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ZIMMERN beigetreten ** unter Verwerfung meiner Ansicht,*** dass

- ma deutschem „und dann“ entspräche. Die Wichtigkeit dieser 10 Frage lässt eine Verständigung als dringend wünschenswert erscheinen.

Daher mögen die Gründe, die gegen MÜLLERS Auffassung zu sprechen scheinen, hier zusammengefasst werden. Die Untersuchung zerfällt in zwei Fragen:

1. was bedeutet -ma, und 15 2. wie verhält sich verbales -ma zu bloss hervorhebendem -ma.

Was die erste Frage anbetrifft, so finde ich nicht, dass man auf irgend welche Schwierigkeiten stösst, wenn man verbales -ma als die Partikel auffasst, welche die Handlung des folgenden Verbs als eine

durch die jenes ersten Verbs bedingte darstellt. Es entspricht dann 20 deutschem „und dann“, „und somit“, „und infolgedessen“ usw., aber

ursprünglich nie blossem „und". Dass man in -ia keine unter

vacant.

fassung des Nebensatzes im Babylonischen hervor, der, wie ich ge

zeigt habe,f nominalen (fast stets genetivischen) Charakter hat, also 25 regelmässig ein Nomen vertritt; auch haben in allen Nebensätzen

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in dieser einen Verwendung, die allerdings pronominalen Ursprungs sein könnte, erhalten hat, so finde ich keine Erklärung, warum gerade dieses eine semitische Wort sich in dieser Weise sumerischer Ausdrucksart angeschlossen haben sollte. Eher noch liesse sich -ma erklären, wenn es tatsächlich ein sumerisches Lehnwort wäre. Aber 5 ein Wort, mit dem man es zusammenstellen könnte, gibt es im Sumerischen nicht. Alle diese Bedenken dürften dazu führen, in maSätzen keine Nebensätze, sondern koordinierte Hauptsätze zu erkennen. Dann ist aber die Übersetzung „und dann“ usw. gerechtfertigt.

MÜLLERS Erklärung ist demgemäss logisch durchaus richtig; 10 damit ist jedoch noch nicht gesagt, dass sie auch grammatisch* richtig sei. Denn die Syntax, in welche diese Frage doch gehört, muss durchaus auf psychologische Grundlage gestellt werden. Nicht logische Verhältnisse gilt es zu erforschen, sondern es muss untersucht werden, wie sich logische Verhältnisse in der Psyche des be- 15 treffenden Volkes abspiegeln. Dass der Babylonier solche Sätze mit -ma nicht als Nebensätze, wie es unsere Sätze mit „nachdem“, „da“, usw. sind, aufgefasst hat, geht auch daraus hervor, dass er Sätze, die genannten Sätzen im Deutschen entsprechen, ganz nach dem gewöhnlichen Schema der Nebensätze mit den präpositionalen Subjunktionen ** 20 aššum, ultu usw. bilden konnte. Wie konnte endlich -ma sich zu völlig bedeutungslosem „und“ abschleifen, wenn es ursprünglich zu einem Nebensatz gehörte? Das ist aber in späterer Zeit wiederholt zu belegen: -ma steht völlig bedeutungslos zwischen zwei durchaus gleichwertigen Sätzen. Man vergleiche z. B. die folgende Stelle im 25 TAYLOR-Prisma Sanheribs (IV, 42):

ellâtèša usappih-ma uparrir puhurša. Hier haben wir einen vollkommenen parallelismus membrorum; das -ma hätte ebensogut fehlen können. Wie will man hier mit einem Nebensatze auskommen? Ich halte es doch für das Allereinfachste 30 anzunehmen, dass der ursprüngliche Sinn von -ma „und dann“ sich hier zu blossem „und“ abgeschwächt habe.

Dass -ma sumerischem ša*** zu entsprechen pflegt, kann weder für die eine noch für die andere Behauptung angeführt werden. Beide sind ganz verschiedene Wörter und auch in ihrer Grundbedeutung 35

richtige präpositive Subjunktion, die ungefährt unserem „nachdem“, „da“ usw. entspricht.

* So ZIMMERN, aa. 0.

** So sollte man unterordnende Redeteile wie ultu nennen im Gegensatz zu nebenordnenden Konjunktionen wie ů.

*** MÜLLER, a, a. O., S. 256 f. * Doch kann $a bekanntlich auch Imperative einander unterordnen und weicht insofern von indogermanischem Sprachgebrauch ab.

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