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erscheint es mir aud, wenn der Verfaffer bier und durch das ganze Werk bei dieser Klasse schon mit Sorgfalt auf fire und fertige Begriffe dringt. So werden schon die Begriffe von allen nur immer möglichen Vermogen der menschlichen Seelen aufgestellt, Dergleichen Dinge bedürfen, verstehen und behalten diese Kinder nicht. Man gebe dod vor allem Aus fchauungen, durch diese gelangt der Mensch allein zu Begrif: fen; nicht diefe, sondern jene sind für die meisten Menschen ihr ganzes Leben hindurch das Wichtigste. Noc mißlicher gestaltet sich die Sache, wenn mitunter unrichtige Definitio: nen beigebracht werden. S. 27 heißt e$ z. B.: „Das Ge: dächtniß ruft Vorstellungen überhaupt zurüd; die Einbil: dungekraft hingegen nur solche Vorstellungen, bei welchen unsere Seele Bergnügen oder Mißvergnügen fühlt.“ Undere, minder bedeutende; aber dennoch störende und im ganzen Werke nicht ganz felten wiederkehrende Mißstånde kann man aus folgenden Beispielen abstrahiren. Die erste praktische Folge der Weisheit Gottes ist, daß auch wir weise werden sollen. Bei der Darlegung derselben Eigenschaft beginnt der Verf. fogleich mit dem Sternenhimmel. Bei der Lebre von der Res gierung der Welt wird von einem Könige ausgegangen. Bei der Algegenwart Gottes werden diese Kinder schon daran ets innert, wie sie einst in der Fremde fönnen verlassen umber irren müssen. Warum werden Fålle der Noth und des Ver: lasseusreyns von Menschen, die in diesem Alter vorkommen können, ganz übergangen? Anftóßig und Zweifel erregend ist gewiß folgende Redeform: „Die Seele ist also ein Wesen, welched man weder duro das Geficht, noch durd das Gehår, noch durch das Gefühl, noch durch den Gefdmak, node durch

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den Gerud wabraebmen kann. So wåre fie also gar nid18? Denn wenu man gar nichts feben, bören, riechen, fichmeđen u. l. w. kann, so ist ja gar nichts da ?“Diese und einige andere Mångel abgerechnet ist das Hauptstück recht gut bears beitet. Ganz besonders schön ist Gottes Gåte dargestellt.

Das zweite Hauptståď ift übersdrieben: „Von der Vors rebung Gottes für die Mensden von Erschaffung der Welt bis zur Ankunft des Welterlosers.“ Ueber das Werdert, das Wesen und die Folgen der ersten Sünde erwartete ich schon bier Mebreres und Lieferee. Die Große der Verfduldung gegenüber der Majestät und liebe Gottes, die sich in der Strafe offenbarende Gerechtigkeit und Liebe des Herrn, die Abideulichkeit der Sünde u. f. w. hätten hier schon mit Nachdruck und Sorgfalt behandelt werden sollen. Ueberhaupt kann der Sündenfall mit all seiner Umgebung, da durch ihu die ganze folgende Geschichte und Offenbarung gefekt ist und nur in Verbindung mit ihm verstanden und beberziget wird, nicht mit zu viel Fleiß und Eifer in allen Klassen dargestellt werden. Sofort wird die alttestamentliche Offenbarung bis zum Auftritt Mosis erzählt, in Betreff des Folgenden wird auf den spåtern Unterricht berwiesen. Ich denke, weit zweds mäßiger båtte der Verfasser gar manches Andere weggelaffen. Besonders tabelngwerth scheint es mir, wenn in der Dars stellung der alttestamentlichen Seldidate alles Andere, "nur nicht die Hauptsache, die Entwicklung der Sünde und die Offenbarung des göttlichen Wejeng dieser Sünde gegenüber zur Vorbereitung auf Chriftus bervorgehoben wird. Woun die Zöglinge dieser Klasse auch nicht die alttestamentliche Ges schichte als ein Ganzes anschauen können, fo können sie dochy

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in ihren eingelnen Fakten jenen Kern auffallen; dieser Kera ist stets ein und derselbe, desto leidter sein Verständnis. Wahrs lich !: 1096 Liefere in der Religion ist immer leichter zu bes balten, als die unendliche wilführliche Mannigfaltigkeit mos ralischer Reflexionen. Ueberhaupt ist der Verf. vor dem leis digen Moralisiren, dem Abbrechen einer dürftigen moralis fchen Nuşanwendung von jedem Zweigtein der Geschichte durchaus nidyt frei.. Man flikt und flitt an der Moralitat, den Kern der Geschichte, der den Glauben und damit die Moralitåt mit all ihren tausendfältigen Früchten pflanzen würde, berührt man mit keinem Finger; man gibt eine uns åbersehbare Pflichtentafel, das Prinzip der Erfüllung, dag die Zafel unnöthig macht, láßt man ungepflegt.

Der dritte Abschnitt bandelt von Jesus Christus, dem Sohne Gottes, dem Erlöser der Welt. Diese Katechefen finde ich ganz besonders ungenügend. Das eben gerügte Moralisiren macht fich hier besonders geltend. Die Geburt Sesu Christi z. B. wird nad Christoph Scmid recht schön erzählt, viele moralische Lebren kommen, zum Borschein, an bie Uusläufer der Geschichte wird vieles angebeftet. Aber der große Rern, der Sohn Gottet ift Menfd. Kind, arm geworden, mit der Fülle der eatfündigenden, tróftenden, Sus bel erregenden, umwandelnden Momenten, wird kaum mit einer Sylbe berührt. Oder kann man dieser Klasse davor yod Nicht vorlegen? konnen sie Soldes nod nicht bis auf einen gewissen Punkt faffen? Gewiß! Ja, diese Sdůler tous uen und wollen dergleichen in einer gewiffen Beziehung ganz besonders beberzigen. Glaube, Liebe, Ehrfurcht, Dank u. li w. tann und will gerade vorzugsweise in diesem Alter ges

pflanzt werden. Durch die ganze Geschichte Jesu hindurdo sollte ferner - was in vorliegendem Werke durdweg fehlt immer mit Nachdruck und Sorgfalt die bobe Würde Jesu Christi, als des Eingebornen, herausgestellt werden. Wenn er lehrt, wenn er Wunder wirkt, wenn er als Muster und Beispiel uns entgegentritt, immer und immer sollte aufmerka sam gemacht werden: er ist der Eingeborne, der Herr Hims mels und der Erde, vor dem sich beugen alle Kniee im Him. mel und auf Erden, er ist die unendliche Liebe, der Abglaaz der ewigen Majestát, Gerechtigkeit, Speiligkeit, Weisheit. So allein lehrt man wahrhaft christlich, so allein wird, nicht etwa in einer oder in zwei Katecheseu, sondern durch den ganzen Unterricht und damit allein in That und Wabrheit der eine große, alle Nebenzwede lebendig und fruchtbar in sich beschließende Hauptzwed, Liebe zu — und Glauben an uud Ehrfurcht vor Christus und dem Vater und darin Ads tung und Liebe gegen die Brüder erzielt. Wenn der Vers fasser z. B. einfach hinstellt, worin Christus unø Muster ges worden, fo mag das gut und anziebend seyn. Allein dieses Muster wird erst über alle Muster, die Engel und Meusden aufstellen können, binauégeboben und wahrhaft den ganzen Menschen ergreifend gemacht, wenn man mit Nachdruck und zweđmåßig detajlirt bervorhebt, wer derjenige ist, der dies und dieß Beispiel gegeben. Was von der Versuchung gesu gesagt wird, kann an jede glüdlich bestandene Versuchung qua geknüpft werden. Ebenso, wenn bei widtigen Beweisführungen gesagt wird: Gesus Christus, der Sohn Gottes hat diefen oder jenen Ausspruch gethan; fo ist dieß nicht genug. Die Kinder geben pem: Jefus, der Sobu Gottes, aus eigenem Untrieb nicht die volle Entwidlung, umgeben jene gewohnte Formel nicht mit allen Momenten, aus denen lebenskräftige Ueberzeugung quilt, und besonders dann nidht, wenn die sorgfältige Hervorhebung der Würde von Chrifti Person durch den ganzen Unterricht verabsåumt worden ist. Auf gleide Weise ist das: Gott ist allwissend bei weitem nicht so prat: tisd tüdhtig, als das zwedmaßig erplicirte: der gerechte, beilige, allmächtige, weise — Gott ist allwissend. So sollte bei allen Eigenschaften Gottes, wenn deren praktische golgen bervorgestellt worden, je an andere gerabe zur Verstärkung der betreffenden. Folge beitragende Eigensdaften erinnert worden. Ebrifti 20under und Weifsagungen sind dem Verfaffer bloße Bestätigungen der Lebre Iefu, nad Nr. 2. Bestätigungen für Solche, die die Wahrheit um ihrer selbst willen nicht aufzunehmen fåbig sind. Damit geht nun wie: der die Hauptsache verloren und Seichtes, auch dem Ratio: nalismus vollkommen Genügendes tritt an deren Stelle. Welche Fülle Glauben, Liebe, Ehrfurcht pflanzender Momente, welche Fülle von Offenbarungen liegt insbesondere in den Wun: dern Jesu! Außerdem ist es nicht genug, wenn der Verfasser her: vorhebt, daß die Wunder und Thatsachen seine Lehre überbaupt and im Algemeinen bestårigen, nein! gerade einzelne Lebren des Herrn werden durch einzelne Wunber augenbliclich hand: greifliche, mächtig überzeugende Zhatsachen. Das lebren durch Zhatsachen, insbesondere durch Wunder, ist ja gerade das Chas rakteristische des Christenthums. Um sich von dem Mangel au dristlicher Liefe in der Darstellung der biblischen Geschichte ! zu überzeugen, lese man nur die Leidensgeldichte. 3. B. Jesus ftirbt!, „Die Erde zittert und bebt, felsen springen

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