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I n h a I t.

Seite 1. Der neue Paris. Ein Knaben - Mährchen. 1832 1

II. Hans Sachsens poetische Sendung. Nach

einem alten Holzschnitte. 1833

18

Eine Para:

Ul. Wilhelm Meisters Lebrbrief.

phrase. 1825

42

IV. Der Setraeder. Zu Wilhelm Meisters Lehr

jahren. 1825

72

V. Wilhelm Meisters Wanderbuch. Eine Paras

phrase. 1824

88

Vi. Bruchstück eines Seleitsbriefes oder Wegweisers zu

den Wander-Jahren. 1824

110

VII. Die neue Melusine. Ein måhrchen. 1833.

128

VIII. Die Rochus - Kapelle. Eine Gewiffensfrage.

1825

154

IX. Faust und Mephistopheles. 1833

176

X. Das neue Reich. Ein Måhrchen. 1833

Seite 188

an den neuen

XI. Aus dem Briefe des Pastors zu

Pastor zu ***

206

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Ein Mährden. In dem Jahre, - 1832 – welches gegenwärtig ju Ende eilet, haben wir den vielgepriesenen, aber noch viel mehr verfannten und verlästerten Dichter der Deutschen alb einen Greis im Filbergrauen Saare von dem Schaus plaße abtreten feben, den er über ein halbes Jahrhundert hinaus vielfach belebt hat, und fünftig noch viel gründlis der beleben und erbellen wird. Es ift anmuthig und rüh. rend, in dem Sterbejabre des lebensmüden Greifes den lebensfrohen Knaben zu betrachten; und wir verdanken es seinem einzigen Salente, daß wir diesen Knaben noch heute hören, sehen, sprechen fönnen. Aber am lebendigsten wird uns das Bild, sauber im Rahmen gefaßt, vor die Augen treten, wenn wir uns das Mährchen wiederholen, welches der Kuabe, wie er es empfangen, wiedergegeben, und der Mann, wie er selbst sagt, ju funsimäßiger Darstellung verarbeitet hat.

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Daß wir es sogleich herausragen: das Knabenmähs chen zeigt uns unverkennbar die erste Weihe des Kins des: es erzählt ohue hohe Worte in cinfacher Weise ernsis und scherzhaft die Initiation zu einem hohen, aber schwies rigen und gefährlichen Lebensberufe. get wird die Kindesweibe unwilführlich zur Todtenfeier.

Der Knabe erscheint in seinen neuen Pfingstkleidern, in altmodischer, sieifer Tracht nach der Farbe feiner Zeit, die er selbst stetig zu fördern und umzuwandeln berufen wurde: er muß schon zur ersten Probe den ganzen Ans Hut

zu geringen Entsetzen die fchön gepuderten Haare unbarmhers gig aufstäuben lassen, wiewohl er sich noch oft, und noch deffelbigen Sages, mit seinem altfränkischen Kostum in der täglichen Welt wieder zeigen mußte...,

zu Pfingfien batte sich der gepugte Knabe auch einen guten Sag machen wollen: Jer a dachte nach abgehaltenem Gottesdienste und nach den stattlichen Fejimable beym Großvater tu den anmuthigen Luftgärten seiner Paterstadt vergnüglich und behäbiga sido etwas zu Gute jt thun, wie die ehrenwerthen Bürger, der frenen Reichsstadt auch zu thun pflegten. Aber da hält es ihn schon hinter dem Bwinger an der keimlichen Maner, wo es nie recht ges heuer gewesen ist. Er fann nicht, wie das Fleisch will, er wuß seinem Berufe folgen, der hohen Aufgabe, feines fünf tigen Lebens gehorchen. Und nun fteht der zarte Snabe mit den frisirten und gepuderten Löckchen, wie wit Flüs gelcyen, vor der ingen Pforte. Es sind die Flügelchen, die zu mächtigen Schwingen heranwachsen follten, ob auch weder der Knabe, noch der Mann darau gedacht bat. Und die enge Pforte ist von der Art, daß fie fein Mensch

sich selbft öffnen fann, es fehlt auch alle Sandhabe dazu, fondern sie wird uns von innen aufgeschloffen, wenn wir nur an der rechten Stelle in Geduld die Zeit erwarten oder auch anflopfen. Dazu kommt, daß die Pforte enge ist, welche zum Leben selbst einführt, wie zum Dichten und Denfen: wer sich breit macht, fommt nicht hindurch,

Aber es ist auch nicht zu übersehen, daß sie ein schös nes Denkmal altdeutscher Art und Runft ist, daß fie dem tiefen und sinnigen Kunstfleiße des Baterlands angehört. Das Baterland ist für jeden der natürliche Boden, auf welchem er gedeiht und zur allgemeinsten Ausbildung beranreift. Es ist wirklich die deutsche Kunst, zu welcher und durch welche er Eingang, sucht. Was man in der Jugend wünscht, das hat man im Alter die Fülle.

Und wer thut nun die Pforte von innen auf? Wer führt den Knaben ein? Es ist Niemand Anders, als ein Diener der Religion. Und folches geschieht an dem Fefte, welches dem Andenfen an die Ausgießung der gott lichen Geistesgaben und den Gebeten darum gewidmet ist. Die Bibel hatte den Knaben zuerst beschäftigt, belebt, gebildet, begeistert: aber zunächst das Alte Testament. Er fürchtet schon, daß es ein gøraelit ift, der ibn empfängt: aber an dem heiligen Kreußes - Zeichen erkennt er Cbriften. Es ist ein fatholisiget Christ, mit allen Bildern, Legenden und Sáframenten seiner großen Kitche: allein der Route des Ratholijomus, zu dem er fich Befens net, fagt noch mehr, er deutet fugleich auf die allge: meine Kirche Chrifti, welche die besondert Kirchen in fich fchließt. An feiner Hand tritt jekt der Rnabe in die Sau: bergärten der vielgliedrigen Kunst und Poefte, schon

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