerikal. fähig sind, und die fie auch von den Auslegern erfahren haben. Zu einem Beweise für die Abfassungszeit Obadja's ist also der angeführte Aub: drud ganz unbrauchbar. Somit bleibt für die naderilisce

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Abfaffung, nur noch ein einziger Beweißgrund übrig, der darin besteht, daß Sepharad erwähnt wird; denn Versiches rungen etwa, wie die, daß der Verf. des. B. Jona als Vera theidiger des Obadja aufgetreten fer, aber erst in fo spåter Zeit gelebt habe, kdunen wir nicht als bieber gehörige Gründe ansehen. Aber selbst die Erwähnung von Sepbarad tann vidt früher etwas beweisen, als bis gewiß ist, daß der Bobs poros damit gemeint fer, und selbst in diesem Falle könnte man nod an die Bemerkung des Hieron. zu Zach. 10, 12. erinnern: Narrant Hebraei captivum populum Judaeorum non solum in Medos et Persas, sed in Bosphorum quoque et Septentrionalem plagam ab Assyriis atque Chaldaeis esse translatum, et postea eos ex parte revocatos, Dei eos ad se convertente clementia. Uebrigens brauchen wir auf diese Bemerkung, wie fie nicht' viel Rüdlicht vers dient, auch kein Gewicht zu legen, denn daß Sepharad der Bodporos rey, ist nod nichts weniger als bewiesen, und die Zuversicht, womit Hr. Hißig diefes dennoch versichert, tanu eben den Mangel genügender Gründe doch nicht erfeßen. Gegen den etymolog. Zusammenhang von Boonopos und Thao (pridt schon die förmliche Verschiedenheit beider Wors ter, und daß der Name Boonopos der Mythologie angehdrt (wiewohl Hr. Hißig bieraus das Gegentheil folgert), uub To ganz offenbar griechischen Ursprunged ift; vou dem frühes ten Namen des Boep. wissen wir nichts und können daber mit Hülfe desselben auch nichts beweisen, daß aber der Name Booropos selbst beim Uebergang von den Griechen zu den Semiten in nad fig verwandelt babe, fordert einen so stars

ten Glauben, wie man ihn schwerlid Vielen zumuthen darf. Aud die Låndertafel bei Niebuhr, welche in, Hru. Hißig$ Uugen der Hauptbeweis zu fenn fheint, führt uns, wenn die Zahlung in der Richtung von Armenien nach Cappados cien fortgebt, nicht zum Bosp., hålt vielmehr von demselben zurüđ, gebt sie aber nicht in dieser Richtung fort, so ist sie obnebin für die Lage der aufgezählten Länder oder Gegenden nicht maaßgebend. Die onaptiãtat ferner 1. Maccab. 15, 23. kommen gar nicht in solcher Verbindung vor, daß man fie als Bewohner des SaPaRaD auf dieser Låndertafel anses ben kóunte. Und die Aussage der Juden endlid zur Zeit des Hieron., daß 7700 der Bosporos fey, bat hier wohl daét selbe Gewicht, wie die andere, daß idon die Affyrier und Chaldaer viele Juden an den Bobp. verpflanzt haben. Wolte Hr. Hißig bermutben, lektere Angabe fen nur um dieser Stellte willen erdichtet worden, weil man eben wußte, daß nad der Boop. ren, so könnten wir mit gleichem Recore das Umgekehrte bermuthen. Warum aber midt an die de ORELDES (Herod. I. 104. IV. 37. VII. 79.) fol gedacht wers den dürfen, wäre wohl auch eines Beweifes werth gewesen, So 18øt fich denn der Hauptgrund Hißige (und wie wir ges reben haben der einzige) für eine naderilifoe Abfassung des Obadja in eine unerwiesene Behauptung auf, die nicht eins mal viele abrídeinlichkeit bat. Wahrlich, wenn får die (..entdeckte" ?) Pand

Boonopos keine andern als die ebenberührten Gründe fid anführen lassen; so wollen wir noch lieber mit Hrn. Hesselberg sagen: „Sepharad ist eine unbekannte Gegend," wiewohl wir dieses für viel zu leicht

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