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il .... na-ab-ba

MIŠU- E-aa c) < mâr Nu-ur-il Sin

c) (mârat Mârl-Sipparki Warad-il Na-bi

Wardat-il E-a. a) ŠU-Ea; vgl. REISNER, a. a. 0. 215 (Rs. 7, 216, Vs. 4)

Übersetzung [X hat.... von Samaš-ib(ni) gekauft. Seinen vollen Preis, 1/Mana,

friedigt. Niemals wird einer mit dem andern prozessieren.

Bemerkungen. Es liegt ein gewöhnlicher Kaufkontrakt vor, der aber doch durch 10 andere Umstände interessant ist. Bei der Zusammenstellung der Keilschriftbriefe (es sind leider nur unbedeutende Fragmente, oft ist nur die Aufschrift erhalten, wie bei No. 576 nichts als Šamaš u A-ja sic! ka-la îmi; vgl. PEISER, OLZ, No. 8, Aug. 1903) bekam ich auch Sipp. 58: Lettre à mon intendant (šapirija). Šamaš, Marduk ana 15 () šumija (aššumiža) dariš umim šapiri liballitu! Instructions au sujet de divers champs et cultures (merišam)" (SCHEIL a, a. O.] in die Hand, ein case tablet, von dessen äusserer Hülle noch ein Teil erhalten war. Zu meinem Staunen fand sich auf der Enveloppe nicht die Adresse, sondern der eben besprochene Kaufkontrakt, der mit 20 dem eingeschlossenen Briefe in gar keinem Zusammenhang steht. Da die Tontafel mit dem Briefe vollkommen genau in die äussere Hülle passt, so ist nicht anzunehmen, dass diese beiden, zu einander nicht in Beziehung stehenden Dokumente, etwa zufällig später zusammengefügt worden seien, und es bleibt vielmehr als Erklärung 25 dieses merkwürdigen Umstandes einzig und allein die Annahme übrig, dass hier schon von Anfang an eine Verwechslung stattgefunden hat, indem der tupšarru, dem zwei gleich grosse Dokumente (das eine ein Kaufvertrag, das andere jener Brief) aus der Brennerei zur Kouvertierung und weiteren Behandlung abgeliefert worden waren, 30 nach der Umhüllung mit Ton, bei Abfassung der Aufschrift dieselben verwechselte und deshalb auf die Tonhülle des Kontraktes die Adresse des Sachwalters (šapirija), auf den Briefumschlag aber, nach der üblichen Sitte, den Kontrakt aufschrieb.

Der Sachwalter, der von seinem Herrn Weisung über den Anbau 35 gewisser Felder erwartete, erhielt also den eben besprochenen Kontrakt zugeschickt, mit dem er nichts anzufangen wusste; der Besitzer des Kontraktes aber musste seiner Zeit zu nicht geringem Staunen sehen, dass er einen Brief an einen ihm unbekannten Sachwalter auf

bewahrt hatte. Derartige Verwechslungen sind – das liegt in der Natur der Sache – leicht möglich und kommen auch heutzutage vor. Ich glaube aber, dass in einem der unpublizierten Briefe der SCHEIL

schen Sammlung auf dieses oder ein ähnliches Vorkommnis sogar 5 direkt Bezug genommen ist. Ich meine den Brief Sipp. 40 (Lettre

á Niši (ou Şallim)-ilišu de Marduk-naşir).

71. Sipp. 40. Vorderseite: 1 A-na Ni-ši-z-ni-šu 2 ki-pe-ma 3 um-ma Mardukna-șir-ma 4 Šamaš u Marduk li-ba-al-li-tu-ki 5a-na te-im ekli ša 10 Mu-raki 6a-na-ku-u e-pu-ša te-e-im 7ša ša-pi-ir-ti-ki še-a-am 8 11

ša-la-ki-im 9 țe-ma la i-ma-ra-am 10 u libi u-ul i-ma-ra-am 11 še-a-am i-na la-ba-šu 12 a-na gab-ri i-la-ka-di Rand: 13 iš-tu i-na ûmu 5. 14 m Adad-ri-im-ili 15 a-ta-ra-di Rückseite: 16 u dup-am a-ni-am lib-bi 17 ul am-ra gab-ra. Rest unbeschrieben.

Übersetzung Vorderseite: Zu Niši-înišu sprich: So Marduk naşir: Šamaš, Marduk erhalte dich am Leben! In Betreff des Befehls über das Feld von Mura habe ich getan nach dem Befehle deiner Sendung.

Korn liess ich abschicken. Die Ordre haben sie nicht gesehen und 20 auch innen haben sie nichts gesehen. (Da] ,Getreide auf der Um

hüllung (stand), nahmen sie den Umschlag ab. Seit fünf Tagen habe ich den Adad-rim-ilu abgeschickt, auch jene Tafel innen. Nicht habe ich den Umschlag gesehen.

Bemerkungen. 25 Eine gewisse Niši-inišu — vielleicht eins mit der Sipp. 74 (No. 1)

genannten Šamašpriesterin Niši-înišu (XXXV. Jahr Hammurabi's) – lässt den Auftrag ergehen, man solle ihr Korn schicken. Der Brief, auf dessen Umschlag sich das Schlagwort Korn' findet, kam richtig an

seine Adresse. Aber Niši-înišu bekommt dennoch nicht das ge30 wünschte Korn. Deshalb schickt sie einen gewissen Marduk-nâşir

um Erhebungen anzustellen. Dieser lässt zunächst sofort das Getreide abschicken und berichtet dann wegen der Nichtbefolgung des Befehls Folgendes: Sie haben die Ordre nicht gesehen; auch innen – damit

ist der von der äusseren Tonhülle (la-ba-šu; vgl. ab ,umschliessen' 35 DELITZSCH HWB 368) umschlossene Brief gemeint – haben sie

nichts gesehen; vermutlich deshalb, weil ihnen statt des Briefes irgend ein Kontrakt oder sonst ein Dokument irrigerweise zugeschickt worden war. Niši-înišu hat den Befehl gegeben, man solle ihr das Schriftstück

sofort zusenden, da sie sich vermutlich den ganzen Vorgang nicht erklären konnte. Marduk-nâşir berichtet, dass er einen gewissen Adad-rîm-ilu bereits mit der Tontafel abgeschickt habe. Das Kouvert konnte er nicht mitschicken (ul amra gab-ra). Da man auf demselben den Vermerk Korn' gelesen hatte, hatte man die Hülle zer- 5 brochen (um den Brief lesen zu können). Vgl. nps (DELITZSCH HWB p. 385) „wegraffen, packen (mit der Klaue oder Kralle)“, mitunter sehr nahe streifend an die Bedeutung von gullubu „schneiden, abschneiden.“

II.

Die Darstellungen auf den Siegelabdrücken.

Es erübrigt noch, die Siegelabdrücke, die sich auf den Kontrakten finden, zu besprechen. Leider hat man es bisher unterlassen, bei Publikation solcher Dokumente diese interessanten Darstellungen mitzuveröffentlichen, was nicht genug bedauert werden kann. Noch 15 immer sind wir auf die von MENANT (Collection de Clercq, Paris 1885 ff.) allerdings tadellos publizierten Abdrücke von Siegelcylindern allein angewiesen. Da auch die hier veröffentlichten Siegel erst durch Vergleichung mit dem Materiale bei MENANT verständlich, beziehungsweise graphisch zu erschliessen sind, so ist es natürlich, dass ich ähn- 20 liche Darstellungen aus der Collection de Clercq zur Vergleichung heranziehe, indem sich hierdurch auch für die Beurteilung dieser Darstellungen, wie ich glaube, neue Gesichtspunkte ergeben dürften.

Eine rechtskräftige Urkunde aufsetzen konnte nur ein Schreiber (tupšarru), der hierfür (z. B. in Sippar) eigens geschult war. Dem 25 Dokumente mussten auch die Namen der Zeugen beigefügt werden. Dies besorgte auch der priesterliche Schreiber; legalisiert aber wurden diese Unterschriften erst dadurch, dass die Zeugen oder die beiden Kontrahenten ihr Siegel über den noch feuchten Ton abrollten, wodurch dann diese in den Zylinder eingegrabenen Darstellungen en 30 relief auf der Tontafel zum Vorschein kamen.

Nach MEISSNER (ABP S. 5) wurde nur die äussere Tafel gesiegelt. Die hier in Betracht kommenden Siegel befinden sich grösstenteils auf dem Dokumente selbst; auch scheint ein Fall vorzuliegen, wo man die Tontafel zuerst gesiegelt und dann erst beschrieben hat, 35 was, wie PEISER (KB IV, p. VII) bemerkt, in ältester Zeit Sitte gewesen sein soll, dann aber aufgegeben wurde; die Schrift ist in einem solchen Falle kaum zu lesen. Ein Siegelzylinder war also dem Geschäfte treibenden Babylonier ein nahezu unentbehrliches Ding, das er wie ein Amulett an einer Schnur um den Hals trug (Hoheslied 8,6); 40 ebenso bei den Ägyptern, vgl. Zeichen 47 bei ERMAN, Ägypt. Grammatik 1902, S. 222 = Siegelzylinder an einer Schnur; übtr. = Schatz). Da demnach nach solchen Siegelzylindern die Nachfrage eine grosse

war, so hatte sich eine eigene Kunstindustrie herangebildet, die sich 5 nur mit der Herstellung solcher Siegelzylinder befasste und ihren

Sitz vermutlich bei den Tempeln selbst hatte; lag ja doch die ganze Gerichtsbarkeit auschliesslich in den Händen der allein schriftkundigen Priester. Im Vorhofe, in dessen Hintergrunde der Stufenturm empor

stieg, oder in einem in ihn führenden Tore wurden im Beisein des 10 priesterlichen Schreibers die Geschäfte abgeschlossen, und dort hatten

vermutlich auch die Siegelschneider; wie noch heute in Stambul um die Moscheen, ihre Buden.

Die auf den Zylindern dargestellten Motive sind mannigfacher Art, haben aber alle auf das religiöse Denken und Fühlen Bezug. 15 Es ist ja an sich erklärlich, dass ein Verehrer des Adad, des MAR-TU

mit Vorliebe ein Siegel benutzt haben wird, welches das Abbild dieser Gottheit zeigt.*

Aber auch Szenen aus den Epen werden zur Darstellung gebracht, und gerade solche, welche dem menschlichen Fühlen näher 20 liegen. So findet sich der „Lebenszweig“, ein Gegenstand des Sehnens

aller, die sich schwer von Leben und Jugend trennen, abgebildet; die Gestalt des göttlichen Stiermenschen, das Symbol unbändiger Zeugungskraft, tritt uns wiederholt entgegen; und so geben diese

Abbildungen Zeugnis, dass diese Epen damals allgemein bekannt 25 und jede darauf bezügliche Darstellung sofort verständlich war. **

Die Cylinder zeigen oft nur bildliche Darstellungen. Dies war billige Marktware. Sache des Schreibers war es dann, den Namen des Besitzers dem Abdruck einzuschreiben. Andere zeigen Beischriften:

den Namen des Besitzers, den seines Vaters (letzterer war unerläss30 lich, um unter den vielen gleichlautenden Namen einen bestimmten

zu fixieren), endlich auch noch den Namen der Gottheit, die er besonders verehrte. Oft ist die abgebildete Gottheit an erster Stelle

und eine Fälschung, die bei einem Cylinder selbst, der durch viele 35 Hände gegangen und Zutaten erhielt, an sich möglich, ist bei diesen

* KAT3 S. 632, Anm. 4: Da der Besitzer des Siegels als ein Knecht der Göttin Nin-ši-an-na bezeichnet wird, wird diese wohl unter der kleineren, doch wohl weiblichen Gestalt hinter dem Gotte zu erblicken sein.

** RADAU (a. a. O., S. 166): we find on the seals belonging to the time of Sharganisharâli a scene taken from thn so-called Nimrod-Epos.' This scene represents ...

zid-du tree of life (comp. Gen. II, 17) is represented on another tablet (R. A. IV p. 5) showing that this symbol was also old. [Cf. Crit. Notes on Proverbs (SBOT) p. 36, 1. 42.] Abdrücken ausgeschlossen. Die Siegel lassen erkennen, mit welcher Gewandtheit der babylonische Künstler das oft nur allzu harte Material, aus dem diese Cylinder hergestellt wurden, zu behandeln verstand; die sichere Art, in der er seine oft komplizierten Darstellungen auf der kleinen Rundung einzugraben wusste, gibt einen Begriff 5 von der hohen Entwickelung, welche die Kunst und die einschlägige Technik in dieser Zeit bereits erreicht hatte.

Die Siegelabdrücke sind oft so flach, dass es schwer fällt, sie überhaupt abzunehmen. Nur nach gründlicher Reinigung von dem noch überall fest aufsitzenden Tonpulver gelingt es oft, einen solchen 10 Abdruck frei zu bekommen. Da ein Zeichnen dieser nur mit Lupe genau erkennbaren Darstellungen, wenn überhaupt möglich, an Ort und Stelle zu zeitraubend gewesen wäre, so habe ich im Be

sie nach Belieben weich und hart erhalten werden kann und bei 15 gelindem Drucke die feinsten Details annimmt, ohne die Gegenstände irgendwie zu beschmutzen) von den Siegeln durch Abdruck Negative angefertigt und dieselben ausgegossen. Nach diesen Abgüssen wurden dann die Photographien in Leipzig hergestellt.

a) Darstellungen von Göttern.

sämtlicher Siegelabdrücke sind auf zwei der Arbeit beigegebenen Tafeln vereinigt); 5–1,6 cm, aus dem XXVIII. Jahre Hammurabi's. Links beginnend, fällt zunächst eine männliche Gestalt, Profil links, durch tadellose Zeichnung auf. Das bärtige Haupt deckt eine niedere, 25 oben runde Mütze mit aufgebogenen Rändern. Ein kurzes Gewand, welches die kräftigen Beine, deren rechtes etwas vorgesetzt ist, frei lässt, ist um die rechte Schulter gezogen; Faltenwurf ist hierbei treff

gezwungen am Körper herabhängt, ruht die Rechte am Griff einer 30 Waffe, die deutlich in einen Knauf endigt. Muskulatur der Beine und die der unbedeckten Linken sind in dem kleinen Massstab bewunderungswürdig) anatomisch richtig angedeutet. Davor steht, mit Profil nach rechts, eine unbärtige Gestalt mit spitzer Kopfbedeckung, unter der eine Locke bemerkbar ist. Diese Figur ist in 35 ein Gewand gekleidet, das aus loser Jacke mit bauschigen Ärmeln und Rock zu bestehen scheint. Deutlich bemerkt man an letzteren vier Reihen Besatz, welcher selbst wieder in Falten gelegt (plissiert) ist. Die Hände sind zur Anbetung erhoben.

Nun folgt eine andere Gruppe, von drei Personen. Die 40 mittlere, Pr, n. r., sitzt auf einem schönem Thron, dessen Aufbau

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