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2. Ansicht von San'a.

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andere schrieb er, allerdings nur jehr flüchtig ab, die Dritte, konnte er, da sie für das Auge zu hoch in einer Mauer eingelassen war, nicht kopieren. Eine Stunde von Zafar entfernt, in Mankat, fand er dazu noch 5 weitere Inschriftensteine in der Außenmauer der Moschee eingelassen, aber nur 2 konnte er abschreiben. So gering diejes Ergebnis erscheint, wenn man es an dem heute zugänglichen Material mißt, jo war es doch der Anfang der Sabäistik. Freilich so lange nicht andere Terte zugänglich waren, konnte man mit den Kopien, von denen zugestandener Maßen nur die des mitgenommenen

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Steines 1 Anspruch auf Korrektheit machen konnte, nichts anfangen. Zudem war Seeken über diese einzige ernstlich in Betracht kommende Inschrift in einem verhängnisvollen Irrtum befangen. Sie war nämlich, wie dies auch bei anderen Inschriften der lezten Jahrhunderte vor Muhammed der Fall ist, als Relief gearbeitet. Anstatt der Erhöhungen hat nun Seeken die Vertiefungen des Steines für die Buchstaben gehalten. Bei den übrigen Inschriften dagegen, die eingegraben waren, hielt er die Erhöhungen des Steines für die

1 Wo dieser selbst geblieben, ob er jemals nach Europa gekommen ist. ist unbekannt.

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Schriftzeichen. Selbstverständlich mußte er so zu den merfwürdigsten Ansichten über diese Schrift gelangen. Er findet darin „viele keilförmige Charaktere“ und hält sie „vorläufig“ für der persepolitanischen Schrift verwandt. Er sieht in ihr „etliche Hieroglyphen, welche menschliche Füße, und zwar bekleidete, darstellen“ u. a. m.

Von Zafar aus wandte sich Seeken jüdlich nach Ta‘izz und von hier aus auf dem Wege, den ichon Barthema gezogen, weiter direkt südwärts nach Aden, Von dort aus ging es auf dem Küstenwege wieder zurück nach Mocha. Hier hat sich die Spur des fühnen Reijenden völlig verloren. In dem am 10. November 1810 in Mocha geschriebenen Briefe an den Herausgeber von Zachs Monatlicher Korrespondenz, der einzigen Nachricht, die wir von seinen Reisen haben, spricht er voll Zuversicht über weitgehende Pläne, daß er noch einmal nach San'a gehen und von da nach Marib vordringen wolle, von dort aus werde er "versuchen, ins Hadra= mautische überzugehen, die östlichen Küstenstädte besuchen, die Mahrasprache aufnehmen, das Innere von Oman durchstreifen und dann von Maskat aus zu Schiffe nach Mocha zurückkehren. Er soll auch wirklich eine zweite Reise nach San'a unternommen haben, aber bald nach seiner Abreise in der Nähe von Ta‘izz am Wege ermordet aufgefunden worden sein. In Marib und in Hadramaut wußten Eingeborene späteren Reisenden wie Arnaud und v. Wrede von einem geheimnisvollen weißen Reisenden zu erzählen, der Inschriften abgeschrieben habe und ein großer Zauberer und Schaßgräber gewesen, aber plößlich spurlos verschwunden jei. Ob dieser „Weiße“ Seeßen gewesen, wer will das sagen? Eine andere Version der Legende läßt ihn übrigens in San'a von dem Imam vergiftet worden sein, andere lassen ihn, der Mohammedaner geworden war, um in Meffa Zutritt zur Kaaba zu gewinnen, und deren Inneres abzeichnen zu können, von Arabern, die in ihm den heimlichen Christen vermutet hätten, meuchlerisch umgebracht worden sein. Wie dem sei, er ist ein Opfer jeiner Wissenschaft geworden und die südarabische Altertumskunde ehrt sein Andenken als das des ersten Entdeckers südarabischer Inschriften.

Erst 25 Jahre nach) Seekens Tod oder wenigstens Verschwinden hat wieder ein Europäer in wissenschaftlichem Interesse den Süden Arabiens bereist. Der englische Schiffsoffizier T. R. Wellstedt hat, mit Nüstenvermessungen an den Gestaden der Arabischen Halbinsel beauftragt, in den Jahren 1834 und 1835 Gelegenheit auch zu Ausflügen ins Innere Südarabiens gefunden. Von seinen Erkur

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sionen ist zunächst von besonderer Wichtigkeit die im Mai 1834 unternommene nach dem an der hadramautischen Küste gelegenen berühmten Hisn Ghurab, d. i. dem Kabenschloß, einem mächtigen dunklen Felsen, mit zahlreichen Ruinen von Häusern und Verteidi: gungswerken an seinem Abhang, der nahe der Mündung des Wadi Mefa'at ins Meer hineinragt. Hoch oben fanden sich einige In

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ichriften, darunter eine größere von 10 Zeilen, in den glatten Felsen eingegraben, die denn auch von Wellstedt unter Mithilfe von Cruttenden und Hulton aufs sorgfältigste abgeschrieben worden sind.

Ein weiterer Abstecher führte Wellstedt Ende April und Anfang Mai 1835 durch das Wadi Mefa'at nach Nakb-el-Hagr. Unweit von Hijn Ghurab, an dem Vorgebirge Ra's el-Asida ging er

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Sellstedt.

AD. VIII, 4

ans Land, die nahe gelegene Burg Ba-'l-haji zu besuchen. Hier hörte er von Beduinen, „daß sich in einiger Entfernung von der Küste beträchtliche Ruinen fänden, nach ihrer Ausjage von Bauten der Ungläubigen herrührend und von hohem Altertum“. Die überaus mühjelige Reise hatte einen schönen Erfolg. Am 1. Mai traf Wellstedt bei den Ruinen von Nakb-el-Hagr ein. Sie liegen auf einem ansehnlichen Hügel, der sich mitten im Tal erhebt und ein breites Strombett teilt. In einer Höhe, die etwa 13 der ganzen, vom Fuße an gerechneten Höhe ausmacht, ist rings um den Hügel ,,eine Mauer gezogen, welche an Stellen, wo sie vollständig erhalten ist, durchschnittlich 30-40 Fuß Höhe hat und durch viereckige Türme gedeckt wird, die in gleicher Entfernung von einander errichtet sind. Sie hat nur 2 Eingänge, welche nördlich und jüdlich einander gegenüber liegen an der Grenze des oben erwähnten flachen Tales. Jeder dieser Eingänge hat zu beiden Seiten einen hohlen, vieredigen Turm, an dem jede Seite 14 Fuß mißt.“ Der ganze Bau ist aus einem festen ins Graue fallenden Marmor gebaut, der mit äußerster Sorgfalt behauen war. Innerhalb des jüdlichen Eingangs fand sich die jeither unter dem Namen „Nafb-el-Hagrinschrift" bekannt gewordene Inschrift. ..Sie ist mit äußerster Sorgfalt ausgeführt, in zwei horizontalen Linien auf der glatten Fläche der Bausteine, mit 8 Zoll langen Buchstaben“. Leider war es Wellstedt unmöglich, das Innere der Anlage hinreichend genau zu erforschen. Seine größte Aufmerkjamkeit erregte ein langes, viereckiges Gebäude, dessen Mauern nach den 4 Weltgegenden gerichtet und mit der größten Sorgfalt gebaut sind. Nach Wellstedts Meinung war es ein Tempel. Leider war das ganze Innere durch das eingestürzte Dach verschüttet, sodaß es nicht möglich war, einzudringen. Für die Kenntnis des altarabischen Kultus wäre die Bloßlegung diejer Stätte sicher von nicht geringer Bedeutung. Auch von den Eingeborenen konnte Wellstedt keinerlei ernstzunehmende Überlieferung über die Vergangenheit der Ruinen erkunkunden. Für sie geht eben alles auf die heidnischen Vorfahren zurück und ist in mystisches Dunkel gehüllt, mit Zauber und Teufelsjpuck verwoben. So erhielt Wellstedt von einem Beduinen, dem er im Blick auf die stolzen Ruinen der alten Feste sagte, daß die Vorfahren doch mehr vermocht hätten als seine Zeitgenossen, die bezeichnende Antwort: „Glaubst Du, daß die Siafirs (die Ungläubigen) diese Steine ohne Beihilfe aufgebaut? Nein! nein! Sie hatten Teufel, Legionen von Teufeln Gott schüße uns vor ihnen –,

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