Ҿ˹˹ѧ
PDF
ePub

Charaktere begegnet seyn, wie der Prahler, Schwa- des Grillenvertreibers von den allzuderbèn Capiteln ben, Schneider.

Diese nebeneinander aufgestellt des ersten Theils, die man ganz zugegeben wünscht, hätten, gegenseitig sich erläuternd und erklärend, nur im Inhalt geliefert; wie wenig aufmerksam auch erst den Reichthum und die eigentliche Natur die- dieser gemacht ist, sieht man daraus, dass das eine ser Seite der altdeutschen Poesie erkennen lassen. Gedicht (s. 453 ff.) in zehn (nicht einmal in neun) Eine solche mannigfach sich ausbreitende Untersu- Verse abgetheilt worden, während es, offenbar ein chung müsste der Geschichte der Poesie nicht ge- ganz regelmässiger Meistergesang von zwey Stollen ring zu achtende Resultate gewähren. Gerade diese und Abgesang in drey Gesätzen ist. Auch die LiRuhe und helle Besonnenheit des Humors, diese teratur des Lalenbuchs ist nicht vollständig: der ausdauernde und sicherlebende Ironie ist etwas den Katalog der Ungerischen Bibliothek führt $. 125 Deutschen ganz Eigenthümliches, die leicht an leicht- eine Ausgabe des Grillenvertreibers Frankf, 1670. 8. springendem Witz von andern Völkern übertroffen an. Eine andere erschien : Nürnberg 1678. Die Auswerden.

gabe s. l. et a. welche in der Romanenbibliothek Wissenschaftlicher Ernst hätte hier noch einen benutzt und hier S. 491 bezweifelt wird, exislirt andern Vortheil gebracht: das Buch wäre dann nur unstreitig, der Titel ist ganz richtig, nur etwas abin die Hände derer gekommen, denen es gebührte.

gebührte. | gekürzt angegeben. Sie stimmt dem Inhalt nach Wir wissen auch, dass Derbheiten dieser Dichtung treu mit der Ausgabe von 1598 überein und nur zugehören und nothwendig sind, und verlangen so die Orthographie ist erneuert. wenig, dass sie wegbleiben sollen, als wir den Ari- Hat der Herausg. auf diese Weise die Quellen stophanes castrirt selien möchten, allein unsere Zeit vernachlässigt, so fehlen ihm weiter die besten und hat eine Zucht und Sitte, die geachtet werden muss, wichtigsten Hilfsmittel zur Erläuterung des Gevor deren Augen mau solche Dinge nicht hinstel- dichts. Die dänische Sammlung: Molboers Bedrif, len soll. Das Volk mag sie vertragen, aber ein ter, die interessante Vergleichungen an die Hand feiner schamhafter Sinn der Frauen, der etwas Ed- gibt, hat er nicht gehabt und nur aus Nyerups Ables ist, hätte hier gewarnt werden sollen, und ein handlung in einer Zeitschrift angeführt. Aus dieZusatz: „für Männer gedruckt“ scheint so statthast ser nimmt er weiter auch Nachweisungen über Freis als das bekannte: Manuscript für Freunde,

Gartengesellschaft und das Rollwagenbüchlein. Dass Dieses im Allgemeinen über das vorliegende sie nur sehr unvollständig sind, ist natürlich, da man Buch ausgesprochene Urtheil, halten wir uns schul- in Dänemark nicht über seltene altdeutsche Bücher dig, im Einzelnen zu bewähren, wodurch wir zu- Untersuchungen anstellen kann; so erscheinen denn gleich in den Stand gesetzt werden, der Recension diese Notizen hier falsch und dürftig. Das Rolleiniges Interesse zu verleihen.

wagenbüchlein ist ursprünglich nicht ein zweyter 1. Die Schildbiirger. Wie dieses Werk das Theil der Gartengesellschaft, sondern ein eigenes Vollendetste und gediegenste in der alten komischen Buch, das den bekannten förg Wickram, StadtLiteratur ist: so erscheint eine sorgfältige Bearbei- schreiber zu Burkhaim zum Verfasser hat. (Hiertung hier am nothwendigsten. Was den Text be- aus erklärt sich nun die Stelle bey Fischart in der trifft, so ist der erste Theil nach den Ausgaben von Geschichtsklitterung S. 437 und Burkhaim ist nicht 1605 und 1614 gemacht, die frühere von 1598 hat der Verfasser eines Buchs, s. Note 438, was Hr. der Herausg. nicht gehabt, da sie doch bestimmt Prof. v. d. H. ohnehin hätte wissen können, schon existirt und billig hätte benutzt werden sollen; zwei- wenn er den Fischart aufmerksamer gelesen. Eben felhafter ist freylich die von 1597, weil man über- so rührt die Gartengesellschaft von Jacob Frey, haupt Drauds Angaben nicht für zuverlässig neh- Stadtschreiber zu Maursmiinster her). Die Ausgabe, men kann. Indessen wollen wir hierüber nicht die Rec. vor sich hat, ist von 1557 in 8., indessen lange rechten; da das Lalenbuch, wahrscheinlich existirt wahrscheinlich eine frühere, 'da in der Vorwegen der in Perioden geschlossenen Rede, die rede von Frey's Gartengesellschaft von demselben nicht so leicht zu zerreissen war, überhaupt weni- Jahr schon des Rollwagenbüchleins gedacht wird, gere Veränderungen erlitten, und selbst in den heuti- und auf dem Titel dieser Ausgabe stehi: „wiederum gen Volksbüchern noch ziemlich rein erscheint, so erneuwert und gemert. Die Ausgabe Magdeburg mag

hier nicht so viel auf die ersten Ausgaben an- ś. a. welche Draud bemerkt, ist später, sie ist bey kommen, wie bey den Romanen im Buch der Liebe. Johann Franken gedruckt, heisst der Rollwagen u. Diese Nachlässigkeit verschwindet gegen eine viel auf dem auch sonst abgeänderten Titel steht: jetzt bedeutendere und geradezu unverzeihliche, indem

von neuem übersehen und gemehret. Eine andere Hr. v. d. Hagen den zweyten 'Theil des Buchs nicht Ausgabe: Rollwagenbüchlein Mühlhausen s. a. (diemitherausgegeben hat. Dieser, wenn er gleich selbe welche Nyerup meint) ist auch später, als die nicht völlig den ersten erreicht, ist dennoch unge- von 1557, weil die Gartengesellschaft als zweyter mein witzig und in vielen einzelnen Zügen ganz Theil damit verbunden, in dem Katalog der Adelung. vortreMich. Statt ihn im Text mit abzudrucken, Bibliothek No. 2549 angeführt wird; ein dritter gibt er im Anhang einen dürftigen Auszug davon, Theil wird dem Montanus zugeschrieben, unstreidem aller Scherz und alles poetische Interesse ent- tig dessen Wegkürzer. (Wir kennen von demselzogen ist. Eben so ist die abweichende Erzählung

beu ein Lustspiel: der ungetrewe Knecht, Strassb: bey Messerschmidt s. a. in 8.) Einer anderen Aus- sehr selten geworden sind; zudem ist für die Begabe von 1568 Rollwagen von Schimpf und Ernst, stimmung des Alters der Schildbürger eine genaue gedenkt Cless biblioth. p. 247. Ausser diesen bey- | Angabe wichtig. der gibt es noch ein drittes, hier auch wichtiges Der Verfasser theilt in einigen Worten die Beund dem H. v. d. Hagen nicht einmal dem Namen merkung mit, dass das ganze Gedicht aus Volksrach bekanntes Buch: Wend Unmuth durch Hans tradition wahrscheinlich zusammengestellt sey und Wilhelm Kirchhof, einen Hessen aus der zweiten seinen Ursprung Dunkel umhülle; was eben so Hälfte des 16. Jahrh., der erste und beste Band er- leicht als sicher im Allgemeinen zu treffen war. schien Frankf. 1565. 8. (jedoch ist die Vorrede Cas- Ein Dunkel ruht freylich auf der Entstehung eines sel 1562 datirt,) und ist in zwey, aber ungleiche jeden Gedichts, das wir nicht aufhellen werden, wie Theile getheilt, der grösste enthält die weltlichen, bey der Betrachtung einer jeden wahrhaftigen Dichder andere die geistlichen Erzählungen. In der tung, auch unserer Zeit, wir endlich auf etwas Una Fortsetzung nennt Kirchhof sein Buch eine erwei- ergründliches gelangen. terte und vermehrte Uebersetzung von Bebels face- Ueberall aber, wo wir Poesie finden, sehen wir tiis. Von diesem ersten Theil führt Strieder (lies- sie auch angeknüpft an ein Früheres, eine Tradisische Gelehrt. Gesch. VII, 79.) noch eine andere tion geht durch alle Zeit und Jahrhunderte die Ausgabe Frankf. 1587 8. an. Mehr als Strieder ge- auf die auffallendste Weise von einander geschiefunden, kann man aus dem Buch selbst von Kirch- den, hängen doch mit tausend Fäden zusammen hofs Leben erfahren: als Soldat war er in Franken, und mögen sich nicht verlängern. Wiederum aber, Norddeutschland, Flandern gewesen, überall ist der stehen wir auch immer, wo die Dichtung frisch Erwerb der Weltbekanntschaft, eine recht lebendige strömt, vor ihrer unversiegbaren Quelle , denn Anschauung, sichtbar und er übertrifft in der Erzäh- darin ruht das Geheimniss ihrer ergreifenden Macht, lung Frey und Wickram. Den dritten Theil hat

dass ihre Gegenwart in der Vorzeit begründet, die Rec. noch nicht gefunden, einen vierten und fünf- Vorzeit in ihrer Gegenwat lebendig und unverten aber, den Kirchhof späterhin, als Burggraf von gangen ist. Wurde oben behauptet, dass nach dem Spangenberg (Frankf. 1602) herausgab, auf der kö- Untergang des alten Heldenepos dieses Gedicht als nigl. Bibliothek zu Berlin gesehen; beyde enthalten neue Bildung hervorgetreten, so müssen doch die meist Auszüge aus der alten Geschichte und gehö- Keime und Adern dazu in früherer Zeit schon daren nicht eigentlich hierher. Wie beliebt das Werk

gewesen seyn, und nur das Herrschende können gewesen, zeigt die Nachahmung des Titels in spä- wir durch einen Gegensatz bezeichnen.

Hernach tern Sammlungen. Es folgt auf diese Bücher eine hat das Ganze sich gesammelt, gleichsam auf einen ziemlich lange Reihe ähnlicher, in diesem Geschmack Ruf, wie das gediegene Silber eine Zusammenhäuausgearbeiteter, sie sind wohl alle selten zu nennen, fung einzelner Theile ist, nach unbekannten Geaber dass Hr. v. d. H. auch nicht ein einziges da- setzen chemischer Verwandschaft bewirkt. Solche von erwähnt, zeigt, wie wenig er nach dieser Li- einzelne Spur finden wir schon im 15. Jahrh. in teratur sich umgesehen. Sie können hier nicht an- dem Gedicht von Reinfried von Braunschweig, geführt werden, weil sie eine besondere Abhand- S. 374. des Hanöv. Manuscripts heisst es nämlich: lung nöthig machten; wir nennen nur daraus Kar tsipori 1558. 8. Der Verfasser unterschreibt sich bey

mit nassen schöben (Fackeln) luchtet der Dedication : Hans, Compan von Schleusingen

man e, ynd vasset manes schin

in secken, e vch iemer min - and: Rastbüchlein durch Michael Lindner, weil

hulde werde ze teile. dadurch die Stelle in der Vorrede von Fischarts Geschichtsklitterung vollkommen erklärt seyn wird, Hier erscheint dieselbe Idee, die wir bey den Schildwo offenbar zwey Bücher in eins zusammengewor- bürgern weiter ausgeführt sehen, indem sie das fen sind. Aus der spätern Zeit ist der Neugebutzte Sonnenlicht in Säcken für ihr Rathhaus einfangen; burzweilige Zeitvertreiber, welcher den bekannten wahrscheinlich bezieht sich das vorhergehende: ,,mit Dichter Šimon Dach zum Verfasser hat, anzufüh- nassen Fackeln leuchten" gleichfalls auf eine hierren, Koch (Compend. II, 327) citirt eine Ausgabe hergehörige Sage, die jetzt verloren ist. Die fol& l. 1668. 12. eine andere von 1700 aber, die Rec. genden Jahrhunderte zeigten die Neigung des menschvor sich hat, zeigt, dass das Buch fünfmal aufge- lichen Geistes zum Scherz, das freywillige Begeben legt worden. Es ist eine gar nicht dürftige Samm- in eine fröhliche Narrheit in ihrer Entwickelung, lang, die nur in der Darstellung der ältern wei- wie die Griechen auf eine Tragödie ein Lustspiel chen muss.

folgen liessen, oder wie der Scherz uns wieder Luft Wir haben diese literarischen Nachweisungen macht und die Fesseln löst, mit denen der Ernst nicht zurücklegen wollen, weil die kleinen Bücher uns umgeben, so sehen wir diesen Gegensatz im in dem lustigen Schwaben, Elsass und Breisgau zu- Grossen erscheinen und diese Zeiten auf jene der erst entstanden, dann aller Orten nachgeahmt, be Heldengesänge folgen, die einen durchaus tragistimmt auf Reisen, vor Traurigen oder an kühlen schen Charakter hatten. Die Weihnachtspossen, Brunnen gelesen zu werden, sich auf die rechte das Ostergelächter, das Narrenfest sind Zeichen Art fast ganz vergriffen und verblättert haben und dieser Zeit, alle früher entsprungen gelavgten sie

war.

[ocr errors]

dazumal zu rechter Ausbildung: Nicht im Ernst, manche einzelne Sage nicht so gut und innerlich wie die theolog. Facultät zu Paris zur Vertheidi- vollkommen gefasst, wie sie uns anderwärts begeggung dieser Feste in einem Circularschreiben von net (von den ganz fehlenden reden wir nicht), und 1141 anführt, sondern blos zum Scherz werden sie wenn zwar der Zusammenhang keineswegs vermisst nach alter Sitte gefeyert, damit die Narrheit, die wird, so sind sie doch eigentlich lückenhaft dargeuns natürlich ist, und uns angeboren scheint, we- stellt; das Beyspiel, das wir unten geben, wird nigstens alle Jahr einmal ausdünste, und die Fäs- auch dieses beweisen. Es liegt aber in der Natur der ser mit dem Wein der Weisheit nicht zerplatzen. Sache, dass ein Einzelner nicht im Stande war Man sieht hieraus, dass diese Ansicht der Narrheit, überall das Beste zu gewinnen, und die Arbeit ist wie sie auch in dem Eingang des Lalenbuchs auf- demungeachtet in sehr geschickte Hände gerathen. gestellt ist, eine allgemein verbreitete Volksidee Freylich wird die allgemeinere Bemerkung auch

Die clevische Geckengesellschaft, gestiftet im hier gelten, dass eben ein solches Zusammenfassen Jahr 1381, spricht sie gleichfalls deutlich aus. End

und Verknüpfen einer nach allen Seiten hin ausgelich haben die berühmtesten Hofuarren, Kunz von breiteten und lebendigen Sage schon einen Punct Rosen, Claus Narr und der Eulenspiegel, der cine der beginnenden Abnahme bezeichne und das Beganze Classe repräsentirt, in diesen Zeiten gelebt. dürfniss damit gefühlt werde, den Verlust abzu

Die vorhin genannten Sammlungen, fast alle wenden. Uns liegt es ob, nachzuholen, so weit es in dem Laufe des 16. Jahrhund. entstanden, haben

möglich ist, und daher scheint ein solches, ins uns eine Reihe sehr fröhlicher und in der That

Einzelne gehende, Untersuchen hier allein fördertreflicher Volkssagen erhalten. Dass sie eigenthüm- lich: ein Ansehen der Sache gewährt wohl Ansichlich deutsch (wiewohl man allerdings auch frühe ten, aber keine eigentliche Erkenntniss. Endlich schon Uebersetzungen, z. B. des Boccaccio antrifft,)

war bey der noch lebendigen Tradition, einer nicht und dass sie unmittelbar dem Munde des Volks,

ganz armen Quelle, zu schöpfen und ihr Zusamunter dem sie lebten, entnommen sind, leidet kei

menhang mit dem alten Gedicht nachzuweisen. neu Zweifel, sobald man sie näher betrachtet. Es

(Die Fortsetzung folgt.) zeigt sich in ihnen alles, was wir an der Sage charakteristisch erkannt haben : eine Grundübereinstimmung, die durch alles geht, dann Abweichun

Akademische Schrift. gen in Geschlechter und Stämme, die sich wieder Zum Osterfeste d. J. hat Hr. Dr. Vogel im in Aeste und Zweige vertheilen, so dass jedem Ein- Namen der Univers. zu Erlangen, als Einladungszelnen bey seinem unleugbaren Zusammenhang mit schrift Commentationis de Apocalypsi Johannis Pars dem Ganzen sein individuelles Leben bleibt und

secunda, (16 S. in 4.) herausgegeben. In der ersten jeder kleine Bezirk in einem anderu Dialekt redet.

(s. N. 103, S. 824.) hatte es der Hr. Vf. als wahrWir kommen hier auf den Punct unserer For

scheinlich angenommen, dass die Offenbarung unter derungen zurück. Dieser Charakter der Schildbür

der Regierung des Nero geschrieben worden sey. ger, der vor den übrigen, die gleichwohl ihr eige- Die Meinung des sel. Storr, dass sie in den letzten nes Lob verlangen, unstreitig den Vorzug verdient, Jahren des Claudius, oder ersten des Nero, als

den bemerkten Quellen zu erläutern. Paulus sich zu Ephesus aufhielt, sey geschrieben Wäre nicht schon der poetische Werth, so würde

worden, wird zuvörderst gründlich bestritten. Aber die merkwürdige Ausbreitung desselben, indem wir es finden sich auch überhaupt Schwierigkeiten wenu ihn nicht nur bey den Deutschen (in mehr als

man sie in die Zeiten des Nero, noch mehr, wenn dreyssig Gegenden) und den verwandien Stämmen, sondern auch bey den Slaven und Ungarn, in Frank

man sie in Domitians, Trajans oder gar Hadrians

Regierung setzt. Hr. V. vermuthet daher, sie sey, reich und England, finden, eine besonders aufinerk

wo nicht ganz, doch ihr 2ter Theil unter dem Galsame Betrachtung fordern. Es waren die einzelnen

ba geschrieben worden, und hat dafür die Stelle C. 17, Sagen aufzusuchen, zu vergleichen und zusammen- 10. angeführt. Denn diess 17. Cap. müsse nothzustellen. Das wird man im Voraus schon nicht

wendig darstellen, was gewesen, gegenwärtig und abstreiten, dass sich aus einer solchen Arbeit man

zukünftig war zu der Zeit wo es geschrieben wurnichfache interessante Resultate ergeben müssen. So ist es auf der einen Seite gewiss merkwürdig,

de. Was vom 11. V. an folgt, ist nach V. 10 zu dass der Verfasser des Lalenbuchs,. wiewohl ein

urtheilen, von der Zukunft zu verstehen, dass das

auf dem Thier sitzende Weib Rom sey, lehren ganzer Guss in seinem Werk, ohne Zweifel sicht

V. 18 und V. 9-12, dass aber unter dem Thiere bar, doch die älteren Quellen oft wörtlich benutzt

Nero oder überhaupt ein röm. Kaiser angedeutet hat, z. B. die Geschichte von dem Bauer, der meint er schlafe (C. 37.), ist im Rollwagenbüchlein fast

seyn könne, leugnet Hr. V., da die 7 Köpfe schon

die 7 Kaiser bezeichnen. Die Worté rv xai ox is! mit denselben Worten erzählt und nur dort mit

erklärt er: έτι ολίγον και η μη υπάρξη (nach LXX. Ps. einigen Zusätzen verbessert. Es ist diess nichts

37, 10) vergl. Eurip. Alc. 521. Das l'hier sey vielanders als ein Lob für ihn, da es beweist, wie si

mehr das Heydenthum in Beziehung auf Rom. Wir cher er den Charakter des National - Gedichts ge- haben nun noch die weitere Vertheidigung der Meinung troffen. Auf der andern Seite aber hat er auch

des Vf. und Zeitbestimmung des 10. Verses zu hoffen,

war

aus

Leipziger Literatur - Zeitung.

Am 2. des July.

162

1812.

standen seyn.

[ocr errors]

Fortsetzung

Daseyns gefunden, so mag leicht die Ausgabe von der Recension der Schrift: Narrenbuch. Herausge

2597 die erste und das Buch in diesem Jahr ent

Indessen ist hier ein Irrthum zu geben durch Fr. Heinr. v. d. Hagen. ,

berichtigen, den Hr. v. d. Hagen freylich mit vie

len andern theilt: eine Ausgabe der Fischartischen Halten wir dagegen, was Hr. v. d. Hagen ge- Geschichtsklitterung, nämlich vom Jahr 1552, exileistet, so besteht es darin, dass er erstlich den stirt nicht, betrachtet man die Ziffer genau, Bebel, einen der dürftigsten nach der lateinischen wird man leichter 1582 lesen können, diese aber Ausgabe (wo sich diese Scherze schlecht ausneh- als die rechte Jahrzahl ergibt sich nicht nur daraus, men, besser liest sich die deutsche Uebersetzung) dass Fischart überhaupt erst seit 1570 zu schreiben mit dem Lalenbuch verglichen: einige hierher ge- angefangen, und sonst ein grosser Zeitraum zwihörige Sagen hat er wieder gefunden und ange- schen diesem und seinen übrigen Werken liegen führt. Wie flüchtig indessen diese Vergleichung würde, sondern auch aus dem entscheidenden Um-. angestellt sey, ergibt sich daraus, dass er eine Sage, stand, dass die Gartengesellschaft, Katziporigestech, die Bebel (S. 57. 58) neben den andern erzählt, darin citirt werde, welche sämmtlich nach 1552 übersehen hat: der Schultheiss nämlich im Bade

zum erstenmal erschienen sind, und dass Rabelais, zu Minsingen (Finsingen) sagt seinem ehemaligen dessen Grabschrift Fischart darin dichtet, erst 1555 Gesellen im Pferdehüten: wer hätte damals geglaubt, gestorben ist. dass ich noch Schultheiss werden würde, was in Das ist alles, was Fr. v. d. Hagen für die Erden Schildbürgern Cap. 18. erzählt wird. Ja, es klärung der alten Dichtung gethan. Zwey Bücher wird überhaupt zweifelhaft, ob der Herausg. wirk- hat er benutzt, nicht emmal, wie sichs gebührt; lich die Ausgabe des Bebel, die er citirt, vor sich alle anderen bestimmt hierher gehörenden Hülfsgehabt, und die Rec. eben auch besitzt, er würde mittel, die ein reichliches Licht geben, waren ihm sonst die vorangehenden facetiae Frischlini durch- fremd. Wir schweigen von entfernteren Angesehen haben, dass dieses aber nicht geschehen, spielungen, die sich in andern gleichzeitigen Büist offenbar, denn S. 8 findet sich nicht nur eine chern finden, da Hans Sachs, der so nahe lag, Redensart, womit der Schultheiss dem Kaiser die nicht einmal zu Rathe gezogen worden; ausserdem ausgesuchte Braut (Cap. 23. S. 143) lobt, in einer gibt es Romane, die in dem Geist dieser Dichtung Erzählung erläutert, sondern S. 13 u. 14 zum Theil geschrieben, Aufklärungen, selbst neue Sagen geder Schwank von der Braut (Schildb. Cap. 31.), währen. Der noch lebenden Sage ist es nicht besdie dem Bräutigam vergilt, wieder. Auch, war die ser ergangen, denn dass die paar Zeilen, die S. 496 Zeit von der Abfassung der Bebel. Sammlung zu ihrer Erwähnung thun, hier für etwas gelten solbestimmen, so musste nicht das Jahr 1506 erwähnt

len, wird er selbst nicht behaupten. Mehr Sorgwerden, sondern 1509 das Bebel (S. 198) als ein falt und Mühe hat er nicht an eine Dichtung wenvorlängst verflossenes bezeichnet, ausserdem ge- den wollen, von der er selbst sagt, dass Görres sie denkt er (S. 93), seines 1508 gestorbenen Vaters, mit Recht dem unsterblichen Don Quixote vergliwelches Jahr noch einmal (S. 232) erwähnt wird. chen. Die Ehre, zuerst wieder auf diese Art eine Selbst die ausbündigen guten Possen 1610. 8., die Ausgabe veranstaltet zu haben, dürfte ihm nicht nach dem Panzer. Catalog 162 126 mit dem Lalen- leicht missgönnt werden. Die Fragen nach der huch in einem Band waren, welchen der Herausg. Entstehung, Ausbildung, nach dem sagenmässigen erstanden hat, und die N. 55 die Geschichte von allgemein verbreiteten Leben des Ganzen, werden dem Schultheiss im Bade enthalten, sind nicht ein- gleich Anfangs mit einer leichten Conversationswenmal nachgesehen worden. Auf den Bebel sodann

dung: „die Namen werden nicht gern gehört, ein lässt der Herausg. die Anspielungen folgen, die jeder kennt seine Heymath,“ abgewiesen. Da sie sich bey Fischart auf das Gedicht ħinden. Es wird gleich vor trockenen Auszügen steht,

bedenken geschlossen, weil er das Lalenbuch oder die Schild

wir uns gar nicht, vielleicht etwas linkisch, darauf bürger nirgends als ein besonderes Werk citirt, die- zu antworten : sie würden recht gern gehört, und ses vor 2591 nicht dagewesen sey; dagegen ist der Verf. sey nicht zu loben, dass er absichtlich nichts zu erinnern, und da wir in jener früheren zu verschweigen sich anstelle, was ohne Zweifel scherzhaften Sammlung ebenfalls keine Spur seines von Interesse sey.

[ocr errors]

Wir sind nicht verpflichtet, des Verfs. Schuld rieden und was gefuttert mit einer Hirshút und sin hier abzutragen, die einzelnen Sagen nachzuweisen, Gewand hat die allersnodeste Farbe.“ So auch und in ihrer Verschiedenheit und Uebereinstimmung 2. B. wenn es hernach heisst: „wer Spreu säet, aufzustellen, ohnehin würden die Gränzen einer der schneidet Armuth,“ so scheint uns das besser Recension uns von dieser Pflicht befreyen. Leser, als im Druck: der mähet bös Getraide. - S. 504 denen die Quellen zur Hand sind, mögen etwa nur wird Morolf für eine Art Wein ausgegeben, es wäre die Fabel vom Krebs Cap. 41. mit Bebel S. 184 mit erst zu fragen, ob das nicht eine Fischartische Abeinem Meistergesang, vermuthlich H. Sachsens von änderung für Moras ist. Ueber einige Ausgaben 1545, mit der Erzählung im ovum paschale Th. 2. des lat. und deutschen Buchs vergleiche man eine 250 — 254. und einer wiederum ganz verschiedenen Anzeige des Recensenten im Neuen Lit. Anz. 1807. in der Fortsetzung dieses Werks S. 64-66, so Nr. 50. die dem Herausgeber entgangen zu seyn wie endlich mit der Sage vom Hering gleich Ein- scheint. gangs der Malboers Bedrifter vergleicheni

.

III. Der Pfarrherr vom Kalenberg und Peter Wir irren schwerlich, wenn wir meynen, man Leu. Beyde Gedichte haben einen sehr ähnlichen könne erst von einer alle und jede Ver chiedenheit Charakter, gute Spässe, etwas feiner, als sie Euder Fabel verfolgenden, freylich mühsamein Bear- lenspiegel geliefert, wiewohl dieser charakteristibeitung des Ganzen sagen, dass etwas für die Er- scher und originaler bleibt; hier in der Darstellung klärung desselben geleistet worden. Es würde dann mögen sie auch schon etwas verloren haben. Die klar vor Augen stehen, wie das Gedicht aus der Uebereinstimmung beycler zeigt sich nicht nur in Mitte mannichfacher Traditionen aufwärts getrieben, der Benennung, indem Peter Leu der zweyte Kadie Idee, die durch jene hingegangen, gefunden lenberger heisst, sondern auch darin, dass in beyund ausgesprochen habe. Das ist Pflicht der histo- den eine ziemlich gleichlautende Predigt vorkommt, rischen Untersuchung, das Geflecht und die Adern wodurch der Herausg. eine Nachahmung beweisen des Blattes, das frey in der Luft spielt, zu be- will, die indess weder in der Vorrede eingestanden trachten und den Zusainmenhang darin zu entde- noch in diesem Sinn vorhanden ist. cken. Zugleich, da diess auf seinen Stamm zu- Für die historische Erklärung beyder Gedichte rückfülırt, muss dadurch die Kraft, die es hervor

ist nichts geschehen, selbst Flögels so brauchbares getrieben, in ihrem grösseren Umfange sichtbar Buch über die Hofnarren, wenn gleich angeführt, werden, und so würde in diesem Fall eine nicht doch nicht benutzt, wahrscheinlich nicht einmal zu verachtende Zahl hierhergehöriger, im Zusam- nachgesehen. Denn schwerlich würde der Herausg. menfassen ausgefallener Fabeln als Ergänzungen es unterlassen haben, anzumerken, was sich aus sich dargeboten haben.

S. 178. 179. 255 bey Flögel ergibt, dass die Sage, II. Markolf und Salomon. Wir brauchen hier worin der Kalenberger den Thürhüter, der mit ihm nicht lang zu verweilen, da die eigentliche histori- theilen will, betrügt, und ihm Schläge zuwendet, sche Untersuchung über dieses Gedicht zu der äl- mit geringer Abweichung von dem türkischen Hoftern poetischen Bearbeitung gehört, wohin denn narren Nasureddin Chodscha erzählt wird, ferner auch der Verf. verwiesen, und wozu er ein paar dass sie bey Sacchetti in der 195. Novelle von eiNachträge geliefert hat. Was den Text betrifft, so nem Bauer vorkommt, der dem König Philipp von ist der Neuberische Druck zu Grund gelegt; hät- Valois seinen verlorenen Sperber wieder bringt. ten wir eine Ausgabe dieses Gedichts, welches bey Diese Uebereinstimmungen aber sind hier unallem Schmutz und obgleich weit unter den Schild- gemein merkwürdig; würden mehrere dieser Art bürgern, doch durch seinen kecken, festen Charak- auch nur in verwandten Gedichten sich finden, so ter und nicht gemeinen Witz, seinen Werth be- würde die Frage, wie sie zu erklären, zunächst haupten kann, zu besorgen, so würden wir ein ein Zweifel, ob die Personen, die in diesen GeManuscript dieser Prosa aus dem 15. Jahrhund, zu dichten leben, auch ausser denselben gelebt haben, Grunde legen. Wir können dem Hin. v. d. Hagen sehr natürlich und vor allem zur Untersuchung weiter keinen Vorwurf darüber machen, dass er es interessant seyn. Ohne sich auf diese einzulassen, nicht gekannt, allein es ist dadurch unstreitig Nach- behauptet Hr. v. d. Hagen (S. 515): „es ist nicht theil erwachsen, da im Verhältniss zum Druck die zu zweifeln, dass der Kalenberger wirklich gelebt Sprache im Manuscript durchaus naiver und einfa- habe und alles oder doch das meiste so geschehen cher ist ; manchmal ist es in der Sache ausführli- sey, wie wir es hier lesen;“ hernach etwas ähnlicher, auch dass Einzelnes darin besser vorkommt, ches vom Peter Leu. Die Stütze der Behauptung wird man leicht zugeben, da die Nachlässigkeit des ist das Gedicht selber, in welchem die äussern Drucks fast immer etwas zu Grunde gerichtet hat. Verhältnisse der Kalenberger vorkommen, und beWir führen eine kurze Stelle aus dem Anfang zur sonders gehört folgende Stelle hierher (S. 307): Vergleichuug an: (Morolf) „hat Haar, das

Darum hielt er (Otto der Fröhliche) die zween Mann, grob und stach als Igelsborsten, und sein Schuh

den Neithard und den Capellan. waren aus der Massen buers (bäurisch), und sin Gürtel was von einer Eichenwied, und die Scheiden Diess führt auf die Frage, ob der Neithart, der hier was fast zurissen. Sein Gugel was gemacht von als Genosse des Kalenbergers genannt wird, der

was

« ͹˹Թõ
 »