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Druck von C. A. Wagner's Universitätsbuchdruckerei in Freiburg i. B.

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Vorwort

Die zweite Auflage dieses Buches hat mir willkommenen Anlass geboten, an vielen Stellen die Darstellung genauer und treffender zu fassen, früher Uebersehenes oder Uebergangenes einzufügen, manche abweichende Ansichten, die sich mittlerweile geltend gemacht hatten, zustimmend oder abwehrend zu berücksichtigen. Die Polemik ist jedoch in engen Grenzen gehalten und auf Punkte von geringerer Bedeutung (und dort auf Einwendungen von grösserer Erheblichkeit) eingeschränkt geblieben. Die Anlage und wenn ich so sagen darf der Styl des ganzen Buches forderte im Wesentlichen überall, und in den grossen Hauptlinien der Darstellung am meisten, eine rein positive Hinstellung meiner Erkenntnisse und Ansichten. Dieser Hinstellung ging begreiflicher Weise im Geiste des Autors eine polemische Auseinandersetzung mit den vielen und mannichfachen über die hier behandelten Gegenstände von Anderen vorgebrachten Meinungen und Lehren voraus, die er seinerseits ablehnen musste. Solche Polemik liegt durchweg dem Buche zu Grunde, allermeist freilich nur in latentem Zustande. Und hiebei habe ich es auch in dieser neuen Bearbeitung des Buches bewenden lassen wollen. Da weder eigene Ueberlegungen noch fremde Einwendungen mich an der Ueberzeugung von der Haltbarkeit meiner nicht ohne Arbeit und vieles Hinundherdenken aufgestellten und zu gegenseitiger Befestigung und der endlichen Errichtung eines Ganzen fest ineinandergreifenden Meinungen irre gemacht haben: ich an allen Hauptpunkten meine Darstellung unverändert be

so durfte

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stehn lassen. Ich vertraue darauf, dass sie, auch ohne weitere Vertheidigungswerke von meiner Hand, ihre Rechtfertigung und ihren Schutz in sich selber trage.

Auch in der Anlage und Ausführung des Ganzen und seiner Theile ist nichts geändert worden, und nichts entfernt: für den Plan, dem ich zu folgen mir vorgesetzt hatte, ist nichts Entbehrliches in dem Buche enthalten. Dieser Plan ging nun freilich ersichtlich nicht dahin, in einer compendiösen Zusammenpackung eilig Vorüberstreichenden das Nothdürftigste über Seelencult und Unsterblichkeitsglauben der Griechen darzureichen. Ein solcher Eilfertiger, der sich selbst zum Recensenten meines Buches wer weiss, warum besonders geschickt erschien, hat mir in aller Treuherzigkeit angesonnen, von dem, ihm nicht weiter dienlichen Ueberfluss bei einer, gütigst in Aussicht gestellten zweiten Auflage das Meiste über Bord zu werfen. Diesen Gefallen habe ich ihm nicht thun können.

Ich habe mein Buch für gereiftere, der Schule und den Handbüchern entwachsene Leser geschrieben, die den Plan und Sinn, aus denen ich weite Gebiete der Litteraturgeschichte und der Culturgeschichte in meine Betrachtung zu ziehen mich bestimmt sah, zu fassen und zu würdigen verstünden. Solcher Leser hat die erste Auflage eine grosse Zahl gefunden; ich darf das Gleiche dem nun erneueten Buche wünschen und erhoffen.

In der neuen Bearbeitung ist das Werk, leichterer Benutzung zuliebe, in zwei Bände (die den zwei Abtheilungen, in denen es ehemals ausgegeben war, entsprechen) getheilt worden,

Es war mir nahegelegt worden, von dem Text die unter ihm stehenden Anmerkungen zu trennen, und diese in einem besonderen Anhang zu vereinigen. Ich habe mich aber nicht entschliessen können, dieser modischen Einrichtung, die mir überall, wo sie mir in Büchern der letzten Jahre begegnet ist, überaus unzweckmässig und der ungestörten Aufnahme des Textes, der sie dienen will, gerade besonders hinderlich erscheinen wollte, bei mir Raum zu geben. Selbständig mit

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arbeitende Leser werden ohnehin eine Trennung des Beweismaterials von den Behauptungen des Autors nicht wünschenswerth finden. Es hat sich aber, zu meiner besonderen Freude, auch die Theilnahme zahlreicher Leser aus nicht zünftig philologischen Kreisen dem Buche zugewandt, die doch durch die stellenweis etwas abenteuerlich pedantische Breitspurigkeit der unten munkelnden „Anmerkungen nicht weiter sich in der Aufmerksamkeit auf die helleren Töne des oberen Textes müssen gestört gesehen haben. So habe ich nur eine kleinere Anzahl zu besonderer Selbständigkeit ausgewachsener Anmerkungen in den „Anhang“ jedes der zwei Bände verwiesen.

Heidelberg, 27. November 1897.

Erwin Rohde.

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