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Wilhelm Beste,

Pastor an der Hauptkirche zu Wolfenbüttel und ordentlichem Mitgliede der

historisch-theologischen Gesellschaft zu Leipzig.

I. Band.

Die lutherschen Kanzelredner des Reformationszeitalters.

Leipzig,
Verlag von Gustav. Mayer.

1856.

.

Die

bedeutendsten Kanzelredner

der

lutherschen Kirche des Reformationszeitalters,

in Biographieen und einer Auswahl ihrer Predigten

dargestellt

von

DIVINAT SCHOOL
HARVARD UNIVERSITY

Wilhelm Beste,

Pastor an der Hauptkirche zu Wolfenbüttel und ordentlichem Mitgliede der

historisch-theologischen Gesellschaft zu Leipzig.

LIBRARY.

Leipzig,

Verlag von Gustav Mayer.

1856,

Vorwort.

Nach langer Forschung bin ich mit Gottes Hilfe im Stande, das nachfolgende, schon im ersten Bande für sich selbstständige, Werk der Öffentlichkeit zu übergeben. Wie Viel ihm auch mangeln mag, so zweifele ich dennoch nicht, dass es einem ansehnlichen Leserkreise, namentlich unter den praktischen Geistlichen, willkommen sein wird. Denn es predigen hier die hervorragendsten Herolde der wiedergeborenen Wahrheit, und zwar dem bei weitem grössten Theile nach solche, die seit dreihundert Jahren nicht wieder zu Worte gekommen sind. In der That müsste es Wunder nehmen, dass bei dem eifrigen Streben, die älteren Zeugen wieder reden zu lassen, die geistlichen Redner des 17. Jahrhunderts zwar beträchtlich bedacht, von den früheren aber ausser Luther bis jetzt nur sehr wenige neu edirt wurden, wenn nicht fest stände, dass die gedruckten Predigten des 16. Jahrhunderts wirklich selten geworden, ja zum Theil — wie z. B. die von Aquila, Jonas, Bugenhagen, Amsdorff — nur als einzelne Fluglibelle, in Collectaneen - Bände eingeheftet, anzutreffen sind. Zahlreichen öffentlichen und Privat-Bibliotheken, vor

züglich der berühmten Guelpherbytana, die in dem Herrn
Dr. Bethmann einen eben so freundlichen, als gründlich
gelehrten Vorsteher wiedererhalten hat, habe ich die Ent-
deckung der verschütteten Quellen zu danken.

von der

Da die Predigten des Reformationszeitalters das Wesent-
liche der dasselbe bewegenden Gedanken darstellen und man
durch jene hindurch ihm recht eigentlich in's Herz sehen
kann, so hoffe ich zugleich, einen Beitrag zu seiner inneren
Geschichte gegeben zu haben, der um so wichtiger sein
dürfte, als in jener Epoche die Blüthe der Literatur mit der
Blüthe des Glaubens zusammentrifft, eine Thatsache,
wir, zum Schaden der Kirche, im goldenen Zeitalter der
neueren Literatur das Gegentheil erlebt haben. Durch die
nach alten Quellen und guten Monographieen bearbeiteten
Lebensbeschreibungen wird das Werk auch im angedeuteten
historischen Interesse nur gewinnen können; denn was die
Naturgeschichte ohne Kenntniss der Geographie, Das ist die
Literaturgeschichte ohne Kenntniss der Biographie.

Zur ausschliesslichen Behandlung der lutherschen Kan-
zeli ner hat mich ausser der Nothwendigkeit der Stoffbe-
schränkung nicht unberechtigter Widerwille gegen die refor-
mirte, wohl aber berechtigte Vorliebe für die eigene Kirche,
die übrigens bis zum Ende des 16. Jahrhunderts dem Namen
nach nicht vorkommt, der Sache nach aber von Luther ab
vorhanden war, bewogen. Prediger, welche nicht, wie z. B.
die Anhänger Melanchthon's, von einer einzelnen Partei,
sondern, wie z. B. Agricola, von der lutherschen Gesammt-
kirche als Häretiker betrachtet sind, habe ich unberücksich-

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