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zu halten. Ihm begegnete als treuer Unterfönig von Affyrien der König Josia von Juda bei Megiddo 608 v. Chr., wurde geschlagen und verlor sein Leben. Es ist auch möglich, daß die Schlacht bei Migdal Uschtaroth, dem spätern Cäsarea, statthatte, indem Recho dort sein Heer, das er auf einer Flotte den Seeweg geführt haben konnte, landen ließ.

Als dann Mabopolassar gegen ihn heranzog, wich Recho nach Vegypten zurück, nahm aber Joahas, einen Sohn Josias, gefangen und jeşte dessen älteren Bruder Eljakim, den er Jojakim nannte, als König von Juda ein. Aber es ist nicht sicher, ob dieser Wechsel nicht erst nach der Niederlage bei Karkemisch eintrat.

Der Widerstand der großen und festen Stadt Ninive gegenüber den Miedern wird uns in keiner Inschrift beschrieben, und wie sollte das auch geschehen sein? Hatte doch der Prophet 1) des unsichtbaren Gottes verkündigt, daß Assur, der Stecken in der Hand des zürnenden Richters, jerbrochen und der Hochmut des Königs zu Äffyrien gebeugt werden solle. Dann werde Affur erschrecken vor der Stimme des Herrn, wenn es selbst mit der Rute geschlagen werde: ,,Eine Grube ist von gestern her zugerichtet, ja dieselbe ist auch dem Könige bereitet, tief und weit genug. Der Scheiterhaufen darinnen hat Feuer und Holz die Menge, der Odein des Herrn wird ihn anzünden wie einen Sdwwefelstrom."

Derselbe Prophet hat auch die andre Weissagung ausgesprochen ), daß Asfur fallen solle, aber nicht durch eines Mannes Schwert und verzehrt werden solle nicht durch Menschen-Schwert; aber es werde vor dem Schwerte fliehen und seine junge Mannschaft zinsbar werden. So fehlen denn auch jegliche Nachrichten von irgend einem Kampf um Minive; und wir dürfen vermuten, daß eine schwere Seuche, die Einwohner und Heer ergriff, oder eine gewaltige Ueberschwemmung die große Stadt wehrlos machte und ihre Tore den Medern öffnete. Auf ein solches Ereignis weist eine Tempelurkunde hin, in der Nabopolassar mit Bezug auf Ninives Ende von Nergal und dem Destgott redet ?). Also wurde Ninive wie einst das viel gehaßte Babel durch Wasser und Feuer“) zerstört, aber bis auf den heutigen Tag nicht wieder aufgebaut; doch find seine Trümmer weniger zerbrochen und geben eine größere und bessere Uusbeute für den Altertumsforscher als die babylonischen Städte. Der uns unbekannte König soll auch in den Flammen umgekommen sein").

Mehrere Geschichtsforscher nehmen an, Nabopolafsar habe sich schon ein Jahr nach dem Tode Asurbanipals zum König von Babylonien aufgeschwungen, und feßen seine Regierungszeit in die Jahre 625—605 v. Chr. Aber wir haben oben gesehen, daß er noch nach 625 nur Oberbefehlshaber des babylonischen Heeres war. Sehr wahrscheinlich hat er diese 20 Jahre eine zweideutige Rolle gespielt, um für seinen Sohn einmal die Königskrone von Babylon zu erwerben.

1) Jef. 10, 5–19. 30, 27-33. 2) Jef. 31, 8. 3) Mitteil. d. 1901, 10, S. 17. 4) Nahum 2, 3. 5) fr. Hommel, B. u. U., S. 743.

5. Die neubabylonischen Könige.

Nabupalusur, bei den Griechen Rabopolassar oder Rabonassar, bei Abydenus Bussalosforor, nennt sich inschriftlich „Statthalter von Babylon, König von Sumer und Akkad, der erhabene fürft“ oder „Nabupalusur, der untertänige, demütige, der Verehrer der großen Götter", wodurch das oben ousgesprochene Urteil über seinen Charakter und mehr als diplomatische Handlungsweise urkundlich bestätigt ist. Daß er die Stadt Babel begünstigte und den Götterdienst pflegte, wird aus seiner bekannten Vorsicht und Eigennuk erklärlich. Er durfte es mit feinen Freunden und Standesgenoffen, den Magiern und Chaldäern nicht verderben. Aber er mußte auch einen festen Stand in Babylonien gewonnen haben, ehe er die Maske des demütigen Dieners abwarf und mit Miedien ein offenes Bündnis gegen Affyrien schließen konnte. Das geschah aber erst kurz vor der Eroberung Minives; und mit Recht fekt man 606 v. Chr., das Jahr dieses Ereignisses, als den Anfang des neubabylonischen Reiches, neben dem Affyrien zu einer medischen Provinz herabgesunken ist.

Die Unführung seines Heeres übergab Nabopolassar, w a in wissen wir nicht, seinem Sohn Nebukadnezar, der den Pharao Recho II. 605 bei Karkemisch aufs Haupt schlug. Er floh nach Aegypten und hat vielleicht erst in dieser Zeit Joahas von Juda mit sich geführt. Aber Riebukadnezar, der ihn verfolgte, konnte eine so bedeutende und feste Stadt wie Jerusalem nicht in seinem Rücken lassen, wenn er gegen Aegypten 30g ). Also befekte er diese Stadt ohne große Mühe und schickte den König Jojakim in Ketten nach Babel, dazu auch einige Bürger und Gefäße aus dem Hause des Herrn. Demnach ist 605 v. Chr. als der Anfang der babylonischen Gefangenschaft des Hauses Juda fest= zuhalten.

Seine Freunde in Medien unterstübte Rabopolassar auch im Kampf mit den Lydern. Und als am 30. Sept. 610 eine Sonnenfinsternis die Kämpfenden erschreckte, benutzte er dieses Ereignis um Frieden ju stiften.

Herodot erzählt von ihm, er habe die Aegypterin Nitokris zur Gemahlin gehabt, die in Babel eine Brücke bauen ließ. Er felbft unternahm es nach der Cylinderinschrift, Etemenanki, den Stufenturm von Ejagila, wieder aufzurichten und legte seinen Grundstein an die Brust der Unterwelt", damit die Spite bis in den Himmel" ragen könne. 10 000 Arbeiter mußten Ziegelsteine verschiedener Art anfertigen. Der Statthalter selbst und sein Sohn Nebukadnezar trugen den Zieglerhut kuduru. Er verschönerte Babel und ließ Kanäle zur Bewässerung des Candes bauen, nachdem der Euphrat sich ein neues Bett gesucht, das von Sippar entfernt war. Die Uferböschungen der Kanäle wurden mit Ziegeln gemauert, die in Asphalt gelegt waren ). Ein 1901 gefundener Tert lautet:

1) 2. Chron. 36, 6—7.

„Rabupalusur, der König der Gerechtigkeit, der Hirte, den Marduk berufen hat, der Sproß der Göttin „Herrin der Krone“, der erhabenen hohen Königin der Königinnen, den Nebo und Tasmitum an der Hand fasten, der erhabene Liebling des Bottes „Herr des glänzenden Auges"): Als ich vor meinem Königtum Sohn eines niemandes war, aber die Heiligtümer Nabus und Marduks, meiner Herrn, beständig in Ehren hielt, auf das Bestehenbleiben ihrer Satzungen und den Vollzug ihrer Gebote im Gemüt bedacht war, mein Sinn auf Recht und Gerechtigkeit stand, jah der Gott „Herzenskündiger“ 3), der die Herzen der Götter des Himmels und der Erde kennt, der die Pfade der Völker beständig sieht, mein Herz an und stellte mich, den kleinen, der unter den Völkern nicht beachtet wurde, in dem Land, da ich geboren war, an die Spitze. Zur Herrschaft über Land und Meer berief er mich. In allem, was ich tat, ließ er mein Werk gelingen. Nergal, den allgewaltigen unter den Göttern, ließ er an meiner Seite gehn, unterjochte meine Widersacher, schlug meine feinde."

„Der Affyrer, der seit fernen Tagen alle Völker beherrscht und in sein schweres Joch die Leute des Landes gespannt hatte, ich der schwache, der demütige, der den Herrn der Herrn verehrt, durch die wuchtingen Streitkräfte Nabus und Marduks, meiner Herrn, hielt ich ihren fuß vom Land Akkad fern und ließ ihr Joch abwerfen.“

„Damals Epatutila, der Tempel des Ninib, der in Suanna steht, den vor mir ein früherer König hatte bauen lassen, aber sein Werk nicht vollendet hatte, auf die Erneuerung dieses Cempels stand mein Sinn. Ich berief die Mannen der Götter Bel, Samas und Marduk 4), ließ (fie) das Mörtelfaổ tragen, legte ihnen den Ziegelkorb auf ohne abzulassen vollendete ich den Bau des Tempels. Starke Balken ließ ich zu seiner Bedachung hinlegen, hohe Türen seşte ich in seine Tore ein. Diesen Tempel machte ich sonnengleich glänzen und für Ninib, meinen Herrn, wie den Tag erstrahlen. Wer auch immer in Zukunft König sein wird, sei es Sohn, sei es Enkel, der nach mir wandelt, dessen Name Marduk zur Herrschaft des Landes beruft, was Sache der Kraft und Stärke ist, ziehe nicht in Betracht

. Die Heiligtümer Nabus und Marduks halte in Ehren, daß sie deine feinde unterjochen. Marduk, der Herr, prüft den Mund, sieht das Herz. Wer sich fromm zu Bel hält

, dessen Herrschaft hat festen Bestand. Wer sich fromm zu Bels Sohn hält, der wird in Ewigkeit dauern. Wenn dieser Cempel zerfällt, und du seinen Schaden ausbefferst, dann lies meine Urkunde und lege fie neben die deine. Auf Geheiß Marduts, des großen Herrn, deffen Geheiß unabänderlich ist, möge die Nennung deines Namens bestehen bleiben für ewige Zeiten)."

1) K. B. III, b, S. 9.
2) Ea.
3) Marduk.
4) Die Einwohner von Babel, Sippara und Nippur.
5) Mitteil. 1901, 10, S. 14.

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Ueber den Bau eines Kanals nach der Stadt Sippara läßt er berichten:

„Nabopolassar, der König von Babylon, den Nebos und Marduks Hand geleitet, bin idy. Marduk, der große Herr, vertraute mir seinen schweren Auftrag an, die Städte herzustellen, die Tempelstätten zu erneuern, also: Sippar, die hehre Stadt, von Samas und Malkatu geliebt, der Euphrat hatte sich von ihr entfernt. Ich, der Günstling ihrer hoheit... demütig, unterwürfig, die Götter fürchtend, ließ den Kanal udfibrun graben, kunstvolle Wasserbecken für Samas, meinen Herrn, rich: tete ich ein. Die Ufer des Kanals baute ich mit Asphalt und Ziegelsleinen. Dem Samas, meinem Herrn, wcihte ich ein Wasserbehältnis."

Samas bezeicynet hier zugleich, die eine Hälfte von Sippar, die den Tempel des Samas enthielt. Ihr wurde durch den Kanal das Wasser des Euphrat wieder zugeführt).

Auch von Nabopolaffar wissen wir nicht, wie er sein Ceben be chloffen hat. Er war Chaldäer, und nach seinem Tode trat der Oberste der Magier oder Chaldäer so lange an die Spitze der Reichsverwaltung, bis Nebukadnezar, des Königs Sohn, von seinem Feldzug gegen Aegypten zurückgekehrt war.

Nebukadnesar II. babyl. Nabukudurusur, d. i. Nebo schübe den Hut oder Nebo schüke die Arbeit, im A. T. Nebukadnezar oder Nebukadrezar, bei den 20 Wabuchodonosoror, herrschte 605--562 v. Chr. über das neubabylonische Reich. Bei dem Tode seines Vaters weilte er in Palästina und 303 mehrere Male gegen Jerusalem ?). Das erste Mal hatte er den König Jojakim, wie oben erwähnt, gefangen genommen und nach Babel ges Flickt. Das zweite mal nahm er die heiligen Gefäße aus dem Tempel des lebendigen Gottes und ließ sie zusammenschlagen. Das dritte Mal führte er den König Jojachin und die Edeln des Volkes, Zimmerleute (?) und Schmiede mit sich; es war um das Jahr 599 v. Chr. das vierte Mal zerstörte er die wieder abtrünnige Stadt, nachdem sein Feldhauptmann dieselbe zwei Jahre lang belagert hatte, 588 v. Chr. Der König Zedekia, den Mebukadnezar eingesetzt hatte, blieb 8 Jahre ihm untertänig, bis Pharao hophra ihm Hilfe gegen Babel zusagte; aber das Heer der Negvpter wurde geschlagen und Jerusalem erobert. Auf der Flucht wurde Zedekia ergriffen und vor den König nach Ribla gebracht. Dort wurden seine Kinder mit assyrischer Grausamkeit vor den Augen des Vaters abgeschlachtet, er selbst in Ketten nach Babel ges bracht und geblendet. Die Stadt Jerusalem verbrannte der oberste Scharfrichter oder Rab-tabachim famt dem Tempel, nachdem er alle goldnen, silbernen und ehernen Gefäße und Zierate als Beute mit sich Genommen. Vom jüdischen Volke wurde wiederum ein Teil in die Ges fangenschaft nach Babel geführt, über die Zurückgebliebenen fekte der

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1) Vergl. S. 135. Aehnliche Arbeiten ließ schon Hammurabi ausführen. 2) 2. Kön. 24. 2. Chron. 36. Jer. 25.

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König den Gedalja als Statthalter und gab ihm eine babylonische Leibwache. Troßdem war er nach kurzer Zeit von den Juden ermordet. Wieder wurde ein Teil des Volkes nach Babel gebracht, ein andrer Teil floh vor der Rache des Königs nach Hegypten. Zwei Aufrührer, Ahab und Zedekia“), wurden in Babel verbrannt.

Die folgenden Ereignisse beschreiben babylonische Aufzeichnungen. Ein schwarzer Basaltblock trägt 620 Zeilen, ein Toncylinder aus SenPereh 51. Auf einer großen Steinplatte liest man:

„Nebukadnezar, König von Babylon, der erhabene fürst, der Liebling Marduks, der hehre Oberpriester, der Liebling Nebos, der besonnene, der sich Weisheit aneignete, der auf den Wandel ihrer Gottheit bedacht ist, ihre Herrschaft fürchtet, der unermüdliche Statthalter, der an die Uusstattung von Esagila und Ezida täglich denkt, auf Huld für Babel und Borsippa beständig bedacht ist, der Weise, der Beter, der erstgeborene Sohn von Nabopolassar bin ich?).“

Unzählige Tonziegel aus den Ruinen von Babel und andern Städten tragen den Stempel:

„Ich bin Nebukadnezar, König von Babylon, Wiedererbauer der Tempel Esagila und Ezida, erstgeborener Sohn des Nabopolaffar, Königs von Babylonien."

Auf einem Feldzug gegen Hegypten, dem zweiten oder dritten, den er unternahm, wurden die phönikischen Städte meist rasch unterworfen; nur Tyrus widerstand den Angriffen des babylonischen Heeres 13 Jahre lang, 587–575 v. Chr. Dann ergab sich die Stadt und gestand dem König von Babel das Recht zu, ihren König einzuseßen.

572 v. Chr. zog Nebukadnezar wieder gegen Aegypten, besiegte den Pharao Hophra oder Upries von neuem, drang bis Aethiopien 3) vor und setzte seinen Feldherrn Amasis als Statthalter von Unterägypten ein; doch bald erkannte er ihn als treulos und bekriegte ihn nach wenigen Jahren, weil er seine Herrschaft auch über Syrien und Palästina auszudehnen bestrebt war. Nebukadnezar kam ihm zuvor, verwüstete ganz Unterägypten, insbesondere die Gegen von On, Joan, Zoph und No, und kehrte nach Babel zurück, ohne Umasis zu seiner Pflicht zurückgeführt zu haben.

Einen Feldzug gegen Elam unternahm Nebukadnezar im Sommer 569 und bezwang als „Träger des mächtigen Bogens" dieses Volt der Bogenschützen, obwohl die Zeichen nicht günstig waren. Auf einem Grenzstein wird berichtet:

„Im Monat Tammuz unternahm er den Zug, die Macht der Hitze sengte wie feuer, und die Glut der Wege züngelte wie Flammen. Waffer war nicht vorhanden, abgeschnitten 4) waren die Brunnen, die Kraft der großen Rosse nahm ab,

1) Jer. 29, 21 20.
2) K. B. III, b, 11.
3) Hesek. 29, 10 20.

4) Diese Uebersetzung scheint mir nicht richtig; man sollte erwarten „ausgetrocknet", „versiecht".

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