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tributpflichtig gemacht hatte, reichten die Grenzen Ujjyriens und seiner Vasallen wie unter Tiglatpilesar I. vom Mieerland am persischen Meerbusen bis zum Mittelmeer, in desien heilige flut der König seine Waffen getaucht. Inschriftlich:

„Im großen Meere reinigte ich meine Waffen und brachte den Göttern Opfer dar. Ich empfing den Tribut der Könige am Ufer des Meeres, von Cyrus, von Sidon, Byblus und von Urwad, das mitten im Meere gelegen ist, Silber, Gold, Blei, Kupfer, kupferne Gefäße, buntgewirkte und leinene Gewände, große und kleine dort heimische Tiere, kostbare Hölzer und Zähne des Nasentieres, des Meergeschöpfes.“

Was unter dem Rasentier zu verstehen ist, läßt sich nur vermuten. Jch bin der Ansicht, daß so gut, wie der Walfisch früher ein Bewohner des Mittelmeeres war, auch das Walroß dort gehaust hat, deffen Jähne gleichsam aus der Nase hervorstehen.

Auch Jehu, der Sohn Omris, der 884–856 v. Chr. über das Volk Israel herrschte, entrichtete mehrere male dem Großkönig Tribut. So zeigt der berühmte Obelisk aus schwarzem Marmor einen Fürsten, der vor dem Großkönig kniet; und die Inschrift sagt:

„Ich habe empfangen den Tribut von Jehu, dem Sohn Omris, Silber, Gold, goldne Schalen, Kelche von Gold, Becher von Gold, Eimer von Gold, Blei, Szepter für die Hand des Königs und Speerschäfte."

Andere Inschriften berichten im einzelnen von den feldzügen dieses Königs, wie die Standard- Inschrift und eine Alabastertafel aus dem Tempel des Gottes Adar zu Balawat, dazu ein Monolith und ein Obelisk, der zu Kurkh nahe den Quellen des Subnat gefunden wurde. Auch hier zeigt ein Bild, wie der Großkönig den Tribut der unterworfeenen Völker empfängt. Der Monolith enthält in 360 Zeilen den Bes richt über die Feldzüge gegen die Rairi im Lande Yimma und Kirruri, beides Teile von Urmenien, wo Sarduri, König der Rairi, herrschte. Diese Feldzüge scheinen für die Uffyrer nicht glüdlich gewesen zu sein, da sämtliche Stämme der Yairi unter Sarduri vereinigt waren. Der Großfönig 30g auch gegen die Städte am Gebirg Nipur, gegen das Land Kummuch und die Stadt Suru; im Jahr darauf an die Quellen des Subnat und das Kasiergebirge, wo eine assyrische Kolonie bei den Städten Damdamma und Amadi sich empört hatte. Inschriftlich:

„Mitten im gewaltigen Gebirg Kasiari, einem beschwerlichen Land, das zum Vorwärtskommen der Wagen und Krieger nicht geeignet war, hieb ich mit eisernen Ueyten den Berg ab und riß ihn mit kupferner Hacen nieder; dann ließ ich Wagen und Krieger daher ziehn. Die Spitzen des Gebirges überwältigte ich, mitten in den mächtigen Bergen tötete ich ihre Krieger; mit ihrem Blut färbte ich den Berg wie rotfarbige Wolle. Den Rest von ihnen verschlang die Gebirgsschlucht.“

Während unter Tiglatpilesar I. noch broncene Werkzeuge gebraucht wurden ), finden wir hier zum ersten Mal eiserne Aerte erwähnt.

Yach der Beruhigung von Damdamma und Amadi 30g der Große könig gegen Kinabu. Tela und Tuscha, wo er sich einen Palast erbauen

1) Dergl. S. 20.

ließ. Später zog er auch gegen das Land Zamud am oberen Radanu, überschritt auf seinem Marsch den 3ab und den Daß von Babite und strafte abgefallene Untertanen auf das grausamste. 250 Städte der Pairi verwandelte er in Schutthaufen, die Gefangenen ließ er pfählen oder schinden, freuzigen, blenden oder sonst verstümmeln. Äuch Kudur, den fürsten von Suchi, besiegte er troß der Hilfstruppen, die Babel dorthin gesandt hatte, und eroberte seine Hauptstadt Suri. .

In seinem 18. Regierungsjahr mußte der Großkönig von neuem gegen die Kairi zu feld ziehen, ein Beweis, daß die assyrischen Hofgeschichtsschreiber viele und große Erfolge zu Ehren ihres Herrn – erdichtet hatten, wie solche hohe aber hohle Redensarten selbst den Schluß der Annalen verunzieren: „Ueber die Herren der Länder Žairi, Kirhi, Subarra und Mirtu brüllte ich wie Ramman der Regengott“ 1).

Wie in seinen Raub- und Feldzügen ging Asurnasirpal auch im Privatleben die Wege seines Ahnherrn Tiglatpilesars I. Wie dieser war er ein eifriger, furchtloser Jäger. Am Euphrat tötete er 50 Wildochsen oder Büffel und schidte 8 Stüd, die er lebendig gefangen hatte, in seinen Wildpark oder zoologischen Garten, eine neue Einrichtung, deren Urheber m. W. noch nicht bekannt geworden ist.

In Kalah, der von Nimrod in grauer Vorzeit gegründeten, von Salmanassar I. wieder hergestellten Stadt, die heute in dem Trümmerhügel Balawat als ein Teil des großen Minive wieder gefunden ist, erbaute fich Asurnasirpal einen Palast, zu dem er das nötige Holz von dem Berg Umanus herbeischaffen ließ, wie schon der alte Priesterkönig Gudea vor ihm getan hatte. Der königliche Jäger wollte mitten in feinem Wildpark wohnen. Hier opferte er seinen Göttern, hier mußten die Steindenkmäler seine Siege verkündigen. In diesem Palast befand sich auch die neu begründete Bibliothek und ein großes Werk über Astronomie. Als ein freund der Wissenschaft und Förderer der Künste ließ der Großkönig die vorhandenen Schriftwerke fleißig abschreiben. Sein Oberbibliothekar war Yabuzukupsina, der Sohn des Astronomen Mardukmubusa.

Von dem Ende dieses großen Königs vernehmen wir gar nichts. Ihm folgte wiederum sein Sohn, '

Salmanasar II. assyr. Schulmanascharid, 858–824 v. Chr. König von Assyrien, der seinem Vater ähnlich ein kräftiges Szepter führte. Er kriegte mit Ärmenien und Syrien, Israel und Phönifien, Babel und Elam. Ein Monolith, der in Kurth gefunden wurde (9. S. 76), und ein schwarzer Obelisk und mehrere Steinkolosse berichten durch ihre Inschriften von den Taten des Großkönigs.

1) Vergl. Strack in 3. f. 4. 1898, S. 60,

„Im Anfang feines Priestertums, d. i. im ersten Jahre seiner Regierung" (palu), so berichtet er auf dem schwarzen Obelisken, überschritt er den Euphrat und zog über das Gebirg Lalar, also nach Westen hin; dann zog er in das Bergland Uruatri oder Urardi d. i. Armenien, eroberte Hinane, Luha und sechs andre Länder, überstieg unzugängliche Berge, die wie ein eiserner Dolch sich gen Himmel streckten“, zerstörte die feste Stadt Urinnu und zog nach den Bergen von Bahlirasi, die an das Meer stoßen. Die fürsten Nikdima und Nikdiara flohen auf urbateSchiffen auf das Meer, nämlich den Urmiasee in Armenien. Aber Salmanassar hatte bald flöße aus Hammelhautschläuchen zur Hand, die noch heute in jener Gegend gebrauchten Kalaks, und lieferte ihnen eine Seeschlacht, in der er Sieger blieb: „Das Meer färbte ich mit ihrem Blut wie rotfarbige Wolle" ist der stehende Ausdrud der königlichen Tafelschreiber. Die urbate-Schiffe der Armenier, die sich, nicht bewährten, waren vermutlich aus Schilfgeflecht hergestellt, das mit Asphalt gedichtet war. Diese kleinen leicht durchbohrten Fahrzeuge konnten sich unmöglich gegen die sicheren Flöße der Assyrier halten, zumal diese nach Belieben vergrößert werden konnten. Im Tempel der Landeshauptstadt Kirzan stellte er sein königlices Bild auf und empfing den Tribut von Tyrus und Sidon und von Jehu, dem Sohn Omris, wie auch sein Vater Usurnarsirpal ihn empfangen hatte. Dies geschah in den lezten Jahren von Jehus Regierung, als dieser, durch Hasael von Damaskus bedrängt, den Beistand des assyrischen Herrschers zu erkaufen suchte. Da aber nach den Inschriften Salmanassars anzunehmen ist, daß hafael nicht eher als zwischen dem 14. bis 18. Jahre der Regierung Salmanassars Herr von Syrien wurde, so wird es wahrscheinlich, daß hafael schon zu Čebzeiten Benhadads als Drätendent und üsurpator aufgetreten war.

Seinen zweiten Feldzug unternahm der Großkönig gegen das Land Hanigalbat /. i. ein Teil von Armenien und Kurdistan, dessen König Mattuara, dessen Hauptstadt Milidia später Melitene genannt wird. Mattuara hatte sich mit den Königen der Khatti und Ahlami, seinen Rachbarn, verbündet; aber sie alle wurden besiegt und ihre Gebiete bis Karkemisch am Euphrat erobert ?).

. So lange Nabubaliddin in Babel regierte, war frieden zwischen Babylonien und Affyrien; aber als er „sein Land verlassen hatte“, d. h. gestorben oder zu seinen Vätern versammelt war, und sein Sohn Miarduksumizkur oder Marduk nadinsum den Thron des Vaters eingenommen hatte, empörte sich der andre Sohn Mardukbelusati, auf die Chaldäer gestükt, gegen seinen Bruder. Salmanassar unterstüßte den rechtmäßigen Erben, „um empfangene Wohltaten zu vergelten“, die Aufrührer aber besiegte und tötete er. So war mit der Eroberung von Mieturnat und Gananati der Krieg beendet, und der Großkönig brachte als

Iní hriften 5914. bis 18. Jabber cheinlich, daß ketreten war.

1) Mitteil. v. 1904, 20. S. 50.

far tiffati „Herr der Welt“ in Babel, Borfippa und Kutha Stieropfer dar, um sich öffentlich als Oberherr von Babylonien zu erweisen; und dies war der Lohn für seine Hilfe, daß er von allen Fürsten Babyloniens, auch dem des Mieerlandes als Oberherr anerkannt wurde. Dies geschah um 854 v. Chr.

In demselben Jahre unternahm Salmanassar einen Feldzug gegen Biridri oder Benhadad von Damaskus, der auch Rammanidri, Adadidri und hadadeser genannt wird. Mit ihm hatten sich 12 Könige, unter ihnen Jrkallini oder Jechulene, Jochulini von Hamath, König der Hethiter, auch die von Musri, Arabien, Ummon und andre vereinigt; aber in der großen Schlacht von Karkar wurden sie besiegt. Doch behielt Damaskus noch seine Selbständigkeit. Der König läßt berichten:

„Während des Eponymats des Dajan-Usur verließ ich am 14. Jjjar Ninive, überschritt den Tigris und zog gegen die Städte Giammus am flusse Kafata. In die Stadt Kitlal und die Stadt Tulsahabalachis ) rückte ich ein, meine Götter stellte ich in seinen Palästen auf, tasiltu (?) machte ich in seinen Palästen, seine Schätze führte ich als Beute nach meiner Stadt Uffur ab. Von Kitlal brach ich auf nach Karsalmanaffar und überschritt zum zweiten Mal auf Hammelhautschiffen den Euphrat während seines Hochwassers. Den Tribut der Könige vom jenseitigen Ufer des Euphrat, des Sangar von Karkemisdi, Kudaspi von Kommagene, Urami Sohnes des Busi, Lalli von Lallid, Chajan Sohnes des Geber, Girparud von Patin, Girparud von Bamgum, Silber, Gold, Blei, Kupfer ... nahm ich für die Stadt Ussur. Um jenseitigen Ufer des Euphrat oberhalb des flusses Šagur, was die syrischen Einwohner die Stadt Pathor nennen, nahm ich den Tribut ein ... Von Halman brach ich auf und 309 gegen zwei Städte des Irkallini von Hamath, Udimu und Barga. Seine Königsstadt Ärgana eroberte ich, seine Gefangenen, seine Habe, die Schätze seiner Paläste führte ich fort. Karkar verbrannte ich mit feuer. 1200 Wagen, 1200 Reiter, 20000 Mann Dadidris von Damaskus; 200 Wagen 700 Reiter 1000 Mann Irfallinis von hamath; 2000 Wagen 10000 Mann des Uhab von Mat Sirlani; 500 Mann des Guäars; 1000 Mann von Land Musri; 10 Wagen, 10000 Mann von Mat Jrkanat; 200 Mann des Matinubaal von Uradus; 2000 Mann vom Land Usanat; 30 Wagen 10000 Mann des Udunubaal von Sizan; 1000 Kamele des Gintibu von Urba; und 100 Mann des Bahía, Sohnes des Ruhub, von Ummon; diese 12 fürsten kamen zu seiner Hilfe herbei und zogen kampfbereit wider mich heran. Mit der erhabenen Macht, die Ufur mir verliehen, mit den gewaltigen Waffen, die mein Vorkämpfer, der Gott Nergal, mir gewährt, kämpfte ich mit ihnen. Von Karfar bis Gilzan brachte ich ihnen eine Niederlage bei. 14 000 ihrer Krieger überwältigte ich mit Waffen, gleich dem Sturmgott ließ ich Unwetter über fie regnen, ich streckte sie zu Boden und breitete ihre Leichname massenhaft über die Ruinen, mit der Waffe verspritzte ich ihr Blut.“

Einige forscher 2) wollen in dem Ahab von Sirlaai den König Ahab von Israel erkennen, der 918–897 v. Chr. regierte, also zur Zeit Usurdans II. und Rammanniraris II., unter denen Assyrien ganz darniederlag, sodaß Ahab und sein Cand von Assyrien nichts zu leiden hatte.n. hat er aber in der Schlacht von Karkar mitgekämpft, so hat er

__!) Tulsahabalachi nehme ich gegen E. Schrader als Königsname an, weil sogleich die Beziehung auf den König folgt.

2) Selbst Hommel hat sich auf diesen Weg begeben K. A. T., S. 247, nachdem er die ersten richtigen Eindrüde überwunden.

noch 854 v. Chr. gelebt, und die biblische Zeitangabe ist falsch. Uber dagegen stehn mehrere gewichtige Gründe: 1.. Jsrael und Damaskus waren bis auf eine ganz kurze Spanne Zeit die bittersten Gegner. 2.

Israel wird in assyrischen Berichten stets Bit Omri oder Mat Omri genannt; der hier genannte Ahab ist aber ein König von mat sirlaai. Kennen wir dieses Cand noch nicht, so muß es darum nicht grade Israel sein. Wir kennen auch andre Länder nicht, die hier erwähnt werden. 3. Die hebräischen Namen, die mit I anfangen, werden im Assyrischen ebenso wiedergegeben. Es würde Israel assyrisch etwa Jesar-ilu lauten, sicherlich nicht sirlaai. Inschriftlich läßt der König weiter berichten:

„In meinem 10. Jahr ging ich zum 8. mal über den Euphrat.“

Es galt die Verbündeten vom Jahr 854 von neuem zu demütigen; demnach war die Niederlage der Verbündeten nicht so schwer gewesen, wie der Bericht der königlichen Schreiber sie darstellte. Sie wurden abermal besiegt und retteten ihr Leben nur durch die Flucht.

„In meinem 11. Jahr 30g ich von Ninive weg und 30g zum 9. Mal über den Euphrat zur Zeit der Ueberschwemmung.“

Benhadad oder Biridri von Damaskus wurde geschlagen, aber nach 3 Jahren mußte Salamanassar mit demselben Gegner und seinen Verbündeten zum 3. Mal kämpfen, und die biblischen Berichte sollten alle diese Waffengänge Ahabs gegen Assyrien verschwiegen haben? Das ist nicht gut denkbar. Der Großkönig zog gegen sie mit 120 000 Mann und gewann den Sieg, wenn man den Inschriften glauben darf; in Wirklichkeit hatte er so schwere Verluste erlitten, daß er umkehrte.

In meinem 18. Jahr zog ich zum 16. Mal über den Euphrat. Hazailu von Damaskus, der den Thron Benhadads an sich gerissen hatte, vertraute auf die Macht seiner Krieger und versammelte sie in ihrer Menge. Saniru (d. i. der Berg Hermon), den Berggipfel am Eingang zum Libanon, machte er zu einer festung. Ich kämpfte gegen ihn, seine Niederlage vollzog ich. 16 000 Mann seines Heeres mit ihren Waffen vernichtete ich, 1121 seiner Wagen, 470 seiner Reiter und seine Vorräte nahm ich ihm. Um sein Leben zu retten floh er. Ich verfolgte ihn. In Damaskus, seiner königlichen Burg, schloß ich ihn ein. Seinen Park hieb ich nieder. Nach den Bergen von hauran ging ich (warum, wird wieder verschwiegen), un. zählige Städte plünderte ich, zerstörte sie, steckte sie in Brand und führte ihre zahllosen Gefangenen hinweg. Bis zu den Bergen des Bahlrasi, eines Vorgebirges, zog ich und stellte mein Königsbild dort auf. Damals empfing ich den Tribut der Tyrer, der Sidonier und des Jaua, des Sohnes Omris.“

Von Jehu von Israel hatte schon Asurnasirpal Tribut empfangen, nun wieder Salmanassar; und eines Ahab wird gar nicht gedacht!

In seinem 13. Regierungsjahr kämpfte der Großkönig in der babylonischen Landschaft Ramri, deren König Marduksumudamik genannt wird. Er floh, und Salmanassar sebzte einen Jauzu an seine Stelle, aber die mannigfaltige Beute nahm er mit sich.

1) Sonst Gebal, das spätere Byblus. S. Pal. u. Syr., S. 62.

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