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Sonntagsprediger an der heiligen Geistkirche in Frankfurt a. M.

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Seitdem

eitdem jener Mönch im neunten Jahrhunderte, die erste deutsche Christenlehre für ein lehrbedürftiges Christenvolk nies derschrieb, wie viele Schriften in diesem Sinne sind nicht seits dem erschienen, ja zum Theil schon längst vergessen? - Sollte es nothig seyn, zu dieser Region ein neues Buch hinzuzufügen?

Der Verfasser konnte zu seiner Entschuldigung sich auf das Herfommen berufen, welches jedem Prediger das Recht zuspricht, für seine Religionszöglinge ein Lehrbuch zu schreiben. Würde dieses Recht zu einer Verpflichtung ausgedehnt, so könnte es für Manchen ein Anstoß werden, um mit sich selbst über Tausend Dinge, wo nicht völlig ins Reine das scheint auf Erden kein erreichbares Ziel aber der Wahrheit nåber zu kommen. Doch bier ist ja nur vom Nußen die Rede, den solche Schriften dem ferer bringen sollen.

Feder Erdensohn wird nämlich mit der Anlage zur Religion geboren. Der Keim des religiosen Lebens (Sensus numinis) liegt, wie jener des geistigen und sittlichen, tief in unserm Gemüthe. Die Anlage ist Gottes Geschenk, ihre Ausbildung das Werk der Menschen. Mit ihr sich zu beschäftigen, ist des Religionsa lehrers schönster Beruf. Er soll jenen Keim pflegen, daß er Früchte der Tugend bringe. Vor allem müsse die Pflanze lebendig forttreiben, nicht vom todten Buchstaben, nicht von irgend einem Menschenfündlein erstickt werden. Und wie mans gelhaft ist gerade in dieser Hinsicht, nicht selten unser Religionsunterrid;t? An trocknen Gedächtnißfäßen, an bilderreis den und gedantenleeren Vorstellungen, an Erregungen der Einbildungskraft durch ein loses Spiel mit Gefühlen, låßt man es nicht fehlen; desto seltner ist der rechte geschichtliche Zusams menbang, die flare vollståndige Uebersicht, und die auf deuts liche Begriffe gegründete feste Ueberzeugung.

Die bloß zum Gedächtnisse gebrachten Formeln, bleiben ewig ein mark- und fafts loses Wissen; sie lassen den Geist ohne fråftige Nahrung darben, das Herz ohne gründliche Besserung dahin sdmachten. Wohl wird der heranwachsende Mensch in staunender Verwunderung erhalten, wenn aber durch Naddenken, Lesen oder Umgang Zweifel entsichen, dann hat das lustige Gebände keinen Stükpunkt, der ungeduldige Zweifler weiß den Kern nicht von der Schaale zu scheiden, und wirft am Ende beide von sich.

Durd, gegeuwärtige Schrift wollte der Verfasser einigen bieser Uebel zu begegnen suchen. Ueberzeugt, daß die Lebre Jesu die Mittel zum ewigen Fortschreiten in der geistigen Entwicklung unsers Gefdhlechts enthält und hierin feinen Stills stand erkeunt; überzeugt, daß eben darum diese Religion nie Sache des blinden Glaubens, nie Spiel einer schwärmerischen Giubildungskraft werden könne, sondern dazu bestimmt seyy, mit Ernst und Nachdruc in das Leben einzugreifen; versachte der Verfasser einen Weg zu finden, welcher durch den Verstand der Leser zu ihrem Herzen dringen sollte. Denn was hilft alle Bearbeitung des Verstandes, wenn der Wille ausbleibt. Ficht zur warme, wenn die Pflanze gedeihen sott, im Geis sterreiche, wie in der Sinnenwelt.

So weit aber der Verfasser davon entfernt ist, das Chris stenthum dem Gebåchtnisse in gebundner oder ungebu dner Rede: vorzumefsen, so nothig erachtete er , bestätigende Steder orr heiligen Schrift als träftige Erinnerungsmittel für jedes Alte hinzuzufüs gen. Sie sind mit größerer Schrist abgedruckt, und wo es nótbig schien, in der Kürze erläutert. Die öftern Arführuns gen aus luthers Schriften fonnte der Verfaffer, theils seis ner Achtung für den großen und fühnen Bertheidiger der res ligiösen Wahrheit und Freiheit, theils seiner eignen Ueberzeus gung von der Zwedmåßigkeit soldher kurzen, gediegenen und våterlichen Ansprachen, nicht versagen.

Der angehängte geschichtliche Ueberblic sollte nicht allein die, Hauptereignisse der Religionsgeschichte, vor und nach der Geburt des Neligionsstifters, in gedrängter Kürze am Auge des Lesers vorüberführen; sondern auch als Vorbereitung zum frudytbaren Bibellesen dienen.

Endlich hat der Verfasser seine Schrift nicht bloß zum febrbuche für die Jugend, sondern auch zum Grins nerungsbudo e für Erwachsene bestimmt.

Er dachte sich nämlich Einige, denen es nicht unangenehm seyn möchte, fich mit ihm zu verbinden, um die goldne Mittelstraße zwischen den gleichgefährlichen Klippen des Aberglaubens und Unglau. bens aufzusuden, den forschenden Geist mit den Wünschen

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