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samtheit aller Städte verleiht; dem Vordermann, dem ungestümen, dessen Lippenwort nicht verwandelt wird; dem starken, breiten, dem weisen unter den Göttern, dem gepriesenen, der Sturmsonne, dem Herrn der Herrn, dessen Hand die Enden Himmels und der Erde anvertraut sind, dem König des Kampfes; dem machtvollen, der den Widerstand besiegt; dem sieghaften einzigen, dem Herrn der Wasserhöhlungen und Meere .... dem Licht Himmels und der Erde, der das innere des Weltmeeres erleuchtet ... der da Leben schenkt, dem barmherzigen Gott, zu dem zu beten gut ist; der in Kalchu wohnt )“ u. 1. w.

Dieser Hymnus ist in mehreren Ausgaben vorhanden, eine so hochtrabend und arm an Inhalt wie die andre.

Die Verehrung Minibs war um die Mitte des 2. Jahrtausend vor Chr. bis nach Palästina vorgedrungen. Das beweist der Rame Bitninib als eines Ortes bei Jerusalem, in dem ich das ältere Bethel erkenne. Er findet sich in einem Steinbrief aus dem Tell el Amarna.

Minibs Bild ist ein geflügelter Kirabu oder Cherub, ein Stierkoloß mit Menschenkopf und gewaltigen Adlerflügeln.

Der Kiun oder Lewan, babyl. Kaiwanu,, dem das abgefallene Israel während seiner Wüstenwanderung diente ?), ist der Planet Saturnus.

Die Zahl Minibs ist fünfzig. Er hatte einen Tempel in Kisch Emeteursag oder Meteursagga genannt; in Nippur stand Esumedu, andre in Kalah und Sirpurla oder Cagasch, ein andrer in Suanna oder Borsippa, der Esitabila „Haus des Lebensfürsten“ hieß. Auch in Sippara hatte Minib feinen Tempel. Die Einwohner dieser Stadt, so viele ihrer nach Samaria verpflanzt waren, brachten dem Adramelech d. i. „Ädar ist König“ Menschenopfer dar 3).

Ob Ninib mit Nisroch 4) gleich ist, steht noch dahin. Er war wie dieser ein Nationalgott der Uffyrer. Das ist auch das einzige, was für diese Gleichung angeführt werden kann. Hoffmann 5) aber nennt Misrody den Geiergott und hält es für nicht möglich, daß er gleich Zergal ift. Er wäre dann gleich dem ägyptischen Gott Phra mit einem Adler- oder Sperberkopf abgebildet worden.

Der weibliche Teil dieser Syzygie ist Gula, die Göttin der Morgenröte. Sie heißt auch Bau, Damat-esara, Dun, Ghanna oder Jíganna, Maltumðug, Mama, Ninella, Rinkarrak, Minni, Pintinbadge, Mintu. Sie ist die belit balati u muti Herrin über Lebende und Tote, wie auch Minib verherrlicht wird als der die Leiber derer zurücbringt, die in das Totenreich hinabgeführt worden sind. Sie hilft als die große Aerztin den Kranken zur Genesung und ist daher Schußpatronin der Aerzte. Sie wurde in Sirpurla, besonders aber in Sippara verehrt. Hier stand ihr Tempel Eulbar oder Ejilbubu d. i. Haus der Milchstraße. Ihre Tempel in Babel hießen Ejabi und Eharsagila. In Borsippa hatte sie drei Tempel: Egula, Etila und Efitabila, den Nebukadnezar einweihte. In ihm wurde auch Minib verehrt.

1) Nach Jensen, Kosmol. S. 465. 2) Amos 5, 26. 3) 2. Kön. 17, 31; 23, 10. 4) Jes. 37, 37. 5) 3. f. U. 1896, S. 287.

Riinnis Tempel erneuerte schon Hammurabi. Als Söhne von Minib und Minella werden bald sieben bald acht genannt. Der ältejte heißt Egia, der fünfte Sachonsun, der achte Urnuntauddu. Ihre einzige Schwester heißt Ninnigina, die „Braut".

Vierte Syzygie.

Asur und Beltis. Usur, dessen Zeichen Ansar geschrieben wird, gilt bei den Assyrern als Vater und König der Götter, als König der Engel und bis in die legten Zeiten des Reiches als Nationalgott von Assyrien, auf den im Laufe der Jahrhunderte allmählich alle großen Taten, die man in Babylon von Marduk erzählte, namentlich die Heldenkämpfe mit dem göttlichen Ungeheuer Tiamat übertragen wurden. Denn die Affyrer und ihre Priester hatten nicht die Dichtergabe der Babylonier, die ihre Götter und Göttinnen nicht nur mit hohen Tempeln und glänzenden Gewändern zu ehren verstanden, sondern auch fortdauernd neue Namen und Taten für sie erfanden. Doch hat man neuerdings das „feierhaus der Ebana für das Kiretufest des Gottes Usur“, nämlich einen seiner Tempel gefunden, in dem Äfur als der König der Götter seine Genossen und Vafallen versammelt, um mit ihnen seinen Sieg über Tiamat zu feiern. Ein Kupferrelief aus der Zeit Sanheribs schildert diese Götterversammlung, den Zug der Götter in das Haus des Gottes am Kiretu, d. i. das assyrische Neujahr, das wie das babylonische im Monat Nisan gefeiert wurde.

Als König Sargon II. die Stadt Maggamubba neu baute, rief er die Götter Damku und Sarilani an, worunter Ea und Usur zu verstehn sind.

Sein Tempel hieß Easur.

Beltis, auch Scherua, Sirua genannt, die Usur zugesellt wird, ist uns nur den Namen nach bekannt. Kein Dichter hat ihren Ruhm gesungen.

funden, in demelt, um mit ihnen fins childert diere

fünfte Syzygie.

Bel und Beltis. Bel, auch Belmatati, Belfarbi, Burijas, Enlilla oder Inlil, Kurgal großer Berg, Mullilla Herr der Luft oder des Windes, Sarbu, Sarsarbi, Herr der Zänder, Schöpfer der Welt, Vater der Götter, König

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des Alls genannt, gilt für einen Sohn Unus. Wie Marduk erscheint er in der Göttersage als ein Heros, der den grimmigen Drachen tötet. Er wohnt auf dem Weltberg, der in den Himmel ragt. Unter seinem Schuß stehen die Hauptstädte beider Reiche, Babel und Ninive. Uuch Kippur heißt eine Stadt Bels. Sein dortiger Tempel, wahrscheinlich von dem alten König Urgur erbaut, hieß Ekura „Haus des Berges“, wie ein altes Lied sagt:

„Unu und Tun mögen ihn im Himmel segnen, Jnlil und Ninlil mögen ihm in Ekur ein Lebensgeschick bestimmen, Ea und Damkina, die da den großen apsu bewohnen, mögen ihm ein Leben langer Tage geben").“

Ekur aber bezeichnet nicht nur einen Tempel Bels, sondern auch den Götterberg, also den Ort des Lebens in herrlichkeit; unter ihm liegt die Unterwelt Arallu. Jenér heißt auch Duranki d. i. Band Himmels und der Erde. Vergl. auch S. 44, Unm. ·

Jn Baz baute Nebukadnezar dem Bel den Tempel Edurgina, woraus wie aus vielen andern Beispielen zu ersehn ist, daß Götter und Göttertempel bis in die leßten Zeiten sumero-akkadische Namen erhielten, obwohl diese Sprache zulegt nur von den Gelehrten verstanden wurde. Von Bel wird das Lied gesungen:

„Der Herr, der schläft: wie lange wird er schlafen? Der große Berg, der Vater, der Gott Mullilla, der schläft: wie lange wird er schlafen? Der Hirte, der Bestimmer der Geschicke, der schläft: wie lange wird er schlafen ) ?".

In Israel weiß man ein ander Lied zu Gottes Ehre zu singen: „Siehe der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht 3).“

Ein Hymnus auf Bel hebt an:
„O Bel, Babylon ist deine Wohnung, Borsippa ist deine Krone.“

Nach ihm heißen die Mauern Babels Imgurbel und Nimittibel. Nisan, der erste Monat des Jahres, ist ihm geheiligt, seine Zahl ist 50. Wie Nebo wurde auch Bel schon früh mit Marduk zusammengestellt oder verwechselt, aber nach Belieben auch wieder auseinander gehalten. Den Nebotempel Ezida nennt Herodot einen Tempel Bels. Auch ein Kanal heißt nach ihm Mebel, d. i. Wasser Bels.

Beltis, der weibliche Teil dieser Syzygie, wird auch Allat, Belit, Beltu, malikat ilani Königin der Götter 4), Minharsag Herrin des Berges, oder Ninlilla Herrin der Luft genannt. Ihr Tempel in Babel war auch Ekura, aber sie hatte noch Ekinura, Gigunnu und Egigunnu_zu bewohnen, sowie Emach das „erhabene Haus“. Als ihr Sohn gilt Ea. Die Phönifier nannten sie Thanath, Minmach, auch Bau „Herrin der himmlischen Gewässer“.

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Sechste Syzygie.

Sin und die große Fran. Sin, der auch Ab Vater, Bel purussu Herr der Entscheidungen), Buru junger Stier, Jlu banii Schöpfergott, Inbu sa ina rammitu ibbanu der Zweig, der von selbst wächst. Inzu oder zuin, Lugalbanda, Nannar, Nugimmut, Sin ellame Zwilling heißt, wird als Sohn Bels betrachtet. Als „Vater“ trägt er einen langen Bart, als „junger Stierhat er zwei große Hörner. Er ist der Gott des Mondes, die Leuchte von Himmel und Erde, König und Gott der Götter, der Leuchtende, der in den heiligen Himmeln wohnt, der Wasser und feuer hält, der fieber erregt. Zur Vollmondzeit ist er mit einer Kopfbinde oder agu bededt; wenn er aber verdunkelt wird, so sind daran die sieben bösen Geister schuld. Dann berät sich Bel Enlilla mit Ea, dem erhabenen barsu der Götter, und feßt den Gott des Mondes und den Gott der Sonne und die Göttin des Übendsternes und Anu an das firmament, die Ordnung wieder herzustellen. Aber die bösen Sieben machen einen Ansturm gegen Sinnannar und gegen den Sonnengott. Rannar wird verdunkelt und fitt nicht mehr auf dem Stuhl seiner Herrschaft. Da fender Enlilla seinen Diener Rusku zu Ea in die Wassertiefe mit seinem Gebot. Ea beißt sich auf die Lippe und spricht zu Marduk: „Gehe, mein Sohn Marduk, mein Sohn Sin ist am Himmel kläglich verdunkelt“ ... hier ist die Tafel leider. sehr beschädigt, und wir erfahren nicht, auf welche Weise Marduk dazu hilft, daß Sin fein Licht wieder über alle Sterne erstrahlen lassen kann 3). Ich bin der Meinung, daß hier nicht von der regelmäßigen Verdunklung des Mondes zur Zeit des Neumondes ein Märchen gedichtet ist, das man dann alle 4 Wochen den großen und kleinen Kindern erzählen konnte, sondern von der Mondfinsternis, deren Ursache die Babylonier noch nicht ergründet hatten.

Ein Hymnus auf den Neumond ist uns in sumero-akkadischer Sprache und in assyrischer Uebersegung erhalten, mitgeteilt von Jensen 3), auch als Beschwörung gebraucht:

„Am Tage, da der Gott geschaffen wird, wird ein heller askaru erzeugt, der Gott zeigt sich in allen Landen, schrecklichen Glanz trägt er, Ueberlegenheit und üppige Kraft macht ihn vollkommen, mit majestätischer Pracht ist er umgeben, die Gestalt entsendet Schrecker, funkeln leuchtet hervor, ein askaru bricht hell hervor, im Himmel wird er geschaffen und auf Erden, dieser askaru wird in der Gesamtheit des Himmels und der Erde geschaffen; dieser askaru geht aus einem Hain von Lasurru-Bäumen hervor; ein askuru, das Érzeugnis eines Gottes, das Wert von Menschen; dieser askaru ist in Richtigkeit, in gehöriger Weise vollendet; durch die

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1) A. Jeremias, U. T. O., S. 35.
2) fr. Hommel, Sem. D. u. Spr. I, S. 310.
8) 3. f.' . II, 5. 29.

Kunst Gusginbandas ist er gemacht. Dieser askaru ist keine Speise und trinkt kein Wasser ohne den Mund zu öffnen.“

Obwohl dieser Hymnus in zwei Sprachen erhalten ist, leidet er gleich dem Neumond am Lichtmangel, namentlich betr. des askaru, viel mehr als der folgende Klagegesang an Nannar:

„Mondbarke ") des glänzenden Himmels, herrlich bei sich selbst, Vater Nannar, Herr von Uri, Vater Nannar, herr von Elisnugal ?), Vater Nannar, Herr von Namrafit ), Herr Nannar, Hauptsohn des Enlil, wenn du voll wirst, wenn du voll wirst, wenn du dem Zuge deines Vaters, dem Auge des Gottes Mullil herrlich bist; Vater Nannar, wenn du herrlich bist, wenn du entgegentrittst, Mondbarke, wenn du in der Mitte des Himmels voll herrlich bist; Vater Nannar, du wenn du hin zur glänzenden Behausung dich aufmachst; Vater Nannar, wenn du gleich einem Schiff zur Hochflutzeit voll bist, wenn du voll bist, wenn du voll bist, wenn du voll bist, wenn du hell ultia bist, du wenn du voll bist, Vater Nannar, wenn du für . . sorgsam zubereitet bist, möge dein Vater mit frohem Uuge dich anschauen, traulid? dich hegen, zum erhabenen König leuchtend hervorkommend, dem Gott Mullili die Tiara leihend, möge deine Hand dir vollenden, wenn du als glänzende Mondbarke dich nach Uru aufmachst, wenn du, Vater Nugimmud, sorgsam zubereitet bist...")"

Hier fehlt ein Stück der Tafel; aber es reicht auch dieser Torso schon hin, die Weise der Anbetung der babylonischen Götter nach den beiden Seiten des menschlich-vertraulichen Umgangs und der Gedankenlosigkeit etwas kennen zu lernen. Um wichtigsten ist die naheliegende Vermutung, daß die alten Babylonier bereits den Einfluß des Mondes insbesondere des Voll- und Neumondes auf Ebbe und fluf beobachtet haben.

Eine Beschwörung, darin Rannar angerufen wird, teilt H. Jimmern mit"): ,,Sin ellame möge deinem ) Leibe den Garaus machen, zu einem fallen in Wasser und in feuer stoße er dich hin." Schüttelfrost und fieberhite treten der Regel nach neben einander auf. Wenn diese Redeweise auch im N. T. 7 vorkommt, so muß das nach der Methode unsrer heutigen Wissenschaft ein gewisses Zeichen sein, daß die Erzählung von dem kranken Kind aus Babylonien herübergekommen ist, als ob es in Palästina nicht auch kranke Kinder, Schüttelfrost und fieberhiße gäbel Aehnlich geht es mit dem Propheten Igna. Weil der frühlingsneumond drei Nächte unsichtbar ist, so ist der Prophet Jona drei Nächte im innern des großen Seetieres gewesen, ist Johannes der Täufer drei Tage von Malta entfernt, ist Christus nach drei Tagen oder anı dritten Tage auferstanden! Den innern Zusammenhang zwischen dem Nichterscheinen des Neumondes und diesen Tatsachen sieht die heutige

1) Das erste Vierel des Mondes erscheint in südlichen Gegenden häufiger wie bei uns als ein kleines am Himmel fahrendes Schiff.

2) Eridu.
3) Neumond (?).
4) fr. Hommel, Grundriß, S. 378.
5) K. u. T., S. 364.
6) Ungeredet ist eine Heye.
7) Matth. 17, 15.

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