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Erech. Darauf 30g er weiter nach Ussur und baute dort Minive, Rehoboth-ir, Kalah und Resen. So die hl. Schrift. Unders viele morgenländische Sagen, anders viele Gelehrten.

In der syrischen „Schaşhöhle“ heißt es:

„Es begab sich Nimrod von Nod nach Jokdora, und am Utrasmeer angelangt fand er da Jontra, den Sohn Noahs. Er stieg hinab in jenes Meer und wusch sich darin.“

Er gilt nach der erwähnten Schrift als Erfinder der Astronomie, erster feueranbeter und Erbauer des babylonischen Turmes.

Mehrere Gelehrte wollen in Nimrod den Helden erkennen, den die chaldäische Ueberlieferung Gilgamis oder Izdubar König von Erechsuburi, nennt, wie denn aus dem Namen Izdubar oder Gilgamis (Gilgimas) geschlossen werden kann, daß auch in der chaldäischen Ueberlieferung Zimrod nicht als Semite, sondern als Kosjäer (Kushite) gefaßt wird. Seine Namen und Taten erinnern hiernach an die erste Herrschaft der Kossäer über Babylonien und Assyrien.

Nach Vigoureur war dieser Izdubar zu gleicher Zeit ein großer Krieger und ein großer Jäger um das Jahr 3000 v. Chr. Nachdem er seine unbekannte Heimat verlassen hatte, besaß er, wie wir bereits aus der hl. Schrift wissen, zuerst nur Babel und seine Umgebung; aber allmählich dehnte er seine Herrschaft weiter aus, bis er zuleßt das flußgebiet des Euphrat und Tigris sich unterworfen hatte, das von den Bergen Armeniens im Norden bis zum persischen Meerbusen im Süden reichte.

Andere Gelehrte, wie Delißsch, Lenormant, G. Smith und Rawlinson stimmen mit Vigoureur überein, obwohl dieser dem Bild Izdubar-Nimrods die Züge eines viel späteren Herrschers gegeben hat; wie denn ein andrer, Smith, Nimrod gleich Hammurabi hält ?).

Jedenfalls hat die Nachwelt das Bild dieses Helden nicht mit geschichtlicher Treue festgehalten, sondern mit Sagen umwoben; und ich bin der Meinung, wie die Griechen ihren Herakles, die Römer ihren Romulus unter die Götter versekt haben, so taten die alten Babylonier mit ihrem Nimrod, dem Herrn von Marada. Er wurde ihr Marduk, der auch Lugal-marada, das heißt ebenfalls Herr von Marada, genannt wird; denn auch an ihrem Gott rühmen sie noch, daß er ein großer Krieger und Jäger sei. Zu Füßen seiner Bildsäule sieht man eine Antilope liegen, vier Hunde begleiten den großen Jäger; und wie die Heldenlieder von seinen Kämpfen mit Ungeheuern singen, so rühmen ihn die fog. Schöpfungsmythen als Städtegründer. Sicher ist, daß die Stadt Marad als Nimrod-Izdubars Geburtsort galt ?). Ptolemäus hat den Namen Marduk in seinem Umordafaia erhalten, womit er eine Landschaft in Chaldäa bezeichnet.

1) Bezold, bab.-aff. K. S., S. 54. 2) Hommel, S. D. S. I, S. 230.

Vorgeschidyte verwiesen wird, auf die Jahre 2300—2076 v. Chr. ane Geseßt werden.

Die dritte Dynastie, Il chaldäische Könige, herrschte dann 2076 bis 1983 v. Chr.

Die vierte Dynastie, 49 chaldäische Könige, herrschte 1983 bis 1525 v. Chr.

Die fünfte Dynastie, 9 arabisdie Könige, herrschte 1525—1280 v. Chr.

Die sedyste Dynastie, 45 assyrische Könige, herrschte 1280 bis 754 v. Chr. Dazu kämen dann noch 18 einheimische Könige von Nabonassar bis Nabonedus 754 bis 538 v. Chr.

Wie auf die Namen so ist auch auf die Zahlen, die Berosus angibt, wenig Gewicht zu legen, auch wenn sie mit der Rechnung der Aegypter übereinzustimmen scheinen, die in 48 863 Jahren 832 Mondfinsternisie und 373 Sonnenfinsternisse beobachtet haben wollen, wozu man so lange Zeit gar nicht braucht.

So weit Berosus. Das Buch des Abydenus ist bis auf eine Erzählung verloren, die spätere Schriftsteller gelesen und uns aufgezeichnet haben *): „Es wird gesagt, daß die ersten Menschen, durch ihre Stärke und Größe über alle Maßen aufgeblasen, anfingen die Götter zu verachten und sich für erhabener zu halten. Angetrieben von diesen Gedanken bauten sie einen Turm von ungeheurer Höhe, der jetzt Babylon ist. Er hatte beinahe den Himmel erreidyt, als die Winde den Göttern zu Hilfe kamen und das ganze Gerüst umstießen und es auf die Bauleute warfen. Seine Trümmer werden Babylon genannt; und die Menschen, die bis dahin eine Sprache hatten, begannen von da an auf Befehl der Götter verschiedene Dialekte zu reden.“

Aehnlich erzählen Alerander Polyhistor und die armenische Ueberlieferung, alle in deutlicher Abhängigkeit von der griechischen Uebersegung des A. T.

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2. Nimrod und die Patefi. Nach der hl. Schrift 2) war Chus (Kusch) ein Sohn Hams, dessen Sohn war Nimrod. Diesen Namen hörten die Semiten, wie mir Tcheint, aus dem sumero-akkadischen Nin ma r ad, d. i. Herr von Marada, heraus. Er machte sich als ein Eroberer und „gewaltiger Jäger vor dem Herrn" bald zum Gebieter von Alkad. Babel, Chalne und

1) Vergl. Urquhart a. a. Q. I, S. 249 2c.

Erech. Darauf 30g er weiter nach Ussur und baute dort Minive, Rehoboth-ir, Kalah und Resen. So die hl. Schrift. Anders viele morgenländische Sagen, anders viele Gelehrten.

In der syrischen „Schaşhöhle“ heißt es:

„Es begab sich Nimrod von Nod nach Jokdora, und am Atrasmeer angelangt fand er da Jontra, den Sohn Noahs. Er stieg hinab in jenes Meer und wusch sich darin."

Er gilt nach der erwähnten Schrift als Erfinder der Astronomie, erster feueranbeter und Erbauer des babylonischen Turmes.

Mehrere Gelehrte wollen in Nimrod den Helden erkennen, den die chaldäische Ueberlieferung Gilgamis oder Izdubar König von Eredysuburi, nennt, wie denn aus dem Namen Izdubar oder Gilgamis (Gilgimas) geschlossen werden kann, daß auch in der Haldäischen Ueberlieferung Timrod nicht als Semite, sondern als Kossäer (Kuschite) gefaßt wird. Seine Namen und Taten erinnern hiernach an die erste Herrschaft der Kossäer über Babylonien und Asiyrien.

Nach Vigoureur war dieser Izdubar zu gleicher Zeit ein großer Krieger und ein großer Jäger um das Jahr 3000 v. Chr. Nachdem er seine unbekannte Heimat verlassen hatte, besaß er, wie wir bereits aus der hl. Schrift wissen, zuerst nur Babel und seine Umgebung; aber allmählich dehnte er seine Herrschaft weiter aus, bis er zuleßt das flußgebiet des Euphrat und Tigris sich unterworfen hatte, das von den Bergen Armeniens im Norden bis zum persischen Mieerbusen im Süden reichte.

Andere Gelehrte, wie Delißsch, Lenormant, G. Smith und Rawlinson ftimmen mit Vigoureur überein, obwohl dieser dem Bild Izdubar-Nimrods die Züge eines viel späteren Herrschers gegeben hat; wie denn ein andrer, Smith, Nimrod gleich Hammurabi hält ?).

Jedenfalls hat die Nachwelt das Bild dieses Helden nicht mit geschichtlicher Treue festgehalten, sondern mit Sagen umwoben; und ich bin der Meinung, wie die Griechen ihren Herakles, die Römer ihren Romulus unter die Götter verseßt haben, so taten die alten Babylonier mit ihrem Nimrod, dem Herrn von Marada. Er wurde ihr Marduk, der auch Lugal-marada, das heißt ebenfalls Herr von Marada, genannt wird; denn auch an ihrem Gott rühmen sie noch, daß er ein großer Krieger und Jäger sei. Zu Füßen seiner Bildsäule sieht man eine Antilope liegen, vier Hunde begleiten den großen Jäger; und wie die Heldenlieder von seinen Kämpfen mit Ungeheuern singen, so rühmen ihn die sog. Schöpfungsmythen als Städtegründer. . Sicher ist, daß die Stadt Marad als Nimrod-'Izdubars Geburtsort galt ?). Ptolemäus hat den Ramen Marduk in seinem Umordafaia erhalten, womit er eine Landschaft in Chaldäa bezeichnet.

1) Bezold, bab.-aff. K. S., S. 54. 25 Hommel, S. D. S. I, S. 230.

Noch liegt dieser Nimrod der heutigen Wissenschaft wie ein Stein im Wege, um den ein jeder herumgehen muß. Wellhausen hatte vermutet, daß Marduk durch aramäische Vermittlung den Hebräern bekannt geworden und zu Nimrod umgewandelt worden sei. Aber der große Gelehrte hätte uns auch sagen sollen, was Uramäer und Hebräer für einen Gewinn daran hatten, wenn sie aus einem altbabylonischen Gott einen hamitischen Jäger machten? Der umgekehrte Weg hat mehr für sich.

fr. Delikich 1) ließ Nimrod aus Nu-marad, d. i. Mann von Marada, entstehen. Halévy denkt an Namar-uddu, d. i. Licht des Morgenlandes, Hommel weist auf Namrasit hin, das einen ähnlichen Sinn hat. Derselbe läßt Nimrod aus Arabien kommen ?), und A. Jeremias *) folgt ihm darin nach und läßt ähnlich wie Halévy den Namen ursprünga lich Namir-uddu lauten. Das ist aber der Name eines Kinäden und gar nicht arabisch.

Andere lassen ihn aus Aegypten kommen, was eher glaublich ist, wenn auch die Radikalen oder Wurzelkonsonanten von Nimrod noch nicht in einem ägyptischen Wort entdedt wären“).

Wellhausen hat in späterer Zeit den aramäischen Gott Mauri oder Mari herangezogen, andre dagegen den kosjäischen Gott Maradasch, der den assyrischen Žinib vertritt. Eine nette Blumenlese. Ich bin aber nicht gewiß, daß meine Sammlung der verschiedenen Meinungen über Nimrod eine vollständige ist.

Die Pateft. Alle Herrscher oder Könige sind nach Anschauung der Babylonier göttlichen Geschlechts, Söhne einer Istar, sei es der „großen Buhlerin" oder der Iftar von Arbela. Die ältesten Herrscher in Babylonien und in Assyrien waren zu gleicher Zeit Könige und Priester. Man nennt sie daher Priesterkönige, Patesi und Isakku. Ihre Herrschaft erstredte sich anfangs nur je über ein kleines Gebiet; aber nach und nach wurden soldie kleine Herrschaften vereinigt. Zuerst entstand als größere Herrschaft das alt-babylonische Reich mit der Hauptstadt U r, wo Semiten bereits um 3000 v. Chr. vermutlich aus Arabien eingewandert waren und Wohn: fiße und Einfluß gewonnen hatten). So mögen diese zuerst hier auf:

1) fr. Hommel, bab.-aff. G., S. 221.
2) X1. u. u., S. 298.
3) . T. O., S. 158.
4) Meyer in Stades Zeitschr. für altt. Theol. 1888.

geführt werden; die wichtigsten aber unter ihnen werden noch eine eingehende Darstellung erfahren.

In Ur regierten in vorgeschichtlicher Zeit Igurkapkapu, Samsiramman, Khallu, Jri, Girlab und später Urbau oder Urgur und Dungi, der Sohn Urgurs, etwa um das Jahr 2850 v. Chr. 4). Doch ist zu bemerken, daß die feilschriftlichen Denkmäler dieser ältesten Zeit dem Ülltertumsforscher volle Freiheit in der Unordnung der Herrscher lassen.

Uus den folgenden 450 Jahren kennt man als Herren von Ur Jnlil, Tafsigurumas und Agumkafrime. Auf diesen folgen die Könige der ersten Dynastie

, die bei Berosus die zweite heißt, 2300—2076 v. Chr. Zu ihr gehören Sumuabi, der in seinem 5. Regierungsjahr den erhabenen Tempel des Gottes Nannar zu Ur erbaute und im 8. Jahr eine Zedernholztüre an diesem Gebäude machen ließ. Sein Nachfolger Sumulailu erwählte die Stadt B abel zu seiner Residenz und baute eine große Mauer gegen einbrechende Nomaden.

3abiu oder Jabum baute bereits am Ejagila-Tempel zu Babel. Es folgte Upilsin oder Abisin. Sinmuballit schlug die Truppen von Ur mit dem Schwert, nämlich die Nomaden des Meerlandes, die nächsten Stammesverwandten eines Abram. Es folgt Sinmuballits Sohn Hammurabi, dessen Sohn Samsi-iluna I. und Jbisum. Amisatana oder Umiditana heißt bereits auf den gefundenen Inschriften „der mächtige König, König von Babel, König von Kiski, König des Landes Sumer und Äkkad, König des weiten Westlandes“. Es folgen noch Umia fadugga und Samsusatana oder Samsuditana.

Die z w eite Dynastie in B abel beginnt mit Isammi, ihm folgen Kudurbel, Sagasaltias oder Sagaraktias und Sargon I. um 2000 v. Chr.

Naramjin, Sohn Sargons I., gewann einen Sieg über Elam. Die Säule, die diese Tat verherrlichte, wurde durch Schutruf nachunte verstümmelt.

Gulgunu oder Gulkisar (?), Samsi-iluna II.

Betreff der Zeit und folge der einzelnen Patesi herrscht, wie schon oben angedeutet wurde, eine große Unsicherheit, da alle ihre vielen Bauinschriften ohne Zeitangabe sind. Daher wird u. a. Sargon I. von Ugade von einigen Forschern auf 3000 ?), von andern auf 3750 %) v. Chr. angeseßt.

In Urban, einer Stadt der Kissati, die später assyrisch wurde, herrschte der Datesi Muses-ninib.

Undere Herrscher siehe unter Ur, S. 39.
fr. hommel, Grundriß, S. 299. 324.
Bezold, N. u. 3., S. 27.

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