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hin und her in seinem weiten Reiche Freunde zu erwerben suchte, ganz anders gerichtet als die früheren babylonischen und assyrischen Herrscher, die ihre Völker wie milchende Kühe oder wie Herden von Sklaven behandelten. Auch erreichte er bei vielen Völkern seine Absicht; nur die kleinasiatischen Griechen trugen seine Herrschaft mit Unwillen. Als dann in Sardes ein Aufstand zu dämpfen war, stellte der König zuerst den Meder Mazares, dann den Meder Harpagus an die Spiße des medisdı-persischen Heeres. Dieser seltene, ganz eigen geartete König foll 529 v. Chr. in einem Kriege gegen Tomyris, die Königin der Massageten, gefallen sein. Er hinterließ zwei Söhne, Kambyses und Smerdis, sowie mehrere Töchter. Eine derselben ehelichte ihren Bruder llambyses, nach dessen Tod den falschen Smerdis, dann Darius I.

Wer aber einmal recht deutlich sehn will, wie heute von den Meistern der Wissenschaft Geschichte gemacht wird, der lese H. Windler "). Auf Cyrus folgte sein Sohn,

Kambyses, altpers. Kambudschija, herrschte als König von Persien, das durch feines Vaters Erfolge die vorigen Reiche Vorderasiens in sich aufgenommen hatte, 529–522 v. Chr. Als er einen Feldzug gegen Aegypten unternehmen wollte, übergab er seinem Bruder Smerdis, altpers. Bardija, die Statthalterschaft in Susa. Bald aber wurde Smerdis bei seinem Bruder verdächtigt, als strebe er nach Unabhängigkeit. Er mußte sterben. Kambyses aber 309 525 v. Chr. durch Paläslina als das Land eines friedlichen Vasallen und hatte in Aegypten rasche Erfolge.' Er siegte sogleich bei Pelusium, eroberte Miemphis und nahm den Pharao Psammenit gefangen. Auch die Lybier und Sie Griechen von Barka und Kyrene unterwarfen sich ihm. Doch bei oen Aegyptern ward Kambyses durch seine Grausamkeit, Trunksucht und Verachtung der ägyptischen Götter verhaßt. Als er nach einigen Jahren von einem Aufstand in Persien Kunde erhielt, wo sich der Mazier Gaumata als falscher Smerdis zum König aufgeworfen hatte, verließ Kambyses Aegypten und eilte nach Hause. Aber ehe er die Heimat erreicht hatte, kündigte ihm ein Herold Gaumatas an, daß er des Thrones entsekt sei. Daraufhin soll er sich, was wenig glaubhaft ist, selbst den Tod gegeben haben. Vermutlich ging es ihm wie den meisten babylonischen und assyrischen Herrschern, er wird sein Leben in einer Verschwörung der Heerführer verloren haben, die dem Usurpator geneigt waren. Aus seiner Schwesterehe hatte er keinen Erben erhalten.

Zu gleicher Zeit mit Gaumata, der sich zum König krönen ließ und 17 Monate diesen Plak behauptete, erhoben sich ein Nadintabira oder Ridintubal, der sich für einen zweiten Sohn Nebukadnezars oder für

den Wegypter der ägyptische in Persien, Him König aniber ehe er det

1) K. A. T., S. 287 2c.

Nebukadnezar, den Sohn des Rabunaid, ausgab, daher er auch Nebukadnezar III. genannt wird. Er fiel ebenso wie Gaumata-Bardija, Urachu und andere Usurpatoren durch den Perser Darius, der mit 6 der angesehensten persischen Edeln in Verbindung stand und durch rasches Handeln eine vollständige Wandlung der verwirrten öffentlichen Verhältnisse herbeiführte. Auf der großen Inschrift von Behistun sind ihre Namen genannt:

„Das sind die Männer, die allein dabei waren, als ich Gomatas den Magier, der Bardes genannt wurde ), erschlug. Es sagt Darius der König: Du, der du hernach König sein wirst, gedenke daran, den Nachkommen dieser Männer Gunst zu bezeugen.“

Darius I. pers. Darjawesch, babyl. Darjawusch, griech. Dareios, Sohn des Vischtaspa, griech. Hystaspes, aus dem Geschledyt der Achämeniden entsprossen, war 550 v. Chr. geboren und herrschte 521–486 v. Chr. über das persische Reich. Als er zur Herrschaft berufen wurde, wareit fast sämtliche Teile des weiten Reidies im Aufstand begriffen, wie Susiana, Medien, Armenien und Babylonien u. a. Ein schwerer Una fang. So behauptete der Mieder Xathrites, er stamme von Cyarares ab, und fand großen Anhang. Aber Darius besiegte ihn, ließ den Gefangenen verstümmeln, in Ketten zur Schau stellen und endlich freuzigen. Nach der dreisprachigen Inschrift von Behistun oder Bisutun bei Kerinandschah, in der die großen Taten des Königs in altpersischer, medischer und assyrisch-babylonischer Schrift und Sprache verkündigt werden, hatte Darius 9 Gegenkönige niederzuwerfen, die, wie sie vor

chüßten, den einzelnen Provinzen des Reiches ihre alte Selbständigkeit wiedergewinnen wollten, aber vor allem danach trachteten, sich selbst an die Spiße zu bringen. Dort heißt es:

„Darius der König sagt. Dies ist es, was ich durch die Gnade des Uhuramazda tat, als ich das Königreich gewann. Der Sohn des Cyrus, Kambyses, war hier König vor mir. Dieser König hatte einen Bruder namens Smerdis. Sie hatten dieselbe Mutter und denselben Vater. Später tötete dieser Bruder den Smerdis. Dann ging Kambyses nach Hegypten. Das Volk wurde schlecht, und viele Unwahrheiten kamen in der Provinzen auf, sowohl in Persiert als in Medien und in andern Ländern. Dann stand ein Mann auf namens Vahyardata, ein Magier, in einer Stadt Tarava mit Namen. Um 14. Tag des Monats Vijakna stand er jo auf. Dem Volk erzählte er Lügen und sagte: „Ich bin Bardija, der Sohn des Cyrus." Da empörte sich das Volk gegen Kambyses und ging zu ihm über. Er bemächtigte sich des Reiches. Da tötete Kambyses sich selbst.“

Dieser Bericht wird durch eine Inschrift ergänzt, die 1901 nach Chr. auf einem Doleritblock in den Trümmern Babels gefunden wurde. Dort heißt es:

„Zum zweiten Male sammelten sich die Aufständischen und zogen gegen Vaumisa, um eine Schlacht zu liefern. Darauf kämpften sie in einem Čande Ütiari

mit Namen, in Urmenien. Im Schutz Ahuramazdas schlug mein Heer die Uufjtändischen. Um 30. Ujaru kämpften sie. Darauf tat Vaumisa nichts, sondern wartete auf mich, bis ich nach Medien fam. Darius der König also spricht: Darauf ging ich aus Babylon heraus und zog nad Medien. Bei dem Eintreffen in Medien in einer Stadt Kundur mit Namen war fravartis gegen mich, derselbe der gesagt hatte, ich bin König von Medien. Er 30g mit einem Heere, eine Schlacht zu liefern. Darauf kämpften wir. Im Schutze Ahuramazdas schlug ich das Heer des fravartis.“

Der Usurpator Gaumata führte auf der Höhe seiner Macht in Babel eine Schredensherrschaft, wobei er jeden töten ließ, den er fürchten zu müssen glaubte, bis Darius jich mit seinen Freunden gegen Babel wandte. Die Inschrift fährt fort:

„Darius der König sagt. Die Königsherrschaft, die unserm Geschlecht geraubt mar, stellte ich wieder her. Wie es vor mir gewesen, so tat ich. Jch baute die Tempel der Götter wieder auf, die Gomates, der Magier, zerstört hatte; und ich führte zu gunsten des Volkes den Kalender und die heilige Sprache) wieder ein and gab den familien zurück, was ihnen Gomates der Magier weggenommen hatte."

Dieser Gomates oder Gaumata aus Pasargadä hatte auch dert Weiterbau des Tempels zu Jerusalem verboten Darius aber befahl den bezüglichen Erlaß des Cyrus zu suchen; und als dieser gefunden war, ließ er es an nichts fehlen, was zur Uusführung des Baues nötig war ?). Der Erlaß des Cyrus aber wurde zu Adimetha oder Ekbatana gefunden, wo Cyrus seine Sommerresidenz zu halten pflegte. Darin stand alles gesdırieben, was Esra mitgeteilt hat. ' Der Schluß des Erlasses stimmt mit dem Schluß der Inschrift von Behistun überein, der also lautet:

„Wenn du diese Tafeln und diese Bilder zerstörft und sie nicht erfüllst, jo töte did Ahuramazda, und du müssest keinen Sprößling haben; und was du immer tust, darüber wird Ahuramazda seinen fluch aussprechen.“

Nun genehmigte Darius, daß die Arbeit am Tempel wieder aufgenommen werde, und wurde dieselbe in sechs Jahren, 520 bis 514 v. Chr., vollendet. 513 überschritt Darius den Bosporus, kam nach Europa, unterwarf Thrakien, überschritt die Donau, wurde aber durdy die Skythen zum Rückzug gezwungen. 500—494 dauerte der Krieg jegen die sogenannten griechischen Kolonien, die bei ihrer Erhebung gegen die Perser von Athen und Eretria unterstützt worden waren. Die Kriegserklärung der Perser war, wie Herodot erzählt, in einer Ratsversammlung der vornehmsten Derser unter des Königs Vorsitz sorgfältig erwogen worden. Das weltbewegende Wort mußte Tag für Tag wiederholt werden: „Herr, gedenke der Athener.“ 492 wurde der erste Rachezug unter dem Oberbefehl des Mardonius unternommen, aber durch Stürme und die wilden Stämme der Thraker vereitelt. 490

1) Ob das Sumero-Akkadische gemeint ist?
2) Esra 6, 3—12. Hagg. 1, 1. Sach. 1, 1.

führten Datis und Urtaphernes ein neues Heer gegen Griechenland, aber die Athener schlugen dasselbe ohne Hilfe von andern Griechen bei Miarathon. Also hatte Darius mit seinen überseeischen Feldzügen kein Glük, während er, wie Herodot berichtet, selbst die Inder, das „zahlreichste Volk, das man kennt“, sich unterwarf. Ihr Cand bildete die 20. Satrapie des persischen Reiches und mußte einen jährlichen Tribut von 600 Talenten in Goldbarren oder Stangen liefern.

Mit den Vorbereitungen eines neuen feldzuges gegen Griechenland beschäftigt, wurde Darius vom Tode überrascht — nach der Weise orientalischer Herrscher. In Persepolis und Susa hat er große Bauten ausgeführt. Seiner dreisprachigen Inschrift von Behistun verdanken wir das Verständnis der Keilschriften und damit einen großen Fortschritt der Altertumskunde.

Er verband auch das rote Mieer mit dem Nil. Die Aegypter verehrten ihn als ihren sechsten Gesetgeber. Von einer Tochter des Gobryas hatte er mehrere Söhne, aber von Atosia, der Tochter des Cyrus, nur einen, der sein Nachfolger wurde, Xerres.

Der gelehrte Herzog von Manchester, der 1843 „Die Zeiten Daniels" herausgab 1), geht mit feststehenden Geschichtlichen Tatsachen redyt willkürlich um. Die Chaldäer der Bibel heißen bei ihm Perser. Er meint, Daniel nenne Nebukadnezar den fürsten, den Herodot Cyrus und Kambyses nennt, und verstehe unter Darius den Mieder 2) Darius, den Sohn des Hystaspes, unter Darius, Sohn des Ahasverus, aber Darius Nothus, unter Artasastha Urtarerres. folgerichtiger Weise läßt er das babylonische Eril nicht vor dem 12. Jahr des Xerres zu Ende gehi, hat also alle Begebenheiten um 60 und einige Jahre verschoben. Sein Cyrus hat nicht vor Xerres, der sein Enkel war, gelebt, ist also ein ganz andrer als der Cyrus des Herodot und der Inschriften. Richtig aber mag die Ansicht dieses Gelehrten sein, daß mehrere Dynastien als medische oder persisdie Oberkönige und babylonische Vafallenkönige neben einander herrschen konnten und geherrscht haben. Auf Darius I. folgte sein Sohn

Xerxes I. babyl. Chsarsha oder Ishiarsu, pers. Khajayarsa, bei Daniel und Esra Ahasverus, wurde 519 v. Chr. geboren und regierte über das persische Weltreich 485--46 v. Chr. Er nahm die Kriegspläne seines Vaters gegen Griechenland wieder auf, nachdem er die aufständischen Uegypter im zweiten Jahr seiner Regierung beruhigt hatte, und rüstete ein ges waltiges Heer und zwei flotten aus. Aber vor Eröffnung des Feld

Sharsha oder Jíbiache geboren wie Kriegspläne hen Aegypter

1) Vilmar, d. Buch Daniel, S. 261.

zuges sah sich nach Herodot der Großkönig im Traum gekrönt mit einem Kranz von Blättern des Qelbaumes, dessen Zweige die ganze Welt bedecten. Dieser Kranz verschwand plößlich und völlig. Die fragier, die sich unter allen wechselnden Dynastien behauptet hatten und weiter behaupten sollten, legten den Traum des Königs dahin aus, derselbe bedeute die bevorstehende weite Ausdehnung des persischen Reiches; und diese Auslegung wurde in der Ratsversammlung der vornehmsten Perser, die Xerres berufen hatte, bekannt gemacht.

Woher aber sollte Xerres die Mittel nehmen, das größte Heer, das die Welt bis dahin gesehn, auszurüsten und zu erhalten? Der Staatsschak war erschöpft, so griff der Großkönig nach den schon früher in Anspruch genommenen Tempelschäßen Ejagilas. Insbesondere nahm er die goldne Bildsäule Bel-Marduks hinweg und schickte sie in die Münze -- ein Kulturfortschritt; denn Babylonier und Asjyrer hatten noch kein gemünztes Geld, sondern gaben und nahmen die edlen Metalle nach Gewicht, daher man auch nirgends babylonische oder assyrische Münzen gefunden hat, wohl aber persische. Der Plünderung ihres Tempels lebten die Magier, wie Urrian erzählt, kräftigen Widerstand entgegen, aber sie unterlagen in diesem Kampfe, bei dem der mitten in Babel gelegene Tempel Bel-Marduks durch Feuer zerstört wurde. Nur das Tempelarchiv blieb unversehrt.

Den Oberbefehl über die versammelten Myriaden verdiente nach Herodot niemand mehr als Xerres selbst, was Anmut und Würde der Person betrifft. Jedenfalls hatte der König selbst eine hohe Meinung von sich und seinen fähigkeiten, er besaß in der Tat nicht nur den Willen eines assyrischen Selbstherrschers, sondern auch hochfliegende Gedanken und festen Entschluß. Der Uebergang des ungeheuren Heeres über den Hellespont von Asien nach Europa, die Vermeidung des gefährlichen Hochgebirgs Athos geben deutliches Zeugnis von diesen Eigenschaften des Großkönigs, der, wie aus der Weltgeschichte bekannt ist, wieder unglüdlich gegen die Griechen kämpfte und nach Susa floh, das bei Herodot Memnon heißt, weil ein König dieses Namens das Schloß Susa gebaut hat. Von Susa hatte man im Altertum eine so hohe Meinung, daß Ariftagoras, der berühmte Schwiegersohn des Histiäus, zum König von Sparta sagen konnte: „Susa, wo der persische Herrscher zuweilen wohnt, wo seine Schäße niedergelegt sind, mache dich zum Herrn dieser Stadt, so kannst du an Einfluß mit Zeus selber wetteifern.''

An Xerres wandten sich die von Ufarhaddon und seinem Sohn Usurbanipal nach Samaria verpflanzten Leute von Dina, Upharsach, Tarpal, von Persien, von Erech, von Babel, von Susan, von Daha und von Elam und die andern Völker, die der große und berühmte Asnaphar herübergeholt ), und verklagten die Juden von Jerusalem als Auf

1) Usnaphar ist Asurbanipal.

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