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nach Ninive geführt. Ein neunter König des Landes, Caila, hatte sich durch die Flucht gerettet, kam nach Ninive, küßte des Königs füße, ward begnadigt und erhielt als zinspflichtiger Vasall seine Götter und sein Land zurüd.

Dem Bartatua, König der Aschkuza, in der Schrift ") Uschkenas, bei Herodot Protothyos, König der Skythen, genannt, gab Usarhaddon eine seiner Töchter zur Gemahlin, nachdem er bei Samas angefragt, ob diese Hingabe jenen auch in der Treue erhalten werde? Er bedurfte aber der Skythen Hilfe in der Abwehr indogermanischer Völker, der Meder und Kimmerier, die von Norden her immer heftiger drängten. Die Städte von Affyrien und Babylonien, die in den andauernden Kriegszeiten unter seinen Vorgängern zerstört worden waren, stellte Usarhaddon mit Hilfe seiner Krieger wieder her, „schmücte sie mit Gold und Silber aus und machte sie taghell glänzend", wie eine Inschrift rühmt.

Seit dieser Zeit fommen neben den geflügelten Löwen und Stierfolossen auch Sphinre als Bauzierrat vor, die man in Aegypten kennen gelernt hatte. Wenn sie, wie ein Gelehrter meint, aus Phönikien gekommen wären, so wäre es zu verwundern, daß sie nicht schon vor Jahrhunderten nachgebildet wurden, da Phönifien den Affyrern so lange schon bekannt war. Viele beschriebene Platten ließ der Großkönig aus dem Palast Tiglatpilesars entfernen, um dieselben in seinem eignen Palast zu verwenden. Bei diesem Raubzug wurden viele Tafeln zerbrochen, viele Schriften verdorben und der Fluch mißachtet, den die Erbauer der Paläste gegen alle Verderber und Räuber ihrer Werke auszusprechen pflegten. Es ließ sich nämlich Asarhaddon in Kalah einen neuen herrlichen Palast, der später leider durch feuer sehr gelitten hat, in einem weiten Part erbauen. Dazu lieferten die Könige der Khatti „an und im Meere" Holz und Steine. Tausende von Gefangenen muften die Ziegel streichen. Als der Palast fertig geworden war, und man baute in Affyrien wie in Babylonien sehr schnell, hielt Ufarhaddon eine große Versammlung der tributpflichtigen Fürsten ab, von der er berichten läßt:

„Ich versammelte 22 Königen des Landes Syrien und der Meeresküsten und Inseln, sie alle, und ich ließ sie an mir vorüberziehn. Große Balten und flöße von Ubimiholz, Zedern und Zypressen von den Bergen Sirar und Libanon, göttliche Bilder, Basreliefs ..... von den Steinbrüchen der Berge, dem Ort ihres Ur. sprungs, brachten sie zur Ausschmückung meines Palastes mit Mühe und Schwierig. teiten nach Ninive mit sich."

Unter diesen Königen war auch Manasse von Juda; doch ist noch nicht entschieden, wann Usarhaddon oder seine Feldhauptleute den in

1) Gen. 10, 3. h. Windler vermutet ohne Not hier einen Schreibfehler. 2) Die Namen fiehe bei E. Schrader, K. 4. T., S. 356.

bal König von Gaza, Metinti König von Ustalon u. a. m. Auf einer Tafel läßt der Großkönig über diesen feldzug also berichten:

„Ich der Eroberer der Stadt Sidon, die im Meer liegt, und Vertilger aller ihrer Dörfer, ihre Burg und ihren Palast zerstörte id und warf sie in's Meer. Die Stätten der Gerechtigkeit vernichtete ich. Abdimilkati, ihren König, der vor meinen Waffen mitten in's Meer geflohen war, fing ich wie einen Fisch aus der See und hieb ihm den Kopf ab. Männer und Frauen ohne Zahl, Ochsen und Schafe und Maultiere führte ich alle hinweg nach Uffyrien.“

Demnach mußte der Großkönig für andre Einwohner Sorge tra. gen; aber Sidon hatte mit dem Tode seines Königs und der Bertrüm. merung seiner Richthäuser seine politische Selbständigkeit an Usjur verloren.

Unter der Beute aus Sidon befand sich auch ein kostbares Gefäß aus Alabaster, das 1903 in Aljur gefunden wurde und diese Aufschrift trug: „Unter dem Beistand von Ajur, Sin, Samas, Bel, Nebo, Istar von Ninive und Istar von Arbela" ... habe ich dies und das verrichtet. Hier hat der Steinschneider den achten Gott, Nergal, vergessen; denn acht Götter hat Ajarhaddon am Anfang seiner Regierung angerufen. Ueber seinen Feldzug in Phönikien läßt er weiter berichten:

„Ich versammelte die Könige von Syrien und von der Meeresküste; sie alle - die Städte die ich zerstört baute ich neu und nannte - Sidon die Stadt Usarhaddons. Männer, die von meinen Waffen gefangen genommen waren, soldhe die in den Ländern des Ostens geboren waren, brachte ich dorthin, um da zu wohnen; und ich setzte meine Beamte über sie.“

Wie dem König von Sidon erging es auch Sanduarri, dem König von Kundi und Sizu, zweier noch unbekannter Städte. Von Phönikien 30g Ufarhaddon gegen Aegypten und besiegte Tarku von Kusch, d. i. Thirhaka, König von Aethiopien, eroberte Memphis und das ganze Land bis Ni, d. i. No oder Theben, und setzte über die einzelnen Gaue teils assyrische, tiels einheimische Statthalter. Unter diesen war Necho, der Vater Píammetichs. Auf seiner Rückkehr aus Uegypten ließ Usarhaddon am Nahr el Kelb bei Beirut eine mächtige Steintafel aufrichten, auf der seine Großtaten aufgezeichnet waren. Seit dieser Zeit nannte Asarhaddon sich König der Könige von Miuzur, Paturisi und Kusi, d. i. Mizraim, Dethor und Kusch oder Uegypten, Oberägypten und Aethiopien.

Rioch einen Feldzug unternahm der Großkönig in das ferne Land Bazu, das auch die Schrift ") neben Haso und andern in Syrien bez. Nordarabien kennt. Er zog nach der bezüglichen Inschrift

„Durch 140 Meilen Sümpfe und Steine und 20 Meilen Schlangen und Sfor. pione, von denen der Boden wimmelte wie von Heuschrecken, wohin seit Ewigkeit noch keiner meiner Vorfahren gelangt war."

Die Länder Bazu und Hasu verloren ihre acht Könige, ihre Götter und Schäße. Die Könige wurden umgebracht, die Götter und Schäße nach Ninive geführt. Ein neunter König des Landes, Laila, hatte sich durch die Flucht gerettet, kam nach Ninive, küßte des Königs füße, ward begnadigt und erhielt als zinspflichtiger Vasall seine Götter und sein £and zurüd.

1) Gen. 22, 21 20. und Jer. 25, 23.

Dem Bartatua, König der Aschkuza, in der Schrift ") Aschkenas, bei Herodot Protothyos, König der Skythen, genannt, gab Afarhaddon eine feiner Töchter zur Gemahlin, nachdem er bei Samas angefragt, ob diese Hingabe jenen auch in der Treue erhalten werde? Er bedurfte aber der Skythen Hilfe in der Abwehr indogermanischer Völker, der Mieder und Kimmerier, die von Norden her immer heftiger drängten. Die Städte von Assyrien und Babylonien, die in den andauernden Kriegszeiten unter seinen Vorgängern zerstört worden waren, stellte Afarhaddon mit Hilfe seiner Krieger wieder her, „schmüdte sie mit Goid und Silber aus und machte sie taghell glänzend", wie eine Inschrift rühmt.

Seit dieser Zeit kommen neben den geflügelten Löwen und Stierfolossen auch Sphințe als Bauzierrat vor, die man in Aegypten Pennen gelernt hatte. Wenn sie, wie ein Gelehrter meint, aus Phönikien gekommen wären, so wäre es zu verwundern, daß sie nicht schon vor Jahrhunderten nachgebildet wurden, da Phönifien den Affyrern so lange schon bekannt war. Viele beschriebene Platten ließ der Großkönig aus dem Palast Tiglatpilesars entfernen, um dieselben in seinem eignen Palast zu verwenden. Bei diesem Raubzug wurden viele Tafeln zerbrochen, viele Schriften verdorben und der Fluch mißachtet, den die Erbauer der Paläste gegen alle Verderber und Räuber ihrer Werke auszusprechen pflegten. Es ließ sich nämlich Asarhaddon in Kalah einen neuen herrlichen Dalast, der später leider durch Feuer sehr gelitten hat, in einem weiten Park erbauen. Dazu lieferten die Könige der Khatti „an und im Meere" Holz und Steine. Tausende von Gefangenen muften die Ziegel streichen. Als der Palast fertig geworden war, und man baute in Afiyrien wie in Babylonien sehr schnelt, hielt Asarhaddon eine große Versammlung der tributpflichtigen fürsten ab, von der er berichten läßt :

„Ich versammelte 22 Könige 7 des Landes Syrien und der Meeresküsten und Inseln, sie alle, und ich ließ sie an mir vorüberziehn. Große Balten und flöße von Ubimiholz, Zedern und Zypressen von den Bergen Sirar und Libanon, göttliche Bilder, Basreliefs .... von den Steinbrüchen der Berge, dem Ort ihres Ur. (prungs, brachten sie zur Ausschmüdung meines Palastes mit Mühe und Schwierig. feiten nach Ninive mit sich.“

Unter diesen Königen war auch Manasse von Juda; doch ist noch nicht entschieden, wann Asarhaddon oder seine Feldhauptleute den in

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1) Ben. 10, 3. H. Windler dermutet ohne Rot hier einen Schreibfehler. 2) Die Namen siehe bei E. Schrader, K. U. T., S. 356.

der Schrift 4) erwähnten Zug gegen Jerusalem unternommen haben. Damals wurde Manasse gefangen genommen und in Ketten nach Babel gebracht, wo sich der Großkönig gerade aufhielt, bald aber wieder freigelassen.

Das Zeughaus, das Sanherib gebaut hatte, erweiterte Usarhaddon und führte ihm Wasser für die Roffe und andre Tiere zu. Er nannte es Isgalsidrurua, d. i. Palaft, der alles aufbewahrt, wobei zu bemerken, daß der Bauherr hier wieder die sumerische Sprache braucht. Rady Vollendung dieses Baues und feines eignen Palastes „rief der König den Gott Afur, Jstar von Minive und alle Götter Affyriens an und brachte ihnen reine Opfer dar. Und diese Götter naheten sich in ihrer Großherzigkeit meiner Herrschaft“. Sie nahmen an dem königlichen fest etwa in der Weise teil, daß ihre Bilder von den Priestern in dem königlichen Palast aufgestellt und Speise und Trank für sie angenommen wurden.

„Aber die Edeln und Bürger meines Volkes sie alle ließ ich auf Sesseln und Polstern dort an den Festtafeln Platz nehmen und ließ sie frohloden. Mit Wein und Most befriedigte ich ihr Herz. Vorzügliches Qel, Gulaöl, goß ich über sie. Nach dem Gebot Ājurs, des Königs der Götter Affyriens, ihrer aller, sollte ich im Wohlbefinden des fleisches, in freude des Herzens, im Glanze des Gemüts, Reich. tum der Nachkommenschaft für immer %) in ihm Wohnsitz nehmen und mich an seiner fülle sättigen; sollte bei dem Zagmut, dem ersten Monat, sämtliche Rosse, Maultiere, Erel, Kamele, Speere, das Schlachtgerät von sämtlichen Truppen, die Beute der feinde jährlich und unaufhörlich darin aufbewahren. In jenem Palaft möge der gnädige Stier- und Löwengott ),'schirmend den Pfand meiner Herrschaft, crfreuend mein Gemüt, immerdar walten."

So geschehen im achten Jahr der Regierung Pfarhaddons 673 v. Chr. im Eponymenjahr des Atarilu, des Statthalters von Cahiri.

für seinen Sohn Asurbanipal erbaute Afarhaddon einen Palast in Tarbiji. Darüber läßt der Großkönig inschriftlich berichten:

„Ich Ufarhaddon, der mächtige König, der König der Völker, der König des Landes Assur, Statthalter von Babel

, Herr von Sumer und Akkad, König der Könige von Musur, Paturusi und Kusi, erbaute den Palast in Carbisi zum Wohnsitz des Asurbanipal, des großfürstlichen Sohnes meines bit riduti, des Sohnes, des Sprosses meines Leibes, und vollendete ihn.“

Häufig war der Großkönig von Krankheit heimgesucht und ward durch solches Leiden offenbar mehr zu friedenswerfen als zu Kriegszügen geneigt. Darum legte er auch nach einem Aufstand der afsyrischen Großen schon bei Lebzeiten - ein in Affyrien wie in Babylonien unerhörtes Ereignis — sein Szepter nieder und und ernannte am 12. Jjjar 668 v. Chr. seinen Sohn Asurbanipal in Gegenwart der Großen seines Reiches zum Mitregenten und Nachfolger, dessen Zwillingsbruder Samassumutin aber zum Statthalter in Babylonien. Nach assyrischen Gewohnheiten zu urteilen, war der Großkönig nicht zufällig frank gewesen und, wie die Gebete an Samas, die später mitgeteilt werden, beweisen, auch nicht ganz freiwillig von der Regierung zurückgetreten. Andere reßen den 12. Äiru 670 v. Chr. als den Tag der feierlichen Einseßung des neuen Königs an, das ist der Tag der Gula. Dieser selbst berichtet darüber inschriftlich:

1) 2. Chron. 33, 11. 2) Vergl. Dan. 2, 4. 6, 6. 6, 21. 3) Vergal.

Affarhaddon, König von Affyrien, der Vater, mein Erzeuger, hielt in Ehren das Gebot Usurs und der Beltis, der Götter seines Vertrauens, welche ihn geheißen hatten, mich zum König zu erheben. Im Monat Jijar, dem Monat Eas, des Herrn der Menschheit, am 12. Tage, einem Tage des Heils, dem feste Gulas, erließ er in Ausführung des erhabenen Gebotes Asurs, der Beltis, des Šin, Samas, Udar, Bal, Nebo, der Iftar von Minive, der himmlischen Gebieterin des Ulls, der Istar von Urbela, des Nergal, Nusku einen Befehl und versammelte die Affyrer, jung und alt, die der oberen und die der unteren See, um mein Königtum anzuerkennen; und darnach übernahm ich die Herrschaft über Affyrien."

Vor dem Drängen des schönrednerischen ältesten Sohnes zog sich Afarhaddon nach Babel zu dem jüngeren Sohn zurück, in die Stadt, die von ihm die größten Wohltaten empfangen hatte. Hier starb er nach kurzer Ruhe; nach Bezold 1) auf einem Feldzug gegen Aegypten.

Er war, wie fr. Deliksch urteilt, seinen Untertanen ein milder, treu fürsorgender Hirte, ein Schirmherr aller Künste, der den auf den assyrischen Schulen gebildeten Bauhandwerfern, Bildhauern, Steinschneidern und Goldarbeitern immer neue Aufgaben zur Betätigung ihrer Kunft ftellte.

Asurbanipal 668-626 v. Chr. König von Affyrien, heißt vollständig Usurbanihabal oder Siniddinapal, bei den Griechen Sardanapal, bei den Hebräern ?) Osnappar, im ptolemäischen Kanon Kinilanadaros, als König von Babel Chiniladan oder Kandalanu genannt. So lange wie er regierte Peiner feiner Vorgänger. Er war nach G. Smith der größte und berühmteste König von Assyrien, nach Miaspero fast der leßte seines Geschlechts, aber hervorragend durch seine Tüchtigkeit und Grausamkeit. Jedenfalls war er der gebildetste von allen afi yrischen Königen. Er dehnte auch die Grenzen des assyrischen Reiches, wenige Jahre vor seinem plößlichen Verfall, am weitesten aus.

Von seiner Kindheit läßt er auf einem Prisma erzählen:

„Jd Afurbanipal empfing im bitriduti) die Weisheit Nebos, das ganze der Tafelschreibung. Nach aller Völfer Besitz schante ich aus. Ich lernte mit Bogen schießen, reiten, Wagen bespannen. Uuf Befehl der großen Götter, deren Namen ich anrief, deren Ruhm ich verkündige, befahlen sie mir, die Königsherrschaft aus. zuüben und übergaben mir die fürsorge für ihre Tempel, indem sie, so oft ich zu

1) N. u. B., S. 59.
2) Vielleicht ist der große und berühmte" eine Uebersetzung von Osnappar.

3) frauenhaus oder Harem. Wenn Br. Meisner darunter „Regierungs, palast" versteht, so ist das abendländisch, aber nicht morgenländisch gedacht. freilich war das frauenhaus auch Sitz der Regierung.

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