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Eine Anzahl Namen Marduks ist zusammengestellt und erklärt auf der letzten Tafel des Schöpfungsmythus. * Dieselben sind leicht in Zusammenhang mit seiner Tätigkeit zu bringen. i? Asar-ri** .... šâriş mêrišti mukîn (s)rati*** bânů šeam u ķê mušêși

urķîti = der schenkt die Pflanzung, fest gründet die ......, der 5

erzeugt Getreide und Kraut, der wachsen lässt das (grüne) Gras; il Asaru-alim ....ša ina bît inilki kabtu atar milki der im Hause des

Rates hochangesehen ist, hervorragend an Rat; il Asaru-alim-nun-na .... karûbu nûr abi âlidišu, muštešir tèrit il Anim il Bel u il ha

der gewaltige, das Licht des Vaters seines Erzeugers, 10 der Gelingen gibt dem Befehle Anus, Bels und Eas; il Tu-tut... bin têdištišunu = Schöpfer ihrer Erneuerung; i Zi-ukkin .... napšat naphar ilani = Lebe

Leben aller Götter; Zi-azag .. mukîrtî têlilti = der Reinigung bewirkt; il šâri tâbitti = Gott des guten Windhauchs;

15 bêl tašmê u magâri = Herr des Erhörens und Willfahrens; mušabši șimri *f u kubuttê, mukin hegalli der Reichtum bereitet

und schwere Fülle, der Überfluss bestimmt; ša mimmâni îşu ana ma'dê utirru= der alles Geringe in Menge ver

wandelt; *** ina pušķi danni nîșinu šaršu țâba = in arger Not verspürten wir

seinen freundlichen Hauch: il Iga-acagga = Herr der glänzenden Krone; bèl šipti ellitim ***1 = Herr der reinen Besprengung; muballit miti***1 = der die Toten lebendig macht;

25 ša an ilani kamậti irši taiàru, apšana endu ušassiku eli ilầni na

kirešu der sich erbarmte (der Lage**] der gefangenen Götter,

das auferlegte Joch abnahm den Göttern seinen Feinden; ana padišunu ibnî amêlûtu = der zu ihrer Erlösung die Mensch

heit schuf; 11* rimênů ša bullutu baša ittišu = Barmherziger, dem es zukommt,

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lebendig zu machen;

* KING, The Seven Tablets of Creation Vol. I p. 92 ff. JENSEN, KB VI 1 S. 34 ff. ** Zu asaru vgl. Osiris, mit dem Marduk auch sonst vieles gemein hat, vgl. II R 54, 48 ff. *** Von eșirtu HW 309b oder von esêru einschliessen?

35 † Die oft vorkommende Benennung Marduks als ilTU. TU wird K 2107, 9 erklärt als muallid ilâni, muddiš ilâni Erzeuger der Götter, Erneuerer der Götter.

* JENSEN a. a. 0. S. 35 Anm. 4. Mit vgl. ZIMMERN, KAT3 S. 526; JENSEN, KB VI 1 S. 351: „Lebensodem“.

** șimru (723) nach JENSEN: Gewünschtes, nach HW S. 571b Reichtum, Fülle. 40 *** Die beiden letzteren Namen beziehen sich auf Marduk als Frühlingsgott. **** Oft in den Beschwörungstexten.

** an fasst JENSEN a. a. 0. S. 353 mit ZIMMERN ana, HW S. 94 a Zustand. †* JENSEN, KB VI I S. 353.

il Tu-asag = Gott der reinen Beschwörung; ša ina šiptišu ellitim issuhu nagab limnîti der durch seine reine

Beschwörung alle Bösen ausrottete; il Ša-su = mûdê libbi ilani, ša ibarrů karšu = Herzenskenner, der

, 5

das Herz der Götter kennt, der durchschaut den Sinn; epiš limnēti ušesi ittišu = (der) den Übeltäter nicht von sich

entrinnen lässt; mukin puhri ša ilâni, (mut ib libbišun = der versammelt die Götter,

erfreut ihr Herz;
10 mukanniš mâgirê = der unterwirft die Unbotmässigen;

mušêšir ketti der leitet das Recht;
ša šarti ....
der das Unrecht **

.....;
Zi-si, mušat[šaķummatu]*** = der entfernt die Traurigkeit;

mukkiš šuhharratu (nâsih šapâtil i der vertreibt die Bangigkeit, 15 der entfernt die Finsternis]; Suh-kur = nåsih ajabali

(aiâbelit

der die Feinde ausrottet; mu'sap) pih kipdêšunu . . . . der auflöst ihre Pläne (KING, Seven

Tabl. p. 101 Anm. 5); mubal·li naphlar raggiiii... der vernichtet alle Bösen; 20 Nibiru = ihisu kirbiš, Packer der Mitte** (der Tiamat).

„Weil er die „Stätte gebaut, die Feste' gebildet, nannte ihn Herr der Länder der Vater Bel"; sein Herrschaftsrecht gründet sich also auf seine Tätigkeit als Ordner der Welt. Ea gibt ihm

schliesslich noch seinen eigenen Namen, „weil sein Name die Väter 25 herrlich gemacht hat.“

Wegen seiner glänzenden Taten erhält Marduk zusammen fünfzig Namen, darunter auch mummu.***

Die sonstigen Namen Marduks s. bei STRASSM., AV 5135, die der Șarpanit das. 2910. Jedenfalls sollen dieselben zum grossen Teil ge30 heimnisvoll für das profane Auge sein. Das Ideogr. box

scheint ihn als hochangesehenen Machthaber bezeichnen wollen, da Y (šiliy) = šagapúru Machthaber (Sb 268), Ms

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* itti hat hier offenbar die Bedeutung: „von weg“ wie ina zuweilen auch „aus“ heisst. ** šartu Gegensatz zu kettu, JENSEN, KB VI 1 S. 354.

*** Zur Ergänzung JENSEN, KB VI I S. 36 Anm. 2. JENSEN nimmt für tibû die Grundbedeutung „aufstehen“ an und für šaķummatu die Bedeutung: Stille, Schweigen; šuhharratu fasst er als Synonym davon. L'nter Schweigen ist eben das öde, tote Schweigen zu verstehen, sodass man doch wieder zu „Leid“, „Wehe“ kommt.

† Zur Ergänzung JENSEN, KB VI 1 S. 36 Apm. 3.
it Zur Ergänzung cf. JENSEN, KB VI 1 S. 36 Anm. 4. 6.
tii Das. Anm. 6. 7.

** Zu kirbiš Tiamat vgl. JENSEN, KB VI, 1 S. 329.

*** KING, Sev. Tabl. p. 100 ff., wo noch einige neue Namen der siebenten Tafel dazu gekommen sind.

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== kabtu gewichtig, hochangesehen (SC 313) ist. Vgl. die Erklärung oben S. 288, Z. 7.

d) Marduk als Schicksalsbestimmer.

Marduk wird oft genannt mušim šimâte, der Schicksalsbestimmer, z. B. DT 109 Vorders. I, 5 (No. XXIV). Auch anderen Göttern wird diese 5 Auszeichnung beigelegt, bei Marduk aber wird für dieselbe eine besondere Erklärung gegeben. Marduk hatte sich das Recht, im Kreise der Götter die Schicksale zu bestimmen, als Siegespreis für die Überwindung der Tiamat ausbedungen.

Nachdem Anu vergeblich den Kampf mit Tiamat versucht hat, 10 fährt die Erzählung fort. Taf. II c*: „Es hörte Marduk das Wort seines Vaters, es jubelte sein Herz und

er spricht zu seinem Vater: ,Herr der Götter, Schicksal der grossen Götter! Wenn ich als euer Retter

15 Tiảmat überwinde und euch am Leben erhalte, bildet eine Versamm

lung und verkündet (?) allüberragend mein Los.** Wenn ihr im upšukķināķu freudig beisammensitzt, möge mein Wort an eurer Statt die Schicksale bestimmen. Nicht möge geändert werden, was immer ich schaffe, nicht möge zurückkehren, nicht geändert werden der Befehl meiner Lippen!“

Die Götter stimmen der Bedingung Marduks zu. Taf. IV ***: ,,Sie die Götter) setzten ihm hin eine fürstliche Kammer, er liess sich, seine Väter überflügelnd, † zur Königsherrschaft nieder: 25 Du bist nun der Geehrteste unter den Göttern, dein Schicksal ist

ohnegleichen, dein Gebot ist (gleich) Anu. Von Stund anti soll dein Befehl nicht unwirksam gemacht werden. Erhöhen und Erniedrigen soll liegen in deiner Hand; ja feststehn soll das Wort deines Mundes, ohne Widerspruch iif dein 30

Gebot, keiner von den Göttern soll deine Grenze überschreiten! Versorgung ist der Wunsch der Kammer der Götter,

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* vgl. JENSEN, KB VI 1 S. II, dazu S. 15. 19; die von King herausgegebenen neuen Fragmente ändern die Bedeutung der Sache nicht.

** Diese von Delitzsch gegebene Übersetzung scheint mir die meiste Wahrscheinlichkeit zu besitzen; vgl. dagegen JENSEN, KB VI 1 S. 318. *** KB VI 1 S. 20 f.

* JENSEN: „seinen Vätern gegenüber“. * vgl. JENSEN, KBVI 1 S. 324.

Dazu JENSEN das.

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Hülle und Fülle, das Begehr der Götter-Heiligtümer, wird, während

sie darben, deinem Tempel zu teil.* Marduk, du ja bist unser Rächer,

dir geben wir die Königsherrschaft über das ganze All insgesamt; 5 sitzest du in der Versammlung, so soll dein Wort erhaben sein, deine Waffen sollen nicht unterliegen, ** zerschmettern *** (sollen sie)

deine Feinde! O Herr, wer dir vertraut, dessen Leben erhalte, ein Gott, der Böses beabsichtigt † - sein Leben giess aus!“

Marduk erscheint darum als Schicksalsbestimmer am Neujahrsfeste (sagmuku, rêš šatti, akîtu), das wohl ursprünglich den Sieg der Frühlingssonne über den Winter zum Gegenstand hat. Marduk bestimmt an diesem Tage im Upšukkinâķu an der Spitze der Götter

das Schicksal des Jahres. Der Dû-azag, das herrliche Gemach in 15 Esagila, ist das Abbild des himmlischen Upšukkinâķu. Die Herr

schaft der aus dem Osten, vom „Schicksalsberge“, kommenden Sonne über den Tag mag mitgewirkt haben, Marduk mit Vorliebe als „Schicksalsbestimmer“ zu bezeichnen, durch die Verknüpfung

dieses Vorrechts Marduks mit der Überwindung Tiâmats erscheint 20 dasselbe jedoch in anderer Bedeutung, wie wir unten näher ausein

andersetzen werden.

e) Marduk als Schutzgott Babels.

Marduks Bedeutung hängt eng zusammen mit der Entwicklung Babels, dessen Schutzgott er ist. Je mehr man Marduks Ansehen 25 über das der anderen Götter erhob, desto ehrwürdiger erschien natur

gemäss auch Babel, und wenn der Gott schon bei der Weltschöpfung eine so ausgezeichnete Rolle spielte, so war damit Babels Berechtigung zur Weltherrschaft aufs beste motiviert.

In der (zweiten) Schöpfungserzählungti tritt Marduk als Weltbild30 ner auf, Esagila und Eridu werden schon vor Himmel und Erde ge

schaffen: Als noch kein Haus, kein Tempel, keine Stadt, kein Baum, kein Tier da war, Nippur, Ekur, Uruk, Eana, Eridu nicht gebaut waren, „als die Länder zumal Meer waren, als die Mitte des Meeres ein Wasserbecken war, damals wurde Eridu gemacht, Esagil gebaut, Esagil,

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* So nach HW S. 489, wo für saçû die wahrscheinliche Übersetzung „darben“ gegeben wird.

** Nach HW S. 529; nach JENSEN unsicher,
*** Nach HW S. 605.

Ť JENSENS ,,Böses ergreift“ scheint mir doch gar zu wörtlich.
11 JENSEN, KB VI 1 S. 38 ff.

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das im Abgrunde der Herr von Dù-azag bewohnte, die Götter, die Anunnak wurden zusammen gemacht, die heilige Stadt', ,die Wohnung der Freude ihres Herzens nannten sie mit hohem Namen. Marduk fügte einen Baldachin* über** dem Wasser, baute Erde und schüttete sie neben dem Baldachin hin“. Auf solche Erzählungen 5 mag sich wohl die Benennung Babels als „heilige Stadt“, „Gottestor“, „Lebenswald" gründen.

Die babylonischen Könige führen ihre Herrschaft auf Marduk zurück und nennen ihn immer an erster Stelle. Zur Zeit der Oberherrschaft Assyriens tritt Marduk natürlich zurück. Jedoch war das 10 geistige Übergewicht Babels so bedeutend, dass die assyrischen Könige sich dann erst als rechtmässige Herrscher von Babel fühlten, wenn sie „die Hand Bels“ ergriffen und damit von dem obersten Herrn Babels die königliche Gewalt erlangt hatten. Tukulti-Ninib (1275) brachte nach der Eroberung Babels die Marduk-Statue nach Niniveh; 15 Assurbanipal führte dieselbe nach Babel zurück.

Besondere Erwähnung verdient die hohe Verehrung, die Nabo. polassar und sein Sohn Nebukadnezar II. Bel-Marduk zu teil werden liessen. Ersterer baute *** neu den Turm von Esagila, Etemenanki (Haus der Grundfeste des Himmels und der Erde) und betete 20 dabeis: „Marduk, mein Herr, freudig blicke auf meine frommen Werke! Auf deinen erhabenen Befehl, der nicht geändert wird, möge das Werk, die Tat meiner Hände festen Bestand haben in Ewigkeit. Wie die Grundfeste von Etemenanki feststeht in Ewigkeit, 111 so gründe fest das Fundament meines Thrones für ferne Zeiten! 25 Etemenanki, segne den König, der dich neu gebaut hat! Wenn Marduk unter Jubel*; Wohnung nimmt in dir, dann mögest du, o Tempel, ihm meine Frömmigkeit verkünden!“

Noch mehr als Nabopolassar ist sein Sohn, der grosse Nebukadnezar II. (604—561) darauf bedacht, Marduk zu verherrlichen 30 und seinen Kultus zu befördern. Marduk hat ihn bereits im Mutterleibe gebildet, *** auf die Ausstattung von Esagila und Ezida, auf Hulderweise für Babel und Borsippa denkt er täglich. **** „Seitdem

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* Über amu JENSEN a. a. O. S. 361. ** ina pân JENSEN „vor dem Wasser“ ist doch zu undeutlich. *** STRASSM. ZA IV, 106 ff., Col. I, 32 fi. KB III 2 S, I ff.

* a. a. 0. Col. III, 31-60. it ku-nu-na statt kunna Perm. II, 1(?). i assati statt ana şâti?

**ri-si-e-tum inkorrekte Schreibweise, vgl. HW S. 608. *** E.-J.-H.-Inscript. I, 24 f. ***| Das, 13 ff.

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