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zeiten brauchbaren Handelsweg nach den phönizischen Häfen, sowie durch die esdralonische Ebene nach den philistäischen Hafenstädten.

Nachdem sich Rehabeam in Sichem, wo er sich die Herrschaft über Nordkanaan bestätigen lassen wollte, geweigert hatte, bestimmte Regierungsmaßregeln seines Vaters zurückzunehmen (1 Kg 12), trat der sichemitische Nordbund in Aufstand. Ägypten mischte sich (1 Kg 14, 25) zugunsten Jerobeams ein. Er plünderte Jerusalem und protegierte die Gründung eines Königtums, das Nordkanaan „von Bethel bis Dan“ und das Ostjordanland unter einem Szepter vereinigte und nur dazu bestimmt sein sollte, die Politik Agyptens in Asien zu unterstützen").

Damit war Jerusalem zu einem Stadtkönigtum herabgesunken, wie einst in der Amarna-Zeit. Rehabeams zweitem Sohne Asa scheint es gelungen zu sein, die Einmischung Ägyptens abzuweisen. Die Chronik weiß von einem Siege über den Kuschiten Zerah (2 Chr 14, 8 ff.). Er wird eine ägyptische bez. arabische Exekutionstruppe zurückgeschlagen haben. Dann sucht er Rückhalt bei Damaskus. Er sendet Tributgaben und erinnert (1 Kg 15, 18 f.) Benhadad an ein Bündnis, das sein Vater mit Benhadads Vater geschlossen habe. Er bittet um Hilfe gegen seinen Feind Baesa, den König von Israel, der Nadab, den Sohn Jerobeams, gestürzt hatte, und ersucht, das Bündnis aufzuheben, das zwischen Israel und Damaskus bestehe. Das heißt in Wirklichkeit: er unterwirft sich dem Herrscher von Damaskus als Vasall und tritt damit in die Stellung ein, die Israel bereits vorher hatte. Benhadad gewährt mit Vergnügen die Bitte, das heißt er übernimmt die Oberhoheit über längst begehrte Gebiete des Ostjordanlandes: Ijon und Dan und Abel-beth - Maacha und Kinneroth, samt dem ganzen Lande Naphtali: i Kg 15, 20. Damit erwirbt Damaskus den rechtlichen Anspruch auf diese Gebiete, und in deren Verfolgung zieht sie 733 Tiglatpileser ein, als er Damaskus zur assyrischen Provinz macht? Von jener Zeit an wurde Israel gezwungen,

1) Von Tyrus hören wir in dieser Zeit nichts. Die Notiz, nach der Abdaštoret (Abdaotaotos bei Menander) von den „vier Söhnen seiner Amme“ ermordet war, zeigt, daß es durch Kämpfe im Innern beschäftigt war.

2) Von da ist Damaskus Schritt für Schritt vorgerückt. 1 Kg 20, 34 erfahren wir, daß Benhadad unter Omri weitere Städte besetzte und in dem neugegründeten Samarien Bazare (natürlich mit Privilegien für die Handelsartikel von Damaskus) eröffnet hat. Jedenfalls ist das der aus

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ein stehendes Heer zur Abwehr von Damaskus zu halten. Dem Übergewicht des Heeres verdankt Omri, der Feldhauptmann, seine Erhebung zum Könige.

Israel und Juda bis zum Fall Samariens. Mit Omri beginnt ein neues Zeitalter für Kanaan. Er versucht eine Einigung von Norden her, wie sie einst David von Süden her geschaffen hatte. Einen urkundlichen Beweis für das Epochemachende seiner Erscheinung bildet der Umstand, daß die assyrische Diplomatie Israel mat Humrî, bît Humri(a) nennt 1. Wenn Juda bis zu den Zeiten des Jotam und Ahas in den assyrischen Annalen nicht erwähnt wird, so liegt das einfach daran, daß es Vasallenstaat Israels war. Wo Israel erwähnt wird, ist Juda stillschweigend hinzuzudenken.

Omri schließt sich an Ithobaal von Tyrus an. Die Verheiratung seines Sohnes Ahab mit Ithobaals Tochter Izebel hat politische Bedeutung. Und die politische Verbindung bedeutet Anerkennung des Kultus. Sie brachte den Kult des Ba'al von Tyrus nach Israel. Ahab konnte dann seinerseits wagen, gegen Damaskus in offene Feindseligkeit zu treten (1 Kg 20 ff.). Die nun folgenden Kriege, bei denen Israel jedenfalls durch Tyrus unterstützt wurde, bei denen auch Juda gelegentlich Heeresfolge leisten mußte, hatten wechselnden Erfolg, haben aber doch schließlich die Abhängigkeit Israels von Damaskus 2 nicht aufheben können, denn wir finden bald darauf Ahab beim Kampfe gegen Assyrien in der sicherlich erzwungenen Heeresfolge Benhadads 3.

Inzwischen war nämlich für den mächtigen Aramäerstaat Damaskus Gefahr heraufgezogen von seiten des assyrischen

bedungene Lohn für die Hilfe gewesen, die es dem Usurpator Omri bei seiner Thronbesteigung zuteil werden ließ. Omri hat dann als kluger Politiker versucht, durch Verbindung mit Tyrus der gefährlichen damaszenischen „Freundschaft“ ein Gegengewicht zu bieten.

1) Auch Jehu, der von Assyrern unterstützte Usurpator, heißt ,,Sohn von Omri“ (mar Humrî).

2) Die kulturelle Überlegenheit des Reiches von Damaskus über Israel-Juda bezeugt Am 3, 12 und vielleicht auch 2 Kg 16, 1of., wo Ahas das Modell eines Altars von Damaskus nach Jerusalem schickt.

3) Ahab zieht mit Josaphat nach dem Jabbok 1 Kg 22, 3, um Ramoth Gilead den Händen der Damaszener zu entreißen. So weit also reichte gelegentlich die Machtsphäre von Damaskus! Die Freundschaft zwischen Josaphat und Ahab bedeutet dabei nichts anderes als Vasallenverhältnis Judas gegenüber Israel.

Reiches. Die assyrischen Könige haben seit Asurnasirpal als eines der Hauptziele ihrer Politik „den Zug nach dem Meere“ angesehen, d. h. sie wollten freie Bahn für ihre Handelszüge und Kriegszüge nach dem Mittelmeer gewinnen'. Zu diesem Zwecke mußte Damaskus überwunden werden, mit dessen Besitze zugleich die Verfügung über die kleinen Völker des Ostjordangebietes verbunden war. In Israel bildete sich bald eine Assyrien freundlich gesinnte Partei, die von dem mächtigen Reiche Befreiung vom damaszenischen Joche erhoffte.

Wohl noch unter Omri hat Israel zum ersten Male in seiner Politik unmittelbar mit Assyrien rechnen müssen. Von dieser Zeit an mußte man sich am israelitischen Hofe über die Vorgänge in Assyrien auf dem laufenden erhalten. Wir werden annehmen dürfen, daß sich jederzeit Sendboten Israels bez. Judas am Hofe von Niniveh aufgehalten haben. Die Geschichte von der Sendung Jonas gewinnt dadurch neues Licht, auch wenn sie nur historische Einkleidung einer didaktischen Schrift bedeutet. Wie entstand die Interessen-Verbindung zwischen Israel und Assyrien? Tyrus und Sidon hatten Asurnasirpal während seiner letzten Regierungsjahre auf nordphönizischem Boden Tribut zahlen müssen. Die phönizischen Städte werden das nicht ungern getan haben, solange sie unter dem Drucke des übermächtigen Damaskus zu leiden hatten? Bei den engen Beziehungen, die zwischen Tyrus und Israel damals bestanden, ist es mehr als wahrscheinlich, das sich Omri der Tributsendung und Huldigung angeschlossen hat, wenn diese nicht in der Huldigung von Tyrus als seinem Oberherrn eingeschlossen war. Aber erst unter dem Sohne und Nachfolger des Asurnasirpal erwähnen die königlichen Tafelschreiber Israel ausdrücklich, Nachdem Salmanassar II. (860-825) Babylonien unter seine Oberhoheit gebracht hatte, rüstete er zum ,,Zuge nach dem Meere“, wie der assyrische „Eponymenkanon“ sagt.

Während Salmanassars Vater einen Zusammenstoß mit Damaskus vermieden hatte, trat ihm 855 in der Gestalt des Adad-'idri von Damaskus ein mächtiger Widersacher entgegen. Er hatte mit Irhuleni von Hamath ein Schutzbündnis geschlossen, dem auch Israel (mit Juda) sich anschließen mußte. Man nennt

1) Vgl. S. 292 ff. und Abb. 96f.

2) Nach dem Fall von Damaskus wagen es die phönizischen Staaten, sich gegen Assyrien aufzulehnen.

die Bundesgenossenschaft 1 traditionell den damaszenisch-hamathensischen Städtebund. Ahab von Israel wird in der Inschrift Salmanassars als A-ha-ab-bu Sir-i’-la-ai2 erwähnt, und es wird gesagt, er habe mit 10000 Mann und 2000 Wagen sich beteiligt 3.

Salmanassar berichtet in einer Monolithinschrift 4 Näheres über den Feldzug vom Jahre 854. Im Gebiete von Hamath, bei Karkar, der Königsstadt des Irhuleni, am Orontes (Arantu) sei es zur Schlacht gekommen. Das eigentliche Ziel, die Unterwerfung von Damaskus, hat Salmanassar nicht erreicht. Der König von Damaskus blieb selbständig, er behielt auch die Lehnsherrschaft über Israel. Ebenso erging es beim zweiten assyrischen Angriff im Jahre 849 und beim dritten im Jahre 846 trotz der Versicherung: ich besiegte den Adad-'idri und seine Vasallen. Nur insofern steckt ein Stück Wahrheit in der Aussage, als es ihm durch sein Auftreten irgendwie gelungen sein muß, Damaskus zu isolieren und die Vasallen, unter ihnen Ahab von Israel, von Damaskus frei zu machen. Das zeigt sich bei dem nächsten Feldzug im Jahre 842, bei dem wir den König von Damaskus ohne Bundesgenossen finden. Schwer mag es nicht gewesen sein, die Vasallen lässig zu machen in der Hilfe gegen Assyrien. Benhadad hatte sich ja selbst die Feindschaft der Vasallen zugezogen.

Die Stelle i kg 20, 24 verrät, daß er den Versuch gemacht hat, die Könige der Vasallenstaaten zu beseitigen und damaszenische Statthalter an ihre Stelle zu setzen. Die Kriege Ahabs gegen Benhadad, von denen die Bibel erzählt, bedeuten sicher die Reaktion gegen diese versuchte Maßregel. Unter solchen Verhältnissen mag sich zum ersten Male eine assyrische Partei in Israel gebildet haben. Es ist sehr wahrscheinlich, daß der Prophet Elisa

1) Die Zahl der Verbündeten ist unsicher; die Inschrift sagt 12, zählt aber 11 auf. Liegt auch hier absichtliche Abrundung im Sinne von S. 363 Anm. 5 vor: Die 32 in 1 Kg 20, i beruht auf einem Irrtum, der aus 22, 31 herübergekommen ist.

2) Zur Schreibung des Namens hebr. Jisrael, s. Winckler KAT 3

S. 247.

nassars.

3) Solange uns die damaszenische Überlieferung fehlt, müssen wir auf einen klaren Überblick über die damaligen politischen Verhältnisse verzichten. Die wertvollsten Auskünfte geben uns die Annalen Salma

In den biblischen Berichten des Königsbuches stehen die israelitischen Ereignisse naturgemäß im Vordergrunde und lassen relativ Unbedeutendes als Hauptsache erscheinen.

4) KT ? S. 14 ff.

5) Die Echtheit der Stelle wird m. E. mit Unrecht angezweifelt. Jeremias, A. Test. 2. Aufl.

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der geistige Führer dieser Freunde Assyriens gewesen ist. Zweifellos ist, daß der gewaltsame Thronwechsel in Israel mit dieser Parteibildung zusammenhängt. Jehu hat seinen Staatsstreich wohl unter assyrischem Schutze ausgeführt. Die folgenden Ereignisse zeigen, daß er sich dem König von Assyrien verpflichtet fühlt. Es ist ähnlich wie später unter Pekah. Eine assyrische Partei stürzt den König, der neue König erkennt zum Dank für geleistete Hilfe die assyrische Oberhoheit an.

Bei der Lockerung des Vasallenverhältnisses hatte wohl auch der Thronwechsel in Damaskus eine Rolle gespielt. Als 842 das assyrische Heer erschien, lebte der mächtige Benhadad nicht mehr. Hazael — Haza-'ilu schreiben ihn die assyrischen Inschriften war König an seiner Statt. Die Bibel berichtet uns 2 Kg 8, 9 --15 über den Thronwechsel.

Der keilinschriftliche Bericht über den Zug Salmanassars gegen Haza-'ilu sagt:

Stück einer Annaleninschrift (vom Jahre 842). Im achtzehnten meiner Regierungsjahre überschritt ich zum sechzehnten Male den Euphrat. Hazaël von Damaskus verließ sich auf die große Zahl seiner Truppen und bot seine Truppen in Menge auf. Den Sanîru?, einen Bergkegel im Bereich des Libanon, machte er zu seiner Festung. Ich kämpfte mit ihm und besiegte ihn. 6000 seiner Krieger erschlug ich mit den Waffen; 1121 seiner Streitwagen, 470 seiner Streitrosse, sowie sein Lager nahm ich ihm weg. Er machte sich davon, um sein Leben zu retten. Ich setzte ihm nach und schloß ihn in Damaskus, seiner Hauptstadt, ein. Ich hieb seine Parke nieder und zog bis zu den Bergen des Hauran. Städte ohne Zahl zerstörte, verwüstete, verbrannte ich und führte zahllose Gefangene weg. Bis zu den Bergen des Ba'lira'si, einem Vorgebirge, zog ich und stellte mein Königsbild dort auf?. Damals empfing ich den Tribut der Tyrer, Sidonier und Jaua's, des Sohnes Omris.

Obelisk, Überschrift zu den Abbildungen. Tribut Jehus, Sohnes des Omri: Silber und Goldbarren, šaplu aus Gold, zukût aus Gold, Becher (?) aus Gold, Eimer (?) aus Gold, Bleibarren, hutartu (Holzgegenstände!) für die Hand des Königs, purumhâti* (Holzgegenstände!) empfing ich von ihm.

Salmanassar hat also 842 ohne Widerstand den Libanon überschreiten und an der Meeresküste vorrücken können, am Vorgebirge des Hundsflusses gleich den Vorfahren sein Bildnis ein

KT ? S. 20 ff. 2) Hermon (vgl. 5 Mos 3, 9:). 3) Am Nahr el Kelb, s. S. 501, Anm. 3 und vgl. S. 292. *) Oder budilhâti (Stämme, von denen das Bedolah-Harz kam?).

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