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Eine Tragödie

von

Goethe.

Beide Theile in Einem Bande.

Stuttgart.

Verlag der J. G. Cotta'schen Buchhandlung.

HARVARD
UNIVERSITY
LIBRARY

Druck von Gebrüder Kröner in Stuttgart.

Bueignung.

Jhr naht euch wieder, schwankende Gestalten! Die früh sich einst dem trüben Blick gezeigt. Versuch' ich wohl, euch dießmal festzuhalten? Fühľ ich mein Herz noch jenem Wahn geneigt? Ihr drängt euch zu! nun gut, so mögt ihr walten, Wie ihr aus Dunst und Nebel um mich steigt; Mein Busen fühlt sich jugendlich erschüttert Vom Zauberhauch, der euren Zug umwittert.

Ihr bringt mit euch die Bilder froher Tage,
Und manche liebe Schatten steigen auf;
Gleich einer alten, halbverklungnen Sage,
Kommt erste Lieb' und Freundschaft mit herauf;
Der Schmerz wird neu, es wiederholt die Klage
Des Lebens labyrinthisch irren Lauf
Und nennt die Guten, die, um schöne Stunden
Vom Glück getäuscht, vor mir hinweggeschwunden.

Sie hören nicht die folgenden Gesänge,
Die Seelen, denen ich die ersten sang;
Zerstoben ist das freundliche Gedränge,
Verklungen, ach! der erste Wiederklang.
Mein Leid ertönt der unbekannten Menge,
3hr Beifall selbst macht meinem Herzen bang;
Und was fich sonst an meinem Lied 'erfreuet,
Menn es noch lebt, irrt in der Welt zerstreuet.

Und mich ergreift ein längst entwöhntes Sehnen

Nach jenem stillen, ernsten Geisterreich ; Gosthe, Faust

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