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Übersetzung.

I.

Vgl. S. 150, Z. 25 ff.; S. 163, Z. 10 ff.

(1) (Gewisse) Leute schmähen mich wegen meiner Mutter, aber du kannst doch einen edlen Mann nur daran erkennen, dass er sich edel 5 zeigt (seine Gesinnung durch Thaten erweist), (2) wer hingegen ein Mann von feiner Ehre ist und sich seinen Ruf nicht wahrt, der ist (allerdings verächtlich, sehr tadelnswert.

(3) O Harit, wenn unser Blut durcheinander gerührt wäre, so würde es sich so scheiden, bis dass kein Tropfen (des deinigen) einen 10 Tropfen [des meinigen) mehr berührt! (4) Wähnst du, dass ich von den Leuten des Buhta vertrieben bin? Gehöre ich nicht zu ihnen, wo immer ich auch sein mag?! (5) Gehöre ich nicht zu ihnen, so dass meine Ehre auch ihre ist, wie jeder, der eine Nase hat, sie hütet, dass sie ihm nicht abgeschnitten wird.* (6) Nun meine Herkunft, 15 wenn du fragst, und meine Verwandtschaft, sind unter den Menschen eine Sippe, die den Stammfremden als Eigenen annimmt.

(7) Und so oft der Übermütige (vornehmthuerisch) seine Wange seitwärts wendete, stellten wir sie ihm gerade, so dass sie gerade blieb (und er bescheiden wurde). (8) Der Verständige wurde bis 20 heute nicht durch einen Stockschlag gemahnt, denn darum wird dem Menschen Wissen beigebracht, damit er es sich aneignet (und nutzbar macht

(9) Wenn nun gar Andere als meine Ohme die Absicht verraten hätten, mich herabzusetzen, so hätte ich ihnen auf ihr Nasenbein ein 25 Brandmal gesetzt (sie mit der Waffe des Spottes aufs heftigste angegriffen).

(10) Habe ich noch eine andere Mutter ausser ihr, wenn ich sie aufgebe? Gott wolle verhüten, dass ich einer anderen als Sohn angehöre! (11) Ich bin dann nur wie jemand, der seine eine Hand mit 30 der andern abschlägt, so dass er sich plötzlich einhändig sieht. (12) Und nachdem die eine Hand an der andern ihre Vergeltung geübt hatte, fand er für sich keine Möglichkeit, dass beide zum Vorschein kamen – da wandte er sich mit Entsetzen von seiner That) ab! (13) Von den beiden Händen hatte die eine die andere tödlich ge- 35 troffen, und jene fand nun an dieser keine Leitung für sich. (14) Da verhielt er sich stille wie die Schlange, die, wenn sie etwas fände, was ihre Zähne bewältigen können, auch zugebissen hätte.

* Der Gedanke der Solidarität ist hier ebenso ausgedrückt wie bei [H. GEBHARDT], Zur bäuerlichen Glaubens- und Sittenlehre (1885) S. 325: Wer sich die Nase abschneidet, verschändet sein Gesicht.

(15) Du hofftest, dass ich euern Nachkommen ein Stammfremder 5 sein würde, aber ich habe mir die Zungenspitze nicht ritzen lassen,

um am Sprechen nicht verhindert zu werden, (16) um nach mir einen Brauch zu hinterlassen, nach dem man sich richten kann, und um den Zweifelnden aufzuklären, wenn er gegen mich eingenommen ist. --

(17) [Aber ich sehe ‘Uşum unter den Helfern des Buhta sich 10 nahen, um mich von den Leuten des Zeid zu verdrängen – ja das

ist beklagenswert! (18) Wenn der Strick, welcher zwei Tiere verbindet, in einem fort verschlungen* ist, so müssen seine Strähnen (Litzen) schliesslich eines Tags auseinanderreissen. (19) Wenn der unaus

gesetzte Gebrauch das Leder der Leute ** abgenutzt hat, so bekommt 15 es Risse auch wenn du es flickst - und bricht auseinander.

II.

Vgl. S. 153, Z. 21; S. 155, Z. 22; S. 163, Z. 15. (1) Du hast den Befehl zu meiner Verbannung erteilt aus Furcht verspottet zu werden - aber bei der (Göttin) Lât und den heiligen 20 Opferstelen, du findest keine Zuflucht vor meinen Versen! (21) Du

hattest Hind (deine Mutter) und deine Ehre an mich verpfändet, auf Blättern, [deren Schrift] leuchtet, als ob es Verzierungen an ledernen Schwertscheiden wären, (3) du der schlimmste aller Fürsten und der

elendeste an Ruf, unter allen Menschen, wissenden und unwissenden! 25 (4) Trug und Unheilstiften sind seine (des Fürsten) Natur! Verstehe

(was ich meine): es giebt doch ein Sprichwort von (der Wortbrüchigkeit des] ‘Urqûb!

(5) Wie schlecht sind die Hengste, wenn der beim Pferderennen (Turf) entwickelte Spieleifer sie überanstrengt, und wie schlecht ist 30 ihre Nachkommenschaft! (6) Ich meine die Ohme von mütterlicher

und väterlicher Seite, denn sie sind wie das Triodiumspiel, dessen Feld unveränderlich ist.

III.

Vgl. S. 153, Z. 14; S. 163, Z. 15. 35

(1) Da warf ich es (das Schreiben) in eine Ecke an der Seite des Kâfirkanales; so will ich jedem trugerfüllten Schriftstück vergelten

* Das Bild ist nicht ganz klar. Jedenfalls soll die fehlerhafte, zweckwidrige Lage der Koppel gerügt werden. 40

** Das von mehreren Menschen z. B. einer Zeltgemeinschaft gebrauchte und daher der Abnutzung stark unterliegende Leder. Beiträge zur semit. Sprachwissenschaft. V.

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(oder: es aufbewahren - oder: daran mein Gefallen finden)! (2) ich warf es hin, bis dass ich sah, wie die Strömung die Tinte in jeden Nebenkanal kreiselnd trieb.

IV.

Vgl. S. 150, Z. 25; S. 151, Z. 11; S. 153, Z. 30; S. 154, Z. 39; S. 159, Z. 13; S. 163, 2. 17. 5

(1) O ihr Bekriten! Von was für einer Mutter seid ihr entsprossen? [Zu] lange währt das Stillsitzen, während das Gewand der Schwäche angelegt ist! (2) Ich habe meiner Sache Genüge gethan; nun thut ihr auch das Euere! Zeigt euch bei der Hitze des Kampfes [entweder) als elende, feige Kerle oder seid klug (und mutig)! (3) Siehe to da, als die 'Ilâf und die am Abhange in der Nähe) von Hadan waren, erkannt hatten, dass es eine zerfahrene (verlorene) Sache sei, (4) da sattelten sie in Eile die (volljährigen, gut zugerittenen) Kamele --- denn Unbill weisen gescheite (mutige) Leute von sich (5) und benahmen sich wie Sâma, als er in Ša'f weilte und dann die vollwüchsigen zähen 15 Kamele ihn davontrugen.

(6) Gestöhnt hat meine junge Kamelin (auf der Reise] sehnsüchtig (nach dem Reiseziel wie nach ihrem Jungen ausschauend], als die Nacht langsam hereinbrach, und es ganz stille geworden war, und die Enuavtoa [des christlichen llaurân's) sie sehnsüchtig machten, (7) am 20 Knie gebunden, während ihr Reiter (erwartungsvoll] nach dem Sonnenaufgang ausschaute, wie wenn sie vor Verlangen nach dem Sande (der Wüstenreise) von Sinnen wäre; (8) und nachdem sie ein wenig geschlummert hatten, leuchtete bereits das Kanopus-Gestirn auf, so hell), als ob es brennende Reiser, die man in der Hand hält, wären. 25 (9) Woher bist du (Kamelin) so traurig? Du bist (sonst] nicht wegen Traurigkeit gerügt worden, und vor deinem Gefährten ihn vom Reiseziel trennend) liegen noch weite kahle Flächen. (10) Aber sie (die Kamelin) sehnt sich nach Nahlat al-Qușwā.* Da sprach ich zu ihr: Es ist dir versagt! sind nicht dies die Heimsuchungen des Geschicks!? (11) Eile 30 (vielmehr] nordwärts (Syrien zu), da das ‘Iraq für uns dahin ist, zu Leuten, die uns lieb sind, während unsere eigenen Leute uns stolz und verächtlich anblicken. (12) Gehe nicht auf die Wege von al-Baubåt nach Negd hin, so lange ‘Amr lebt und so lange man Gott um Erhaltung deines Lebens bittet, o Qabûs!

35 (13) Wenn wäre von den Leuten des Wahb unter uns Scharen(?) und von Nadîr (5, 12) und von ‘Auf (7, 4) Tapfere

(14) so würde sie wegraffen, der mich zu gewinnen sucht, und

* Die hier in Rede stehende Örtlichkeit scheint der Überlieferung unbekannt zu sein. Nach dem Zusammenhange muss sie zwischen der Jemâma und dem Iraq liegen. 40 * Weil es so reichlich vorhanden ist; oder nach Einigen: weil du es wucherisch aufspeicherst und verderben lässt.

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ich werde sie erkennen an(?) den freigebigen Händen, wenn die Not drückend wird. (15) O Hârit, ich gehöre wahrlich zu Leuten vom besten Ruf, die nicht den Kopf verlieren, wenn Schwachköpfige Thorheiten treiben.

(16) Du (‘Amr) hast geschworen, dass ich Zeitlebens das Korn (Brot) des ‘Irâq nicht mehr essen soll, während es im Dorfe die Würmer fressen.* (17) (Aber] Boșrā hat nicht erfahren, was für einen Eid du geschworen hast, auch nicht Damaskus, wenn die Garbenhaufen gedroschen werden.

(18) Ihr habt mich wegen 10 der Schutzgenossenschaft geschmäht, ohne dass ich gefehlt habe;

solch ein Geschick von Schutzherren (zu erfahren) ist empfindlịch.

(19) Wenn ich nun von meinen Leuten abgewendet und zu euerm 'Adî geworden wäre, so würde ich ein Schwachkopf, ein Bethörter

(20) wie vieles, was vor Asma (Maija) noch von fernen abgetretenen Wegen liegt, und Wüste, in der die falben Kamele preisgegeben werden, (21) und Gipfeln eines Bergkegels, der von ferne sich ausnimmt, als ob er in den Wellenschaum des Wassers ein

getaucht sei, (22) habe ich durchquert auf einer fügsamen Kamelin 20 mit sicherm Tritt, die ihre Brustknochen vorwirft, während ihr Kopf

(wegen ihrer Wildheit mit dem Zügel) seitwärts gebogen ist.

15 sein

V.

Vgl. S. 150, Z. 26; S. 151, Z. 15; S. 154, Z. 39; S. 163, Z. 23. (1) O Tadlerin, jeder Mann ist verpfändet an das Unheil** (oder: 25 ist dir nicht bekannt, dass der Mann verpfändet ist an das Todes

geschick), um entweder hingestreckt zu werden als Beute für die suchenden (Raubvögel) oder um schliesslich in die dunkle Gruft gesenkt zu werden!

(2) Darum lass kein Unrecht über dich ergehen aus Furcht vor 30 dem Tode, sondern stirb darin als Freier mit glatter Haut (ohne dir

Schande aufzuladen). (3) Mensch sein heisst nur sehen (erleben) und (von den Thaten und Erfahrungen der Vorzeit] sich erzählen; Schwäche aber ist es, sich vergewaltigen zu lassen und dabei

(still) zu sitzen (ohne Rache zu üben). (4) Beispiele von der Art, 35 wie man seine Rache suchen soll, sind, dass Qaşîr sich seine Nase abschnitt, und dass mit dem Schwert in den Tod sich stürzte Beihas (5) Na'âma, der, als die Feinde seine Genossen niedergestreckt hatten, an seinen Kleidern durch die Art sich anzuziehen sich offenbarte. (6) Hast du nicht erfahren (Amr), dass al-Gaun eine festgegründete Burg war, an die die Tage herantraten, ohne dass sie ihre 5 Festigkeit einbüsste? (7) Sie trotzte dem Tubba' (dem Herrscher von Südarabien) in den Tagen, wo die (übrigen] Ortschaften vernichtet wurden, da sie mit Steinplatten verblendet war, und diese mit Kalk gefügt waren.

** (Vgl. assyr. ma'adiš šalpûti çamdaku ,sehr bin ich an Unheil gejocht' (unzertrennlich damit verkettet); siehe Haupt, Die akkadische Sprache (Berlin 1883) S. XXXV; 40 ZIMMERN, Babylonische Busspsalmen (Leipzig 1885) S. 34, 2. 18 und S. 42; DELITZSCH,

Assyr. Handwörterbuch, S. 384. P. H.]

(8) Wohlan! komm doch in ein (solches) Land, dessen Saatfelder 10 gepflügt werden, und über die das Wasserrad einen Kübel nach dem andern ausgiesst! (9) Das ist die rechte Zeit von al-'Erd, wo die Fliegen des Thals lebendig sind (oder: sich toll geberden, summen) die Stechfliegen, und wo die blaue Fliege zudringlich ist.

(10) Wenn sie uns freundlich entgegenkommen, so wollen wir 15 das gleiche thun; wenn nicht, gut, so werden wir uns noch spröder und trotziger zeigen. (11) Und das Heer der Beni Qurrân: mute ihnen einmal zu (was ihr uns zumutet). Wenn sie dies billigen, wodurch wir gedemütigt werden (12) Nadîr wird hinter mir als Schild stehen und mir eine Wehr (Hilfe) sein gegen sie (die Feinde) Guleïï und Aḥmas. 20 (13) Wenn aber Hubeib sich zu lässig gegen uns benimmt, nun so ist unter uns eine nächtlich nimmer rastende Reiterschar.

VI.

Vgl. S. 153, Z. 28; S. 154, 7. 39; S. 163, Z. 27. (1) Siehe, die Liebe zu dem züchtigen Mädchen ist noch nicht 25 zu Ende, aber die Verzweiflung würde vergessen werden, wenn du den Genossen des Scherzes vergessen hättest. (2) Lange hast du sie geliebt und verehrt. O, wenn doch die Länge der Liebe sie dir entbehrlich machen könnte!

(3) Siehe, Babylonien und seine Leute waren die Freunde; aber 30 da ihre Freundschaft mich aus dem Lande entfernte gut, so möge sie fernbleiben! (4) Nächtlich soll meine Kamelin sie verlassen, das Simâkgestirn aufgeben und sich nur vom Nordstern leiten lassen.

(5) Wenn der feste Strick auf ihre Seite fällt, so stürmt sie dahin wie eine Eselin, die noch nicht empfangen hat, welche den engen 35 Hinterhalt fürchtet. (6) Eine festgebaute; so oft ich sie von ihrer Lagerstelle aufgeschreckt habe, rennt sie, bis ihre Achselhöhlen vom dicken, fruchtsaftartigen Schweisse triefen, (7) und wenn andre Reittiere den Dienst versagen am Ende der Nachtreise, und die Kimmung über den Rücken der harten Bodenfläche läuft, (8) ist sie doch noch 40 immer munter und, während der Quarz von ihren Hufen fliegt, stürmt

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