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UO. VIII, 2

Erklärung einiger ägyptischer Wörter.

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sich aus der koptischen Form nepo, welche etwa die Lesung per-'03 an die Hand gibt. Zu uns aber ist das Wort in der griechischen Transfription Dapadó Pharao gelangt.

Ein anderer Name, der uns ziemlich geläufig ist, gehört dem Nomadenvolk an, das um 1700 v. Chr. Agypten eroberte und längere Zeit beherrschte, den Hyksos, die hieroglyphisch so aussehen:

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ḥk3(-w) $3św Diese Lesung kommt auf folgende Weise zustande: ist ein dreifonsonantiges Silbenzeichen hả3 (8-3), dem man einen Konsonanten zur Verdeutlichung des Lautwerts beigefügti hat.

Der sigende Mann determiniert begrifflich das (autlich geschriebene Wort ņķ3 als eine Person, die drei Striche dahinter bezeichnen den Plural, der durch die Endung w gebildet wird. Da diese Endung hier, wie meist, nicht phonetisch geschrieben wird, so wird sie von uns durch ein eingeklammertes (-) umschrieben. Das nächste Wort ist mit zwei Silbenzeichen 999 š5 und 1 sw geschrieben, denen beiden die lautlichen Ergänzungen

= 3 und B = w beigegeben sind. Vor dem bereits besprochenen Personendeterminativ, dem die 3 Pluralstriche folgen, steht ein Pfahl ), welcher das Determinativ von Fremden ist.

Die Übersekung des Namens kann eine doppelte sein, je nachdem man die klassische oder die Volkssprache zugrunde legte. Das Wort ḥķ3 bedeutete in der ersteren - nur in dieser kommt es vor — „Fürst, König“, aber das Wort $3św, bezeichnete in der Literatursprache die „Nomaden“ im Südosten Palästinas, in der späteren Volkssprache und so noch im Koptischen hieß es mit einem leichten Bedeutungswandel „Hirt“. Das betreffende koptische Port ywe gibt auch die Vokalisation š(3)°$(ezer) an die Hand. Zu uns ist auch dieser Volksname_ durch griechische Vermittlung gelangt, und zwar durch den ägyptischen Priester Manetho, der in der ersten

1) Solche alphabetische Romplemente haben zur Lautbestimmung der Silbenzeichen geführt.

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Hälfte des 3. vorchristl. Jahrhunderts auf Grund ägyptischer Quellen „ägyptische Denkwürdigkeiten“ schrieb, die leider nur in Bruchstücken auf uns gekommen sind. Zu den geretteten Stücken gehört auch der Bericht über den Einfall der Hyffos, deren Namen Manetho in dieser Form überliefert hat. Dazu hat er auch die folgende Erklärung des Namens gegeben: „Das Wort hyk bedeutet in der heiligen Sprache (iepà yaốood = Nr. 3 S. 25) » König«, das Wort sos aber heißt »Hirt und Hirten« in der Volkssprache, (xolvý diá2extos zur Zeit des Manetho), und so entsteht die Zusammenseßung Hyffos“. Auf dieser manethonischen Überseßung aber, die sich mit der obigen Erklärung völlig deckt, beruht also unsere Bezeichnung „Hirtenkönige“. Noch seien einige bekannte Königsnamen mitgeteilt, die in der „Kartusche“ stehen:

R--ów = Ramses

O Wortzeichen, | Silbenzeichen ms, mit auslautendem N s, sw mit auslautendem B w geschrieben. .

Da Manetho 'Pausoons überliefert, so wird der Königsname etwa, Ra-mes-se zu vokalisieren sein, doch hat er sich bei uns in der taciteischen Form Ramses eingebürgert.

Psmtk = Psammetich,

ein Name, den man mit Hilfe der alphabetischen Tafel 1 leicht lesen kann. Unsere Form stammt von dem herodoteischen Pauuntixos.

Zum Schluß will ich noch zwei Proben aus einem altägyptischen Weisheitsbuch (etwa aus dem Jahre 2000 v. Chr.), dem Papyrus Prisse geben, das uns freilich die vielgerühmte ägyptische Weisheit als eine recht nüchterne Alltagsweisheit erscheinen läßt.

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Übersegungsproben.

29.

Ich stelle dabei den Originaltext 1 voran, der in Schreibschrift (hieratisch) geschrieben ist, und lasse denselben Tert in Monumentalschrift (Hieroglyphen) umgeseßt folgen. Von den Transkriptionszeilen gibt die erste die konsonantischen Formen, wie sie wirklich dastehen, die zweite die vokalisierte Rekonstruktion.

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1) Ich habe den Tert, wie die Punkte der hieroglyphischen Umschrift und Übersebung zeigen, an mehreren Stellen gekürzt.

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In freierer Überseßung:

„Wenn du gescheit bist, verheirate dich.
Liebe deine Frau herzlich (?)
Gib ihr Speise und Kleider ....
Erfreue ihr Herz, so lange du lebst

(Denn) sie ist ein guter Acer für ihren Besißer“ 1. Wer aber glauben sollte, daß die Streberei ein besonderes Kennzeichen unserer Zeit sei, den mag der folgende kat desselben Papyrus eines besseren belehren:

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wnn prok mn(j) hr Cht-f ewnen

perek meno(j) her 'ehtef ..... so wird dein Haus fest sein mit seinen Sachen

1) Dasselbe Bild findet sich übrigens z. B. im Koran (Sure, 2, 223).

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112

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hr(j) d3d3

hri-døde den Vorgesekten

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schlimm ist der Widerspenstige gegen
fool mm. "
o um d os 0 a ogon
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Śft-f
Conhte ter ne

šeftef
man lebt zur Zeit seiner Milde.“

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In freierer Form:

„Beuge deinen Rücken vor deinem Vorgesekten ....
dann wird dein Besiß sicher sein ...
Denn schlimm ergeht es dem, der sich dem Vorgesekten

nicht fügt, von dessen Gnade man (doch nur) lebt“. Den Beschluß mag der stolze Spruch bilden, der vielleicht in der Zeit des großen Befreiungskrieges gegen die Hyksos (um 1700 v. Chr.) geprägt ist, als vorübergehend ein kriegerischer Geist das ägyptische Bauernvolk erfüllte:

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top en det Nicht gibt es Vernichtung in Lande diesem ewig. Das heißt:

„Der Name des Helden lebt in seinen Taten

Er wird in diesem Lande nimmer vergehen“. Aus diesen Beispielen hat hoffentlich der Leser den Eindruck gewonnen, daß die ägyptische Schrift fich lautlich lesen und über

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