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AD. VII, 4

Heren und Zauberer. .

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bar wegen ihrer vielfach gemeinsamen Züge. Ihre Namen sind sämtlich sumerisch, nur für einige, für die eine völlig entsprechende semitische Überseßung möglich war, wird diese gebraucht. Das haben sie wohl mit den allermeisten der babylonischen Dämonen gemeinsam.

Von den übrigen mögen noch Erwähnung finden der BestDämon Namtaru, der Bote der Unterwelt, Aschafku, das schleichende Fieber, Demetum, der böse Fluch, Sadiru, der Bedränger, Scharrabdu, der Verleumder, Redu der Verfolger, ohne daß dadurch die Liste dieser unheilwirkenden Kräfte erschöpft wäre. So erscheinen 14 Dämonen im Gefolge Nergals, auch die Helfer der Tihamat und analoge Scharen von Ungeheuern treten in den Texten entgegen.

Besondere Erwähnung verdienen aber noch die ,,bösen Sieben". Diese erscheinen als Zusammenfassung aller dämonischen Gewalten." Sie verförpern im Naturleben die Stürme, die das Frühjahrsäquinoktium einleiten und ihre Gestalten sind die reißender Tiere. Sie sind die Boten Anus, des Himmelsgottes, und treten auf im Gefolge Adads, des Wettergottes. In der Mythologie sind es die Mächte, die die Bedrängung des Mondgottes und seine zeitweilige Verfinsterung (Neumondszeit) verursachen (vgl. den betr. Tert AD III % S. 59).

Eine eigenartige Stellung nehmen die Heren und Zauberer ein, gegen die sich in der Hauptsache die ganze Serie von Beschwörungsformeln „Maqlu" richtet. Es sind Menschen, die ihre Begabung mit magischen Zauberkräften zu gefährlichen Feinden der Menschen macht. Ihre Bekämpfung erfordert dieselben Mittel und Maßnahmen wie die der Dämonen selbst, da ihre Wirkung mindestens von gleicher Nachhaltigkeit und Furchtbarkeit ist. Ja es scheint, daß die Zauberer und Heren imstande waren, über die Dämonen zu verfügen, sie in ihre Dienste zu zwingen. Sogar über die Götter vermochten sie gelegentlich sich zu erheben.

Kaum zu erschöpfen ist die Fülle der Bezeichnungen, mit denen Heren: – die Here scheint oft auch die ganze Familie oder Zunft zu vertreten – und Zauberer in den Beschwörungsformeln bedacht werden, sie ist die herumstreifende, die Hure, die der Göttin Istar geweihte usw. In ihrem Innern wird das unheilvolle Wort ersonnen, auf ihrer Zunge ist Zauber, auf ihren Lippen ist Hererei, auf ihrer Fußspur tritt der Tod einher. Augen, Füße und Hände sind schneller und beweglicher als bei andern Menschen. Wie die Dämonen liebt sie es, sich in verlassenen Häusern aufzu=

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halten, wenn sie aber ein Opfer erspäht hat, so folgt sie ihm. durch das Gewühl der Straßen und Pläße, verstrickt seine Füße in ein Neß und bringt es zu Fall. Am liebsten aber übt sie, die „Fängerin der Nacht“, ihre Tätigkeit bei Nacht aus. Als Heren traten mit besonderer Vorliebe Ausländerinnen, namentlich aus den Grenzgebirgsländern Babyloniens und Assyriens, auf, so Elamiterinnen, Qutäerinnen, Sutäerinnen, Lulubäerinnen, Chanigalbatäerinnen.

Dem Einzelnen kann sie allen nur erdenkbaren Schabernack spielen. Wenn sie ihm z. B. die Kleider zerreißt, die Haare zerzaust, Speise und Trank ihm ungenießbar (?) macht, so ist das ja noch nicht lebensgefährlich. Aber dabei bleibt sie nicht stehen. Ganz wie die Dämonen selber nimmt sie Wohnung im Innern des Menschen in Gestalt von allerlei Aranfheit und Leid des Leibes und der Seele. . Ihre Waffen waren der „böje Blick“, der den davon getroffenen allem Unglück preisgab und das „böje Wort“, die unheilvolle Formel, die voll Zauberkraft war und jegliche böse Kraft in den Dienst der Here bannte. Daneben gebrauchte sie die ges Inotete Schnur, mit der sie den Mund (des Menschen) füllt“. Ihre verderblichste Wirkung äußert sie aber – wiederum genau wie die Dämonen selber – in dem Kampf gegen die Bande der Familie, die sie durch Aussaat von Haß, Mißtrauen und Verleumdung zu sprengen sucht. Sie ist es, die (vgl. oben S. 8) den Bruder gegen den Bruder, Kinder gegen ihre Eltern, den Freund gegen den Freund aufheßt. Die Liebenden reißt sie auseinander, und sogar zwischen den Menschen und seinen Schußgott wagt sie sich zu stellen. Daß die Here selber buhlerischen Künsten zur Verführung der Menschen huldigte, ist ein überall wiederkehrender Glaube, der auch schon in Babylonien vorhanden war. Die seltsamste Betätigung der Heren ist die Anfertigung von Bildern der zu bezaubernden Personen aus allerhand Stoffen, wie Ton, Asphalt, Honig, Wachs. Mit diesen Bildern nahmen die Heren symbolische Manipulationen vor, die dieselbe Wirkung gleichzeitig am Original auszuüben bestimmt waren. Die Bilder wurden zu den Toten gelegt, in Gräben und Brunnen geworfen, auf belebte Pläße gelegt, um zertreten zu werden usw. (f. unten S. 261f).

Es sollen nun einige Stellen der Beschwörungstexte folgen, die das Treiben der Dämonen schildern. In einzelnen Texten

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Das Treiben der Dämonen.

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pflegt der eigentlichen Beschwörungsformel eine Schilderung dieses Treibens voranzugehen.

Von den ,,bösen Sieben“ heißt es 1:

Sieben sind sie, fieben sind sie! In der Tiefe des Oceans, sieben sind fie! Lagernd im Himmel, sieben sind sie! In der Tiefe des Dceans, in einer Behausung wuchsen sie heran. Nicht männlich sind sie, nicht weiblich sind sie. Sie, vernichtende Wirbelwinde find sie. Ein Weib haben sie nicht genommen, Kinder haben sie nicht gezeugt. Schonung und Mitleid tennen sie nicht, Gebet und Flehen hören sie nicht, Rosse, die im Gebirge aufgewachsen sind, sind sie. Sie sind die feindlichen Gewalten des Ea, die Thronträger der Götter sind sie. Den Steig zu zerstören, treten sie auf die Straße. Böse sind sie, böse sind sie! Sieben sind sie, fieben sind sie, zweimal sieben sind sie.

Die 7. Tafel der „Schurpu"-Serie beginnt?:

Demetu ist aus der Meerestiefe heraufgestiegen, der Bann ist aus dem Himmel herabgekommen, die Achchazu haben wie Gras die Erde bedect, nach allen vier Winden ist Schreden verbreitet, wie Feuer glühen sie. Die Leute in ihren Wohnungen machen sie frant, ihre Leiber bedrängen sie. Über Stadt und Land bringen sie Wehflage und Jammer über Klein und Groß. Mann und Weib schlagen sie in Banden, erfüllen sie mit Schmerz. Um Himmel und auf der Erde regnen sie wie ein Gewitter, und spannen ein Neß aus. Wo der Zorn der Götter lastet, da stürzen sie hin mit lautem Geschrei. Einen Menschen, von dem sein Gott gewichen, überfielen sie, wie mit einem Gewand dedten sie ihn zu, gingen auf ihn los, mit Gift sprißten sie ihn vol, seine Hände banden sie, seine Füße fesselten sie, seine Seite bedrängten sie, mit Salle besprißten sie ihn, durch Fluch und Bann war sein Leib bedrängt, durch Atemnot (?) und Husten (?) war seine Brust geschwächt. Seifer und Schaum er: füllte seinen Mund. Über jenen Mensch brach Jammer und Schmerz herein, völlig war er aufgelöst, Tag und Nacht lief er umher (?), vor Schmerz tonnte er nicht ruhen.

In der 9. Tafel der Serie „Mopfkrankheit“ wird das Treiben dieses Dämons folgendermaßen geschildert 3:

Die Kopffrantheit treibt sich in der Wüste herum, dahinstürmend wie der Wind, wie der Bliß leuchtet sie auf, oben und unten hat sie freie Bahn. Wer seinen Gott nicht fürchtet, den bricht sie wie ein Rohr, seine Gelente zerschneidet sie wie ein þennarohr. Wer eine schüßende Göttin nicht hat, dessen Glieder peinigt sie. Wie ein Stern am Himmel leuchtet sie auf, wie das Wasser des Nachts schleicht sie dahin. Dem Wanderer stellt sie sich in den Weg, wie der Sturmwind seßt sie ihm zu, den einen tötet sie, den andern treibt sie umher, als ob er Leibschneiden hätte, so daß er wie einer, dem die Eingeweide herausgerissen, dahinrast, wie einer, der ins Feuer geworfen ist, brennt, wie ein Wildejel ist, dessen Augen bedeckt, umwölkt sind. Un seinem Leben frißt sie, mit dem Tod ist er verbunden. Tiu* ist es, deren Weg, wie den eines schweren Sturmes, niemand kennt, deren Endrichtung, deren Ziel niemand kennt.

1) CTXVI pl. 15, 3. 28 ff. (Thompson I, 76 ff.). 2) Zimmern, Beiträge S. 36 f. 3) CT XVII, pl. 19, 1ff.

4) Eine besondere Art der Kopfkrantheit.

Das Treiben der Dämonen.

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Dem Treiben der Fieberdämonen ist eine große Zahl von Terten gewidmet. So beginnt eine Tafel der Aschaffu-Serie :

Der böse Aschaffu ist wie eine Sturmflut herangekommen, mit Schredensglanz erfüllt er die weite Erde, mit Schrecken ist er angetan, mit Furchtbarkeit ausgerüstet. Durch die Straßen schlendert er dahin, in den Gassen schafft er sich freie Bahn. Er stellt sich zur Seite des Menschen, niemand sieht ihn, er jeßt sich zur Seite des Menschen, niemand sieht ihn. Wenn er in ein Haus eintritt, so weiß man nichts von seiner Erscheinung, wenn er aus dem Hause geht, wird es nicht beobachtet.

Oder ? :

Der böse Aschaktu entsteht im Leibe des Menschen, einen Wanderer hat er bedeckt wie mit einem Kleid, seine Hand und seinen Fuß hielt er, seine Glieder hemmte er. ;

Die Einleitung einer andern Beschwörung schildert die Wirfung des Bestdämons Namtar 3:

Der böse Namtar, der das Land wie Feuer verbrennt, der wie ein Aichatku dem Menschen sich naht, der über die Wüste wie ein Sturmwind dahinbraust, der wie ein Bösewicht den Menschen padt, der wie eine Plage den Menschen plagt, der Hände nicht hat, Füße nicht hat, bei Nacht umgeht, hat den Kranken abgeschält wie eine Zwiebel (?), hat seine Gelenke gebunden - - - - niedergeworfen, so daß er in seinem Bett dann des Nachts nicht schlafen kann. Seine Gestalt hat er niedergeworfen, seine Beine hat er ergriffen, sein Gott ist von ihm gewichen, seine Göttin hat sich aus seinem Leibe entfernt.

Über die „bösen Utukki“ erfahren wir 4: . Von Land zu Land wandern sie, indem sie das Mädchen hervor aus ihrer Aammer treiben, den Mann aus dem Hause seiner Verwandtschaft jagen, den Sohn aus dem Hause seines Vaters jagen, die Tauben aus ihrem Verschlag scheuchen, den Vogel aus seinem Obdach treiben, die Schwalbe aus ihrem Neste fliegen machen. Den Ochsen paden sie an, das Schaf paden sie an, gewaltige Stürme, böse Utukli, Jagdhunde sind sie, die das Land vernichten, sind sie.

Von der Here oder Zauberin heißt es am Eingang der 3. Tafel der Maqlu-Serie:

Die Zauberin, die sich in den Straßen herumtreibt, in die Häuser herumgeht, in den Gassen (den Menschen) nachstellt, auf den Pläßen (die Menschen) vergewaltigt, nach vorn und nach hinten wendet sie sich, stellt sich hin (mitten) auf die Straße, so daß jeder umkehren muß, auf dem Plaße hemmt sie den Gang. Dem liebenden Manne raubt sie seine Zeugungskraft, dem liebenden Mädchen nimmt sie ihre (Leibes) Frucht). Mit ihrem ,,Blick“ nimmt sie weg ihren Reiz. Dem Manne, den sie „angeblidt“ hat, nimmt sie seine Zeugungstraft, dem Mädchen, das sie „angeblickt“ hat, nimmt sie ihre (Leibes) Frucht.

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1) CT XVII pl. 3, 21ff.

2) ib. pl. 6, 3. 307. 3) ib. pl. 29, 3. 1 ff. 4) Tafel IV, 3. 20 ff. (CT XVI pl. 9, vgl. Thompson I, S. 307.).

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Beschwörungszeremonien.

17 Kam so ein Unglücklicher, der von irgend einem übel geplagt, von dem Bewußtsein irgend einer Schuld niedergedrückt, in jedem Fall aber von einem Dämon besessen war, zu dem Priester, um sich von ihm heilen, seine Sünde fühnen, von ihm die aufgehobene Gemeinschaft mit seinem Schußgott wieder herstellen zu lassen, so mußte ein umständlicher Apparat in Bewegung geseßt werden, damit die Entzauberung, die Vertreibung des Dämons erfolgreich vorgenommen werden konnte.

Zunächst sei das außerordentlich umständliche Ritual bei der Entfühnung eines Königs geschildert 1:

Der Anfang ist leider nur unvollständig erhalten. Es ist hier vom Herjagen der Beschwörungsformel die Rede, an das Kopfende des föniglichen Nachtlagers soll etwas gestellt werden, wiederum soll eine Beschwörungsformel hergesagt werden. Darnach soll der Beschwörungspriester „mit reinen Sühnungen den König fühnen“, d. h. in symbolischer Weise den König „abwischen“. Wenn das geschehen, soll die durch das Abwischen entfernte Unreinigkeit zum Tore hinausgebracht werden. Daran schließt sich die Reinigung des ganzen Palastes mit Chulduppu ?), mit der Fackel, mit dem „lebenden Schaf“, mit dem „starken Kupfer“, mit dem „Fell des großen Stieres" und mit Samenkörnern. Darauf joll der Beschwörer Mann und Weih im Balast mit „Ninib-Salbe", sich selbst mit einer aus Honig und Dickmilch hergestellten Salbe salben und soll sich in dunkelfarbige Gewänder hüllen. Im Hofe des Palastes wird dann eine Opferfeier angerichtet. Sieben Altäre werden aufgestellt, Brote in verschiedenen Formen darauf gelegt, Datteln, Mehl, Honig, Öl, Butter, Milch, Süßtrant, dann drei besondere Ölforten werden bereit gestellt, desgleichen 7 Räucherbecken, 7 Schalen mit Wein, 7 Schalen mit Rauschtrank. Auf die 7 Räucherbecken wird Zypresse und ein anderes noch nicht bestimmbares Kraut gestreut, ein Weinopfer wird ausgeschüttet, das Opferlamm geschlachtet. Von dem Fleisch des Opfertieres werden drei bestimmte Stücke den Göttern dargebracht. Wein und Kauschtrank wird gespendet, 7 Mehlhaufen werden hingeschüttet. Dann nimmt der Beschwörer seinen Plaß hinter der Opferzurichtung ein, rezitiert angesichts der Zurichtung eine vorgeschriebene Beschwörungsformel und versprißt eine Mischung von Honig und Butter nach allen vier Windrichtungen. Darauf geht der Beschwörer hinaus vor das Tor, bringt eine Spende dar, die (übrigen

1) Jm engsten Anschluß an Zimmern, Beiträge S. 122ff.

2) Ein noch nicht bestimmbares Sühngerät. Der Ulte Ortent. VII, 4

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