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Weisheit sind; diese aber nicht ohne Ausübung der Gerechtigkeit erlanget werden i hat Antoninus die Wissenschafft der Rechte mit seinem übrigen Studies ren zum höchsten Nuß des genreinen Wefens verbunden. Er sahe diefe an, als die Quelle der Glückseligkeit eis nes Reichs, und befließ sich derselben mit größter Sorga falt, wozu ihm der berühmteste Rechts-Gelehrte felbiger Beit, L. Volusius Yecianus, getreue Anleitung gab.

1) In seiner zartesten Kindheit, gewann er schon bie Gunst des Käysers adrianus , dergestalt, daß er ihn nicht nur allezeit um sich haben wolte, sondern ihn auch (welches doch was ungewöhnliches) im sechsten Jahr seis nes Alters, zum Ritter fchlug.

Es dienete bazumahldie Priester - Würde der edlent Jugend, als die erste Staffel zu anderweitigen Ehrens Memptern. m) Dannenher mard unser Antoninus, bereits im achten Jahr seines Alters , denen Saliern, (welche des Martis Priester waren) zugefellet; da fahe man ihn aber nicht mit der übrigen Jugend dieses Amt obenhin verwalten, oder nur bloß, als eine Thůr zu fers neren Ehren, ansehen ; sondern er verrichtete-alle daber borfallende Bedienung mit solchen Ernst, als hätte er beschlossen, immerhin ein Priester des Martis zu bleiben. Er war das Haupt dieses Ordens, und zugleich Capella meister. Erwuste alle, diein, oder aus denselben tras ten, nach denen gewöhnlichen Formeln, die er alle aus, wendig hersagte, beydes einzuweihen, und abzudancken. So gar bekråfftigte er bereits in der zarten Jugend mit Erempeln diese feine schöne Lehre : Daß man nichts

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1) Capitolinus in Marco. p. 42
m) Capitolinusin Marco. p. 42,

misle obenbin verrichten, und ohne Anwendung aller Regeln der Kunst. n)

o) Unter Verwaltung dieser Priesterschafft traff ihn die erste Andeutung des zukünfftigen Känserthums, denn als die gesammten Salier einsmahls nach Gewohns heit Kränke auf das Chor ihres GOttes wurffen, deren etliche hie, etliche dort hången blieben, fiel der Krank des Antoninus , fo gerade auf das Haupt des GökenBils des, als wäre er ihm mit Fleiß auffgefeket; da es doch nur allein denen Käysern vergonnet war, die Seule des Mara tis zu Krohnen.

p) gm XV.Jahr feines Alters , legte er den månns lichen Rock an ; und vermählte sich zu gleicher Zeit auf Gutbefinden des Hadrianus mit der Tochter des L: Cei jonius Commodus. Kurk hierauff rard ihm das Nies giment von Romanvertrauet, weil die Bürgermeister abs wesend waren, auf den Berg Albo , die Lateinischen Feste zu begehen. Wobey er sich so ehrbar und bescheiden aufführete, daß man abnehmen konte , er fey zum Regiment gebohren. 9) Seiner Schwester Anna Cornificia, die den blumidius Quadratus geehliget hatte, übera ließ er sein gankes Vaterliches Erbtheil, mit Vergònftis gung sein Mütterliches gleicher Gestalt einzuziehen, das mit, wie er sagte, ihr Mann derselben nichts vorzuwerfa fen håtte.

r) Unter den ernsthafften Geschäfften pflegte er sich mit der Mahlerey zu erlustigen, welche er von dem berühm. ten Mahler Diognetus gelernet hatte. Doch überlas

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n) Libr. II. 9. V. &c. o) Capitolinus in Marco p. 42: p) Capitolinus in Marco p.42. 9) Idem ibidem. r) Idem ibidem.

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fe ich denen Gelehrten, auszumachen, ob dis der Welt. weise Diognetus gervesen, dessen Antoninus im ersten Buche Meldung thut, oder der andere Diognetus, an welchen um diese Zeit' Justinus s) der Märtyrer den vortreflichen Brieff von der Warheit der Christlichen

Leha re geschrieben hat? Antoninus liebte das Fechten, Kina gen, Wettlauffen ; Er war ein treflicher Ballspieler ; ein geübter Fåger, und Vogelsteller; wiewohl er alle diese Leibes-Uebungen, nicht so wohl sich zu erlustigen vornahm, als seine Gesundheit zu erhalten. Denn er war mit Áris ftippus und Socrates überzeugt,daß dergleichen Uebung gen etwas zur Erlangung der Tugend beytragen fånten. Drum hat man ihn offt sehen die grösten wilden Schweiz ne erlegen, ehe die unbeständige Gesundheit, die Kräffte seines Leibes geschwächet hatte. t)

Die Neigung aber zur Welt-Weisheit behielt den Preiß. Diese war von Kindes:Beinen an fo starck bey ihm, daß er schon im zwölfften Jahr, die Kleidung der Stoicker , zusamt ihrer strengen Lebens-Art annahm. Er schlieff auf seinen blossen Mantel, auf der harten Ers De, und es geschach vielniehr aus Gehorsam gegen seine Mutter, als aus Liebe zur Bequemlichkeit, wenn er sich einer mit Fellen bedeckten Ruhe-Banck bedienete. Es hatte ihn die Natur zum Auffrichter derjenigen Welte Weisheit bereitet, welche die getreueste Pflegerin wahs rer Tugend bisher gewesen war. Seine Ernsthafftige keit war mit solcher Beståndigkeit verknüpfft, daß auch bey findlichen Jahren, weder Freude noch Traurigkeit, Fein Antlik verwandelten. Doch unterließ er deshalben nicht, freundlich gegen seine Befandten zu seyn, und die

bер ·s) In calce opp. Juftini Martyris. t) Capitolinus in Marco p. 43.

ben ihm mas zu suchen hatten,

funden ihn weder murrisch noch hart. Seine Ernsthafftigkeit war ohne Verdrieß, lichkeit, gleich wie feine Weisheit ohne Hochmuth, und seine Gefälligkeit ohne Niedrigkeit war.

u) Käyfer Sadrianus, hatte Alters und Schwachs heit wegen, den Tejonius Commodus zum Kind und Nachfolger ernennet; als aber derselbe mit Tode abging, warff er seine Augen auf unsern Marcus Aurelius. Weil er ihn aber noch zu jung fand, als er eben Damahls ins achtzehende Jahr getreten, wehlete er indessen den Antoninus Pius zum Mit-Regenten, mit dem Beding, daß derselbe dermahleinst den Marcus Aurelius zuin Nachfolger ernennen folte, wie auch den Lucius Vetus, Der ein Sohn des verstorbenen Cejonius war. Hiers auff ward unser Marcus Aurelius, da er eben das achtzehende Jahr erreichet, noch bey Lebzeiten Käysers Xadrianus , von dem Antoninus Pius , als Kind und Nachfolger im Reich angenommen, als ihm eben die Nacht vorher tråumete : Er habe helffenbeinerne Schuls tern und Hånde, und zwar von folcher Starcke, daß er damit die

schwerste Last heben konté. Ein artiges Bild feines zukünfftigen Regiments, welches grosmüthiger als der Elephante, und so rein als seine Knochen war.

x) Wiewohl; es lag ihm deffen Beschwerde in Den Sinn, als er die ihm gebrachte Zeitung von feiner Ernennung zur Reichs-Nachfolge mit niedergeschlagen nen Augen anhörete ; und denen so nach der Urfach dies fer ungewohnten Traurigkeit geforschet, vieles von dem weit-gussehenden Zustande des Reiche, und von der Bes schwerlichkeit eines, glücklichen Regiments zu Gemüth führere.

fchwers u) Capitolinus. Spartianus in Adriano,item in Ælio Vero, Eu

febius in Chronico. Dio, & cxco Xipbilinus in Adriano, x) Capitolious in Marco p. 43.

Y) Wenig Tage nach dieser Ernennung, bey wela cher er den Nahmen Aurelius empfing, tvirckte Käyfer Sadrianus ihm die Rentmeister-Würde aus , nach vors her bewilligter Majorennität. Und dis war die legte Gnas de ; so er von diesem Käyser genoß, weil derselbe Eur☆ hera nach zu Baja mit Tode abgingi Marcus Aurelius beerdigte ihn prachtig, und schloß sein Leich-Begångniß mit einen Fechter Kampff.

z) Nach Absterben Sadrianus , låsete Antonis nus Pius so fort das Verlobnißauf, welches Marcus Aurelius dein verstorbenen Käyfer zu gehorsamen, mit der Tochter des Lucius Commodus gehalten hatte; und trug ihm seine eigene Tochter Faustine an, welche zmar mit dem Lucius Verus berlobet, der aber noch nicht alt genug war, fie zu ehligen: Hieraufferhub er seinen fünfftigen Schwieger-Sohn von dem Rentmeister-Amt zur Bürgermeister-Würde; legte ihm den Nahmen Cesar ben, machte ihn zum Hauptmann einer von den sechs Ritter-Coinpagnien ; wohnete den Spielen ben, welche er samt seinen Collegen anstellete ; nahm ihn wieder feie nen Willen zum Mit - Regenten an; und verfekte ihn Krafft eines besondern Rath-Schlusjes in die Zahl der obersten Priester. a)

Marcus Aurelius , überhauffer mit so mannigfala tiger Ehre, wohnete nunmehro denen Raths Verfamluns gen ben, um sich solcher Gestalt zum Regiment geschichter zu machen ; dabey aber unterließ er nicht, alle Zeit, fo

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y) Spartianus in Adriano, Eusebius, Chron. z) Capitolinus in Pio & in Marco ubi vide Salmafium de his

nuptiis. *) Anno Christi 140. vel 141. juxta Eusebium.

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