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Die

Lutherische Dogmatik

historisch - genetisch dargestellt

von

:

Dr. Karl Friedr. Aug. Kahnis,

Professor der Theologie zu leipzig und Domherrn des Hochstiftes Meißen.,

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Vorwort.

ist, wie allgemein anerkannt, Dogmatik die systematische Darstellung der Glaubenslehren der Kirche, so hat sie von Principien auszugehen, um aus denselben die Glaubenslehren zu entwickeln und zu beweisen. Dieß ist denn auch der Weg, den die meisten Dogmatifer, natürlich mit mehr oder weniger wissenschaftlichem Bewußtsein und Erfolg, einschlagen. Sie handeln in den Prolegomenen von dem principiellen Fundamente und stellen dann die einzelnen Dogmen nach ihrem Verhältnisse zu Schrift, Kirchenlehre, religiösem Bewußtsein und Wissenschaft dar. Allein dieser Weg hat seine Schwierigkeiten. Die Prolegomenen haben die Lehrprincipien nicht bloß hinzustellen, sondern auch zu beweisen. Soll der Beweiß aber gründlich sein, so fordert er be. deutende Vorausseßungen. Bei Vorlesungen kann sich der Dogmatiker auf die Ergebnisse anderer Vorlesungen beziehen. Der dogmatischen Schriftsteller aber, welche auf grundlegende Schriften verweisen können, ist doch nur eine kleine Zahl. Die vorhandenen Werte dieser Art haben es noch nicht zu Resultaten gebracht, welche sichere Unterlagen bil. den. Auß nicht vorhandenen Ausführungen oder gar Disciplinen aber Lehnsäße zu nehmen, sieht wissenschaftlicher aus als es im Grunde ist. Schleiermacher's dogmatisches System ruht auf Lehnsäßen aus Disciplinen, die in dieser Gestalt gar nicht eţistirten. Und doch weiß jeder Kenner, daß in diesen Lehnsäßen die Summe des Schleiermacher'schen Systems liegt. Ein gründlicher Dogmatifer wird daher was er irgend kann in den Prolegomenen zu deđen suchen. Ich weiß nicht wie man das protestantische Formalprincip der alleinigen Auktorität der Schrift anders entwickeln und beweisen kann als aus dem Wesen des Christenthums, dieß aber auf anderem Wege finden als aus dem Gange der Bundesoffenbarung, welcher sich doch wahrlich nicht mit einigen Strichen hinwerfen läßt. Ohne die Grundlage aber der allgemeinen religiösen Wahrbeit wird sich das Wesen des Christenthums nicht als Wahrheit rechtfertigen lassen. Prolegomenen, die dieß Fundament haltbar

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