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schien aber den Leitern der afiyrischen Macht nicht vorteilhaft, daß dieser Jäger lange regiere. Er starb und verschwand. Es folgte sein Sohn

Rammannirari III. 811-782 v. Chr. König von Assyrien, der das Reich wieder zu der Machtstellung erhob, die es unter Usurnasirapal und Salmanafjar II. eingenommen hatte. Als seine Gemahlin oder Mutter, Herrin oder frau des Palastes, wird auf einer Bildsäule des Nebo Sammuramat, d. i. nach Fr. Delişích „Liebhaberin von Wohlgerüchen“, genannt, die Semiramis der Griechen. Die Widmung der Inschrift lautet:

„Nebo, dem hohen Schirmherrn, dem hehren und allgewaltigen, dem barm. herzigen, gnädigen, dem großen Herrn, und zur Verewigung der Sammuramat, der frau des Palastes, seiner herrin, hat Beltarziiluna, der Statthalter von Kalah, aufdaß er selbst lebe, lange Tage und Jahre sehe, friede habe für sein Haus und seine Bewohner, frei bleibe von Leid, (diese Bildjäule) machen lassen und als Geo ident dargebracht.“

Um Fuß der Bildfäule steht die einzigartige Mahnung geschrieben:

„Mensch zukünftiger Zeiten, auf Nebo vertraue! Uuf einen andern Gott vertrane nicht.“

Eine Erklärung dieses seltsamen Wortes wird später versucht werden.

Mehrere forscher nehmen an, Sammuramat sei eine babylonische Königstochter gewesen, die Rammannirari geheiratet, um die Babylonier zu gewinnen. für diese Ansicht spricht die Tatsache, daß wir im Laufe der längeren Regierung dieses Königs nur von einem Aufstand der Babylonier hören. Er geschah unter Bauachiiddin, der gefangen geseßt wurde.

Als König des Meerlandes nannte sich Rammannirari Samasiva. Mit ihm schließen die synchronistischen Tafeln oder Annalen von Babylonien und Assyrien, die bis heute eine beide Reiche zusammenfassende Darstellung ihrer Geschichte rechtfertigen.

Auf einer in Kalah gefundenen Tafel zählt der König seine Großtaten auf:

„Palast Rammaniraris, des großen Königs, des mächtigen Königs ... den Ujur, der König der Götter, zu seinem Sohn rechnete, dessen hand sie mit der Herr. schaft ohne gleichen füllten, deffen Herrschaft fie für die Bewohner von Affyrien segensreich machten, welchem sie seinen Chron feststellten, des Oberpriesters, des Er. halters von Ejarra, der die Vorderseite von Ekura aufführte, der in der Verehrung Njurs, seines Herrn, wandelt und die Fürsten der 4 Himmelsgegenden seinem Joc unterwarf."

„Vom Berg Siluna im Osten, vom Euphrat, dem Land Khatti, dem Land Umurri bis zu seiner ganzen Uusdehnung, dem Land Cyrus, dem Land Sidon, dem Land Humri (d. i. Omri), dem Land Edom, dem Land Palastu ') bis zu dem großen Meer des Sonnenuntergangs warf ich sie alle mir zu füßen, legte ihnen Steuern

1) Nicht Palästina, fondern Philiftaa; vergl. H. Windler, B. u. B., S. 204. 1) Syrien, das sonst Suri heißt. 2) Benhadad III. 3) 2. Kön. 13, 5—25. 4) A. T. O., S. 298.

gegenseitigen hemen, die der er lebten König

und Tribut auf. Jch ging nach dem Land Saimerisu“). Mariu”), den König vont Saimerisu, schloß ich in Damaskus, seiner königlichen Stadt, ein. Die furcht und der Schrecken Ajurs, meines Herrn, kam über ihn, und er nahm meine füße und brachte mir Huldigung dar. 2300 Talente Silber, 20 Calente Gold, 3000 Talente Bronze, 5000 Taiente Eisen, Tuch, bunte Stoffe, Leinen, ein Lager von Elfenbein, eine Sänfte von Elfenbein, Kiffen, seine Güter, sein Eigentum in zahlloser Menge empfing ich in Damaskus, seiner töniglichen Stadt, in seinem Palast.“

Daß das babylonische Reich nicht lange in seiner Einigung der ursprünglichen Kleinstaaten verharren könne, war wohl vorauszusehen, und haben wir bereits bei den leßten Königen von diesen neuen Einzelstaaten vernommen, die der Großkönig begünstigte, da er von ihrer gegenseitigen Eifersüchtelei nur Vorteil 30g.

„Alle Könige des Landes Kaldu (Chaldäa) huldigten mir. Steuern und Tribut für fünftige Tage legte ich ihnen auf Babylon, Borsippa, Kutha brachten den Ueberschuß von Bel, Nebo, Nergal, reine Gaben.“

Hiermit ist ziemlich unverblümt ausgesprochen, daß Rammannirari verstand, das Geld zu nehmen, wo er es fand; entweder, daß sich die Babylonier eine richtige Tempelsteuer gefallen lassen mußten, oder das der Großkönig die Darbringung von wertvollen Tempelkleinodien in Original gradezu anordnete, während er den beraubten Göttern Opfer brachte, um seine Oberherrschaft über ganz Babylonien kundzutun, wie auch Salmanassar getan.

Am meisten Mühe machten ihm die Meder, gegen die er acht feldzüge unternahm. Sie drohten schon damals, was sie 200 Jahre später ausführten.'

Der Schluß der großen Inschrift ist noch nicht gefunden. Wir wissen auch nicht das Jahr, in dem Damaskus erobert wurde. Einige nahmen 803 an. Im Jahre 806 war Rammannirari gegen Arpad gezogen, 805 war er in haza, 804 kämpfte er gegen Baeli, 803 am Mittelmeer, während die Pest verheerend durch Uffyrien zog. Das Reich der Syrer konnte sich nicht mehr halten; denn von der einen Seite drängte Ujjyrien, von der Andern Israel unter seinem König Joas, der die Syrer dreimal schlug und also der „Heiland Israels“ wurde 3). Es liegt hier nämlich gar kein zwingender Grund vor, weshalb man unter diesem Heiland Rammannirari verstehn soll, wie A. Jeremias 4) tut und meint als guter Kritiker, die späteren Herausgeber hätten diesen Namen ausgemerzt! Andere verstehen Jerobeam II. Doch berichtet die Geschichte: „Dreimal schlug ihn (den Syrer) Joas und brachte die Städte Israels wieder", während Jerobeam II. sogar Damaskus und Hamath in seine Gewalt bekam").

War Syrien zerbrochen, dann sollte die Reihe an Israel, dann an Ujjyrien selbst kommen, daß seine Macht nicht allein vermindert, sondern gänzlich aufgelöst werde; doch gewann Assyrien noch eine frist und das auf eine Weise, von der die Steinschriften uns nichts berichten als nur Andeutungen, wohl aber das alte Testament. Es geschah um diese Zeit, daß Jona, ein Prophet des kleinen Israel, in der Hauptstadt des assyrischen Reiches auftrat und auf Befehl des unsichtbaren lebendigen Gottes Stadt und Voll den nahen Untergang verkündigte. Da tat der Großkönig mit seinem ganzen Volle Buße, und das Verderben wurde um 200 Jahre aufgehalten ?).

An diesen merkwürdigen Vorgang erinnert nicht allein der heutige Name des Trümmerhügels Nebi Junus, d. i. Prophet Jona, sondern auch die vorerwähnte Bildsäule des Nebo, die des Königs Verordnung trägt, daß von nun an nur ein Gott anzubeten sei. Daß sich dabei die Affyrer den Einen Gott als Nebo vorstellten, der bis zu jener Zeit in Ajiyrien noch nicht verehrt worden war, das zeigt nur, wie auch die Predigt eines Boten des wahrhaftigen Gottes verkehrt und verkeßert werden kann.

In Birs Nimrud, wo der Großkönig sich einen neuen Palast gebaut, fand sich die Inschrift:

„Palaft Rammanniraris, des großen Königs, des mächtigen Königs, des Königs der Völfer, des Königs von Äffyrien, des Königs, den Asur, der König der Engel, in seiner Kindheit berief und mit einem fürstentum ohne gleichen belehnte, defsen Herrschaft er wohlgefällig machte den Bewohnern Assyriens und dessen Namen er fest gründete.“

In andrer Uebersekung steht diese Inschrift drei Seiten zuvor.

Es wird nicht zufällig sein, daß wir auch von dem Ende dieses Königs gar nichts vernehmen. Er verschwand wie die andern sangund klanglos. Wer dazu geholfen, können wir nur vermuten. Es folgte sein Sohn

Salmanasar III. 782—772 v. Chr. König von Assyrien, ein schwacher Herr; doch soll er nach dem Eponymenkanon fünf Feldzüge gegen Urartu, d. i. Urmenien, unternommen haben. In dieser Zeit warfen Syrien, Israel und Juda das Joch Ussurs ab, zahlten keinen Tribut mehr und vergrößerten sogar ihr Bebiet auf Kosten von Assyrien ?). Zwar nannte sich der Großkönig noch König von Babylonien und als solcher Jvalusch IV. 3), aber Babylonien wird nicht hinter den andern Vasallenstaaten zurüdgestanden sein, sondern die günstige Gelegenheit benüßt, seine Unabhängigkeit wieder gewonnen und bis auf weiteres behauptet haben. Uuf Salmanassar, der stillen Abschied nahm, folgte

1) Jona 3. 2) 2. Kön. 14. 25. 3) Nach Rawlinson.

Alwrdajax oder Alurdan III. 772—754 König von Usiyrien, seinem schwachen Vorgänger ähnlich. Dazu wurde das Land zweimal, 766 und 760, von der Deft heimgesucht. Um so weniger konnten die abgefallenen Länder zurüdgewonnen werden.

Im 9. Jahr seiner Regierung wurde das ganze aliyrische Reich von dem Geist des Aufruhrs bewegt, und im Monat Siwan desselben

Jahres wurde eine für Ufiyrien vollständige Sonnenfinsternis beobachtet, die nach den Berechnungen verschiedener Ustronomen entweder am 15. oder 26. Juni 763 v. Chr. stattgefunden hat. Von diesem firpunkt aus wird die affyrische Zeitrechnung rüdwärts und vorwärts bestimmt.

Inschriftlich:

„Unter dem Eponymat des Purilsagali?), des Statthalters der Stadt Gujana. Uufstand in der Stadt Äffur. Im Monat Siwan ftellte sich eine Verfinsterung der Sonne ein."

Es hat aber 121 Jahre zuvor unter Usurnasirpal, und zwar im ersten Jahr seiner Regierung, auch eine Sonnenfinsternis stattgefunden, über die m. W. noch kein Spruch der Astronomen ergangen ist. Es folgte

Afurnirart II. 754—745 v. Chr. König von Affyrien, von dem der Eponymantanon sagt, er sei im Land geblieben. Doch unternahm er im leßten Jahr seiner Regierung einen Feldzug gegen Aleppo und Arpad. Während seiner Ubwesenheit erhob sich in der Heimat ein Aufruhr, der ohne Zweifel von langer Hand her vorbereitet war. Und als der König vom Feldzug heimkehrte verschwand er in Kalah. In demselben Jahr starb auch Jerobeam II., der in Israel 40 Jahre, 785—745 v. Chr., träftig regiert hatte. Wie lange dieser Aufstand und politische Umwälzung in Affyrien dauerte, wer ihn angezettelt und genährt, darüber gibt keine Inschrift Auskunft. Vielmehr wird folches wie jedes Königs Ende mit Stillschweigen zugedeckt. Es steht nur zu vermuten, daß die obersten Heerführer fich zu einem Anschlag gegen den schwachen König vereinigten und ihn ins Feld lodten, um zu Hause bei ihrer Arbeit ungestört zu sein; daß sie ihn bei seiner Rückkehr ermordeten, um einen aus ihrer Mitte zum König zu wählen. Dieser eine war Dulu oder Phul, von Geburt wahrscheinlich ein Babylonier, der sich als König von Affyrien Tiglatpilesar nannte. In dieser Zeit des Umsturzes legte sich mancher, dem das nicht zułam, fönigliche Ehren bei, wie eine Inschrift von dem Meister des Palaftes Belharranbelusur berichtet, er habe eine Stadt ge

gründet und einen Tempel darin gebaut, die Stadt aber auch nach seinem, nicht nach des Königs Namen, Durbelharranbelusur genannt.

Ciplatpilesar III. 745—727 v. Chr. König von Affyrien und Babylonien. Ptolemäus, dessen Kanon mit dieser Zeit beginnt, nennt ihn, wie auch Berosus tut, Por, eine andre Uussprache von Pul. Mit ihm beginnt, wie die Art und Umstände seiner Thronbesteigung genugsam beweisen, eine neue Dynastie und eine Regierung nach neuen Grundfäßen, indem die Priester, deren Tempel den größten Teil des Grundbesißes inne hatten, mehr und mehr beschränkt, die erwerbenden Volksklassen aber von dem Drucke der Priester befreit wurden, die auch Verwalter der Tempelschäße waren und als Wechsler den Metallmarkt beherrscht hatten.

Nach dem Eponymenkanon bestieg Phul den Thron von Uffyrien am 13. Naru und schon im Tisritu unternahm er, der seine Leute nur zu gut fannte, einen Beutezug gegen Nabunasir von Babylonien, der 747—733 v. Chr. regierte. In diesem Jahre stellten die Sternkundigen von Babylonien fest, daß der frühlingsanfang nicht mehr im Zeichen des Stiers, sondern in dem des Widders liege.

Dieser feldzug scheint feinen glänzenden Verlauf gehabt zu haben, da durch die Einstellung der friegstüchtigen Chaldäer das babylonische Heer dem assyrischen gleichwertig geworden war. Doch läßt Tiglatpilesar berichten:

„Von Beginn meiner Herrschaft. Von der Stadt Dur-Kurigalzu, der Sonnenftadt Sippara, der Stadt der Dubäer Pasitau bis hin nach Nippur, die Jtuh, Kubuh, das Gebiet der Uramäer insgesamt, die in den Niederungen des Tigris und des Surapi bis zum fluß Ukni, der am Gestade des untern Meeres... nahm ich in Besitz. Zu Tellfamri, das man die Stadt Humut nennt, baute ich eine Stadt. Karasur nannte ich ihren Namen. Die Bewohner der Länder, die Beute meiner hand, siedelte ich dort an. Meinen Statthalter setzte ich darüber. Das Land Bitfilani nach seinem Umfang zermalmte ich wie ...., die Stadt Sarrabani, ihre große Hauptstadt, verwiistete ich gleich einer Windsbraut, ihre Beute führte ich fort. Nabuusabsa, ihren König, ließ ich vor den Toren seiner Stadt pfählen ), seine Gefangenen, sein Weib, seine Söhne, seine Töchter, seine habe, die Schätze seines Palastes führte ich als Beute fort. Das Land Bitammufani zertrat ich wie bei dem Dreschen, die Gesamtheit seiner Bewohner ... schleppte ich nach uffyrien. Jch, der ich Pukud, Ruhue, Lihtau schlug, aus ihren Wohnsitzen fortführte, die Aramäer, To viele ihrer waren, meinem Joche unterwarf und ihren Königen die Herrschaft nahm."

Die fortseßung dieser Inschrift wird später mitgeteilt werden. Erst nach Jahren wurde Tiglatpilesar durch Ukinzir von Bitamukkani als Oberherr anerkannt.

Uuf Nabunasir war sein Sohn Rabunadinziri, bei Ptolemäus Nadios gen. gefolgt; aber er starb schon nach zweijähriger Regierung in

1) Undre übersetzen „kreuzigen“; aber auf affyrischen Bildwerken sieht man tein Kreuzigen, wohl aber das Pfählen häufig dargestellt.

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