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Güte auf den Thron meines Vaters, meines Erzeugers, gesetzt haben, ließ Ramman seinen Regen los, öffnete Ea ) seine Wasserhöhlen; und das Getreide ward 5 Ellen hoch in seinen Uehren, die Uehre aber 5% Elle lang. Es gelang die Ernte, es wucherte das Korn, es schoß das Rohr beständig empor. Die Baumpflanzungen ließen üppige früchte reifen, das Vieh hatte bei dem Werfen Gelingen. Während meiner Regierungszeit kam der Ueberfluß in Massen daher, während meiner Jahre strömte reicher Segen hernieder *).“

Dieser Schilderung mag man in mehreren Stüden Glauben beimessen und wird um so besser verstehen, wie das Volk seinem üppigen Gebieter bei der fülle der Lebensmittel in Ueppigkeit des Genusses nachfolgte und verweichlichte. Man pflegte zu dieser Zeit auch der Musik. Zwar finden wir auf Denkmälern der ältesten Zeit bereits die sieben: saitige Harfe abgebildet, die von dem Griechen Terpander erfunden sein foll; aber jetzt kamen noch verschiedene andre Instrumente hinzu, und bei religiösen festen und andern öffentlichen Feierlichkeiten konnte eine Urt Orchester wirken, wie wir es aus der Versammlung im Tale Dura fennen lernen *).

Uuch Usurbanipal starb nach langer Regierung; und auf seinen Tod folgte eine Zeit der Wirren, die von innen und außen das große Reid, bis in seine Wurzeln erschütterten und eine neue Zeit einleiteten. Uus diesen zwei Jahrzehnten 626–606 v. Chr. wissen wir recht wenig, weil uns nur wenige Insdyristen erhalten sind, die Berichte der griechischen Schriftsteller aber keinen Glauben verdienen. Dem Namen nach folgte auf Usurbanipal sein Sohn

Asuritililaninkini. 626--622 v. Chr. König von Aliyrien und Babylonien, noch üppiger und noch weichlicher wie sein Vater. Sein langer Name wird in Äsuritililani oder Asuritilukini oder Usurukini, bei Ptolemäus in Sarakos abgekürzt.

Wie morgenländische fürsten noch heute nicht in des Vorgängers Haus wohnen mögen, so baute auch er sich einen neuen, aber geringeren Palast und seinen Göttern Tempel, wobei wir nicht anzunehmen brauchen, daß Tempel und Paläste von den Skythen zerstört worden seien. Eine Jnsdyrift sagt:

„Ich Asuritililani, König der Völker, König von Assyrien, Sohn des Asurbanipal ... habe lufttrockene Ziegel aus Ton anfertigen lassen und sie zur Erbauung des Tempels Ezida gestiftet, aufdas ich leben möge.“

Im Jahre 625 schickte der kampfunfähige König von Babel aus seinen Feldherrn, den Chaldäer Nabopolasjar, mit einem Heere aus, uil die hereinbrechenden Skythen wenigstens von Babylonien abzuwehren. Dieser verständigte sich mit dem Miederkönig Cyarares, Sohn des Phra

1) Ea aber ist am Anfang der Götteraufzählung vergessen worden. 2) K. B. II, b, 153. Ein ähnlicher Bericht wurde schon früher mitgeteilt. 3) Dan. 3.

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ortes, der auch, wie schon früher erwähnt, mit den Skythen zu kämpfen hatte, so weit, daß er für seinen Sohn Nebukadnezar die Tochter des yarares zur frau erhielt.

Uus der Zeit dieses schwachen Königs sind einige Verträge aus der Stadt Nippur erhalten. Einer ist datiert vom 20. Sebatu des 2. Jahres des Asuritililani, Königs von Asiyrien, ein anderer vom 1. Urachjamna des 4. Jahres dieses Königs.

Auf Äsuritililani folgte Belzikiriskun oder Sinsariskun, ein Sohn Uiis, der auch der Sarakos des Ptolemäus sein kann, wie denn H. Windler 1) ihn dem Afuritililani vorhergehn läßt. Während die Muzder, nun nicht mehr willig, dem vorher gefürchteten Großkönig Tribut zu zahlen, die assyrische Hälfte des Reiches mehr und mehr den Skythen abgewannen, versuchte der König Babylonien zu halten und hatte nody im 7. Jahr seiner Regierung 615 v. Chr. Erech in seiner Gewalt. Die Not des Reiches war groß, aber aus den Inschriften erklingt noch der alte hochfahrende Ton, den man dem mächtigen Vorfahren verzeihen Fann; er rühmt, „daß die Götter seine Feinde niedergeworfen, ihn aber zur Herrschaft über die Menschen berufen und mit der Krone bedeckt haben“. Hier ist der Cylinder leider abgebrochen; aber einige Kaufurkunden sind noch aus dieser Zeit vorhanden.

Das von seinen Königen, unter denen noch ein Usurachiiddin II. genannt wird, verlassene Ussyrien konnte sich der kriegstüchtigen Meder immer weniger erwehren, obwohl es jetzt die Afdhkuzas zu Verbündeten hatte, die nach Herodot 28 Jahre hier herrschten. Daher sind mehrere

Forscher ?) der Ansicht, die Skythen hätten den Mieder Cyarares nicht nur zurückgedrängt, sondern seiner Herrschaft beraubt; und Ustyages oder Istuwigu sei kein Meder, sondern ein Skythe oder Gothe gewesen. Dagegen wurde Rabopolassar von Erech aus so in die Enge getrieben, daß er nur durch Eingreifen des Skythenfürsten Iriba 'gerettet werden fonnte. Es erscheinen die Skythen demnach bald als Freunde der Affyrer, bald auf seiten der Babylonier. Jekt strafte sich die trügerische Maßregel, nach der weite Gebiete mit fremden gezwungenen Ansiedlern befekt worden waren. Diese Leute konnten, ja mußten in den Mederii ihre Befreier erbliden und ihnen die hand reichen. Dazu kam das feige Verhalten des assyrischen Großkönigs, sowie das bald zweifelhafte, bald offen verräterische Handeln des Chaldäers Rabopolassar, der wahrIcheinlich in stillem Vertrag ganz Assyrien seinem Freund Cyarares überlassen hatte, indem er selbst gegen Hegypten 30g, um das ganze Westland für Babylonien zurückzugewinnen. Derselbe Pharao Recho, Sohn Pfammetichs, den Asurbanipal begnadigt hatte, 30g mit einem gros Ben Heere heran 3), den drohenden Feind von Aegyptens Grenzen fern

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1) B. u. U., S. 243. 2) Vergl. E. Müller, 3. f. N. 1898, S. 326. 3) 2. Kön. 23, 29.

zu halten. Ihm begegnete als treuer Unterfönig von Affyrien der König Josia von Juda bei Megiddo 608 v. Chr., wurde geschlagen und verlor sein Leben. Es ist auch möglich, daß die Schlacht bei Migdal Uschtaroth, dem spätern Cäsarea, statthatte, indem Recho dort sein Heer, das er auf einer Flotte den Seeweg geführt haben konnte, landen ließ.

Als dann Pabopolassar gegen ihn heranzog, wich Recho nach Hegypten zurück, nahm aber Joahas, einen Sohn Josias, gefangen und jekte dessen älteren Bruder Eljakim, den er Jojakim nannte, als König von Juda ein. Aber es ist nicht sicher, ob dieser Wechsel nicht erst nach Ser Niederlage bei Karkemisch eintrat.

Der Widerstand der großen und festen Stadt Ninive gegenüber den Miedern wird uns in keiner Inschrift beschrieben, und wie sollte das auch geschehen sein? Hatte doch der Prophet 1) des unsichtbaren Gottes verkündigt, daß Assur, der Stecken in der Hand des zürnenden Richters, zerbrochen und der Hochmut des Königs zu Ässyrien gebeugt werden solle. Dann werde Assur erschrecken vor der Stimme des Herrn, wenn es selbst mit der Rute geschlagen werde: „Eine Grube ist von gestern her zugerichtet, ja dieselbe ist auch dem Könige bereitet, tief und weit genug. Der Scheiterhaufen darinnen hat feuer und Holz die Menge, der Odem des Herrn wird ihn anzünden wie einen Schwefelstrom."

Derselbe Prophet hat auch die andre Weisjagung ausgesprochen ?), daß Assur fallen solle, aber nicht durch eines Mannes Schwert und verzehrt werden solle nicht durch Menschen-Schwert; aber es werde vor dem Schwerte fliehen und seine junge Mannschaft zinsbar werden. So fehlen denn auch jegliche Nachrichten von irgend einem Kampf um Minive; und wir dürfen vermuten, daß eine schwere Seuche, die Einwohner und Heer ergriff, oder eine gewaltige Ueberschwemmung die große Stadt wehrlos machte und ihre Tore den Medern öffnete. Auf ein solches Ereignis weist eine Tempelurkunde hin, in der Nabopolassar mit Bezug auf Ninives Ende von Nergal und dem Destgott redet 3). Also wurde Minive wie einst das viel gehaßte Babel durch Wasser und Feuer 4) zerstört, aber bis auf den heutigen Tag nicht wieder aufgebaut; doch find seine Trümmer weniger zerbrochen und geben eine größere und bessere Ausbeute für den Ultertumsforscher als die babylonischen Städte. Der uns unbekannte König soll auch in den Flammen umgekommen sein).

Mehrere Geschichtsforscher nehmen an, Nabopolassar habe sich schon ein Jahr nach dem Tode Usurbanipals zum König von Babylonier aufgeschwungen, und seken seine Regierungszeit in die Jahre 625—605 v. Chr. Aber wir haben oben gesehen, daß er noch nach 625

1) Jes. 10, 5–19. 30, 27~33. 2) Jef. 31, 8. 3) Mitteil. d. 1901, 10, S. 17. 4) Nahum 2, 3. 5) fr. Hommel, B. u. U., S. 243.

nur Oberbefehlshaber des babylonischen Heeres war. Sehr wahrscheinlich hat er diese 20 Jahre eine zweideutige Rolle gespielt, um für seinen Sohn einmal die Königskrone von Babylon zu erwerben.

5. Die neubabylonischen Könige.

Nabupalusur, bei den Griechen Rabopolassar oder Rabonassar, bei Abydenus Buffalossoror, nennt sich inschriftlich „Statthalter von Babylon, König von Sumer und Akkad, der erhabene fürft“ oder „Nabupalusur, der untertänige, demütige, der Verehrer der großen Götter", wodurch das oben ousgesprochene Urteil über seinen Charakter und mehr als diplomatische Handlungsweise urkundlich bestätigt ist. Daß er die Stadt Babel bes günstigte und den Götterdienst pflegte, wird aus seiner bekannten Vorsicht und Eigennuß erklärlich. Er durfte es mit seinen Freunden und Standesgenossen, den Magiern und Chaldäern nicht verderben. Aber er mußte auch einen festen Stand in Babylonien gewonnen haben, ehe er die Maske des demütigen Dieners abwarf und mit Miedien ein offenes Bündnis gegen Affyrien schließen konnte. Das geschah aber erst kurz vor der Eroberung Minives; und mit Recht fekt man 606 v. Chr., das Jahr dieses Ereignisses, als den Anfang des neubabylonischen Reiches, neben dem Affyrien zu einer medischen Provinz herabgesunken ist.

Die Anführung seines Heeres übergab Nabopolassar, wann wissen wir nicht, seinem Sohn Nebukadnezar, der den Pharao Recho II. 605 bei Karkemisch aufs Haupt schlug. Er floh nach Aegypten und hat vielleicht erst in dieser Zeit Joahas von Juda mit sich geführt. Aber Piebukadnezar, der ihn verfolgte, konnte eine so bedeutende und feste Stadt wie Jerusalem nicht in seinem Rücken lassen, wenn er gegen Aegypten zog ?). Also besetzte er diese Stadt ohne große Mühe und schickte den König Jojakim in Ketten nach Babel, dazu auch einige Bürger und Gefäße aus dem Hause des Herrn. Demnach ist 605 v. Chr. als der Anfang der babylonischen Gefangenschaft des Hauses Juda feftzuhalten.

Seine Freunde in Medien unterstüßte Rabopolassar auch im Kampf mit den Lydern. Und als am 30. Sept. 610 eine Sonnenfinsternis die Kämpfenden erschreckte, benußte er dieses Ereignis um frieden ju stiften.

Herodot erzählt von ihm, er habe die Aegypterin Mitokris zur Gemahlin gehabt, die in Babel eine Brücke bauen ließ. Er selbst unternahm es nach der Cylinderinschrift, Etemenanki, den Stufenturm von

1) 2. Chron. 36, 6–7.

Ejagila, wieder aufzurichten und legte seinen Grundstein an die Brust der Unterwelt“, damit die Spike bis in den Himmel" ragen könne. 10 000 Arbeiter mußten Ziegelsteine verschiedener Art anfertigen. Der Statthalter selbst und sein Sohn Nebukadnezar trugen den Zieglerhut kuduru. Er verschönerte Babel und ließ Kanäle zur Bewässerung des Landes bauen, nachdem der Euphrat sich ein neues Bett gesucht, das von Sippar entfernt war. Die Üferböschungen der Kanäle wurden mit

Ziegeln gemauert, die in Asphalt gelegt waren ?). Ein 1901 gefundener Tert lautet:

„Nabupalusur, der König der Gerechtigkeit, der Hirte, den Marduk berufen hat, der Sproß der Göttin „Herrin der Krone“, der erhabenen hohen Königin der Königinnen, den Nebo und Tasmitum an der Hand fasten, der erhabene Liebling des Bottes „Herr des glänzenden Auges" 2): Als ich vor meinem Königtum Sohn eines niemandes war, aber die Heiligtümer Nabus und Marduks, meiner Herrn, beständig in Ehren hielt, auf das Bestehenbleiben ihrer Sazungen und den Vollzug ihrer Gebote im Gemüt bedacht war, mein Sinn auf Recht und Gerechtigkeit stand, jah der Gott „Herzenskündiger“ 8), der die Herzen der Götter des Himmels und der Erde kennt, der die Pfade der Völker beständig sieht, mein Herz an und stellte mich, den kleinen, der unter den Völkern nicht beachtet wurde, in dem Land, da ich geboren war, an die Spitze. Zur Herrschaft über Land und Meer berief er mich. In allem, was ich tat, ließ er mein Werk gelingen. Nergal, den allgewaltigen unter den Göttern, ließ er an meiner Seite gehn, unterjochte meine Widersacher, Tchlug meine feinde.“

„Der Affyrer, der seit fernen Tagen alle Völker beherrscht und in sein schweres Joch die Leute des Landes gespannt hatte, ich der schwache, der demütige, der den Herrn der Herrn verehrt, durch die wuchtigen Streitkräfte Nabus und Marduks, meiner Herrn, hielt ich ihren fuß vom Land Akkad fern und ließ ihr Joch abwerfen.“

„Damals Epatutila, der Tempel des Minib, der in Suanna steht, den vor mir ein früherer König hatte bauen lassen, aber sein Werk nicht vollendet hatte, auf die Erneuerung dieses Tempels stand mein Sinn. Ich berief die Mannen der Götter Bel, Samas und Marduk 4), ließ (sie) das Mörtelfaß tragen, legte ihnen den Ziegelkorb auf – ohne abzulaffen vollendete ich den Bau des Tempels. Starke Balken ließ ich zu seiner Bedachung hinlegen, hohe Türen sekte ich in seine Tore ein. Diesen Tempel machte ich sonnengleich glänzen und für Minib, meinen Herrn, wie den Tag erstrahlen. Wer auch immer in Zukunft König sein wird, sei es Sohn, sei es Enkel, der nach mir wandelt, deffen Name Marduk zur Herrschaft des Landes beruft, was Sache der Kraft und Stärke ist, ziehe nicht in Betracht. Die Heiligtümer Nabus und Marduks halte in Ehren, daß sie deine Feinde unterjochen. Marduk, der Herr, prüft den Mund, sieht das Herz. Wer sich fromm zu Bel hält, dessen Herrschaft hat festen Bestand. Wer sich Fromm zu Bels Sohn hält, der wird in Ewigkeit dauern. Wenn dieser Tempel zerfällt, und du feinen Schaden ausbefferst, dann lies meine Urkunde und lege fie neben die deine. Uuf Geheiß Marduks, des großen Herrn, dessen Geheiß unabänderlich ist, möge die Nennung deines Namens bestehen bleiben für ewige Zeiten")."

1) K. B. III, b, S. 9.
2) Ea.
3) Marduk.
4) Die Einwohner von Babel, Sippara und Tippur.
5) Mitteil. 1901, 10, S. 14.

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