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UD. VIII, 3

Ägypten: Abydos, Memphis. Delos.

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Veranlassung geboten ihre Namen an ihren Wänden zu verewigen. So finden sich zahlreiche solcher Graffiti von phönizischen Reijenden, die freilich inhaltlich selten ein Interesse bieten. Daneben sind aber auch von ansässigen Phöniziern Weihungen und dergl. erhalten. In diesem Zusammenhange ist auch wieder an die ScheschontTafel von Byblos (S. 12) zu erinnern.

Besonders zahlreich sind die Graffiti am Osiris-Tempel zu Abydos, wo man einige 60 als phönizische erkennen kann, deren Lejung freilich nicht immer sicher ist. Unter ihnen zeichnet sich durch ein gewisses historisches Interesse eine der Inschriften aus, welche durch ein beigefügtes griechisches Epigramm ihre weitere Erläuterung erhält. Dieses nennt die Namen der Söldnerführer, welche mit König Pjammetich nach Elephantine (Assuan) zogen und die beigefügten sechs Zeilen mit phönizischen Namen gehören danach Phöniziern des Heeres an.

Die Inschrift auf einer Harpokrates-Statue (ießt in Madrid) dürfte wohl ebenfalls aus Ägypten stammen:

Harpokrates, der Leben gebende, (2) seinem Diener Abd-Eschmun, Sohn Aftart-jatans Sohnes Magons Sohnes von Ch n t Sohnes von (3) P th Sohnes von Th th Sohnes von P ich m.. j (4) im Jahre ....

Aus Memphis sind einige Weihungen bekannt. Auf der Basis, einer Stele aus weißem Marmor steht:

Dieses Weihestück habe ich aufgestellt, ich, Bod-Astart, Sohn von AbdMilkot Sohnes von Beni-baal Sohnes von Abd-Milkot Sohnes von Beni-baal (2) Sohnes von Abd-Milkost......] damit sie mich erhöre, mich: für meine Derrin die Gottheit Herrin Jjis, die Gottheit Ustart, und für die Götter, welche (3)... Sie mögen segnen (Bod-Astart und seine Söhne) Abd-Dsir und Beni-baal und Abd-Schemesch und Paal-Astart und ihre Mutter ChanniAstart (4) und ihnen geben Gnade und Leben vor Göttern und Menschen.

Auf griechischem Boden ist aus der Zeit der Herrschaft der Ptolemäer in den Inschriften von Delos öfter „Philokles, König der Sidonier“ erwähnt, der unter dem zweiten Ptolemäer die Stellung eines Vorstehers des Injelbundes einnahm. Indesjen sind die betreffenden Inschriften alle in griechischer Sprache abgefaßt. Eine Weihung eines früheren „Königs der Sidonier“, Abd-[Astart], wie wohl zu ergänzen, hat nur wenig Buchstaben erhalten. Ein König Straton ist im 4. Jahrhundert bezeugt und unmittelbar vor Alerander d. Gr.

1) Bisher gewöhnlich als Pjammetich II. angesehen (594—589); nach neueren Anhalten scheint es jedoch (jo W. M. Müller), als wäre es Pjamines tich I. (664–610). Die Frage ist für die griechische Epigraphif wichtig! . 24

Athen. Malta.

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Die phönizische Kolonie (S. 9) von Athen hat bis jeßt 8 Inschriften geliefert, vorwiegend Grab- oder kurze Weihinschriften, wie:

Athen 5.

Ich bin Asepte, Tochter schmun-schillems, die Sidonierin. Errichtet für sie von (2) Jatan-Bel, Sohn Eschmun-cilleachs, dem Oberpriester des Gottes Nergal.

Jedoch ist auch eine inhaltreichere Mitteilung, ein Beschluß der Vertretung der Gemeinde erhalten, durch welchen eine Ehrung eines verdienten Gemeindebeamten verfügt wird (vgl. S. 11):

Athen 8.

Am 4 m r z ch (Monat) im Jahre 15 des Volkes von Sidon kam zu stande der Beschluß der Sidonier in der Versammlung, zu bekränzen (2) SchamaBaal, den Sohn Magons, welchen geseßt hatte das Volk über den Tempel und über den Bau des Vorhofs des Tempels, (3) mit einem goldenen Kranz von 20 Dareiken vollgewichtig (?), weil er gebaut hat den Vorhof des Tempels und getan hat alles, (4)was ihm oblag an Dienst; (und) daß diese Verfügung ichreiben sollten die Männer, welche gejeßt sind über den Tempel, (5) auf eine Marmor-Stele und daß sie sie aufstellen sollen in der Säulenhalle des Tempels vor den Augen der Leute, damit die Gemeinde sei (6) Zeuge. Zu dieser Stele sollen sie erheben vom Gelde (d. h. aus dem Schaße) des Gottes Baal-Sidon 20 Drachmen volgewichtig (?), (7) damit wissen die Sidonier, daß versteht die Gemeinde zu belohnen die Leute, welche leisten (8) Dienste der Gemeinde.

Von der Art der gewöhnlichen Weihungen sind auch die Inichriften von Malta. Die eine zweisprachige besißt ein besonderes Interesse durch die griechische Wiedergabe der Eigennamen, welche zugleich zeigen, wie hier ägyptischer Einfluß sich geltend macht, insofern der Gott Osiris bei der Namengebung bevorzugt zu jein scheint:

Malta 1.

Unserem Herrn Melkart, dem Herrn von Tyrus, geweiht (2) von deinem Diener Abd-Dsir und seinem Bruder Dsir- chamar, (3) den beiden Söhnen des Dfit-schamar, Sohnes von Abd-Osir, weil er gehört hat ihre Stimme. Er segne.

Der griechische Text lautet:

Dionysios (= Abd-Osir) und Sarapion (Osir-schamar), die Söhne von Sarapion, Tyrier, dem Führer (archegetes) Herakles (= Melkart).

Eine Inschrift an einem Grabe gibt das Datum der Vollendung und Weihung nach dem Jahre des regierenden Eponymen oder Suffeten:

Malta 3.

Kammer des Hauses der Ewigkeit. Das Grab wurde gemacht (2)(und) geweiht bei seiner Vollendung am 1. des Monats (3) Merpa im Jahre þannibals, (4) Sohnes Bod-meleks.

Von den Inschriften, welche die farthagische Herrschaft auf

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Sizilien. Sardinien. Avignon. Marseille.

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Sizilien hinterlassen hat (5 Stück) würde die eine von dem berühmten Heiligtume der Astart. (Aphrodite) von Eryr (Art) wohl das meiste Interesse bieten. Sie liegt uns aber nur in einer Abschrift aus einer Zeit vor, wo man phönizische Inschriften noch nicht zu lesen verstand und diese ist nicht mehr entzifferbar. So viel ist jedoch klar, daß sie in 8 Zeilen eine Weihung an die „Herrin, die Astart Ark“ enthielt.

Derselben gilt auch eine Weihung aus Cagliari auf Sardinien:

Der Astart-Ark, dieser Altar aus E[rz, Weihung des .....

Aus Pauli Gerrei, 60 Kilometer von Cagliari, rührt eine dreisprachige Inschrift, in phönizisch, griechisch, lateinisch:

Dem Herrn Eschmun mearrich (Aescolapio merre, griechisch: Asklepios Merre), ein Altar aus Erz, im Gewichte von hundert – 100 — Pfund, Weihung Kleons von der Genossenschaft der Salinenleute. Er erhörte (2)seine Stimme, heilte ihn. Im Jahre der Richter Himilkat und Abd-Eschmun, Sohn Himeleks.

Dem Schriftcharakter nach gehört zu den ältesten Inschriften
Nora 1.

Denkjäule des Rojch, Sohn des Noged aus Sardinien. Es hat ausgeführt das, was zu ihrer Errichtung gehört, Melek-jatan, Sohn des Rosch, Sohnes Noged's aus Lipis.

Die übrigen sardinischen gehören späterer Zeit an, sie sind ebenfalls Grabinschriften. Gleichartig ist auch die eine der beiden auf französischem Boden gefundenen, welche aber auch wegen der Person, der sie gilt, ein Interesse bietet:

Avignon.

Grab der Zaibkat, der Priesterin der Herrin der Götter. Sie war eine Toch[ter] (2) Abd-Eschmuns Sohnes Baal-jatans Sohnes Abd-Eschmuns, die Sattin (3) Baal-hannos, des Beamten der Götter, Sohnes Abd-Melfarts Sohnes (4) Himilkats Sohnes Abd-Eschmuns. Nicht zu öffnen.

Zu den farthagischen führt dann die große Opfertafel über, welche in Marseille gefunden worden ist (S. 9). Sie ist ihrem Inhalte nach zugleich eine wichtigere Urkunde als die meisten übrigen phönizischen und eröffnet wichtige Einblicke in die Organisation des hierarchischen und bürgerlichen Lebens der westlichen Kolonien, nach denen aber auch das des Mutterlandes beurteilt werden darf:

Tempel des Baal-[saphon). Tariff der Abg]aben, welchen aufgeste[.ut haben die Männer, welche geseßt sind über die Abga]ben. Zur Zeit (der Herren Chilles-]baal, des Suffeten, Sohnes Bod-Tanits, Sohnes Bod=[Esch26

Marseille (Karthago).

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muns und Chilles --Baals), (2) des Suffeten, Sohnes Bod-Eschmuns, Sohnes Chilles-Baals und ihrer Gefährten”.

(3) Vom Kind: Vollopfer oder Bittopfer oder Sühnvollopfer; für die Priester Silber(sekel) zehn – 10 – für eins und beim Volopfer soll ihnen gehören außer dieser Abgabe vom F[leische ein Gewicht von dreihundert - 300

(4)und beim Bittopfer die q c rot und die i c lot; es gehören aber die Haut die Eingeweide und die Füße und der Rest des Fleisches dem Dpfernden.

(5( Vom Kalb, welches Hörner hat, vom m ch i ri oder vom'th wm th', und vom Widder: Vollopfer oder Bittopfer oder Sühnvolopfer: für den Priester Silber fünf — [5 — für eins; und beim Vollopfer soll ihnen gehören außer) (6) dieser Abgabe vom Fleische ein Gewicht von hundertundfünfzig 150 —; und beim Bittopfer die q c rot und ic lot; es gehören aber die Haut und die Eingeweide und die Fü[ße und der Rest des Fleisches dem Dpfernden.

(7) Vom Bock und der Ziege: Volopfer oder Bittopfer oder Sühnvollopfer: für den Priester Silber Sekel 1, zar+ 2, für eins; und beim Bittopfer sollen gehörsen ihnen außer dieser Abgabe die q c rot] (8)und i c lot; es gehören aber das Fel und die Eingeweide und die Füße dem Opfernden.

:) (9) Vom Schafe oder vom Lamm oder vom Bocklamm (?): Volopfer oder Bittopfer oder Sühnvollopfer: für die Priester Silber drei Viertel (Sekel) zar [2 für eins; und beim Bittopfer sollen ihnen gehören außer) (10) dieser Abgabe die q c rot uno die i.c lot; es gehören aber das Fell und die Eingeweide und die Füße und der Rest des Fleissches dem Opfernden.] '

(11)[Vom Vjogel, dem zahmen oder wilden: Sühnvollopfer oder Weissagungsopfer oder Schauopfer 5: für die Priester Silber (Sekel) drei viertel zar 2 für eins; es gehört aber das Fl[eisch dem Opfernden.]

(12) Für den Vogel (?) oder Erstlingsheiligung (von Feldfrucht) oder Wildpret oder Mastopfer: für den Priester an Silber agrot 10 für jedes einzelne und [es gehört das Fleisch dem Opfernden).

(13) Von jedem Bittopfer, welches man vor die Götter bringt, sollen gehören den Priestern die qc rot und ic lot, und vom Bittopfer ........

(14) Für Teig (Mehl mit Öl) und für Milch und für jedes Opfer, welches irgend jemand opfert als mincha soul [zukommen den Priestern ........

(15) Für jedes Opfer, welches ein Mann opfert, der arm ist an Vieh oder arm an Geflügel, soll nicht zukommen den Prieste[rn irgend etwas.)

(16) Jeder Volbürger (?) und jeder Schußbürger (?) und jeder Götterjdhüßling und jedermann, der opfert [. ............. es sollen zahlen]

1) Er ist der Vaterbruder seines Mit-Suffeten.

2) Des „Collegiums". d. h. „Senats“. Derselbe Ausdruck im Judentum „Johanan, Hoherpriester und der Senat (Ältesten-Nollegium, cheber) der Juden“ auf Münzen.

3) verschiedene.
4) eine kleine Münze, Unterteil des Sekels.

5) Der Unterschied von „Weissagungsopfer“ könnte etwa so gedacht werden, daß es nach einem „Gesicht“ d. h. einem Traume gebracht wird, das Weisjagungsopfer aber vor Beginn eines Unternehmens, um deren Ausgang zu erfahren.

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Marseille (Karthago).

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(17) alle dieje Leute den Tarif für je ein Opfer nach Maßgabe des Festgeseßten in der Urkunde ....... (17) Jede Abgabe, welche nicht festgeseßt ist auf dieser Tafel, soll man geben gemäß der Urkunde, welche (niedergeschrieben haben ..... die Männer, welche geseßt waren über die Abgaben zur Zeit unserer Herren Chilles-baal, Sohn Bod-Tani]ts (19) und Chilles-Baal, Sohn BodEschmuns und ihrer Gefährten.

(21) Jeder Opfernde, welcher nicht gibt alsles was steht aluf dem Tarif, der? .........

Die Ergänzungen der Lücken in der Inschrift sind nach mehreren Bruchstücken von ähnlichen gegeben, welche in Karthago selbst gefunden sind.

Eine Weihinschrift aus Karthago ist mehr der in ihr - und auch sonst einige male — erwähnten Behörde als ihres Gegenstands wegen von Bedeutung: ....!

Karthago 10.

Es haben erneuert und angefertigt diesen mathbach, ein Werk (?)'von zehn Fuß, die 10 Männer, welche sind über die Heiligtümer, welche waren im Jahre (des N. N. Sohnes ....... Sohnes) (2) Ger-Sakons und GerAstarts, Sohnes Jehon-Baals, Sohnes Azar-baals, Sohnes Schofets und Bod-Astarts, Sohnes ..........

Bei den seit einer Reihe von Jahren fortgesepten Ausgrabungen (unter Leitung von Delattre) sind in Karthago eine Reihe von Grabinschriften und auch von sogenannten tabellae devotionis (kleine Schriftstücke, meist auf Metall, welche mit Flüchen und Beschwörungen in die Gräber gelegt werden) gefunden worden,

Sonst gehörten hierher die zahlreichen Grabstelen mit ihrem formelhaften Inhalt. Sie enthalten stets die Worte:

Der Herrin Tanitund dem Baal-hammon N. N. Sohn von N. N. usw.

1) uder: „der nicht gibt an die Psriester allle die Abgaben, welche .

2) Bod-Astart war nicht Suffet, sondern bekleidete ein anderes maßgebendes Amt.

3) Die Hauptgottheit von Karthago, von den Römern als virgo coelestis bezeichnet.

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