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Menzel, Wolfgang: „Die deutsche Literatur.“ 2. Ausg. Stuttgart.

1838. Gelzer, H.: „Die deutsche poetische Literatur seit Klopstod und Leso

sing. Nach ihren ethischen und religiösen Gesichtspunkten." Leipz. 1841. Gervinus: Schiller und Göthe in „Geschichte der deutschen Dich.

tung." Bd. V. S. 363 – 569. Leipzig. 1842. Weber, W. E.: „Vorlesungen zur Aesthetif, vornämlich in Bezug auf

Göthe und Schiller." Hannover. 1831. Schlegel, Fr. v.: ,,Geschichte der alten und neuen Literatur.Neue

Ausg. Berlin. 1841. Schlegel, A. W. v.: ,, Vorlesungen über dramatische Kunst und Li

teratur. Seidelberg. N. A. 1817. Sulger: „Beurtheilung der Vorlesungen," in den nachgelassenen Schrif:

ten. Leipzig. 1826. BD. 2. S. 492. Boh, A. 2.: ,,Geschichte der neueren deutschen Poesie." Borlesun.

gen. Siehe darin über Göthe's und Schiller's dramatische Poesie.

Göttingen. 1832. Varnhagen von Ense: ,, Vermischte Schriften.“ 2. Aufl. Leipzig.

1843. Und: „Zur Geschichtschreibung und Literatur.“ Hamb. 1833. „Briefwechsel zwischen Schiller und Göthe in den Jahren 1794 - 1805. Stuttg. und Süb. 1828.

Man vergleiche noch zur Charakteristil Göthe's in Bezug auf le: ben und Schriften: Edermann, J. P.: „Beiträge zur Poesie und mit besonderer Hin.

weisung auf Göthe." Stuttg. 1823. Dünger, H.: „Göthe als Dramatiser." Leipzig. 1837, . Varnhagen von Ense: „Göthe in den Zeugnissen der Mitlebenden.“

Berlin. 1823. Gösd el, C. F.: „Unterhaltungen zur Schilderung Göthescher Dicht:

und Denkweise." Schleusingen. 1834. „Göthe's Briefwechsel mit einem Kinde" (Bettina v. Arnim geb. Bren

tano). N. 4. Berlin. 1837. . ,,Göthe's Briefwechsel mit Zelter in den Jahren 1796-1832." Berlin.

1833. Eder in ann: „Gespräche mit Göthe in den Jahren 1823-1832.

Leipzig. 1837.
Riemer, F. W.: „Mittheilungen über Göthe." Berlin. 1841.

Die Charakteristil einzelner Werke außerdem in:
A. W. v. Schlegel's kritischen Schriften. Th. l. (Tasso. . - Die

römischen Elegieen. – Hermann und Dorothea.) Fr. v. Schlegel's

sämmtl. Werten. Bb. 4. (Wilhelm Meisters Lehrjahre. - Gedidite.

Dramatische Werke.) Humboldt's ästhetischen Versuchen über „Göthe's Hermann und Dorothea." Hiede, ,, Entwicelung des Ganges der Handlung in 8.'Iphigenia." (Zeit. 1834.) Rötscher über die Wahlverwandtschaften. (Berlin 1838.) Carus, Deyło, Göschel, Hinrichs, Löwe, Rosenfranz, Rötider, Weiße u. A. über G.'s Faust u. s. w.

Ueber Schiller vergleiche man: Carlyle, Thom.: ,,leben Schiller's," aus dem Engl. eingeleitet von

Göthe. Frantf. 1830. ,,Briefwechsel zwischen Schiller und W. v. Humboldt.“ Mit einer Vor:

erinnerung über Schiller und den Gang seiner Geistesentwicklung von

W. v. Humboldt. Stuttg. u. Tüb. 1830. Wolzogen, Karoline v.: „Schiller's Leben, mit Bezug auf Göthe.“

Stuttg. u. Tüb. 1830. Hoffmeister, C.: ,,Leben, Geistesentwidlung und Werke.“ Stuttg.

1827. Schwab, G.: „Schiller's Leben." Stuttg. 1840.

Außerdem noch über einzelne seiner Werke: Süvern, über S.'8 Wallenstein in Hinsicht auf griech. Tragödie. Berlin. 1800. Lud. wig Died in den dramaturgischen Blättern. Breslau. 1823. u. f. w.

Seite 243. 3 ell, Karl:

Ueber das Sittliche in der griechischen Volk&religion. (Ferienschriften von Karl Zell. 1. Sammlung. Freiburg im Breisgau.

1826.) Jacob8, Friedrich: In den vermischten Schriften. Th. 3. Leipzig

1829. „Ueber die Erziehung der Hellenen zur Sittlichkeit" und die, Zugaben, bornämlich: „Hellenische Götterwelt," und „Religiosität des

Heidenthuing." Herber: „Abhandlungen und Briefe über schöne Literatur und Kunst.“

Th. 1. S. 173 ff. Th. 15 der Werle zur schönen Literatur u. Kunst. Creuzer, G. F.: ,, Symbolit und Mythologie der alten Völker.“

4 Bde. 1810 – 22. Darmstadt. N. Aufl. 1842.

Seite 257. Süvern, 28.:

Grundzüge der griechischen Tragödie. (Ueber Schiller's Wallenstein in Hinsicht auf griechische Tragödie. Ber.

lin. 1800. S. 23 -- 42.)

Vergleiche: Ebendaselbst S. 159. 160. 163. 203. 212. 220 ff. Jacob 8: „Vermischte Schriften.“ Th. 3.

Die Tragödie. ,,Das, was der Tragödie von ihrem Entstehen an den eigentlichen Charakter der Großartigkeit aufgeprägt hat, ist ihre enge Verbindung mit der Religion, indem sie, als ein Mittel der Verehrung der Götter, eine Würde behauptete, die kein Aufwand der Kunst einem Gegenstande geben kann, der sich nur als geistreiche Unterhaltung geltend machen wil. Nicht nur bereiteten feierliche Reinigung der Bühne, Gebete und Opfer *) die Ausführung vor, sondern die ganze Handlung war auf die Darstel. lung jener tiefbegründeten Idee der Gerechtigkeit gerichtet, deren Gesebe, ewig wie die Natur, von den Göttern gehandhabt werden **), und oft in der Geschichte ganzer Geschlechter ihre furchtbare Macht äußern ***). Der herrschende Glaube forderte Zusammenstimmung des menschlichen Lebens mit dem göttlichen Willen, und jedes tragische Unglüd erschien ihm als ein Verkennen des Sinnes der Götter, gleichviel, ob ver. schuldet oder unwillführlich, oder als die Folge übermüthiger Erhebung, menschlicher Abhängigkeit über die Macht, die das Leben nach unwan. delbaren Gefeßen lenkt t). Daher ist denn die alte Tragödie von der Religion durchdrungen, und es ist bekannt, wie aufinertsam die 3u. schauer gerade auf diese ihre Richtung waren, und mit welcher Lebhaf: tigkeit sie sich gegen Alles einpörten, was die Heiligkeit der Religion zu verleßen schien tt). Daher war auch dieser Theil der öffentlichen Fest: lichkeit, so wenig als irgend ein anderer, dein Zufalle anheim gegeben, sondern Richter darüber geregt, welche, weit entfernt, das Urtheil der Menge für die Stimme Gottes zu halten, ohne Zweifel mehr nach sitt. lichen als nach ästhetischen Gründen entschieden. Wenn ein solcher Richter, sagt Plato tit) seine Pflicht erfüllen will, so darf er sich nicht

durch

*) Plutarch. Vit. Cimon, c. 8.

**) Dieser Gegenstand ist in einer besondern Abhandlung de Justitia fabulosa ad rationem Tragoediarum graecarum philosophicam atque politicam pertinente von Bouterwed ausgeführt. S. Comment. Soc. reg. Scient. Göttingens, recentiores Vol. II. ad ann. 1811 — 1813.

***) Siehe hierüber Sú vern's treffliche Abhandlung über den historischen Charakter des Draina, vornehinlich S. 33 f., wo in der Gesdichte der Pes lopiden die aus ftrenger Handhabung der religiösen Gelege entspringenden Gegensäße bis zu ihrer endlichen Auflösung entwickelt sind.

) Süvern a. a. D. S. 13. #t) Plutarch T. II. p. 19 E, Seneca Epist. CXV. 15. ftt) De Legg. II, p. 659 B.

durch das Getöse der Menge betäuben lassen; denn er roll nicht der Schüler, sondern der Lehrer der Zuschauer sein, und denen entgegen ar: beiten, die den Zuschauer nicht auf die gehörige Weise ergößen. Das durch), fährt er fort, daß man der Menge gestattet, den Sieg gleichsam durch Stimmenmehrheit zu entscheiden, werden die Dichter, und mit ihnen die Quellen des Vergnügens verdorben. Statt, daß die Zuschauer etwas Besseres als ihre eigenen Sitten vernähmen und ihre Neigungen veredelten, geschieht denn gerade das Gegentheil." Süvern: „Ueber den historischen Charakter des Drama." In den

Abhandlungen der Berliner Akademie der Wissenschaften vom Jahre 1825.

,,Das Wesen des Drama im Allgemeinen besteht in dem, wovon es seinen Nainen hat, in der Handlung, und diese in einem Conflicte mit einander entzweiter Kräfte, worin ein Besonderes mit allgemeinen oder speziellern Befeßen, Schranken und Verhältnissen des Lebens, und nur in niedrigster Potenz das Persönliche mit dein rein Persönlichen, befangen ist, giebt also Bilder des Lebens und der Geschichte selbst. Dies ist die dramatische Haupteigenschaft, in welcher die Tragödie und die Komödie sich begegnen und vermöge deren sie beibe in das Verständniß des menschlichen Lebens einführen und Aufschluß geben können über feine Quellen, Triebfedern, Störungen und deren Ausgleichung, in man: nigfaltiger Beziehung. Der Unterschied beider in Hinsicht auf diese ihre wesentliche Eigenschaft liegt nur, um mich philosophischer Schulaus. brüde zu bedienen, in der Qualität der einer jeden anheim fallenden Art bon Handlungen, in der höhern oder niedern Beziehung zu den Lebensgelegen, worin diese stehn, oder ihrer Relation, und in der Moda: lität ihrer Auffassung und Darstellung. Dies hier gleich näher aus. einander zu feßen und zu beweisen, kann ich mich, da nicht eine Theorie beider Dichtungsarten bezweckt wird, entübrigt halten. Im Verfolg aber wird sich jedes an seiner schicklichen Stelle genugsam erklären.

Die Tragödie zuvörderst hat nur solche Handlungen, welche den Conflict eines Besondern mit den höchsten Gefeßen des Lebens selbst, oder positiver gesellschaftlicher Ordnung, oder auch beider unter einander, enthalten, und in denen es darauf ankommt, ob das Geseß und die Ordnung, oder die damit entzweite Persönlichkeit, bestehen soll, zum Gegen. stande. Es ist hier zu bemerken, wie in den tragischen Handlungen ihre Qualität mit ihrer Relation aufs innigste zusammenhängt, indem nur in Fällen von so hoher Beziehung die Pritische Frage von solcher Wich. tigkeit, und das Kingen uin ihre Lösung von solcher Bedeutung sein fann. Indem aber die Tragödie Fälle der Art heraushebt, worin sich ein solcher Zwiespalt auf eine ausgezeichnete Weise darstellt, versinnbildet fie jene Gefeße und ihre Wirksamkeit, und erlangt, wie die Geschichte in dergleichen Dissonanzen gerathend, einen tragischen Charakter annimmt, so eine historische Bedeutung. Ob der Stoff einer tragischen Handlung aus der mythischen Zeit, oder aus dem Gebiete der Geschichte entlehnt, oder ob er erdichtet sei, darauf kommt es hiebei eben so wenig an, als auf die äußere Höhe oder Niedrigleit, den Umfang oder die Beschränkt. beit des Kreises, worin diese sich bewegt, sondern allein auf die Bezie: hung ihres Conflictes auf die allgemeinen Grundgeseße des Lebens über. haupt, oder der Gesellschaft, und die der Freiheit durch die gezogenen Schranken, und auf ihre daraus entspringende symbolische Wahrheit."

„Wenn daher die auf Lösung und Aussöhnung des Zwistes des Nothwendigen und der Freiheit gerichtete Tendenz der Tragödie durch das Streben, dieselbe in irgend einem Zeitmomente zu erreichen, immer nur eine relative Befriedigung finden konnte, so vermochte sie dagegen, durch Auffassung der schon inmitten der Entzweiung waltenden Karmo. nie und ihres durch den ganzen Verlauf des Conflictes fich offenbaren. den Princips, fich in den Mittelpunkt des ganzen Lebens zu verlegen und dieses in seinem Streite und seinem Frieden, feiner Wandelbarkeit und feiner Dauer, seiner Richtigkeit und Scheinbarkeit und seiner Wahr. heit, seinem Unheil und der Kraft seines Gedeihens, so wie es ist, mit einem Male zu umfassen.

Auf diesen Standpunkt erhebt sich die griechische Tragödie durch den Chor. Den veralteten Ansichten über diesen entgegen, als sei er nur ein Ueberbleibsel von ihrem ersten rohen Anfange her der Tragödie anhaftend, oder eine nicht zu sehr vom Inhalt der Stüde abziehende Ausfüllung von Erholungspausen, bemerkte schon vor mehreren Jahren Aft *) sehr richtig, daß der Grund und Ursprung des Chors, philoso. phisch betrachtet, durchaus nicht für etwas zufälliges und außer dem Wesen der Tragödie Liegendes gehalten werden müßte. Allein weder Schiller hat ihn in der Beschreibung, welche er in der Vorrede zur Braut von Messina von ihin, als von einem schönen Schmuce und reichem Faltenwurfe um den Körper der Handlung, giebt, als einen folchen wesentlichen Bestandtheil der Tragödie gefaßt, und in der Aus. führung als solchen behandelt, noch ist in A. W. von Schlegels Versuchen, ihn zu erklären **), wonach er erst als der personifizirte Geo danke über die dargestellte Handlung, dann als die verkörperte und mit in die Darstellung aufgenommene Theilnahme des Dichters, weiterhin als der nationale Gemeinsinn, endlich als die allgemein - inenschliche

*) Diss. de Platonis Phaedra p. 41. **) Vorlesungen Th. I. S. 113 fg. und 115.

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