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„Ilustu, dem erhabenen Boten, feinem Herrn, hat Kadašmanturgu eine Scheibe von glänzendem Lapislazuli fertigen lassen und für sein Leben geschenkt.“

In dieser Zeit wurde die große Mauer zerstört, die Sumulaila 1000 Jahre vorher erbaut hatte. Wie sein Vater drang Tukultininib in Babel selbst ein, plünderte Ejagila, den reichen Tempel des Marduk, und brachte des Gottes Bildsäule nach Assur. Seit dieser Zeit nannte er sich Eroberer von Kardunias und far kissati.

Ebenso siegreich kämpfte der Großkönig gegen die 40 Könige des Berglandes Mairi, das, wie eine Inschrift Tiglatpilefars I. sagt, an der See lag. So kann man entweder das Land zwischen schwarzem und Kaspischem Meer, also Kaukasien, darunter verstehen oder das heutige Armenien und Kurdistan zwischen dem Vansee und Urmiasee, nördlich von Assyrien.

Den König Bitilesu von Babylonien führte er gefangen nach Piinive. Auf einem Siegelcylinder von lapis lazuli liest man:

„Tukultininib, König der Heerscharen, Sohn Salmanassars, des Königs von Affyrien, Beutestück aus Kardunias. Wer immer meine Unterschrift, meinen Ramen ändern wird, dessen Namen und Land mögen Ufur und Ramman vernichten."

Dieses Siegel kam später als gestohlenes, nach andern als geschenktes Gut nach Babel; aber 600 Jahre später brachte Sanherib dasselbe nach Ninive zurüd. Mehrere Badsteininschriften sind von diesem König erhalten, der in einem Aufruhr starb. Ihm folgte sein Sohn, Usurnarara I., auf diesen Nabudan, unter dessen Herrschaft Assyrien ganz darniederlag. Aber sehr wahrscheinlich ist Rabudan gar kein Affyrer, sondern ein babylonischer Unterkönig gewesen, der dem schwachen assyrischen König zur Seite gestellt war; denn kein assyrischer Königsname ist mit Nebo oder Marduk zusammengeseßt. Nicht besser stand es mit Babylonien, wo um diese Zeit die Könige Binpaliddin, Ramman (Adad) summasir und Belnadinsum herrschten, und zwar mit solch einem Bewußtsein von ihrer zweifelhaften Uebermadyt, daß der zweite von ihnen den Königen von Assyrien schrieb, es wäre eine Torheit, wenn sie gegen ihn im Kampf auftreten wollten. Auf Yabudan folgte Belkuduruzur um 1220, der mit Rammansumiddin und Rammansumuzur, dem Anfänger der dritten babylonischen Dynastie, unglüdlich kämpfte. Die Babylonier siegten, und er fiel in der Schlacht.

Eine Inschrift aus seiner Zeit berichtet von der Schlichtung eines Streites zwischen seinen Beamten über Eigentumsansprüche an Feld und Haus. Ölüdlicher als sein Vorgänger kämpfte

Minibpalekur. der um 1200 v. Chr. den Thron von Assyrien bestieg. Er war ein fräftiger Herrscher, der die Heere Ussyriens mit fester Hand zum Siege führte.

Inschriftlich nennt er sich „Minibapilekur, den mächtigen König .. dessen fangnetz sich wie ein Hirtenstab über das Land aus

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breitete 1)". Wenn das heißen soll, daß er das von ihm eroberte Land gütig behandelte, wie ein Hirt seine Schafe, so ist die Uebersekung doch nicht wohl geraten, da zwei Bilder darin vorkommen, die nicht zu einander passen.

In Babel folgte auf Rammanjumuzur deffen Sohn Milisihu, auf diesen Mardukapaliddin. Die K. S. enthalten eine Urkunde, worin Milisihu das Haus des Tarimanailisu versiegelt und es auf ewige Zeiten an Mardukkuduruzur übergibt. Wie die Namen anzeigen, war Milisihu wieder ein Kassite, Mardukapaliddin aber von semitischer Abkunft. Auf Minibpalekur folgte als König von Assyrien

Afurdax I. 1190—-1170 v. Chr., der nach dem Zeugnis seines Urenkels, Tiglatpilesars I., ein König „mit glänzendem Szepter war, der die Menschheit Bels regierte, dessen Händewerk und Opferspende den großen Göttern wohlgefiel, der auch in das höchste Greisenalter gelangte.“ Damit bes zeugt zu gleicher Zeit Tiglatpilesar die merkwürdige, weil in Affyrien äußerst seltene Tatsache, daß ein König an Altersschwäche starb. Da er aver nur 20 Jahre herrschte, wird er erst in höherem Mannesalter zur Regierung gelangt sein. Er kämpfte mit den babylonischen Königen Zamamazidiriddin, der drei Jahre regierte, und Belsumuzur, der nur ein Jahr König war; gewann die Städte Zaban, Jrria und Akarsallu nebst großer Beute. Die Tempel des Usur und des Ramman ließ er als baufällig niederlegen. Erst sein Urenkel baute sie wieder auf. Uuf Usurdan I. folgte sein Sohn

Mutukkiluusku 1170—1150 v. Chr. König von Assyrien. Er erneuerte den Palast Salmanassars I., und sein Enkel Tiglatpilesar bezeugt ihm, daß Asur, der große Herr, in Berufung seines treuen Herzens seiner begehrte, den er zur Herrschaft über Assyrien in Treue berief. Zu seiner Zeit herrschte frieden zwischen Babylonien und Affyrien, vermutlich weil des letteren Oberhoheit von Babylonien willig anerkannt wurde. Das änderte sich

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Afurrefift der 1150-1130 v. Chr. Affyrien beherrschte. Ihm stand in Babylonien Rabukuduruzur I. aus der Dynastie der Paschi oder Dase gegen. über, der nur 2 Jahre regierte. Ob er von Assyrien besiegt wurde, ist fraglich; aber er demütigte die Elamiter, Aharri und Kassi und brachte die geraubte Bildsäule des Marduk nach Babel zurüd. Aus dieser Zeit ist eine Inschrift erhalten:

„Samua und Samma, sein Sohn, die Nachkommen des Eriapriesters Nurlisir aus der Stadt Dinsarri, waren vor dem König von Elam zum König Rabukuduruzur

1) M. Straf, 3. f. U. 1904, S. 170.

die gegen Elang aiten befreit in Komet,

nach Kardunias geflohen. Der König Zabukuduruzur ließ ihnen Gnade zu teil werden, und mit ihm veranstalteten sie einen Zug gegen Elam; und er plünderte Elam und brachte Bel und Eria nach Babel; und es ließ Nabukuduruzur, König des Ulls, 120 Ucker Landes urkundlich bestimmen, und hat es für ewige Zeiten an Samua und Samma, seinen Sohn, den Eriapriester aus der Stadt Dinharri geschenkt, nämlich 30 Ader Sumpfland (?) in der Stadt Opis, 30 Uder in der Stadt Dursarrukin am Ufer des Kanals Mangatirabiti .... nach der Großelle .... bestätigte schriftlich der König Nabukuduruzur, ließ sie vermessen und stellte sie dem Samua und Samma, den Söhnen des Nurlisir, des Eriapriesters, zur Verfügung. Wer unter den künftigen Menschen betr. dieser Ländereien Widerspruch erhebt und das Verbot mißachtet, daß kein Beamter .... nach der Stadt gehn soll und ihre Be. wohner, ihre Rinder, ihre Esel nicht binden, ihr Zugvieh nicht nehmen, die Wagen nicht anschirren joll, der soll wissen: Alles was in der Stadt sich befindet, habe ich für frei erklärt, dem Eria geschenkt und sie mit den feldern belehnt. Diese Tafel ist nach der des Originals aus Ton gemacht.“

Das Original aber wird auf den Grenzsteinen des überwiesenen Lehngutes zu suchen sein.

Seinem Feldherrn Retimarduk aus dem Geschlecht der Karzijabku, der sich im Krieg gegen Elam bewährt hatte, gab er ebenfalls Besitz im Cand samar, der von allen Casten befreit war.

Jn der Zeit dieses Königs erschien ein Komet, der auch beobachtet und beschrieben wurde. Auf Nebukadnezar I. folgte auf Babels Thron Belnadinaplu und Marduknadinachi, auf Usurresisi sein Sohn

Tiglatpilesar 1. asiyr. Tukultipalesara, um (130--1110 v. Chr. König von Assyrien.

Von Belnadinaplu von Babylonien ist eine Urkunde erhalten worden. Nach ihr hatte in alter Zeit Gulkisar, ein König des Neerlandes, bei einer Stadt (Ca)iri am Ufer des Tigris für Mina, seine Herrin, ein Stüd Land abgegrenzt. Das hatte man 696 Jahre so gelassen. Aber im 4. Jahr Belnadinaplus hatte Jkarraikisa, Sohn des Jaiddina, Statthalter von Bitfimagir, sich Uebergriffe nach dem Meerland hin erlaubt und einen Teil dieses Tempellandes genommen. Infolgedessen wurde Yabusumiddina, Priester der Gur und der Mina, unter Seufzen und flehen bei dem König vorstellig, der darauf beide Statthalter zu sich beschied und nach dem Verhör bestimmte, daß das betreffende Cand den Göttern zurückgegeben werden solle.

Inschriftlich rühmt Tiglatpilesar I.: : „Unter dem Beistand Asurs, Samas, Rammans, der großen Götter, meiner Herrn, bin ich Tiglatpilejar, König von Ussyrien, Sohn des Üsurresisi, des Königs von Affyrien, Sohnes des Mutakkilnusku, des Königs von Uffyrien, herrschend von der großen See des Westlandes bis zur See des Landes Mairi, dahin ich dreimal gezogen bin.“

Tiglatpilesar war ein streitlustiger Herr, der auch viele Aufzeichflungen seiner Taten hinterlassen hat. So berichtet er auf einem Prisma, das im alten Assur gefunden wurde, von den großen Göttern, die ihm den Sieg über seine Feinde verliehen haben, durch den Griffel seiner des Kothurns gewohnten Schriftgelehrten:

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„Uur, der große Herr, der die Schar der Götter regiert, der Szepter und Krone verleiht, der das Königtum bestellt; Bel, der Herr, der König aller Anunaki, der Vater der Götter, der Herr der Länder; Sin, der weise, der Herr der Krone, der hohe, der Glanz ausgießt; Samas, der Richter himmels und der Erde, der die fredel der Bösen bestraft, der die frommen an das Ziel führt; Ramman, der macht. volle, der die Landschaften der feinde, Länder und Häuser überflutet; Ninib, der starke, der Böse und feinde verstört, der finden läßt, was immer das Herz begehrt; Istar, der erste der Götter, die Herrin des tesu ), die die Schlachten gewaltig macht; die großen Götter, die ihr Himmel und Erde regiert; ihr deren Angriff Verderben und Zerstörung ist; die ihr ausgedehnt habt die Herrschaft von Ciglatpilefar, dem mächtigen, dem geliebten, dem ihr euer Herz zugeneigt habt, dem erhabenen Hirten, den ihr erwählt habt nach dem Wohlgefallen eures Herzens, den ihr gekrönt habt mit einer erhaberien Krone; dem ihr die Herrschaft über das Land des Bel in Herablassung verliehen habt mit der Gewalt, der Würde, der Macht, die ihr ihm gewährt habt zum Sitz Eharjagkurkura; Aur (und) die großen Götter, die mein Königtum erhöht, die Stärke und Macht mir zum Besitz geschenkt haben, befehlen das Gebiet ihres Landes zu vergrößern.“

Es ist dem Cefer hier wohl zu mute, als müsse er einmal Atem holen bei diesen langatmigen Schmeichelreden der Föniglichen Schriftgelehrten, durch deren priesterliches Orakel der Wille und Gebot der Götter kund wurde. Sie sind Schreiber und Verfasser dieser Druntinschriften, bei denen für diese alte Zeit ein Zweifel, ob sie überhaupt von den Königen gelesen wurden, sehr berechtigt ift; denn erst Usurbanihabal kann sich rühmen, die Tafelschreibekunst und damit auch das Lesen vollständig gelernt zu haben.

Die Inschrift fährt fort:

„Ihre Waffen, die gewaltigen, den Sturmwind der Schlacht, gaben sie in meine Hand. Länder, Gebirge, Städte und fürsten, die feinde Afurs, unterjochte ich und unterwarf ihre Gebiete. Mit 60 Königen kämpfte ich gleich einem Wildstier, Sieg und Triumph trug ich über sie davon. Keinen Nebenbuhler hatte ich im Kampf und keinen gleichen in der Schlacht. Zum Land Affyrien fügte ich Land, zu seinen Leuten Leute hinzu. Das Gebiet meines Landes erweiterte ich, alle ihre Länder unterjochte ich."

Dann läßt der König von seinen Feldzügen gegen die Mofchier be. richten, die Bewohner des Landes Musku, im U. T. Mesech genannt, die unter ihren 5 Königen in das Land Kummuch, das spätere Kommagene, eine Landschaft zwischen Kilikien und dem Euphrat, eingedrungen waren.

Die Inschrift fährt fort:

„Die Leichen ihrer Krieger türmte ich in niederschmetternder Schlacht auf wie der Platzregen.' Jhre Leichname breitete ich über Schluchten und Höhen des Be. birges, ihre Köpfe schnitt ich ab; ihre Beute, ihre habe, ihr Eigentum ohne Zahl führte ich fort.6000, der Rest ihrer Leute, die vor meinen Waffen geflohen maren, umfaßten meine Knie. Ich führte sie fort und rechnete sie zu den Bewohnern meines Landes."

Hier verrät der Berichterstatter, daß nicht der viel spätere König Phul, sondern bereits Tiglatpilesar I. der Erfinder jener grausamen und zweischneidigen Maßregel ist, die Völker zu verpflanzen. Dann wurde

1) Ein verderblicher Geift.

das Reich der Hethiter, das damals seine Blütezeit bereits überschritten hatte, nach Besiegung des Königs Tejup mit Plünderung seines Gebietes für frühere Einfälle in Assyrien bestraft. Die Inschrift berichtet weiter:

„Das ganze Land der Suchi habe ich erobert, 25 seiner Götter, seine Befangenen, seine Besitztümer und seine Güter habe ich weggeführt. Die 25 Götter jener Länder, meine Beute, die ich mit mir führte, habe ich als ein Opfer für den Tempel der Belit, der erhabenen Gemahlin, der von Usur, meinem Herrn, geliebten, für den des Unu, des Hamman ?), der Jftar, des Usur, der Götter meiner Stadt Ussur und den Göttinnen meines Landes dargebracht.“

Wie heute die im Krieg erbeuteten Fahnen selbst in christlichen Kirchen zum glorreichen Andenken aufgehängt werden, so wurden in jener alten Zeit die geraubten Götter, ohne Priester und ohne Opfer, nicht der Anbetung, sondern dem Spott ausgefekt.

Sodann wird von dem Feldzug gegen die Länder Rairi am oberen Euphrat und Tigris und ihre 23 Könige d. i. Stadt- und Stammeshäupter erzählt. Sie wurden in ihren Bergen überfallen, geschlagen, die Städte verbrannt, die überlebenden Menschen samt Pferden und Dieh weggeschleppt.

In einer andrn Inschrift werden statt 23 Königen deren 30 genannt. Zwei Feldzüge gegen die Kairi unternahm der König nach seinem fünften Regierungsjahr, mit welchem die ganze Prismainschrift abbricht. Auf dieser läßt er berichten, wie er nach den Ländern ferner Könige am Gestade des oberen Meeres gezogen sei, wie er unwegsame Pfade und beschwerliche Pässe, die vordem kein König gescheut, verschloffene Straßen, ungebahnte Wege seine Krieger ziehen ließ. Dann hatten sie 16 hohe Gebirge zu bewältigen, wo das undurchdringliche Dickicht durch broncene Haden für die nachfolgenden Streitwagen geöffnet werden mußte. Stellten sich dann wilde und reißende Bergwasser dem Heere entgegen, so schlug man Brüden aus Urumibäumen 2). Uus Murattas raubte er Götter und Hausrat, 60 rukke Bronce, 30 Talente Bronce, sabarta (?) den Besiß, die tatur (?) ihres Palastes fort.

Die erste Inschrift fährt fort:

„Diesen Königen (der Nairi) bewilligte ich Gnade und schonte ihres Lebens. Gefangen und gebunden ließ ich sie vor Samas, meinem Herrn, los und den Eid meiner großen Götter ließ ich sie für die Zukunft der Tage, für die Ewigkeit, zur Untertänigkeit schwören. Die Kinder, die Sprößlinge ihres Hauses, nahm ich zu Geißeln. 1200 Roffe, 2000 Stiere legte ich ihnen als Tribut auf, in ihre Länder entließ ich sie.“

Aber nicht nur Roffe und Stiere brachte der König mit, sondern auch die kostbaren (?) Steine Ka, Halta und Sadana, die er in den alten Tempelkammern Anus und Rammans niederlegte. Strad vermutet in dem Kastein unsern Basalt, aber alle drei Steinarten sind uns unbekannt.

1) Ramman.
2) Vielleicht die Platane, der morgenländische Uhorn.

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