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hingeben 48). So gilt ihm die Offenbarung zwar als objecs tive Wabrbeit und als ein (Hrund des Glaubens nachdem er den Beweis. ihres göttlichen Ursprungs geführt; aber dieser Offenbarungsglaube hinkt auf einem Fuße einber, so lange ihm die rein philosophische Einfidet, daß und warum wir ibu fürwahrhalten müssen, abgebt. Und da diese Vernunft: einsicht nicht bloß mit ein Grund jenes Slaubens ist, sons dern der Urgrund desselben wie überbaupt alles Glaubens, so läßt sich nicht einmal im strengen Sinne eine eigene Glau: benswurzel für die Offenbarung, sondern nur eine solde Stellung derselben zu der Vernunft behaupten, vermoge wel: cher sie in dieser den Grund ihrer Gewißheit und nur in sou fern nicht auch zugleich den Grund ihrer Wahrheit bat, als sie der Vernunft doch immer åußerlich bleibt und ein in ihr nicht aufgebender Rest ist. 49). Da diese Anerkennung dema" nach nicht mit der Folge auftritt, daß die Offenbarung in fich selbst ursprünglich wahr und vermoge det ihr eigens thümlichen, von der Vernunfterkenntniß unabhängigen Glaus bens schlechthin gewiß ist; so ist sie so gut wie gar teine, und entspricht weder dem allgemein theologischen nod inos

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48) Philof. Eiuleitung S. 267.

49) Bei dem gleichen Berhältnis zu dem Princip des christli

chen Geistes mit dem Hermesianismus und den bekannten ges mein rationalistischen Theorien steht die Hegelsche Religionsphilosophie nnendlich höher in speculativer Hinsicht, insofern sie den offenbaren Geist und die offenbare Religion" in die Mitte des speculativen Erkennens nimmt und weit entfernt ist, fie als ein außerliches neben diesem stehen zu lassen.

besondere dem katholisden Standpunct. In dieser auf verurtheil@freie Prüfung gestikten, festen Ueberzeugung können wir alle Theologen, protestantische wie katholische, zu der Erflårung auffordern, ob der f. g. Hermerianism u 6 Qu'd nur entfernt dem Patbolischen Glauben und dem theologischen Standpunct desselben gemäß sei 50).

3) Bautain, dessen Streitigkeiten mit seinem Bischof und deßhalb gepflogene persönliche Verbandlungen in Rom hier als bekannt vorausgelegt werden 5'), steht in einem gewissen Gegenfaße zu Hermes, indem er der Kraft der menschlichen Vernunft zu nahe tritt, um den Glauben und die Kraft der Gnade desto mehr zu erbeben. Seine Uns ficht 5) über die Kraft der Vernunft in dem sido felbst über:

50) Dabet můficnt aber Diejenigen, welche ein grúndit: che 8 Urtheil abgeben wollen, außer den Ansichten der als orthodor anerkannten katholischen Lehrer, die oben anges führten uro citirten Stellen im róm. Katechismus und im Concilium von Trient und die Aussprüche der zweiten Synode von Orange, welche wir noch berühren werden, ges

wissenhaft zu Rathe ziehen. 51) Eine, wiewohl sehr gefärbte, kurze Zusammenstellung der

hieher gehörigen Notizeu kann man nach fehen in dem Brods haus'idhen Conversationslericon der Gegenwart 1. Bd. 1838.

8. 396 ff. 52) In der Kürze findet man sie ausgesprochen in der Schrift:

Lettre à Monseigneur Lepappe de Trévern, 'évêque de
Strasborg, par L. Bautain. Strasbourg 1837. F. theolog.

lassenen Menschen neigt weit mehr zu dem altprotestantischen, der Vernunft und Freibeit feindlichen Standpuncte, als daß fie im Einklang stånde mit der katholischen Unsicht. Uebri: geus muß man mit allem Rubme anerkennen das willfåh: rige uud bescheidene. Entgegenkommen, womit er eine Verstandigung mit seinen geistlichen Obern berbeizuführen von Anfang an bestrebt gewesen ist, seine Gewissenhaftigkeit und Pietåt gegen dieselben, und daß er durchweg fich weit ent: fernt hålt von jener sectirerischen Hartnådigkeit in der Bes bauptung seiner Ansichten, welche der größte Fleden in dem Character eines katholischen Lebrers ist.

Der Streit dreht sich um die natürlide Gottegérkennt, niß als um seinen Mittelpunct. Bautain kann sich nicht über: zeugeu, daß die Vernunft allein das Dasein Gottes und seiner Vollkommenbeiten beweisen könne. Er urgirt den Auss drud beweisen und will ihn von der matbematischen Demons stration verstanden wissen. Dieß ist jedoch nicht die Haupts fache, sondern er scheint zu dieser Beschränkung erst im Ge: dränge des Streites bingetrieben worden zu sein. Der Reru der Frage ist vielmehr: Kann die Vernunft für sich allein Gott erkennen? Denn der Beweis ist doch auch ibm nichts anderes, als das Maaß der Gewißheit einer Erkennt: niß ; und die Gewißheit biuwiederum nidots anderes, das eigenthümliche Maaß der Klarheit und Vollständigkeit einer Erkenntniß. ,,Was ware deun, sagt er selbst, eine klare Erkenntniß obue Gewißheit ?“ Der Glaube ist ilm

als

Quartalschrift Jahrg. 1838. S. 353 ff., wo diefelbe in der
Ueberseßung abgedrudt tit.

die höchste Gewißbeit; deßhalb ist dieß Teine eigentliche Bes bauptung, daß die Vernunft den Glauben an Gott aus sich felbst nicht zu erzeugen vermoge, daß vielmehr der Glaube ausschließlich eine Gabe Gottes fui. Von dem pofitiven Glauben ist dieß obnchin gewiß; er behauptet es aber hier felbst von dem, was wir Vernunft glauben oder natur: liden Glauben nennen. Was der Apostet Paulus Róm. I, 19. 20. ausführt, daß den sich relbst überlassenen Heiden das naterliche Gottesbewußtsein zuständig gewesen und daß das Unsichtbare an Gott, frine ewige Macht und Gottheit, aus seinen Werfen durd die Vernunft erfannt werde voouμενα καθοράται darin fieht Bautain nur ausgespros chen, daß wir durch die Betrachtung der Welt mittelst unses rer Vernunft zu dem Glauben an Gott als den Schöpfer ung bingezogen fühlen und zu seiner Erkenntniß vorbes reitet werden, nicht aber diesen Glauben selbst gewinnen können. Vielmehr ist, seiner Ansicht zu Folge, die einzige Quelle der Idee Gottes Gott felber:, „der auf die Seele des Menschen einwirkt und also durch sein Licht und durch sein Wort ben Verstand und die Vernunft des Menschen erleudtet.“ Dieß geschah am Unfange, als Gott nach der Erzåblung der Genesis mit dem Menschen verkebrte. Diese Idee aber, einmal gebildet, verbreitete sich durch alle Geschlechter berab vermittelst der mündlichen Ueberlieferung, welche bei allen Völkern Anerkennung und Glauben fand; und erst von da an kounte die mensolide Vernunft sich dieser Idee bemächtigen, fie als Princip seben und weiter folgernd daraus die Eristenz des Sdhópfer und seine unendlichen Volle kommeubeiten deducireu; eben so konnte fic aus der Ucber:

einstimmung aller Wolfer im Glauben an das Dasein Got: tes eiueu Vernunftbeweis für diese Dasein ziehen.“ Weil nun diese uranfängliche Offenbarung schon mit der Sprache und noch mehr durch die Erziehung in das Innere eines jeden eintrete, po sei es überall nicht die Vernunft allein und die Vernunft aus fid felber, welde Gott erkenne, wo sie ihn erkenne.

Hicbei ist nun vor allem wohl zu unterscheiden die Vors ausseßung der Unmittelbarkeit der Gotteberkenntniß und die Bezeichnung dieser Unmittelbarkeit als geoffenbarte Wahrheit, als positiver Glaube. Das erstere berührt die Kirchenlehre nirgends wesentlich und ist eine rein • philosophische Frage: ob nämlich ein formell vollendeter Beweis des Daseins Got: tes in der Urt möglich rei, daß man dabei nicht von einer unmittelbaren Wahrheit oder wenigstens nicht von einer sols den, welche auf irgend eine Weise die Idee Gottes fidon voraussetzt, sondern nur von mittelbaren Wahrbeiten auszus gehen brauche, d. h. von solchen, wovon eine jede wieder vollständig bewiesen werden kann und wovon nur die erste weil sonst ein regressus in infinitum angenommen werden måßte - unmittelbar und schlechthin gewiß, übrigens aber doch eine solde ist, in welcher über das zu beweisende Obs ject Sott - noch gar nichts gedacht wird, wie z. B. in dem Cartesianisden Ariom cogito ergo sum, - oder ob ein folder Beweis nicht möglich sei. Dieß sage id berührt die Kirchenlehre nidt, welche nur will, daß die Vernunft Gott mit Gewißheit erkennen könne, und es ganz der Philosophie überlassen kann zu entscheiden, auf welchem Wege die nun einmal vorbandene bloß uatürliche Gottegerfonntniß ihre Ges

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