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Das Wasser der Ströme Euphrat und Tigris, das in diesen Kanälen weithin durch das meist ebene Land geleitet wurde, das den fleiß des Landmanns mit hundertfältiger Ernte belohnte, konnte auch verderblich wirken; wie das Beispiel der Stadt Umlias beweist, die im Monat Arachsamna durch eine Ueberschwemmung des Tigris zerstört wurde. Da dieser Strom mit seinem starken fall besonders gefährlich war, ließ Hammurabi an seinen Ufern Dämme oder Deiche anlegen, Karasamas genannt.

Daß ein Teil der in Babylonien aus Urabien eingewanderten Se. miten wieder auswanderte und sich unter Tharah und Ábram eine neue Heimat suchte, ist bereits erwähnt worden. An dieser Tatsache haben, wie wir fahen mehrfache Gründe mitgewirkt, vor allem die Hebung des Uderbaues unter der Regierung Hammurabis. Aber ein Aderbau treibendes Volt ist sehaft und muß feßhaft sein. Ein feßhaftes Volk schafft sich bald bestimmte Gefeße. Die freiheit des Einzelnen wird zum Wohl des Ganzen beschränkt. Aber solcher Beschränkung geht der freiheit liebende Nomade aus dem Wege. Und noch eins. hatten die eingewanderten Semiten nicht nur die Neigung zum Gößendienst, sondern auch diesen selbst mitgebracht, wie auch die Stammesgenossen Übrams andern Göttern dienten ), fo trafen sie diesen Abfall von dem lebendigen Gott bei dem unterworfenen Volf von Sumer und Akkad schon voll. zogen, sodaß dem, der nicht an dem volkstümlichen Dienst der fast unzähligen babylonischen Götter teilnehmen wollte, nichts andres übrig blieb, als diese zweite Heimat zu verlassen und sich eine dritte zu suchen.

Uuch Hammurabi war wie sein Voll groß im Überglauben. Er baute Ebarra, den Tempel des Samas, wieder auf, nachdem derselbe durch die Gewalt der Winde und Regenstürme zu fall gebracht war. Darüber hat der König Nabunaid aufzeichnen lassen:

„Der Grundstein von dem Hause des Gottes Samas und der Ui ward wieder gefunden, und die Mauern kamen zum Vorschein. Die Schrift des Namens von hammurabi, des alten Königs, der 700 Jahre vor Burnaburias Ebarra erbaut und den Stufenturm für Samas errichtet hatte, sah ich. Da erschrak ich, und Schrecken überfiel mich, ich erhob meine Hände und betete.“

Auch den Tempel des Zamama in Kis, Emeteursag genannt, und den der İstar ließ der König erneuern.

Erst im 31. Jahre seiner Regierung war es Hammurabi gelungen, in einem siegreichen Krieg gegen Jamutbal ?), den König von Elam, das vereinigte Babylonien unabhängig zu machen; und in diese nun fol. gende friedenszeit wird das größte Kulturwerk des großen Königs fallen, seine Geseßgebung. Wie wir bereits bemerkten, war das familienrecht der Sumero - Alkadier bereits aufgezeichnet. Hammurabi aber sammelte alle für die beiden nun verschmolzenen Völter, die SumergSo werden äußere und innerliche Bedingungen der Ereignisse und Zustände nicht außer acht gelassen, wie von manchem geschieht, der folches tadelt.

1) Jof. 24, 2. 2) Undere erklären J. für einen Teil von Elam.

Wie aber hammurabi, von dem Krieg im Westland zurückgekehrt, den Krieg mit Elam aufnahm und sein Land frei machte, darüber schweigen die Urkunden; aber wir dürfen erkennen, daß dieser Mann nach beiden Seiten Hervorragendes leistete. Er war der König, der ,,das Cand der Elamiter, der Widersacher, niederwirft“, der aber auch „die Kämpfe zur Ruhe bringt, der die Aufruhrstämme zur Sättigung führt, der die Streiter vernichtet wie ein Bild aus Ton, der da öffnet die Unwegsamkeit unzulänglicher Berge“. So schildert Hammurabi selbst seine Tätigkeit in Krieg und frieden.

Unter ihm hielt die Gründung von Städten mit der Ausdehnung und Verbesserung des A&erbaues gleichen Schritt. Aber die Viehhirten wurden von allen Seiten bedrängt, das Weiden der Schafe und Rinder besonders durch die vielen Kanäle, die mehr und mehr das Land nach allen Seiten durchschnitten, sehr erschwert"), wenn nicht unmöglich gemacht. Der König läßt darüber auf mehreren Tafeln berichten. Die erste Inschrift nämlich lautet weiter :

„Ich erhöhte die Mauer von Sippar mit Erdmassen wie einen großen Berg. mit Rohrdidicht umgab ich sie. Den Kanal udkipnun (arachtu?) grub ich nach Sippar hin und errichtete für denselben einen Sicherheitsdeich."

Uuf einer Alabastertafel ließ der König schreiben:

„Hammurabi, der mächtige König, König von Babel, König der vier Welt. gegenden, der den Sieg Marduks gewinnt, der Hirte, der das Herz dieses Gottes crfreut, bin ich. Als die Götter El und Bel (mir) das Volf von Sumer und Akkad zu beherrschen verliehen, mich mit der Oberhoheit über sie belehnten, grub ich den Kanal Nar Hammurabi, den Segen des Volkes, welcher dem Volk von Sumer und Akkad Wasser in Fülle zuführt. Seine Ufer zu beiden Seiten bestimmte ich für die Emährung, indem ich Scheffel von Korn ausgoß. Ihre zahlreichen Scharen versammelte ich. Was ihnen zur Speise und Trant dienen sollte, übergab ich ihnen. Mit Segen und leberfluß beschentte ich sie, in behaglicher Wohnung ließ ich sie wohnen."

Wenn hier Hammurabi sich einen Hirten nennt, so wird ein Ehrentitel gewonnen, wenn der entsprechende Allgemeinberuf mehr und mehr aufhört. Doch gab es zu seiner Zeit noch einige Hirten alten Schlages wie in Gubrun am Jdinnafluß, andre am Uggimdufluß, andre auch in der Gegend von Larsa und Girsu ?). Die Inschrift fährt fort:

„Folgendes tun wir kund und zu wissen. Hammurabi, der starke König, der Verehrer der großen Götter, bin ich. Mit Hilfe der gewaltigen Kräfte, die Marduk mir verliehen, erbaute ich ein hohes Schloß mit großen Türmen, deren Spitzen berge gleich emporragen, am Uusgang des Nar Hammurabi, des Segens des Volkes. Dieses Schloß nannte ich „Schloß des Sinmuballit“, des Vaters, meines Erzeugers. zu Ehren des Sinmuballit, "meines Erzeugers, legte ich seinen Grund nach den Himmelsgegenden.“

1) H. Windler, B. u. U., S. 305. 2) fr. Hommel, Grundriß, S. 288.

Das Waffer der Ströme Euphrat und Tigris, das in diesen Ka. nälen weithin durch das meist ebene Land geleitet wurde, das den fleiß des Landmanns mit hundertfältiger Ernte belohnte, Ponnte auch verderblich wirken; wie das Beispiel der Stadt Umlias beweist, die im Monat Arachsamna durch eine Ueberschwemmung des Tigris zerstört wurde. Da dieser Strom mit seinem starken fall besonders gefährlich war, ließ Hammurabi an seinen Ufern Dämme oder Deiche anlegen, Karajamas genannt.

Daß ein Teil der in Babylonien aus Arabien eingewanderten Sea miten wieder auswanderte und sich unter Tharah und Abram eine neue Heimat suchte, ist bereits erwähnt worden. An dieser Tatsache haben, wie wir sahen mehrfache Gründe mitgewirkt, vor allem die Hebung des Aderbaues unter der Regierung Hammurabis. Aber ein Aderbau treibendes Volk ist seßhaft und muß feßhaft sein. Ein feßhaftes Volt schafft sich bald bestimmte Gefeße. Die Freiheit des Einzelnen wird zum Wohl des Ganzen beschränkt. Aber solcher Beschränkung geht der freiheit liebende Komade aus dem Wege. Und noch eins. hatten die einge wanderten Semiten nicht nur die Neigung zum Gößendienst, sondern auch diesen selbst mitgebracht, wie auch die Stammesgenossen Abrams andern Göttern dienten ), fo trafen sie diesen Abfall von dem lebendigen Gott bei dem unterworfenen Volf von Sumer und Akkad schon voll. zogen, sodaß dem, der nicht an dem volkstümlichen Dienst der fast unzähligen babylonischen Götter teilnehmen wollte, nichts andres übrig blieb, als diese zweite Heimat zu verlassen und sich eine dritte zu suchen.

Auch Hammurabi war wie sein Voll groß im Überglauben. Er baute Ebarra, den Tempel des Samas, wieder auf, nachdem derselbe durch die Gewalt der Winde und Regenstürme zu fall gebracht war. Darüber hat der König Nabunaid aufzeichnen lassen:

„Der Grundstein von dem Hause des Gottes Samas und der Ui ward wieder gefunden, und die Mauern kamen zum Vorschein. Die Schrift des Namens von Hammurabi, des alten Königs, der 700 Jahre vor Burnaburias Ebarra erbaut und den Stufenturm für Samas errichtet hatte, sah ich. Da erschrať ich, und Schrecken überfiel mich, ich erhob meine Hände und betete.“

Uuch den Tempel des Jamama in Kis, Emeteursag genannt, und den der Gstar ließ der König erneuern.

Erst im 31. Jahre seiner Regierung war es Hammurabi gelungen, in einem siegreichen Krieg gegen Jamutbal ?), den König von Elam, das vereinigte Babylonien unabhängig zu machen; und in diese nun folzende Friedenszeit wird das größte Kulturwerk des großen Königs fallen, seine Gefeßgebung. Wie wir bereits bemerkten, war das familienrecht der Sumero - Akkadier bereits aufgezeichnet. Hammurabi aber sammelte alle für die beiden nun verschmolzenen Völker, die SumergUlfadier und die Semiten, geltenden Rechte, wie sie in den 7 Jahrhurt, derten ihres Zusammenlebens ausgebildet waren, und ließ sie zum ewigen Gedächtnis und unauslöschlicher Geltung auf Felsen schreiben ) Einer derselben, der uns erhalten ist, trägt zum Zeugnis über die dice finsternis, die auch auf diesen Heiden lag, die Gestalt eines Phallus ?). Dieser Diorit-felsbloď wurde, wir wissen nicht wie lange nach seiner Beschreibung und Aufrichtung, von Elamitern, die ihn vermutlich für ein Götterbild hielten, aus Erech geraubt und nach Elam gebracht, wo er bis zum Jahr 1901 unter Schutt verborgen gelegen hat, wohl gegen 3000 Jahre oder gar noch länger! Da fand ihn J. de Morgan. 44 Zeilen laufen auf ihm senkrecht von oben nach unten, 16 auf der Vorderfeite, 28 auf der Rückseite. Eine französische Ueberseßung gab P. V. Scheil, eine deutsche Professor H. Windler heraus. Auf dem Stein ift auch ein Bild in hautrelief ausgemeißelt, das nach einigen Forschern Marduk, nadı andern Samas als den Gott darstellt, der die Rolle des Gesekes" an Hammurabi darreicht. Dabei wird ganz vergessen, daß es in Babylon keine Schriftrollen, sondern nur Tafeln und Prismen, Cylinder, allerlei Gefäße und Felsen gibt, auf die man schreibt, nur keine Papyrus- oder Pergamentrollen. Aber sollte es nicht möglich sein, daß weder Marduk noch Samas, sondern Hammurabi selbst in der sikenden Gestalt abgebildet ist, der seinen Herrscherstab oder Szepter dem Gehorjam pflichtigen Untertan entgegenstreft. J. Jeremias 3) hält das Bild für den Gott Samas, der in seiner rechten Hand einen Schreibgriffel und einen freisförmigen Gegenstand hält. Also erfährt das undeutliche Bild mehrfache Deutungen.

1) Jof. 24, 2. 2) Ündere erklären J. für einen Teil von Elam.

Es gab aber, wie oben erwähnt, mehrere folcher Steine mit Ge. sebesinschriften und auch Abschriften dieser Geseke auf Tafeln, wie solche wenigstens in Bruchstücken uns erhalten sind, noch aus der Zeit des Königs Usurbanipal.

In der Einleitung oder Uebersicht dieser Geseke nehmen des Königs Titel und Taten den größten Raum ein. Ihn haben die hehren Götter Anu und Bel berufen, ihn, der Reichtum und Ueberfluß über sein Volk ausschüttet, daß er wie die Sonne die Schwarzköpfigen erleuchte" "). Mit diesem Schmeichelwort scheint der König alle seine Untertanen zusammen zu begreifen; aber ist er nicht selbst ein Schwarzkopf gewesen ? Doch stolz wie die Sonne schaut er vom hohen Königsthron auf das gemeine Volk herab.

Er nennt sich den tapfern König, der die vier Weltgegenden betämpfte, der den Namen Babels groß machte, der Ur bereicherte. Anu,

1) Nach H. Winckler. G. d. H., S. 7 wurden mehrere beschrieben.
2) U. Jeremias, 2. T. O., Š. 262.
3) M. u. h., S. 4.

Die Worter lauten: nisi salmat takkadu.

der erhabene, der König der Ununaki, der Geister der unteren dunkeln Welt, und Bel, der Herr von Himmel und Erde, der das Schidjal des Landes feftfeßt, hatten Marduk, dem Herrschersohn Eas, die Herrschaft über die irdische Menschheit zuerteilt und unter den Igigi, den Geistern der oberen lichten Welt, ihn groß gemacht und in Babel ein ewiges Königtum begründet, dessen Grundlagen wie Himmel und Erde festgelegt sind. Dieser Marduł ist es, der den Hammurabi fandte die Menschen zu regieren, dem Land Rechtsschuß zu teil werden zu lassen; und er legte Recht und Gerechtigkeit in den Mund der Leute und schuf das Wohlbefinden seiner Untertanen.

Vermutlich will der König hier sagen, daß er seine Untertanen diese Gefeße auswendig lernen und hersagen ließ, worin spätere Gefeßgeber ihm klugerweise nachgefolgt sind, ihre Geseße volkstümlich und dauerhaft zu machen. Dies konnte in Babel um so leichter erreicht werden, als diese Geseke wahrscheinlich aus den Annalen eines Gerichtshofes ftammen und zwar eines höheren Gerichtes, dessen Entscheidungen auf fichrer babylonischer Rechtsgewohnheit beruhten. Sicher find sie nicht aus Spekulation hervorgegangen ").

Der erste Saß dieser ältesten Gefeßsammlung der Welt lautet nach H. Winckler:

„Wenn jemand einen andern umstridt, einen Bann auf ihn wirft, es aber nicht beweisen kann, so soll der, der ihn umstridt hat, getötet werden.“

Umstriden oder den Bann auf jemand werfen bedeutet gegen je mand Jauberei gebrauchen. Von dieser Geheimkunst gab es in Babylonien hauptsächlich zwei Arten, nertu und kispu genannt. Bei der einen wird der Zauber durch geknüpfte Knoten, bei der andern durch einen Trant bewirkt, wovon im 7. Abschnitt des weiteren gehandelt wird. Bezeichnend ist für den einzigen babylonischen Gesebestoder, denn von einem „Buch" kann man hier doch nicht sprechen, daß er sogleich mit dem heidnischen Uberglauben der Zauberei beginnt, aber nicht um ihn zu verbieten, sondern um sich mit ihm auseinander zu feßen, weil wohl seine zeitweise Ehrlosigkeit und Gefährlichkeit, aber nicht seine Gottwidrigkeit und Unsittlichkeit erkannt ist.

Der zweite Sak ordnet eine Art von Gottesurteil an und läßt an der Zauberei etwas ehrenrühriges erkennen. Er lautet:

„Wenn jemand einem andern Zauberei vorwirft, es aber nicht beweisen kann, und derjenige, dem die Zauberei vorgeworfen ist, zum fluß geht und in den Fluß springt; wenn der fluß ihn verschlingt, so soll der, der ihn bezichtigt hat, sein Haus in Besitz nehmen. Wenn aber der fluß jenen für unschuldig erweist, und er unver. sehrt bleibt, so soll der, der ihm die Zauberei vorgeworfen hat, getötet werden, und der, der in den fluß gesprungen ist, soll das Haus seines Verleumders in Besitz nehmen."

1) Vergl. J. Jeremias, M. u. H., S. 11.

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