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713 Das aufständische Karalla wird besiegt, Ambaris von Bitburutas ) wird nach

Ussyrien gebracht. 712 Tarhunazi von Milidia wird aus seiner Heimat verwiesen, das Land zu

Affyrien gelegt. 711 Gamgum wird unterworfen, Mutalla weggebracht, Asdod und andre phili

stäische Städte erobert. 710 Krieg mit Merodachbaladan. Durathar wird erobert, Gambul unterworfen,

Bitdaturi erobert, Merodachbaladan flieht nach Jatburi und Jlbibel. Babylon

und Sippara werden erobert. 709 Merodacıbaladan bei Ikbibel besiegt, flieht. Bitjakin wird assyrisch. Upiri

von Dilmun sendet Gejdzenke, Mitā von Nuski wird unterworfen, į Könige

von Kypern zahlen Tribut. 708 Mutalla von Kummuch wird vertrieben, in Jllipi wird Ispabara auf den

Thron erhoben, während Elam dessen Bruder begünstigt *).

Nach den Annalen war Samaria im ersten Jahr der Regierung Sargons erobert worden, nachdem das Heer der Usjyrer drei Jahre lang die Stadt belagert hatte. Ein großer Teil seiner Einwohner wurde in Halah und am Chabor, am Wasser Gosan und in den Städten der Meder angesiedelt, und an ihre Stelle traten Leute aus Babel, von Kutha und Sipara, von Awwa und Hamath ). Die Zylinderinschrift erwähnt daneben noch Tamudi, Jbabidi oder Jbaadidi, Marsimani und Hajapa, vier arabische Stämme ), von denen ein Teil auch nach? Bithumri wandern mußte. Aber die Zahl dieser Gefangenen war eine kleine.

Die Inschrift lautet:

„ferne Stämme aus Arabien, die die Wüste bewohnten, von der die Weisen und Schriftgelehrten keine Kenntnis hatten, und die keinem König Tribut gezahlt hatten, vertilgte ich unter dem Shirm Usurs, meines Herrn; und die, welche übrig blieben führte ich hinweg und setzte sie in die Städte Samarias.“

Daher wird auch in der hl. Schrift 5) ein Araber namens Gesem erwähnt.

Wenn fr. Delikích in seinem dritten Vortrag die Entdeckung kundgibt, die Samaritaner feien eigentlich Babylonier, und die babylonisdie Ethik habe die allgemeine Nächstenliebe bis nach Galiläa verbreitet, so konnte er mit demselben Recht behaupten, die Samaritaner seien Araber oder Hethiter. Was aber die ,,babylonische Ethik und Nächstenliebe" betrifft, so vergleiche der geneigte Leser die Einleitung und die Gesete Hammurabis.

Aus Samaria allein wurden mehr als 20 000 Menschen hinweggeschleppt. Die Inschrijt berichtet darüber:

„Im Anfang meiner Regierung mit Hilfe des Gottes Samas, der mir den Sieg über meine Feinde gibt, belagerte und gewann ich die Stadt Samaria. 27 290

Eine Landschaft in Tabal.
2) K. B. II, b, 37.
3) 2. Kön. 17, 24.
4) Vergl. Sabau, 3. f. U. 1897, S. 42.
5) Neh. 2, 19. 6, 1.

Leute, die darin wohnten, führte ich hinweg. 50 Wagen nahm ich von ihnen und erlaubte ihnen, ihre übrigen Güter zu behalten. Meine Oberfeldherrn setzte ich über sie und legte ihnen den Tribut des vorigen Königs auf.“

Das wird heißen sollen, daß sie dieselben Abgaben an den Großkönig zahlten, die sie vorher an ihren König gezahlt hatten. Zu vermuten ist, daß ein Teil der Bewohner Samarias auch nach Armenien geschidt wurde, wo das israelitische Geschlecht der Bagratunier in späterer Zeit zu föniglicher Macht und Unsehn gelangte.

Die Zeit der Eroberung Samarias steht sowohl für die biblisdie wie für die profanhistorische Rechnung mit 722 v. Chr. fest. Sonst ist für die Jahre 747–538 der ptolemäische Kanon maßgebend. Wenn aber einmal die Rechnungen auf beiden Seiten nicht bei der ersten Probe übereinstimmen wollen, so ist es geraten, nicht ohne weiteres dem alten Testament die Schuld zuzumessen, sondern lieber daran zu denken, daß die verworfenen Angaben des A. T. mehr als einmal nachträglich rich als die richtigen erwiesen haben; und daß die Keilschriften, wenn man an die Weise und Stellung der Hofliteraten denkt, eine oft recht fragwürdige Zuverlässigkeit zeigen - müssen.

Nachdem Samaria gefallen war, kämpfte Sargon gegen die Hethiter in Hamath und Gargamis. Ihr König heißt auf den assyrischen Tafeln bald Jaubidi, bald Ilubidi, d. i. Diener Jahves oder Diener Gottes. Er hatte Karkar befestigt und sich mit dem wieder erstandenen Damaskus und andern Städten verbündet; aber Sargon besiegte die Verbündeten, nahm Jlubidi gefangen, ließ ihn schinden und seine Haut wie Wolle färben ").

Gegen Asdod, wo der von Sargon eingeseßte König Akhimit viel. leicht auf Zureden Hiskijas, des Königs von Juda, durch den Empörer Jaman gestürzt war, schitte Sargon seinen Tartan. Inschriftlich: „Uzuri

, König von Asdudu, plante in seinem Herzen, keinen Tribut zu senden, und sandte den Königen umher feindliche Worte) über Uffur; und wegen das, das er getan, änderte ich die Herrschaft über das Volk seines Landes. Äthimiti, seinen Bruder, ernannte ich zum König über dasselbe. Uber Männer von Hatti, die auf Verrat jannen, haften seine Herrschaft und machten Jaman, einen Uufrührer, zum König über sich, der wie sie selbst keine Ehrfurcht vor der Herrschaft hatte. Im Jorn meines Herzens ging ich mit den Wagen, meinem fußvolt und meiner Reiterei, die der Sicherheit wegen meine Seite nicht verließ, gegen die Stadt Asdudu, die Stadt Gimtu) und die Stadt Usdudninu, belagerte und gewann sie). Die Götter, die in ihrer Mitte wohnten, ihn selbst mit dem Volk seines Landes, Gold, Silber und dem Eigentum seines Palastes rechnete ich als Beute. Ihre Städte baute ich wieder auf und ließ darin die Völfer der mit meiner Hand eroberten Länder wohnen. Ich letzte meine Befehlshaber als Statthalter über sie und rechnete sie zum Volt meines Landes, und sie trugen mein Joch.“

UK. B. II, b, 43.
2) In Briefen.
3) Gimso südöstl. von Lydda.
4) Jej. 20, l.

Das geschah 721 v. Chr. Den Jaman, der nach Uethiopien geflohen war, lieferte der König dieses Landes aus, als die Uffyrer nahten. Sargon war anfangs nicht bei seinem Heer vor Asdod, wie auch die assyrischen Inschriften bezeugen; denn er hatte mit Hanno von Gaza zu kämpfen, der mit Sibu "), dem Siltan von Uegypten (?), verbündet war. Sie wurden bei Rapihu ?) geschlagen, 720 v. Chr. Inschriftlich:

„Mit der Hilfe Usurs nahm Sargon Hanunu eigenhändig gefangen und ließ ihn in Ketten nach Ninive bringen, während Sibu mit seinenhirten nach Ugypten (?) floh. Große Beute und 9033 Gefangene führte Sargox aus den Städten Hanunus nach Affyrien."

Die Drunkinschrift gibt diesen Bericht:

„Hanno, der König von Gaza, 30g mit Seveh, dem Sultan von Uegypten (?) bei der Stadt Raphia mir entgegen, mir Schlacht und Treffen zu liefern. Ich schlug jie in die Flucht. Seveh fürchtete sich vor dem Unprall meiner Waffen. Er floh, und keine Spur von ihm ward gesehn. Hanno, den König von Gaza, nahm ich mit meiner Hand gefangen. Ich empfing den Tribut des Pharao, Königs von Vegypten (?), der Samsieh, Königin von Urabien, des Itamar, des Sabäers, Gold, Kräuter des Ostens, Pferde, Kamele.“

Die wichtigste Aufgabe Sargons war, das verlorene Babylonien wieder zu gewinnen. In der Zeit der Verwirrung, da Sargon König geworden, hatte Rabuappluiddin oder Mardukappluiddin, im 4. T. Mierodachbaladan, im ptolem. Kanon Mardokompados, ein Sohn Jakins, die Herrschaft von Bitjakin, dann von ganz Südbabylonien an sich gebracht und herrsdite 13 Jahre, 722–710 v. Chr., ohne von Assyrien bedrängt zu werden, da Sargon von Ümmanigas, dem König von Elam, besiegt und hernach anderweit beschäftigt war. Aber aus dem Schoß der eignen Herrschaft erhoben sich Schwierigkeiten, als chaldäische, aramäische und elamitische Söldner ihren Anteil an der Beute bean. spruchten, namentlich aber Anweisung von Grundstücken zur Ansiedlung forderten. Hierdurch geriet der Herrscher von Babylonien in große Rot, Sargon aber erhielt durch die Unzufriedenen einen erwünschten Anlaß zur Einmischung in die babylonischen Wirren und überzog um 712 v. Chr. „den König wider den Willen der Götter“ mit Krieg, eroberte Babel und schickte einen Teil seiner Einwohner, wie oben erwähnt, nach Samaria, wie es in der Inschrift heißt:

2 Bewohner samt ihrer Habe ... siedelte ich im Lande) Khatti an.“ Bald aber erhob sich Babel von neuem, um abermals gedemütigt zu werden. Merodachbaladan hatte an Hiskija von Juda ) Gesandte mit Briefen und Geschenken geschikte und war sehr guter Zuversicht, wie er auf einen Grenzstein, der jeßt in Berlin aufbewahrt wird, schreiben ließ:

1) Vergl. S. 188, Anm. 2) Raphia. 3) 2. Kön. 20, 12 2c.

„Mardut faßte Zuneigung zum Lande Affad, von dem er sich im Grimm abgewendet hatte. Er hielt Umschau unter allen Leuten, musterte die Menschheit... den Merodachbaladan, König von Babel, sah er freudig an und verkündigte durch einen Ausspruch, dieser sei der Hirte, der die Versprengten zusammenbringt."

Also bekennt sich Mierodachbaladan zum alten Götterglauben und ist kein Neuerer, der die alten Götter vernachlässigt oder verlassen hätte ?). Diese Stellung zuc Religion entspricht der Tatsache, daß Mies rodachbaladan ein Emporkömmling war, der mit dem ersten Herrscher dieses Namens nicht mehr als den Namen gemein hat. Inschriftlich sagt er:

„Der Herrin Nana, der Herrin der Länder, seiner Herrin, hat Merodach. baladan von dem Geschlecht Jrbamardufs, König von Sumer und ükkad, Eanna, ihren Lieblingstempel, erbaut."

Er regierte 721-710 v. Chr.

Obwohl dieser König viele' freunde und Verbündete gefunden hatte, konnten sie alle doch dem Ansturm des assyrischen Heeres nicht widerstehn. Zuerst wurden Babylonier und Gambuläer, das ein Mischvoll von Uramäern und Kaldileuten gewesen zu sein scheint ?), bei Du. ratchara geschlagen, wobei sie mehr als 18 000 Gefangene verloren. Dann wandte sich Sargon gegen Elam und besiegte dessen Könige Humbanija und Shutruknachunte, Babels Verbündete. Doch fiel erst 709 v. Chr. die lekte babylonische feftung Durjakin, wohin sich Merodachbaladan zurüdgezogen hatte, in Sargons hände. Nur durch schleunige flucht nach Elam entging der besiegte König der Gefangenschaft. Stadt und Paläste wurden verbrannt, eine unermeßliche Beute mit mehr als 80 000 Gefangenen wurde fortgeschleppt, Sargon aber als Shakanak von Babel öffentlich ausgerufen.

Die Inschriften berichten darüber :

„Merodachbaladan, Sohn des Jatin (?), König von Chaldäa, der Trügerische, in der feindschaft beharrliche, achtete nicht den Namen des Herrn der Herrn; er pertraute auf das Meer und auf den Rüdweg in die Sümpfe. Er umging die Ge. bote der großen Götter und weigerte sich, seinen Tribut zu zahlen. Er hatte alle Nomadenstämme der Wüste gegen mich aufgeregt, bereitete sich zur Schlacht und rüdte vor.

12 Jahre hatte er wider den Willen der Götter Babylons, der Stadt des Bel, der die Götter richtet, die Bewohner von Sumer und Ukkad aufgeregt und Gesandte dorthin (?) geschickt. Uuf Geheiß Ajurs, des Vaters der Götter, und Marduks, des großen Herrn, rüstete ich mein Gespann, bot meine Lager auf und befahl, wider die trotzigen feindlichen Chaldäer zu ziehen. Er aber, merodach baladan, hörte meinen Kriegszug, Schrecken befiel ihn, und von Babel floh er nach Jkbibel wie ein Sutinnuvogel, von da nach Durjatin, dessen Befestigungen verstärkt wurden. Aber trotz aller Befestigungen wurde Durjafin erobert, seine Wälle geschleift.“

Nach der großen Prunkinschrift aber wurde Merodachbaladan mit seiner Familie gefangen genommen und weggeführt, während er nach den Annalen entkam. Hier liegt wieder ein eklatanter Beweis vor, daß die babylonisch-affyrischen Urkunden durchaus nicht unfehlbar sind, durchaus nicht verdienen, der heiligen Schrift gleich oder gar übergeordnet zu werden, wie das mehrere Forscher beliebt haben. Eine andre Inschrift sagt:

1) Gegen Tiele a. a. 0. S. 246. 2) Vergl. H. Windler, B. u. U., S. 263.

„Ich Sargon, der rechte König, wurde unter allen Königen von Mardut erwählt, und er erhöhte mein Haupt über das Land Sumer und Urkad. Über die Chaldäer, das rebellische und verkehrte Volk, zu unterwerfen, vermehrte er meine Kraft.“

In der Tat war Merodachbaladan entfommen; denn noch einmal wurde er nach der von Mardukzakirsum geleiteten Empörung König von Sumer und Akkad, 702 v. Chr. Aber nach 9 Monaten mußte er abermals vor Sanherib fliehen.

Uuch Gargamis, die andre Hauptstadt der Hethiter, fiel in Sargons Hände. Auch Kypern und Kommagene, Jatamara oder Ithamar, der König von Saba, der Piru von Aegypten (?) und Samsia, Königin von Urabien, zahlten wie früher ihren Tribut an den gefürchteten Kriegsmann in Gold, Spezerei, hunden, Pferden und Kamelen. Inschriftlich: „Ich eroberte 34 Gaue von Miedien und fügte sie dem assyrischen Reiche zu. Das Land Ngazi (Ugusi) verwüstete ich.“ Bald wird dieses Land in Nordsyrien gesucht, bald gesteht man zu, daß man seine Lage nicht kennt. In haran regierte ein asiyrischer Vizekönig Nabupasir. Von ihm ist ein Bericht an Sargon vorhanden, in dem das fest beschrieben wird, an dem Sin aus- und einzieht, an dem besondere Opfer gebracht werden, wo Sin dem König seinen Gruß schidt, er der Bestimmer der Geschice, was in Babel dem Niarduł zugeschrieben wird.

Sargons Herrschaft erstreckte sich auch über Tabal, im A. T. Thubal gen., und über die Muski, deren König Mita seine Unterwerfung durch Geschenke bekräftigte. In dieser Zeit hatte Affyrien seine größte Ausdehnung erreicht, seine Macht war auf die höchste Stufe gestiegen: aber der gewaltige Kriegsmann an der Spitze des Reiches, der groß auch in Werken des friedens war, hätte wie Scipio auf den Trümmern Kar: thagos sehn können, daß der Wanderer, der die Höhe des Berges erklommen hat, nicht mehr höher kommen kann, sondern ans Herabsteigen denken muß. So geht es auch mit den Reichen dieser Welt.

„Rach Gottes Geheißt und auf Antrieb seines eignen Herzens“ baute Sargon nö. von Ninive 711 v. Chr. die Stadt Durscharrugina. Vorher stand hier die Stadt Magganubba, heute die Trümmerstätte Khorsabad. In dieser seiner neuen Residenz bewohnte Sargon einen prächtigen Dalajt, dessen friese mit Reliefs und Insdriften bedect

Sie wurden von Botta und Viktor place ausgegraben und in den Louvre nach Paris gebracht. Die Mauern dieser Stadt waren meist quadratisch nach den vier Himmelsgegenden gerichtet. Die weitere Be. schreibung wird der 11. Abschnitt bringen. fünf Jahre wurde an der

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