Ҿ˹˹ѧ
PDF
ePub

10

auch „um das bitten, was I. bedeutet“: istáha sich selbst schämen machen, d. i. sich schämen; istarfär um Verzeihung bitten.

§ 57. a) Die Bildung der eigentlichen Verbalformen geschieht durch Affixe und Präfixe. Perfekt und Imperativ haben nur Affixe, 5 Imperfekt Präfixe und Affixe. Die Affixe des Perfekts sind: Singular

Plural 3. m.

-au (u) 3. f. -at, -et (-at)*

-en (na) 2. m. -(e)t (-ta)**

-tů (-tum)
2. f. -ti (-ti)

-ten (-tunna)
I.
-(e)t (-tu). **

-na (na). b) Hat das Perfekt die Form fašal, fušal,*** und ist dabei der letzte Radikal u-haltig, † so wird das kurze á in offener (nicht aber 15 in geschlossener) Silbe in u verwandelt: šaráb(e)t ich, du trankst, aber

(e]šrúbet sie trank; (u)țlúbet sie verlangte; (e)rmúdet sie blinzelte; (ejbşútet sie schlug; 3arúfau sie wussten; (e)drúben sie schlugen.

c) Was die Betonung anbelangt, ist zu bemerken, dass sämtliche Formen auf der vorletzten Silbe betont werden: kiteb, (i)ktibet, tt 20 kitéb(e)t,fit kitėbti,*+ kitéb(e)t,ttt (i)ktibau,*** (i)ktíben, ** kitėbtu, kitėbten, *1 kitébna. $ 58. a) Die Präfixe und Affixe des Imperfekts sind: Singular

Plural 3. m. įž-, ja-,' ja-,2 jö-, jě4- (ia-)* ii- u. s. w.5 -ün (ia-ûna) 25 3. f. ti- u. s. w.5 (ta-)

ii- u. s. w. -en (ia- na) 2. m. ti- u. s. w.5 (ta-)

ti- u. s. w.5 -ûn (ta- ûna) 2. f. ti- u. s. w.• - in (ta- îna) ti- u. S. w.5 -en (ta- na) ä-, 6 a.' (a)

ni- u. s. w.” (na-). 1) Selten vor h und 3. 2) Vor ì. 3) Zuweilen vor 3. 4) Zuweilen vor 3 (s. u.) 30 und wenn eine lange, betonte Silbefolgt. In diesem letzten Falle verflüchtigt sich

I.

* Die in Klammern beigefügten Affixe sind die schriftarabischen Formen.

** Die Meidanaraber bilden die 2. Pers. Masc. und die 1. Pers. Sing. jedenfalls bach Analogie die Verba tert. infirm., auf ê(i)t: 3yrfi(i)t ich habe erfahren; gryse(i)tni

du hast mich gekneipt. Diese Formen hörte ich auch in Kuweirisch zuweilen von kleinen 35 Jungen. Reschid verwarf sie aber als meidanisch (s. auch Gesch. 42, 20 f.) und spricht: Baráf(e)t, gera(e)tni. *** Das ist nötig, sonst sagt man: (e)ktíbet sie schrieb.

† Das ist nötig, sonst sagt man: (e)fríšet sie machte das Bett.

# Im Stadtarabischen spricht man kitbet, húlşet. 40 IT Der Hilfsvokal in der 3. Silbe rechnet nicht.

** Diese Femininformen kommen im Stadtarabischen nicht vor.
*** Im Schriftarabischen spricht man kitbu.

l

häufig das jě fast zu ī: ihâlif; įdir; igûl. 5) Die Vokale verändern sich ebenso wie in der 3. Pers. Masc. unter den gegebenen Bedingungen. — 6) Wenn in 2. Silbe i folgt. 7) Wenn in 2. Silbe a oder u folgt. – 8) Das n von ûn kann eventuell abfallen, besonders wenn ein Suffix oder eine Präposition mit einem Suffix folgt: jčḥulțâ_lhä sie legen für sie hin.

5

b) Der Vokal der zweiten Silbe lautet im Schriftarabischen u, i oder a. Welcher Vokal steht, muss das Lexikon lehren; nur gilt als Regel, dass die Perfektform fazil fast ausnahmslos įafzal bildet. Dieselbe Willkür der Formen tritt uns im Vulgärarabischen entgegen, sodass es unmöglich ist, feste Regeln zu geben, und man ebenfalls 10 gut thut, in jedem Falle das Lexikon zu befragen. c) Im einzelnen merke man: Verba der Form fisel lauten im Imperf. iif3il: idfin beerdigen; jiktib schreiben. d) Verba der Form fazal, fusal lauten meist iif3ul: jikrub pflügen; žiąrub schlagen; ¡idfur stossen. Auch jig3yd sitzen steht für įg3ud. Eine Ausnahme ist jigdar können. – 15 o) e, ?, ä haben fašal, fižal und faðal-Formen (letzte besonders, wenn der 3. Radikal ein r ist): įhdem dienen; ¿idker erwähnen, jaḥmed preisen; jahfer graben; įihsär verlieren. Wegen des letzten u-haltigen Radikals lauten die Imperfecta von hakem und habes jaħkum entscheiden; jahbuz Brot backen. - 1) a haben a) diejenigen Verba, 20 die an 2. oder 3. Stelle ein 3 (oder h) haben: ¿irğa3(a) zurückkehren; žišla3(a) herausreissen; ¿it3ab müde sein; ¿izzal zürnen; idbah schlachten; b) die auf klassische fazil-Formen zurückgehenden Verba: žibrad frieren; çirkab reiten; șišrab trinken; șidhak lachen; ¿igbal annehmen; jilhag erreichen. Auch die Formen șihlas zu Ende sein, 25 įidrak mannbar werden scheinen intransitive fazil-Formen widerzuspiegeln. g) Die Verba, deren erster Radikal ein 3 ist, bilden das Imperfectum auf zweierlei Weise: a) die erste Silbe, welche den Vokal ö erhält, wird betont, und hinter dem 3 wird derselbe Hilfsvokal eingeschoben: į63(ö)byr überschreiten. b) Der Hilfsvokal a 30 wird betont, und der Vokal der ersten Silbe verkürzt: įč 3(á)byr überschreiten; įě3(á)ại heulen; çě3(á)ğib gefallen. Ausnahmen sind die schriftarabischen Formen já3(a)mi blind werden; įá3(a)fu verzeihen. -- h) Zu beachten ist noch, dass auch die Verba prim. ” und h Imperfecta mit einem zwischen 1. und 2. Radikal eingeschobenen 35 Hilfsvokal a bilden können, die dann vielleicht keine II. Formen sind (wie teilweise im Glossar bemerkt ist), sondern I., obwohl der 2. Radikal verdoppelt gehört wird: įčhallib melken; jěhátľub Holz sammeln; įčhássib rechnen; įěhábbeš Korn zerstossen; jěhárruf laufen; įčhászär die Bäume beschneiden.

$ 59. a) Die regelmässigen Formen sind bei dem Antritt von Affixen selten. Fast durchgängig werden in diesem Falle die sogenannten aufgesprengten Formen angewandt, d. h. der vokallose erste

40 15

Radikal wird mit einem Vokal versehen, der 2. wird vokallos: įělibsûn aus und neben iílbesûn sie kleiden sich an; ¿ibusțûn aus und neben jibșuțûn sie schlagen. Die Aufsprengung unterbleibt, soweit ich sehe, häufiger, wenn an 2. oder auch i. Stelle der Wurzel ein r (und n) steht: 5 įkrubûn sie pflügen; çirkuđùn sie laufen; žišrabûn sie trinken; ágrysak ich kneipe dich; nidrubak wir schlagen dich; ¡ignuşûn sie jagen. b) Die Betonung der Imperfektformen liegt auf der vorletzten Silbe, mit Ausnahme derjenigen Formen, deren letzte Silbe lang und in

folgedessen den Ton hat: įíšrab, tíšrab, tíšrab, tišrabîn, áðrab, jišrabûn, 10 jišráben, tišrabûn, tišráben, nišrab.

$ 60. a) Der Imperativ hat in der 2. Silbe denselben Vokal wie das Imperfectum, und als Präfix wohl durchgängig i*: iktib schreib; išrab trink; irkud lauf. Die Präfixe und Affixe des Imperativs lauten: Singular

Plural 2. m. i-, u- (u-, :-) **

i-u (u-u, i-u) 2. f. i-ž, u-i (u-i, i-2)

i-en (u-na, i-na). b) Merkwürdigerweise wird, so weit meine Beobachtungen reichen, im Singular die erste, im Plural die vorletzte Silbe betont. Doch

schwebt der Akzent hier vielfach: iktib, iketbi, iktibu (ikitbu), iktiben 20 (ikitben).

$ 61. a) Das Partizip Act. schiebt zwischen den 1. und 2. Radikal ein â ein (fazil): kâteb schreibend; mâna3(a) lindernd; ğâ}äd sitzend. b) Das Partizip Pass. wird gebildet durch das Präfix ma,

me, und Einschiebung von û zwischen den 2. und 3. Radikal 25 (mafzül): mektüb geschrieben; ma3(a)sûm eingeladen; märsûl gesandt.

$ 62. a) Der Infinitiv, der eigentlich ein Nomen ist, hat eine Anzahl verschiedener Formen; die häufigsten sind fa3l und fu3ůl (für Verben der Bewegung und Ruhe). — b) Anstatt der Form fazl

wird in unserm Dialekt öfters die Femininform fazle gesetzt: (u)le 30 sagen; (u)me schlafen; dårța pfurzen; ta3(a)be ermüden; dägge

schlagen; deủče lachen; ğeije kommen. c) Neben der infinitivischen und substantivischen Bedeutung wird der Infinitiv vom Verbum des Satzes gebraucht, um ein Mass oder eine Beschreibung auszudrücken:

šuâh šauż er röstete ihn ein Rösten, d. h. tüchtig; degg deggetê(i)n 35 er klopfte zweimal.

$ 63. a) Das Perfekt der II. Form wird wie das von I. abgewandelt, nur wird die 3. Pers. Fem. Sing. und die 3. Pers. Masc. und

* Ich hörte auch Imperative ohne Präfixe, z. B. ríkud neben írkud lauf. Über de vor dem Imperativ und Voluntativ der 1. Person Plur. s. $ 48. 40 ** Die in Klammern beigefügten Präfixe und Affixe sind die schriftarabischen

Formen. Das Präfix lautet i (vgl. irkud, ikrub), u, wenn der erste Radikal u-haltig ist (ulfur).

b) Das

Fem. Pl. auf der 1. Silbe betont: séllimet sie grüsste; čéttefau sie fesselten. b) Das Imperfekt wird durch präfigiertes įě gebildet: įěčéttif er fesselt. – c) Der Imperativ lautet wie das Imperfekt ohne Suffixe: čettif fessele. Wenn das Wort hinten wächst, ist die Verdoppelung des 2. Radikals häufig nicht mehr merkbar: čefnîh für čeffčnih 5 lege ihm das Totenhemd an. d) Die Partizipien werden durch präfigiertes , gebildet. Das Partizip Act. hat in der letzten Silbe gewöhnlich ein i, das des Passivs ein a oder e. Ist der 2. oder 3. Radikal ein a-haltiger Konsonant, so sind vielfach die Partizipien nicht zu unterscheiden. – 0) Der Infinitiv hat gewöhnlich die Form 10 tafzil: tärtîb aufstellen. Zuweilen tritt an Stelle des langen Vokals der letzten Silbe eine Femininendung ein: téğruba Versuch; téskere Billet. *

$ 64. Die III. Form wird genau analog der II. behandelt; nur lautet der Infinitiv nach Form měfâžale, mŭfâžale, seltener fizâl: 15 mŭğâmaša mit einer Frau zusammen sein; muuâğaha vors Angesicht treten.

$ 65. a) Das Perfekt der IV. Form schliesst sich in Abwandlung und Betonung der II. Form an: aúşufet sie beschrieb. – Imperfekt, das im Schriftarabischen die Form įufsil hat, ist in den 20 wenigen vorkommenden Fällen von I. nicht zu unterscheiden: iițla3(a) er bringt in die Höhe. c) Der Imperativ (afzil) und das Partizip (muf3il) der IV. sind in der Sprache des gewöhnlichen Lebens sehr selten: mumkin möglich; mislim Moslim. d) Die Infinitivform ist if3 âl: ikrâm schenken, daneben auch af3âl: aslâm Islam.

$ 66. a) Das Perfekt der V. Form richtet sich ganz nach der II.

b) Das Imperfekt wird durch präfigiertes żě gebildet (iatafa33al). Zuweilen werden die beiden kurzen Vorschlagsilben in eine lange (șit) zusammengezogen: įčtělaggå, įitlaggå er trifft. — c) Der Infinitiv, der im Schriftarabischen die Form tafa33ul hat, wird in unserm 30 Dialekt wohl kaum gebraucht, sondern wird durch den Infinitiv der II. vertreten.

§ 67. a) Die VI. Form wird analog der III. abgewandelt. Das Imperfekt lautet entsprechend der V. (¿atafâ 3al). Der Infinitiv nach der Form tafazul ist ebenfalls ungebräuchlich.

35 § 68. a) Die durch präfigiertes in gebildete VII. Form verwandelt im Imperfekt die Vorschlagssilbe in ¡in. Im Schriftarabischen lautet die Form ¡infazil. Die Vorliebe für den ;-Vokal in der letzten Silbe hat sich auch im Vulgärarabischen erhalten. – b) Das Perfectum

25 5

* In dieser Form gewiss Lehnwort aus dem Türkischen. Unsicher ist die Form 40 ta3(a)lumât Übungen. Ist das ein Infinitiv der II. oder der V. Form? l’nsicher ist auch terjûsa rülpsen.

betont die Pänultima: inkésär; Imperfekt, Imperativ und Participium auf der Antipänultima: jinkesir. Jedoch macht sich das Bestreben bemerkbar, auch diese Formen auf der Pänultima zu betonen: ¡inhákum es wird entschieden. c) Der Infinitiv hat die Form infi3âl.

$ 69. Die VIII. Form bildet das Imperfekt entsprechend der VII. jaftasil). Die Betonungsverhältnisse sind auch dieselben wie in VII. Der Infinitiv hat die Form ifti 3âl.

$ 70. Die X. Form bildet das Imperfekt wie die VII. (jastaf3il). Doch wird hier im Imperfekt, Imperativ und Partizip fast durchgängig 10 die Pänultima betont, wenn die Silbe geschlossen ist: jistárfęr; mistárfer, wenn das nicht der Fall ist, zeigt sich wieder das Schwanken der Betonung: įísteņi und jistéħi er schämt sich. Die Infinitivform ist istif3ål.

Die Verba mediae geminatae. 15 $ 71. a) Die Verba, deren 2. und 3. Radikal der gleiche ist,

kontrahieren diese, mit Ausnahme der Fälle, dass ein langer Vokal zwischen dem 1. und 2., oder 2. und 3. Radikal steht, oder der 2. Radikal verdoppelt ist. — b) Für die Kontraktion gelten folgende Regeln:

I) Haben die beiden ersten Radikale je einen (kurzen) Vokal, so zo wird der 3. Radikal dem 2. assimiliert, und der 2. Vokal fällt aus: medd für madad ausstrecken; Sadd für 3adad zählen.

2) Wenn der erste Radikal eigentlich vokallos sein sollte, zieht er den Vokal des 2. Radikals auf sich zurück, und dieser assimiliert

sich dem 3.: įčḥutt für jahțuț er setzt. 25 3) Treten an den letzten vokallosen Radikal konsonantisch anlau

tende Affixe, so schiebt man als Hilfslaut die Silbe (ë)i ein, sodass die Verba wie Verba tert. infirm. aussehen: ļottê(i)t für håțat(e)t ich setzte; hotte(i)für håțațnä wir setzten. - c) Das Partizip kann unkontra

hiert und kontrahiert gebildet werden: hâțeț und hâțị setzend. Wächst 30 es hinten, so haben die kontrahierten Formen den Vorzug: åtřın

setzende.

Verba hamzata. $ 72. 1) Verba prim. ham z. a) Die Verba, deren erster Radikal ein Hamza ist, bieten allerlei Unregelmässigkeiten. Perfekt, 35 Imperfekt, Infinitiv und Imperativ sind meist regelmässig: akal, įâkil,

ailel, ikil iss; ihid nimm.* - b) Zuweilen wird das a der ersten Silbe, um es zu stützen, gedehnt, sodass die Formen wie III. aussehen: âmar Impt. âmir befehlen; âies** verzweifeln. Das Im

* So lautet der Imperativ im L’nterschied von dem klassischen Arabisch, wo das 40 Hamza ausfällt.

** Transponiert von ja’is. Diese Form kommt schon im Schristarabischen vor.

« ͹˹Թõ
 »