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mannbaren Töchter werden dort öffentlich an den Meistbietenden pertauft, das Geld aber, das für die Begehrten einkommt, wird dazu verwendet, den nicht begehrten Häßlichen eine Mitgift zu geben ?)." Solcher Mädchenverkauf mag auf dem Cand vorgekommen sein, schwerlich aber in den Städten; oder wir hätten hier ein Beispiel von Sozialismus, dem man in Babylonien sonst nicht begegnet.

Wie der Schluß wurde auch die Scheidung der Ehe urkundlich voll. zogen Wir haben einen solchen Vertrag aus der Zeit des Königs Sin. muballit von Babel :

„Samasrabi hat die Naramtum aus der Ehe entlassen. Ihre habe führt sie mit sich fort. Ihr Entlassungsgeld hat sie erhalten. Wenn ein freier die Maramtum heiratet, wird Samasrabi keine Klage führen. Mit Anrufung von Samas, Malfat, Marduk und Sinmuballit hat sie gesprochen.“

Es folgen die Namen von zehn Jeugen.

Bei der Scheidung wurde wie auch in andern Ehesachen die Frau anders behandelt wie der Mann; für sie war die Scheidung erschwert, während der Mann nur den gezahlten Kaufpreis, in Wirklichkeit den eingebrachten Malschab zurüdgibt und ein Geschenk hinzufügt, auch ein Kindesteil, wenn die Kinder alle erwachsen sind. Streitet aber die Ehefrau mit ihrem Mann, so muß eine Untersuchung eingeleitet werden. hat sie recht, so geht sie mit einem Geschenk in ihres Vaters Haus zurück ; hat sie unrecht, so bestimmte das Gefeß, daß sie ins Wasser geworfen werde 2). Das Geschenk (babyl. nudunu) hebr. neden) wird auch in der Schrift erwähnt ?).

Der Ehebruch wurde, wie der 5. Sat der Hausgesetze berichtet bei den Sumeriern sterng bestraft. Auch nach den Gesetzen Hammurabis wird der Ehebruch bestraft, wenn die Uebeltäter auf der Tat ertappt waren, und zwar mit dem Tode beider. Auch hier) wird schon der fall vorgesehn, daß der Ehemann seinem gefallenen Weibe verzeiht, der König aber den Ehebrecher begnadigt. Werden die beiden nicht auf der Tat betroffen, so soll sich die beschuldigte Ehefrau durch einen Eid oder ein Gottesurteil reinigen, indem sie in den Fluß springt“). Aehnlich ist die Vorschrift, die das mosaische Gesek C) über Eiferopfer und Fluch. wasser gibt; doch ist es nicht nötig, hierin ein Gottesurteil im gemeinen Sinn des Wortes zu erkennen.

Ein Ehevertrag aus der Zeit Nebukadnezars II. lautet:

„Dagilili, Sohn des Zambubu, sprach zu hamma, der Tochter des Nergaliddin, des Sohnes von Babutu, folgendermaßen: „Gib mir Latubasinni, deine Tochter, sie soll meine frau sein. Hamma hörte ihn und gab ihm Latubasinni, ihre

1) Tiele a. a. O., S. 506. 2) H. G. B. S 138. 142. 3) Ezech. 16, 33. 4 H. 6. B. § 129. 5) H. 6. B. $ 131 u. 132. 6) Num. 5, 11-31.

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Tochter, zur Ehe. Aber Dagilili gab freiwillig an Hamma den SFladen Unailibila. 'mur, der um eine halbe Mine Geld gekauft war, dazu ein einhalb Mine Geld für Latubasinni, ihre Tochter. Um Tage, wo Dagilili sich eine zweite frau nimmt, wird Dagilili eine Mine Geld an Latubasinni geben, und sie wird an ihren früheren Ort gehen."

Es folgen die Namen der Zeugen 4).
Einen ähnlichen Vertrag hat Deiser veröffentlicht 2):
„Nabuachiiddin sprach zu Dalilissu also: „Gib mir deine Tochter Banatisagil

, die Sängerin, daß sie meine frau werde. Dalilifsu hörte ihn und gab ihm seine Tochter Banatisagil, die Sängerin, zur Ehe. Wenn riabuachiiddin die Banatisagil fortschidt und eine andere nimmt, wird er ihr sechs Minen Geld zahlen, und sie wird in's asar simatu gehn. Wenn die Banatisagil mit einem andern hurt, soll sie durch ein eisernes Schwert getötet werden. Den Vertrag nicht anzufechten beteten sie mit Unrufung ihrer Götter Rabu und Marduk und ihres Herrn, des Königs Nabukudurusur.“

Ein andrer Vertrag lautet:

„Nabunadinachi sprach zu Sumukin alío: „Gib deine jungfräuliche Tochter Jnaisagilbanat meinem Sohn Uballitsugula zur Ehe. Sumukin hörte ihn und gab seine jungfräuliche Tochter Inaisagilbanat an jenes Sohn Uballitsugula. Eine Mine Geld, Catubaranu, Inasillibitinizig und Taslimu nebst hausgerät gab er mit seiner Tochter Jnaisagilbanat an Nabunadinachi. Die Nanakisirat, Sklavin des Sumukin, hat Sumukin an stelle von zweidrittel Mine Geld an Nabunadinachi gegeben, eindrittel mine Geld ist (ungedect). Eine Mine Geld wird Sumukin dem Nabunadinachi geben, und seine Mitgift ist ausbezahlt. Je ein Schriftstück neh. men sie.“

Diese Eheverträge sind nach mehreren Seiten hin lehrreich und, trokdem sie nach einer Vorlage gearbeitet sind, nach den Verhältnissen der Vertagschließenden mannigfaltig. Bald verheiratet der Vater, bald die Mutter die mannbare Tochter; in diesem zweiten Fall mag sie von der Mutter in die Ehe eingebracht worden sein. Bald wird eine Scheidung schon vor dem Eheschluß vorgesehn, bald eine Strafe für Hurerei festgesett. Es scheint nach diesen Verträgen, als habe es sich in Babylonien in vielen Fällen nur um Zeitehen gehandelt.

Was das Vermögen der Eheleute betrifft, so herrschte unter ihnen praktische Gütergemeinsdyaft. für Schulden, die in der Ehe gemacht werden, müssen beide Ehegatten aufkommen ). Aber für Schulden, die

? der Mann vor der Ehe gemacht hat, braucht die Frau nicht aufzukommen, wenn sie sich darüber eine Urkunde hat ausstellen lassen“).

Die Kinder sollen gegen ihre Eltern ehrerbietig und gehorsam sein. Dem Sohn, der seinen Vater schlägt, sollen beide Hände abgehauen werden ")Im Volke Israel stand auch in dieser Hinsicht die Miutter dem Vater gleich "). Daß der Vater über seine Kinder eine unumschränkte richterliche Gewalt habe, galt schon als festes Recht bei den alten Sumero-Akkadiern, die wir aus dem ersten Saß der Hausgeseße ersehn haben. Deren zweiter und vierter Sak beweisen ferner, das in dieser alten Zeit die Mutter noch ihre alte Stellung neben dem Vater hatte, wie das in Israel auch später bewahrt worden ist.

1) K. B. IV, S. 187. 2) 3. f. U. v. 1888, S. 78. 3) H. G. B. § 152. 4 H. G. B. S 151.

H. G. B. § 195.

Unter den Kindern wurden die Söhne, unter den Söhnen der älteste bevorzugt, wie bei den Römern aus dem major natu ein magister, aus dem minor natu ein minister wurde 2).

Zahlreich sind die uns erhaltenen Verträge über Annahme an Kindesstatt ?), die Kauf-, Jins- und Mietverträge. So heißt es in einem derselben:

Billafir, Sohn des Nadinu, Sohnes des Sagillai, sprach zu Nadinu, seinem Vater: „Zum Bitmarbani hast du mich gesandt, und Zunna habe ich zum Weibe genommen. Sohn oder Tochter hat sie mir nicht geboren. Bilusat, den Sohn der Zunna, meiner Frau, den sie dem Nitudu, Sohn des Nursin, ihrem früheren Mann, geboren hat, wil ich als Sohn annehmen, wahrlich er soll mein Sohn sein. Bei der Übfassung seiner Sohnschaftsurkunde sollst du zugegen sein, und unser Einkommen und unsre habe, so viel ihrer ist, verschreibe ich ihm urkundlich. Er soll der Sohn sein, der unsre Hände faßt.“ Nadinu stimmte dem Worte seines Sohnes Bilkasir nicht bei, sondern schrieb eine Urkunde, daß für ewige Zeiten kein andrer sein Ein. tommen und Leistungen nähne, und band die Hände des Billafir, indem er also bestimmte: Wenn Nadinu das Zeitliche segnet, und nach ihm ein leiblicher Sohn des Biltasir, seines Sohnes, geboren wird,' roll dieser das Einkommen und die Leist. ungen seines Vaters Nadinu in Besitz nehmen. Wenn ein leiblicher Sohn des Bil. ka ir nicht geboren wird, soll Bilfasir seinen Bruder adoptieren, Bilfafir wird einen andern nicht zum Sohn annehmen. Wenn jedoch sein Bruder (fich der Annahme weigert), soll Bilfasir seine Schwester"

Das weitere ist verwischt.

Auch Sklaven fonnten adoptiert werden und hießen dann marbani, bei den Hebräern ben bajith oder julid bajith, Sohn des Hauses. Ein Vertrag dieser Art lautet:

„Die marbanuti, vor denen Satinsum . . . und Balatu . . . gegen einen über das Einkommen vor dem Stadtgott von Sarrabanu Klage erhoben . . Balatu hatte auf das Einkommen keine Hypothet aufgenommen. Balatu sprach 39 Sakin. fum also: „Ich sehe, das Einkommen ist zu deiner Verfügung. Betr. der zehn Setel Beld, die ich an Susa für deine Rechnung gegeben habe, wohlan gib (mir diese). Namen der Zeugen.“ Um 25. Duzu im 22. Jahr des Königs Nabunaid. Es erfolgte Zustimmung, feine Weigerung."

Die marbanuti, die im bit marbani hausen, scheinen die Vormunda schaftsrichter zu sein. Einen Erbvertrag, der wahrscheinlich auch vor dieses Gericht gehörte, um da bestätigt zu werden, teilt feuchtwang mit “):

1) Spr. Sal. 30, 17. 2) fr. Hommel, Sem. V. n. S. I, S. 410. 3) X. B. IV, S. 239 u. 245. 4) 3. f. U. 1891, S. 441.

„Die Kaffa, die außer anderm ein gur Saatfeld und einen Sklaven Bitsilmi besitzt, übergibt ihren beiden Töchtern, der älteren drei pi zwölf ta, der jüngeren ein pi vierundzwanzig fa des Feldes, der älteren außerdem noch den genannten Skladen. Sie behält sich den Nießbrauch vor. freies Eigentum sollen die Töchter erst nach dem Tode (der Mutter) erhalten.“

Das folgende scheint mir kein Vertrag, sondern ein Stüc aus dem Vortrag eines babylonischen Rechtsgelehrten zu sein, also ein Beispiel eines Rechtsfalles, vielleicht zum Zwede des Unterrichts gegeben:

„Wenn der Besitzer eines Gartens zu seinem Kaufmann spricht: „Die Datteln, die in meinem Garten sind, nimm für dein Geld in Empfang“, und der Kaufmann weigert sich (die gekauften Datteln zu nehmen), so wird der Besitzer des Gartens die Datteln, die im Garten sind, nehmen, der Kaufmann aber muß seiner Verpflichtung gemäß das Geld und die Zinsen bezahlen, und die übrigen Datteln, die im Garten sind, wird der Herr des Hauses nehmen.“

Es find damit die Datteln gemeint, die noch nicht verkauft waren; ein selbstverständliches Ding. Ein andrer fall: Uradistar hat von Silimasíur eine Mine Silber geborgt. Als antichretisches Pfand stellt er fechshundert Kab Grundbesit, vierhundert Kab fruchtfeld, zweihundert Kab Wiese zur Verfügung von Silimassur, der das Grundstüd in stand hält und davon vier Kornernten und vier Wiesenschnitte nimmt. Damit sind Kapital und Ginsen getilgt, und das Grundstüc fällt an Aradistar zurüc.

Schon in der ältesten Zeit, da noch viele Dynastieen auf dem Gebiet von Babylonien herrschten, wurden Kaufverträge oder Urkunden über Besikwechsel sowohl bei beweglichem wie bei unbeweglichem Eigentum schriftlich aufgesetzt, wobei ein oder mehrere Götter und der Landesherr angerufen wurden. Auch mehrere Jeugen werden mit Namen genannt. Sehr häufig handelt es sich um Ankauf von Sklaven, Haustieren aller Art, Getreide, Oel und Wein, von Häusern, Ländereien und andrer unbeweglicher habe. In diesem Fall wird das betreffende Grundstüd nach seiner Größe, Lage und anstoßenden Nachbarn beschrieben, auch die Un-giltigkeitsflage und Rüdforderung von vornherein abgelehnt. Ein Vertrag zwischen Asurnirari und Matiilu wird durch ein Schafopfer bestätigt und schriftlich also erklärt:

„Dieses Haupt ist nicht das Haupt des Bodes, das Haupt Matiilus ift es.. Wenn matiilu seine Eidschwüre bricht, gleichwie das Haupt dieses Bockes abge. schnitten ist, ļo sei das haupt des Matiilu abgeschnitten. Diese Lende ist nicht die Lende des Bodes, die Lendé Matiilus ist sie" u. s. w.^)

Bei Verträgen über verkaufte Grundstüde kam es selbstverständlich besonders auf die Feststellung der Größe oder der Grenzen an. Die Grenzsteine galten als heilig und unverleklich, ihre Verrüdung war mit schwerem fluch belegt, der auf den fallen soll, der den Stein persentt oder durch einen feind, Tauben, Toren oder den Sohn des Besißers verändern: läkt oder der den Ste'n irs feuer oder ins Wasser wirft. Auf diesert

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1) U. Jeremias, A. T. O., S. 230.

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dem Vater gleich ?). Daß der Vater über seine Kinder eine unumschränkte richterliche Gewalt habe, galt schon als festes Recht bei den alten Sumero-Attadiern, die wir aus dem ersten Saß der Hausgeseße ersehn haben. Deren zweiter und vierter Sak beweisen ferner, daß in dieser alten Zeit die Mutter noch ihre alte Stellung neben dem Vater hatte, wie das in Israel auch später bewahrt worden ist.

Unter den Kindern wurden die Söhne, unter den Söhnen der älteste bevorzugt, wie bei den Römern aus dem major natu ein magister, aus dem minor natu ein minister wurde ).

Zahlreich sind die uns erhaltenen Verträge über Annahme an Kindesstatt ?), die Kaufs, Zins- und Mietverträge. So heißt es in einem derselben:

Bilfasir, Sohn des Nadinu, Sohnes des Sagillai, sprach zu Nadinu, seinem Vater: „Zum Bitmarbani hast du mich gesandt, und Zunna habe ich zum Weibe genommen. Sohn oder Tochter hat sie mir nicht geboren. Bilusat, den Sohn der Zunna, meiner Frau, den sie dem Nitudu, Sohn des Nursin, ihrem früheren Mann, geboren hat, will ich als Sohn annehmen, wahrlich er soll mein Sohn sein. Bei der Ubfassung seiner Sohnschaftsurkunde sollst du zugegen sein, und unser Einkommen und unsre Kabe, so viel ihrer ist, verschreibe ich ihm urkundlich. Er soll der Sohn sein, der unsre Hände faßt." Nadinu stimmte dem Worte seines Sohnes Bilfasir nicht bei, sondern schrieb eine Urkunde, daß für ewige Zeiten fein andrer sein Ein. kommen und Leistungen nähne, und band die Hände des Bilkasir, indem er also bestimmte: Wenn Nadinu das Zeitliche segnet, und nach ihm ein leiblicher Sohn des Bilkasir, seines Sohnes, geboren wird, soll dieser das Einkommen und die Leistungen seines Vaters Nadinu in Besitz nehmen. Wenn ein leiblicher Sohn des Bil. ka ir nicht geboren wird, soll Billasir seinen Bruder adoptieren, Bilkasir wird einen andern nicht zum Sohn annehmen. Wenn jedoch sein Bruder (fich der Unnahme weigert), foll Bilfasir feine Schwester" ...

Das weitere ist verwischt.

Auch Sklaven konnten adoptiert werden und hießen dann marbani, bei den Hebräern ben bajith oder julid bajith, Sohn des Hauses. Ein Vertrag dieser Art lautet:

„Die marbanuti, vor denen Sakinsum ... und Balatu . . . gegen einen über das Einkommen vor dem Stadtgott don Sarrabanu Klage erhoben

Balatu hatte auf das Einkommen teine Hypothet aufgenommen. Balatu sprach zu Satin. sum also: „Ja sehe, das Einkommen ist zu deiner Verfügung. Betr. der zehn Setel Beld, die ich_'an Susa für deine Rechnung gegeben habe, wohlan gib (mir diese). Namen der Zeugen.“ Um 25. Duzu im 27. Jahr des Königs Nabunaid. Es erfolgte Zustimmung, feine Weigerung."

Die marbanuti, die im bit marbani hausen, scheinen die Vormundschaftsrichter zu sein. Einen Erbvertrag, der wahrscheinlich auch vor dieses Gericht gehörte, um da bestätigt zu werden, teilt feuchtwang

mit):

1) Spr. Sal. 30, 17. 2) fr. Hommel, Sem. V. n. S. I, S. 470. 3) K. B. IV, S. 239 u. 245. 4) 3. f. 2. 1891, S. 441.

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