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Uuch die Uramäer am obern Euphrat, die Bewohner des Landes Musri oder Misri d. i. Kurdistan und andre wurden unterworfen und tributpflichtig.

„Im ganzen, heißt es weiter, 42 Länder und ihre fürsten von jenseit des untern Zab, den Grenzbezirken ferner Wälder, bis jenseit des Euphrat zum Lande Chatti und das obere Meer) gegen Sonnenuntergang hat meine hand von Beginn meiner Herrschaft bis zu meinem 5. Regierungsjahr erobert. Einerlei Rede ließ ich sie führen, empfing ihre Geißeln, Tribut und Ubgabe legte ich ihnen auf.“

Diese neue Zwangsmaßregel betr. der Sprache zeigt die ganze Macht und Rücksichtslosigkeit des absoluten asiyrischen Regiments. Die Absicht, die man dabei verfolgt, war nicht das Wohl der Untertanen, sondern die Stärkung der Reichseinheit und die Bequemlichkeit der königlichen Beamten. Daher begegnet man dieser Maßregel noch heute, wo die Macht zu ihrer Ausführung vorhanden ist, aber auch den Klagen der gezwungenen Völker.

Des Königs Unternehmungen gegen Babel fallen in die lekten Jahre seiner Regierung. Da unternahm er den lange aufgeschobenen Feldzug gegen Marduknadinachi, den König von Babylonien. Er eroberte Babel, Sippara und andre Städte, erlitt aber zuleßt eine Nieder·lage; denn der König von Babel konnte sich rühmen, Ussur besiegt zu haben, und brach raubend und verheerend in Affyrien felbst ein. Dieser Sieg wird durch eine Kuduru-Inschrift bestätigt, die später mitgeteilt werden soll, sowie durch den Raub zweier Götterbilder, Ramman und Sala. Davon schrieb Sanherib, der große König von Äffyrien auf den fellen von Bawian, er habe die Götterbilder, die Marduknadinachi, der König von Alkad, zur Zeit Tiglatpilesars I. aus der Stadt Efallate geraubt, nach 418 Jahren aus Babel geholt und nach Efallate zurückgebracht. Als Tiglatpilefar einst die babylonische Festung hanusa zerstört hatte, ließ er auf den Trümmern einen „ehernen Bliß" errichten und auf ihn eine Verherrlichung seines Sieges und Warnung vor dem Wiederaufbau der Stadt schreiben: „Ein Haus von Ziegelsteinen errichtete ich darauf und stellte einen Blitz aus Kupfer darin aufri 2). Zum Schreiben wäre vermutlich eine Tafel aus Stein oder Ton geeigneter gewesen; aber es mag richtig sein, was Thureau-Dandin meint, daß mit dem Bild ein fluch über jeden ausgesprochen sei, der diese Stelle zu besiedeln unternehme; wie auch anderswo berichtet wird, daß er Salz auf die Trümmer fireuen ließ, eine symbolische Handlung von derselben Be= deutung.

Dieser große Krieger war auch ein gewaltiger Jäger, ein zweiter Nimrod. Inschriftlich läßt er verkündigen, wie er „in den Tagen des föhnwinds, des Regens und des Sonnenbrandes, in den Tagen, wo der Kaffidiftern aufgeht, der weiß wie Kupfer glüht“, auf den armenischen

1) Das Mittelmeer.
2) u. Jeremias, U. 7. O., S. 116.

Bergen Steinböcke gefangen habe. So übersekt fr. Hommel, Jensen aber übersekt ,,in den Tagen der Kälte, des Hagels und Schnees“. Unter dem Kaksidistern verstehen die Einen den Antares oder kakkab misri, die Andern den Sirius oder den Orion oder einen Stern des südlichen Kreuzes.

In einer andern Inschrift rühmt er sich, daß er im Land Mitanni vier mächtige Wildochsen, am Chaboras 10 Šlephanten, dazu 920 Löwen getötet habe. 4 Elephanten fing er lebendig und legte ihnen Hörner und Häute der erlegten Jagdtiere auf, alles „durch die Hilfe der Götter Yergal und Minib“, die Schukpatrone der Jäger. Dieser Nimrod verstand aber noch mehr als Krieg und Jagd, er versuchte auf mancherlei Weise die Lage seiner Untertanen zu heben und zu verbessern. Er baute Kornhäuser, um Vorrat für Zeiten der Rot zu sammeln. Er legte neue Kanäle an, um Sümpfe zu entwässern und trodnen Landstrichen Wasser zuzuführen. Er führte fremdes Vieh ein, auch neue Pußpflanzen und fruchtbäume und sorgte für die Erhaltung der Wälder. Solche Maßnahmen einer Regierung am Ende des 12. vorchristlichen Jahrhunderts, hundert Jahre vor dem Krieg um Troja, 400 Jahre vor der Gründung Roms, nötigen uns Bewunderung ab und erheben den Namen dieses Königs mehr als die Unterwerfung der vielen umliegenden Völker und Länder, unter denen selbst Aegypten nicht fehlte, indem es Tribut an den Großkönig fandte.

Daneben baute er Paläste für sich und sein Haus, dazu festungen zum Schuß der Grenzen. Einen Tempel des Asur zu Assur stellte er wieder her, ebenso einen Tempel der Istar zu Minive und einen zu Assur, einen Tempel des Anu und einen des Ramman oder Adad, einen Tempel des Marduk und einen der Gula.

Von dem Ende dieses großen Königs ist uns nichts bekannt, nichts über die Art und Weise seines Abschiedes, nichts über den Regierungsantritt feines Nachfolgers. Dieser nennt sich Samsiramman II. Er regierte nur wenige Jahre 1100—1098 v. Chr. In Babylonien herrschten um diese Zeit semitische und kassitische Könige neben einander, insbesondere hatte das Meerland oder Kardunias feine selbständige Herrn. Es werden uns genannt Marduksapikzirmati und Rammanhabaliddina, Simmasidiu und Kassunadinachi, Inasulbarsakinsum, Kambarsichu und Eulbarsharokiizkur 1), wozu fr. Hommel ?) noch Rammansumiddin, Rammannadinachi und Mielisipak hinzufügt. Auf Samsiramman II. folgte ein Sohn des Königs Tiglatpilesars I.

Afurbilkala. um 1098--1090 König von Affyrien. Er nahm die Tochter Marduk: sapikzirmatis von Babylonien zu seiner Gemahlin und führte sie, mit

1) K. B. III, S. 127. 2 4. . 4, 5. 244.

vielen Geschenken ausgestattet, nach Affyrien und zwar nach Minive, das auch Salmanassar I. zur Residenz gehabt hatte. Die synchronistische Tafel, die dies berichtet, weiß nur die freundschaft zwischen Affyrien und líardunias zu rühmen. Ihm folgte sein Bruder,

Samframman III 1090—-1070 v. Chr. von ihm weiß man bis heute nur das eine, daß er einen Tempel zu Minive wieder herstellen ließ. Auf diesen König folgt ein Zeitraum von 70 Jahren, aus dem wir überhaupt von Uffyrien nichts erfahren, als daß es den Einfällen aramäischer Nomaden unterlag, die aus dem östlichen Arabien gegen Norden vorgedrungen waren. Auch der nun folgende König, A surir b a um 1000 v. Chr. hatte mit den Uramäern zu kämpfen. Sie entrissen ihm die feftung Pitru oder Pethor, das er Asurutirasbat genannt hatte, jenseits des Euphrat und Mutkinu nahe bei Karfemisch, die beide erst Salmanassar II. wieder zurüdgewann. Auf andern Kriegszügen drang Asurirba bis zum Mittelmeer vor und ließ seine Großtaten durch eine auf dem Berg Amanus aufgerichtete Tafel verkündigen; aber den Verfall des Reiches fonnte er nicht aufhalten. Noch weniger vermochte dies sein Nachfolger

Jrbaramman, dessen Regierungszeit nicht näher bestimmt werden kann. Unter diesem schwachen Herrscher sank das Ansehn von Ussyrien immer tiefer, während zu gleicher Zeit auch die Macht und Bedeutung Babyloniens zurüfging. Hierdurch wird erklärlich, daß das immerhin kleine Volt Israel unter seinem kriegstüchtigen König David seine Herrschaft bis zum Euphrat ausdehnen konnte, während sich in Vorderasien das filikische Reich erhob a).

In dieser Zeit des Verfalls rührte sich auch Elam. Seine Könige Schutruknachunte und dessen Sohn Kudurnachunte plünderten die Städte von Babylonien. Namentlich Sippara hatte zu leiden. Von hier wurde eine Bildfäule Marduks und vermutlich auch der große Stein, auf dem die Geseke Hammurabis eingegraben waren, geraubt und nach Susa gebracht.

Unter den folgenden Königen dauerte die Schwäche des assyrischen Reiches an wie unter Asurnadinachi und dessen Sohn Tiglatpilesar II. Auf diesen folgte A sur dan II. oder A sur a chi iddin, der von 930—911 v. Chr. König von Assyrien war. Eine Tafel aus seiner

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„Von dem 3. Tag dieses Monats Jjjar bis zum 15. Tag des Monats Ab dieses Jahres, für diese 100 Tage und 100 Nächte haben die Propheten (?) (Bitten) und faften ausgerufen.“

1) Vergl. Tiele a. a. O., S. 167.

Ein Prisma aus Terrakotta, das in des Königs Palast zu Ninive gefunden ward, verkündigt:

„Die Tore von Tannenholz mit fester füllung habe ich gebunden mit Bändern don Silber und von Erz; auch habe ich die Torwege mit Genien und Steinfolossen versehen, die gleich den Wesen, die sie darstellen, die Brust der Gottlosen überwältigen, die Schritte des Königs, der sie machte, beschützen und zur Vollendung führen. Zur rechten und zur linken habe ich ihre Riegel machen lassen. Möge in diesem Palast der gnädige Genius, der gnädige Koloß, Hüter der Schritte meiner töniglichen Person, über den meine Majestät sich freut, immer hier gegenwärtig sein, so werden ihre Waffen niemals ihre Kraft verlieren.“

Obwohl der Schreiber in des Königs Ramen sich Mühe gibt, das Bild von dem, was es darstellt, zu unterscheiden, will ihm dieses Unternehmen doch nicht gelingen; und haben wir in dieser Inschrift neben dem Zeugnis krassen Aberglaubens auch den vollen Ausdrud eines erbärmlichen Schwächegefühls erhalten. Diesem unfähigen Herrscher, der sich, wie es scheint, nur mit Bauten beschäftigte, folgte als der erste, der im Eponymenkanon genannt ist,

Ramman-nirari II. König von Affyrien 911--890 vor Chr. Er kämpfte mit zwei Königen von Babylonien, Samasmudammik und Nabusumiskun. Aber der Krieg blieb unentschieden; denn die Könige beider Reiche schlossen ein Bündnis mit einander und befestigten dasselbe durch wechselseitige Heiraten. Zu seiner Zeit bekriegten sich Israel und Juda, Syrien, Edom und Moab noch unter einander, wie Uhab und Joram von Israel (896--884) mit Benhadad und hafael von Damaskus kämpften ”). Eine nur kurze Regierung war seinem Sohn beschieden

Tukultininib 11. der 890–884 v. Chr. Afiyrien beherrschte. Er 309 gegen die Völker am obern Tigris und richtete an der Quelle des Subnat sein Bildnis auf. Ihm folgte sein Sohn

Alurnafrapal I. 884-858 v. Chr. König von Assyrien, nach langer Zeit wieder einmal ein kräftiger Herrscher. Er war der Liebling (eigentlich Uugapfel nisit d. i. Männlein hebr. ischon) von Bel und Adar, Unu und Dagon, der große König, der mächtige König, der König der Völker, König von Ussyrien, Sohn des Tukultininib, der von den Ufern des Tigris herrscht bis zum Libanon und zum großen Mieer. Alle Länder vom Aufgang bis zum Miedergang der Sonne hat er seinen Füßen unterworfen“.

So lautet die von seinen Bewunderern verfaßte Inschrift auf der Bruft seines Standbil.rs. Er selbst läßt im Eponymentanon über seine Thronbejteigung also schreiben:

1) 2. Kön. 6 und 9.

„Jch wurde geboren in Bergen, die niemand Pennt. Nicht war ich deiner Herrschaft eingedenk, betete nicht beständig zu dir, die Leute in Affyrien wußten nichts von deiner Gottheit, flehten nicht zu ihr .. da hast du, Jstar, furchtbare Herrscherin unter den Göttern, mich mit dem Blid deiner Uugen ausersehn, nach meiner Herrschaft Verlangen getragen, hast mich hervorgeholt aus den Bergen, zum Hirten der Menschen mich berufen, hast mir ein gerechtes Szepter verliehen."

Daneben verkündigt eine andre Inschrift:

„Der Gott Samas machte eine Sonnenfinsternis mir günstig, und mächtig saß ich auf dem Chron.“

Jedenfalls sagt hier der König, der Tod seines Vaters sei mit einer Sonnenfinsternis zusammengetroffen. Yun lautete etwa ein altes Orakel :

Wenn an dem und dem Tage eine Eklipse der Sonne stattfindet, dann stirbt

una König von 2 frieund dem Cage Clien. Nun lautetere Daters sei mit e

und die Orakelgeber verstanden es trefflich, für die Erfüllung ihrer Orakel Sorge zu tragen, zumal wenn ein alter König schwach war und ein aufstrebender Sohn sich ihrer Gunst erfreute.

In der Tat hob Usurnasirpal das affyrische Reich aus tiefem Verfall zu hohem Ansehn und neuer Blüte empor. Er kämpfte siegreich gegen die benachbarten Pairi, Babylonier, Uramäer und Kaffiten.

In seinem 2. Regierungsjahr emwfing er in Tusche den Tribut des Ammabala, fürsten von Biķamani, der hernach ermordet wurde. Hier wohnten Uramäer, die ansehnlichen Tribut an Geschirren und Kriegsrüstung, an Wagenpferden, Silber, Gold, Blei, Kupfer, Eisen, Kleider von verschiedenen Stoffen, auch fitu (?)-Stoffen, hölzernen Schüsseln, elfenbeinernen Bettgestellen, Rindern, Schafen, frauen und Töchtern nebst Mitgift liefern mußten.

Es scheint, daß die Aramäer, vorher Nomaden, sich schnell der Kultur bemächtigt und Reichtümer erworben hatten.

Um diese Zeit herrschte in Babylonien der Semite Labuaplaiddin 883—852 v. Chr. Dieser hatte einen Einfall des aramäischen Sutuvolkes in das Land Akkad siegreich abgewiesen und stellte den uralten, schon zu Zeiten des Königs Simmasichu verfallenen Tempel des Samas zu Sippara wieder her, nachdem „der große Herr seit langen Tagen mit Układ gezürnt und sein Antlik abgewendet hatte; aber er wandte fein Untlik und ward wieder gnädig" 1), nämlich als man sein Bild in einer furt des Euphrat gefunden und aufgenommen hatte. Sicher hatte der feind, der das Bild geraubt, der furt zu sehr vertraut und hatte, in tieferes Wasser geraten, das Bild im stich lassen müssen. Wie der Krieg zwischen Assyrien und Babylonien dieses mal ausfiel, können wir, da nähere Nachrichten fehlen, nur aus der Tatsache schließen, daß Labua plaiddin auf dem Thron von Babylonien belassen wurde, nachdem er vermutlich Assyriens Oberhoheit anerkannt hatte.

Dasselbe tat Lubarna, der König des Patinäerstaates am Orontes. Seit Usurnasirpal auch Phönikien und den Hethitertönig Sangara

1) K. B. III, S. 177.

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