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Verfäufe von Immobilien.

AD. VII, 1

wird nur die Entscheidung publiziert oder höchstens hinzugefügt, daß diese oder jene Partei Unrecht bekommen habe. Von dieser Entscheidung gab es aber eine Appellation an den König.

Den Umständen entsprechend sind Urkunden über Häuser- und Felderverkäufe ain häufigsten. Nach Angabe der Größe und Lage des Grundstückes folgt der Name des Verkäufers und Käufers und die Angabe über den Verkauf. Der Preis, der gewöhnlich sofort bezahlt wurde, widrigenfalls er abnorm in die Höhe schnellte, ist häufig gar nicht angegeben. Er schwankt natürlich sehr, je nach Größe und Lage. Die Baukosten eines Hauses betrugen pro Sar 2 Sekel (8228), ein ganzes Grundstück, das gewönlich 1 Sar groß war, fonnte man schon für 4 Sekel haben. Meist war es aber doch teurer. Bei Feldern sind die Preisangaben natürlich noch schwankender. Es folgten dann im Vertrage Angaben über eine Zeremonie, die jedenfalls das übergeben des Besiges aus einer Hand in die andere andeuten soll 1. Die gewöhnlichen Ermahnungen, einen Prozeß zu vermeiden, der Schwur, Zeugennamen und Datum beschließt die Urkunde. Ein paar Beispiele mögen die Form veranschaulichen:

a) 1 Sar 10 Gino mit einem Hause darauf, auf der einen Seite neben dem Hause des Munawiru, auf der andern Seite neben dem Hause des Ararru, vorn an der Straße und hinten am Hause des flu-tascha gelegen, welches dem Sinatu, dem Etel-pi-Mardut und Gimil-Marduf, den Söhnen des Ararru, gehört, hat von Sinatu, Etel-pi-Mardut und Gimil-Marduk, den Herren dieses Hauses, Gimillu, der Sohn des Jbi-ilu gekauft nnd als seinen vollen Preis 1/3 Mine 41/2 Sefel 3 Silber bezahlt. Niemals wird einer mit dem andern prozessieren. Bei Marduk und Hammurabi, dem Könige, schwuren sie.

- b) 400 Sar Feldes von 1800 Sar, die eine Front an Ischme-Ea, die andere an Sutta sloßend von der Tränkrinne des Nannar-idinna wird er es bewässern - hat von Bela, Sascha-Urra und Sascha Schamasch, den Söhnen des Nannar-idinna, die Schamaschpriesterin Ubar-Lamasi, die Tochter des Sinifischa, gekauft und seinen vollen Preis in Silber bezahlt. Den Klöppel hat man hinübergehen lassen. Niemals wird einer mit dem andern prozessieren. Bei Schamaich, Marduk und Zabu schwuren sie.

1) Wörtlich überfeßt heißt die Phraje jedenfalls: Den (Mörser Flöppel hat man hinübergehen lassen.

2) Die Stala der Flächenmaße ist folgende: 1 Gan = 1800 Sar, 1 Sar = 60 Gin.

3) Die Münzsfala ist folgende: 1 Talent = 60 Minen, 1 Mine = 60 Sekel, 1 Sefel

180 Sche.

AO. VII, 1

Verkäufe von Immobilien.

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Den Rücfauf des väterlichen Grundstückes behandelt folgende Urkunde:

1/2 Sar mit einem Hause darauf neben dem Hause, dem Besißtum des Jbfu-Sin, und neben dem Hause, dem Besigtum des Sini-Ischtar, und 1/2 Sar Brachland neben dem Hause des Sini-Ischtar und neben dem Hause, dem Besißtum des 36ku-Sin, mit einer Front nach der Straße mit der andern nach dem Hause des Sini-Ischtar gelegen, das Tauschobjekt für 1 Sar Brachland, welches Jbku-Sin, der Sohn des Sin-idinna, von den Söhnen des Sin-asu gekauft und mit Sini-Tschtar vertauscht und welches Sini-Ischtar mit ihm vertauscht hatte, selbiges Haus und Palais haben von Jbku-Sin, dem Sohne des Sin-idinna, und Arad-Schamasch, seinem Bruder, Sini-Šichtar, der Sohn des Ili-eriba, und sein Bruder Apil-ili gekauft und 5 Setel Silber als seinen vollen Preis bezahlt. So haben sie wieder das Haus ihres Vaters in ihren Besig gebracht. Niemals wird einer mit dem andern prozessieren. Bei Hammurabi, dem Könige, schwuren sie.

Wie nötig diese für unsere Begriffe etwas zu häufig wiederholten Aufforderungen zur Friedfertigkeit in Wirklichkeit waren, lehren die zahlreichen Prozesse, die sich an Verkäufe anschließen. Der Gang der Prozesse ist schon oben kurz erwähnt. Die Urkunden nehmen sich folgendermaßen aus:

a) Wegen 3 Sar mit einem Hause bebauten Grundstückes hat die Nischiinischu, die Tochter des Abunanu, gegen die Erischti-Ai, die Tochter des Sinerisch, prozessiert. Sie suchten die Richter des Königs auf, und die Richter untersuchten ihre Angelegenheit und gaben der Nischi-inischu Unrecht. Sie soli nicht Gegenklage erheben, und niemals soll Nischi-inischu, die Tochter des Abunanu, gegen Erischti-Ai, die Tochter des Sin-erisch, prozessieren. Bei Schamasch, der Ai, Marduk und Samsu-iluna schwuren sie. - b) Wegen eines Feldes, Hauses, männlichen und weiblichen Sklaven und eines Gartens, der mit Palmen bestanden ist, gelegen neben dem Besißtum des Bizizana und dem Kirchenland des Sonnengottes, haben Belisunu und Nabsamu, sowie Sutatu, die Tochter des Izidare, gegen Kuiatu und Sumurach, die Söhne des Azalia, prozessiert. Die Richter im Tempel des Sonnengottes haben ihren Prozeß zurückgewiesen. Sie sollen nicht Gegenklage erheben, und in der Zukunft sollen wegen des Feldes, des Hauses, der Sklaven und des Gartens, die Kuiatu und Sumurach gehören, Belifunu, Nabsamu samt Sutatu, die Tochter des Izidare, Mann wie Weib, lauter Bürger von Amurru, gegen Ruiatu und. Sumurach nicht prozessieren. Gericht des Tempels des Sonnengottesim Tempel desselben. Bei Schamasch, Ai, Marduk und Zabu schwuren sie.

Es folgen 4 Namen von Richtern, dann die Zeugennamen jamt der Unterschrift.

Neben diesen Verkäufen von Immobilien sind Verträge über bewegliche Sachen sehr selten; man hielt es wohl nicht für nötig, einen derartigen Kaufvertrag schriftlich zu fixieren. Als einziges Beispiel mag folgender dienen:

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Verkäufe von Sklaven.

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1 dreijähriges Kind hat von Sinuidinna, dem Sohne des Scheru-bani, die Sonnenpriesterin Ina-libbi-nischit, die Tochter des Pirchi-ilischu, für Geld gekauft und als seinen vollen Preis 1/2 Mine gesiegeltes Silber (ein kolossal hoher Preis) bezahlt.

Nur über den Verkauf einer beweglichen Sache wird wohl immer ein Schriftstück aufgesekt – des Sklaven. Er galt als eine Sache. Deshalb wird auch nie der Name des Vaters genannt, sondern nur von einem Stück, eigentlich Kopf (= caput) Sklaven geredet.. Schon äußerlich unterschied er sich von dem Freien durch ein Mal auf dem Gesichte ($ 226 f.). Zum großen Teile refrutierten sich die Sklaven aus den Kriegsgefangenen oder wurden aus den Nachbarländern im N.D. Babyloniens von Sklavenhändlern importiert. Daneben aber gab es auch einheimische Sklaven. Der Sohn, der den Vater beleidigte, die Frau, die sich gegen den Mann verging, durften als Sklaven verkauft werden. Schulden halber konnte man selbst die Freiheit verlieren, oder auch Frau und Kinder verkaufen, wenn auch nur auf Zeit ($ 117; vgl. 151). Ja wir sehen sogar, daß einem mutwilligen Kläger das Sklavenzeichen eingerigt werden kann:

Amil-Ninduruna (?), der Sohn des Belschunu, prozessierte wegen des Hauses, und die Richter ließen die Parteien Entscheid wissen. Sie verordneten, daß man seinem Gesichte das Sflavenzeichen einrißen solle, und schrieben eine Tafel, daß er nicht mehr prozessieren dürfe.

Was die Zahl der Sklaven anbelangt, so war sie im alten Babel nicht sehr groß. Verhältnismäßig gab es mehr weibliche als männliche, da jene besonders für Hausarbeiten gebraucht wurden. Sie war dann gewöhnlich zugleich die Kebje ihres Herrn, der ihre Kinder zu erziehen gehalten war. Sie wurden frei, wenn der Vater sie ausdrücklich als die seinigen anerkannte, blieben aber Sklaven, wenn das nicht geschah (S 170). Beim Tode des Besigers war es allerdings Sitte, Mutter und Kindern die Freiheit zu schenken Auch der Sklave gehörte zur Familie und wurde nicht schlecht behandelt; er konnte sogar adoptiert werden. Nur durfte er nicht ohne Zustimmung seines Herrn den Plaz verlassen. Zuwiderhandlungen konnten mit dem Tode bestraft werden, ja sogar schon Beihilfe zur Flucht (S 20).

Eine Sklavin kostete in damaliger Zeit ungefähr 5–6 Sekel, ein Sklave 10 Sekel bis . Mine. Dazu kommen noch kleine Nebenabgaben, die der Käufer zu tragen hatte. Bei einigen Urkunden findet sich die Bestimmung, die durch Hammurabis Gesep

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Verkäufe von Stlaven.

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($ 278) bestätigt wird, daß der Verkauf hinfällig wird, wenn der Sklave nach 1 Monat eine schwere Krankheit, bennu genannt, befommt.

Eine Stlavin, namens Jli-[idinna ?], samt einem ..... Grundstück (?) in der Stadt ....., die Sklavin des Marduk-muschalim, des Sohnes des blu-Nabu, hat von Mardut-muschalim, dem Sohne des Jblu-Nabu, den. Herrn der Sklavin, Belschunu, der Arzt, Ser Sohn des Sin-scheme gekauft und als ihren vollen Preis 14/3 Mine 4 Sefel Silber bezahlt und 1 Sekel für die Ertratosten deponiert (?). Benn bis zum dritten Tage tepitu (eintritt) oder vor Ablauf eines Monats die bennu-Strankheit (sie befällt, ist der Kauf ungültig). Wenn an den Verfauf der Sklavin sich ein Prozeß anschließen sollte, so hat der Verfäufer nach den Geseß des Königs für die Folgen aufzukommen.

Die Urkunden von Sklavenkäufen sind ganz analag denen der Grundstücke:

1 Stück Stlaven, namens Waqar-abu, hat von der Schamaschpriesterin Chuschutu, der Tochter des Achuni, die Ai-fimat-mati, die Tochter des JoniRamman, für Geld gekauft und seinen vollen Preis in Geld bezahlt. Den Klöppel hat man hinübergehen lassen; ihr Vertrag ist fertig. Niemals wird eine mit der andern prozessieren. Bei Schamasch, der Ai, Marduf und Sinmuballit schwuren sie.

Hier die Staufurkunde einer Sklavin:

Ein Stück Sklavin, namens Belti-magirat, und ihr Kind, die Magd des Scharru-Ramman und seiner Frau Hammurabi-schamschi, hat von Scharru-Rammian und seiner Frau Hammurabi-schamschi Nabu-malik, der Sohn des Ramniannasir, gekauft und als ihren vollen Preis 171/2Sekel Silber bezahlt. Niemals wird einer mit dem andern prozessieren. Bei Marduk und Hammurabi schwuren sie.

In der folgenden Abmachung bekommt ein Sklavenhändler Öl geliefert, als dessen Äquivalent er nach einem Monat Sklaven aus dem Lande Gutium bringen soll. Ist er dazu nicht im Stande, muß er das Geld für das Öl bezahlen:

20423 Kai öl vom Tempelschap des Sonnengottes im Werte von 1/3 Mine 23 Sekel Silber als Preis der hellfarbigen Sklaven aus Gutium hat von Ubala-abi-ume im Auftrage des Amil-Mirra, des Sohnes des Jliujati, Arad-Mardut, der Sohn des Ibni-Marduk, genommen. In einem Monat wird er die Sklaven bringen. Wenn er sie nicht bringt, muß AnilMirra gemäß seines Vertrages 13 Mine 3 Sefel Silber bezahlen.

Daß Sklaven die Freiheit gewinnen können durch Freilassung haben wir schon oben gesehen. Daneben gab es aber noch ein andres Mittel, sich die Freiheit zu verschaffen, das war der Loskauf, was andrerseits vorausseßt, daß die Sklaven ein peculium haben konnten. So borgt sich Ilu-abi eine Summe Geldes zwecks

1) Das Na ist die Einheit für Hohlmaße.

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Verläufe von Sklaven.

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seines Losfaufes von einem Manne, der sie sich seinerseits erst vom Tempel des Sonnengottes beschaffen muß:

1/2 Mine 4 Sekel Silber Zehnten hat vom Sonnengotte Mischuschu geborgt und es dem Jlu-abi zu seinem Losfauf gegeben. Zur Erntezeit wird er die Schuld in Getreide dem Sonnengotte zurückerstatten.

Ein andrer Sklave, augenscheinlich der Sohn eines Freien und einer Unfreien, macht sich frei, indem er sich nach der Verpflichtung, seinen Vater lebenslänglich zu unterhalten, adoptieren läßt:

Einen (Stlaven) namens Sugagu, den Sohn des Sin-abuschu und der Ummi-tabat, hat sein Vater Sin-abuschu freigemacht (wörtlich: seine Seite gereinigt). So lange sein Vater Sin-abuschu lebt, soll sein Sohn Sugagu ihn unterhalten. In Zukunft sollen die Sonnenpriesterin Nutubtu und ihr Bruder Nabi-Sin, die Kinder des Sin-abuschu, gegen ihren Bruder Sugagn keine Ansprüche haben. Bei Schamasch, Marduk und dem Könige Sumu-la-ilu schwur Sin-abuschu, der Vater. Wenn Sugagu zu seinem Vater Sin-abuschu: „Nicht bist du mein Vater“ spricht, soll man ihm die Strafe der Söhne eines Mannes (scil., die sich gegen den Vater vergehen) auferlegen.

Aus ähnlichen praktischen Gründen werden auch wohl sonst meist die Adoptionen von Sklaven erfolgt sein.

An den Besik von Sklaven knüpften sich des öfteren Prozesse. Hier zwei Beispiele statt vieler:

a) Wegen einer Stlavin, namens Atlalschi, welche die Wiatia ihrer Tochter Chulaltu unter der Bedingung vermacht hatte, daß sie sie lebenslänglich unterhalten sollte, hat Sin-nasir, der frühere Mann der Aiatia, der sie vor 20 Jahren in der Stadt Busu verstoßen und dabei schriftlich erklärt hatte, gegen seine frühere Frau nicht klagen zu wollen, nachdem nun Aiatia das Zeitliche ges segnet, gegen die Chulaltu einen Prozeß angestrengt. Jichar-li (?), der Präs sident von Sippar, und der sipparensische Gerichtshof hat ihnen den Urteilsspruch verkündet und dem Kläger Unrecht gegeben. Er soll nicht Widerklage erheben, noch prozessieren. Es folgen die Namen der Richter. — b) Wegen eines Stück Sklavin, namens Damiqtu, die Mar-irsiti den Erib-Sin überlassen hatte, haben Mazabatu, die Frau des Mar-irsiti, und ihr Bruder, JuniSchamasch die Richter aufgesucht. Die Richter taten den Ausspruch, daß die Tafel mit dem Anspruch, den Erib-Sin an Mar-irsiti habe, schon zerbrochen (die Schuld also schon bezahlt und daher die jedenfalls verpfändete Sklavin wieder zurückgegeben) sei, und gaben die Stravin Damiqtu der Mazabatu und Cem Mar-irsiti zurück. Wenn aber in Zukunft nun Mar-irsiti noch einmal wegen der Damiqtu gegen Erib-Sin prozessiert, sollen Joni-Schamasch und Mazabatu dafür aufkommen. Bei Schamasch, Marduf und Hammurabi schwuren sie.

Eine andere, unentwickeltere Form des Kaufes ist der Tausch, der infolgedessen in älterer Zeit häufiger vorfam wie später. Nicht gar selten werden Häuser und Felder gegen gleichwertige umge

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