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mit den drei Einigkeiten verflochten. Um diesen Schachzug späterhin wieder auflösen zu können, haben die Rabbiner sich verschiedener Schriftsteller resp. deren Werke bedient. So sagt z. B. Irenäus, ein Kirchenvater des 2. Jahrhunderts, daß es einen höchsten, allen Unbekannten Gott gebe, der Engel und Erzengel, Kräfte und Mächte erschaffen habe. Sieben Engel gibt er als Weltschöpfer an, welche unter Oberleitung dieses höchsten Gottes das große Werk vollbracht hätten. Diese sieben Engel hätten sich darnach wegen der Herrschaft über die Körperwelt entzweit und einer von ihnen, der der mächtigste gewesen, habe die Oberhand behalten und sei der Judengott gewordeu. Ein anderer Kirchenschriftsteller Epiphanius spricht sich ebenfalls höchst originell über die Sache aus. Epiphanius war von jüdischen Eltern in Palästina geboren, von ägyptischen Mönchen wurde er auferzogen und wurde im 16. Lebensjahre getauft. Als Epiphanius im Jahre 367 Bischof von Konstantia wurde, nahm er an den religiösen Streitigkeiten mit den Arianern, Semirianern u.s.w. hervorragend Teil. Auch Epiphanius bekennt sich zu der Anschauung des Frenäus. Er sagt, daß dieser Judengott sich selbst von Tag zu Tag verschlimmert habe, und da sei auf einen allgemeinen Beschluß aller Geisteskräfte vom Urgott der Erlöser gesandt worden, um den Judengott wieder zur Raison zu bringen und denen, die an den Erlöser glaubten, die Seligkeit zu geben. Christus habe aber nach Epiphanius feinen wirklichen Körper gehabt, sondern nur in einem angenommenen Scheinkörper gelebt und gelitten.

Als dritter im Bunde nennen wir noch Tertullian, den ältesten lateinischen Kirchenvater, welcher um die Mitte des 2. Jahrhunderts zu Carthago lebte. Er trat ungefähr 185 zum Christentum über. Die litterarische Tätigkeit Tertullians beruhte hauptsächlich in dem rigoristischen Kampfe gegen alles, was einen Christen mit der vom Teufel verderbten Welt und der heidnischen Gesellschaft zu verwickeln drohte u. 1. w.

Nach Tertullian wären zweierlei Menschen erschaffen worden, gute und böse. Die Weissagungen der Propheten rührten teils von den Engeln her, die die Welt erschaffen hätten, besonders von dem Judengott, teils auch von den Teufeln.

Wir sehen aus diesen drei Beispielen, daß sich die Kirchenväter der damaligen Zeit ganz hervorragend mit der Ansicht befaßten, daß ein Urgott bestanden habe, dem erst der Judengott unterstellt gewesen sei. Daß also die Dreieinigkeit aus dem Urgott, dem JHWH und dem heiligen Geist bestanden habe; von Jesus Christus ist aber bei keinem von ihnen die Rede. Doch dürfen wir nicht verschweigen, daß nach unserer festen Ueberzeugung auch diese drei Kirchenpäter resp. ihre Schriften selbst nur von den Rabbinern, von den Schriftgelehrten des Talmud, verfaßt und den andern Schriften untergeschoben worden seien. Alles dies geschah nur, um das Neue Testament zu bekräftigen. Durch diese Schriften erhalten wir gleichsam eine leise Andeutung, was die Dreieinigkeiten gewesen sind, was unter ihnen verstanden worden sei, gleich den Auslassungen in den kabbalistischen Büchern.

XITI. Kapitel.

Giniges über die Apokryphen des Neuen

Teftaments. Die Hexenbulle.

Im zweiten Band dieses Werkes werden wir mit unsern Aufklärungen und Enthüllungen im Rahmen der uns selbst gestellten Aufgabe fortfahren. Diesem ersten Band jedoch haben wir uns entschlossen, einen Teil der Kirchengeschichte des Eusebius beizugeben. Es geschieht dies, um an der Hand dieses Werkes energisch die in demselben enthaltenen Lügen und schriftstellerischen Unwahrheiten aufzudecken und in das richtige Licht zu bringen. In den weitern Bänden unseres Werkes werden wir uns dann weiter mit dem Neuen Testament, mit dem Talmud und auch successive mit den andern fünf Kirchengeschichten befassen.

Wie ist nun die Kirchengeschichte des Eusebius entstanden und was bezweckte dieselbe?

Das Neue Testament in seiner jeßigen uns bekannten Abfassung ist Ende des zweiten und Anfang des dritten Jahrhunderts von dem Rabbi Josua Ben Lepi verfaßt und unter die damals lebenden heidnischen Völker verbreitet worden. Aber nicht nur das Neue Testament, so wie wir es heute kennen, wurde damals geschrieben, sondern es wurden zu dieser Zeit viele andere Schriften veröffentlicht, so z. B. die Apokryphen des Neuen Testaments, über welche uns Schenkels Bibel-Derikon weitgehenden Ausschluß gibt.

Was unter den Apokryphen des Neuen Testaments zu verstehen ist, sagt Schenkel in seiner Einleitung zu diesem Artikel mit wenigen trefflichen Worten:

Unter diesem Titel faßt man eine vielverzweigte Literatur von teils verloren gegangenen, teils noch vorhandenen Evangelien, Apostelgeschichten, Briefen, Apokalypsen und anderweitigen Schriftstücken zusammen, die schon durch eine gewisse Abenteuerlichkeit und Geschmadlosigkeit ihres Inhalts oder wenigstens durch das stark herportretende Kolorit der Sonderrichtungen, in deren Geist die betreffenden Schriften gehalten sind, von der neutestamentarischen Literatur in sehr erkennbarer Weise sich unterscheidet.

Nach verschiedenen weitläufigen Erörterungen sagt Schenkel dann noch Folgendes, für uns Interesse habendes:

Eine große Menge solcher Apokryphen hat sich noch erhalten, meist freilich einer späteren Zeit angehörend, als die verlorengegangenen. Erst allmählig wurde man mit diesen Schriftstücken bekannt. Zuerst gab Herold das Evangelium von Nikodemus heraus (1555). Die erste Sammlung veranstaltete 1567 M. Neander. Andere, wie Grynäus (1569) und Glaser (1614), folgten nach, ohne jedoch Neues zu bringen. Erst Johann Albert Fabricius bot in einer zweibändigen Ausgabe von 1703, der eine zweite 1719, vermehrt durch einen dritten (1743) in zweiter Auflage erschienenen Band, nachfolgte, einen Begriff von dem ganzen Reichtum dieser Litteratur gegeben, wiewohl auch noch bei ihm wichtige Stücke, wie die Legende von Paulus und Thekla und die Geschichte des Prochorus, übergangen waren. Er wollte übrigens in seiner Sammlung Seitenstüde geben zu den kanonischen Büchern. Nicht über Fabricius hinausgehend, ist die Leistung des Engländers Jones (1726, 1798), wie überhaupt alle spätern eine Menge Noten eregetischen, archäologischen und dogmengeschichtlichen Inhalts von Fabricius entlehnt haben.

Eine kritische Ausgabe des gesammten Materials wollte der um die neutestamentarische Tertkritik verdiente Däne Andreas Birch veranstalten. Er kam aber 1804 nur zur Herausgabe einzelner Fragmente. Wiederum beabsichtigten Henke und Kleuker eine neue Ausgabe, und Schmid gab 1804 einen neuen, fehlerhaften Abdruck der Stücke des Fabricius. Nachdem andere gleichfalls unzulängliche Versuche angestellt hatten, begann Johann farl Thilo, Professor in Halle 1819 eine neue Ausgabe. Nachdem er deshalb in Frankreich und England gewesen, machte er den Plan seines Werkes 1823 (Acta Thomae) vorläufig bekannt. Endlich erschien der erste Band seines ,,Codex apocryphus“ 1832 in so vollständiger Gestalt, daß er allen billigen Anforderungen entsprach. Mit großer Sorgfalt sind die Terte nach den Handschriften revidiert; gründliche Einleitungen über Codices, Uebersegungen und Ausgaben gehen voraus. Leider ist der Verfasser durch den Tod (1853) gehindert worden, dem ersten Band einen zweiten und dritten nachfolgen zu lassen. Sein Werk führte Konstantin Tischendorf weiter fort, indem er eine Ausgabe der Apokryphen unternahm. In der That erschienen nacheinander die apokryphischen Apostelgeschichten, Evangelien und Apokas lypsen. Die Evangelien Thilos sind hier vermehrt durch drei von Tischendorf neu aufgefundene Apofryphen; am reichlichsten aber ist der Zuwachs auf dem Gebiete der Apostelgeschichten, deren Thilo blos die von Thomas (1823), Petrus und Paulus (1837 und 1838), Andreas und Mathias (1846) und Johannes (1847) herausgegeben hatte. Eine deutsche Uebersepung apokryphischer Evangelien und Apostelgeschichten erschien schon 1841 von Borberg, eine französische 1849 und 1863 von Gustav Brunet. Am übersichtlichsten hat den Inhalt dieser Werke Rudolf Hofmann dargestellt nach seinem Leben Jesu nach den Apokryphen“ (Leipzig, 1851) und in Herzogs Realencyklopädie, XII, 320 fg., wozu noch einzelne Arbeiten von Areus, Pour, Peltrer, und andern kommen.

Zunächst befaßt sich Schenkel mit den apokryphischen Evangelien. Nach ihm sind noch vorhandenen: a) Das Evangelium des Nikodemus; b) Das Evangelium des Thomas; c) Das sogenannte Protevangelium des Jacobus; d) Das Evangelium des falschen Matthäus. e) Das Evangelium von der Geburt Maria; f) Die arabische Kindheitsgeschichte; g) Die Geschichte des Zimmermanns Joseph und zulegt h) Das von Thilo herausgegebene apokryphische Johannesbuch.

Wir wollen hier selbstverständlich nicht den Inhalt aller dieser

Evangelien wiedergeben. Einige unter ihnen sind aber auch für uns von unschäßbarem Werte. Die Kritik Schenkels über dieselben ist eine so interessante, daß wir sie hier im Wortlaut von Schenfels Bibellerikon herausziehen und unseren Auslassungen beifügen wollen.

Das erste dieser Evangelien befaßt sich speziell mit Pilatus, hat also schon durch diesen Stoff für uns großen Wert.

Schenkel läßt sich über dasselbe aus wie folgt:

Das Evangelium des Nikodemus, ein erst seit Karl des Großen Zeiten aufgekommener Name. Das älteste Stück desselben, vielleicht das älteste der noch vorhandenen Apokryphen überhaupt, stellten die sogenannten „Akten des Pilatus", Pilatusgeschichten dar.

Zweimal in seiner ersten um das Jahr 150 abgefaßten Apologie erwähnt Justin zur Bestätigung einesteils der prophetischen, vorhergesagten Wunderheiligungen, andernteils die Vorgänge bei der Kreuzigung, die „unter Pontius Pilatus verfaßten Akten“; er gebraucht dabei das lateinische Wort selbst Gesta Pilati,

Ein noch ausführlicheres Zeugnis haben wir bei Tertullian, welcher (Apolog. 21) sagt, Jesus sei aus Neid von den jüdischen Schriftgelehrten dem Pilatus übergeben, und von diesem, der dem Andrang der Kläger nachgegeben, dem freuze überliefert worden; am Streuze hängend, habe er unter einem lauten Aufruf den Geist aufgegeben und sei damit dem þenkergeschäft zuvorgekommen; in demselben Augenblid sei der volle Tag durch Sonnenfinsternis unterbrochen worden; am dritten Tage aber sei die Erde plößlich erschüttert und die vor das Grab gewälzte Last hinweggeworfen worden; im Grabe hatte man nichts als Bestattungsüberreste vorgefunden; von den Oberen sei das Gerücht ausgesprengt worden, der Körper sei von den Jüngern entwendet worden. Jesus selbst aber habe mit den Jüngern in Galilea 40 Tage verbracht und sie gelehrt, was sie lehren sollten, und nachdem er sie abgeordnet, um in der Welt zu predigen, sei er in einer Wolke gen Himmel erhoben worden. Diese so bezeichnende Ausführung schließt Tertullian mit den Worten: ,,Dies alles hat Pilatus, den dann auch das Gewissen getrieben, felbst Christ zu werden, von Christus dem damaligen Kaiser Tiberius berichtet."

Sowohl die Angaben des Justin als die des Tertullian entsprechen nun aber dem ersten Teil unseres Evangeliums des Nikodemus vollkommen. Es geht daher, da sich niemand die von ihnen erzählten Thatsachen aus Phantasie in ein Aktenstück denken wird, aus beiden Zeugnissen sowohl hervor, daß die Pilatus-Akten schon vor der Mitte des zweiten Jahrhunderts eristierten, als auch, daß sie in ihrem wesentlichen Inhalt nach, denn das Detail ist bei einer in so beständiger Umwandlung begriffenen Litteratur nicht mehr zu bestimmen, in das Evangelium des Nikodemus übergegangen sind.

Auf dasselbe Urteil weist auch die kontinuität der Zeugnisse für die Eristenz dieses Werkes hin, die sich an Justin und Tertullian, aus dem vierten Jahrhundert an Eusebius und Epiphanius, aus dem fünften an Crosius und aus dem sechsten an Gregor von Tours anschließen. Aus derselben Zeit stammen aber auch bereits die ältesten der noch vorhandenen Handschriften, welche Tischendorf aufgefunden hat. Die Schrift stand übrigens in der alten Bibel in solchem Ansehen, daß Kaiser Marimin zu ihrer Verdrängung andere blasphemische Pilatus-Akten verbreiten ließ.

Zu dieser Pilatus-Litteratur gehören übrigens noch eine ganze Reihe apokryphischer Machwerke, wie z. B. die von Tischendorf herausgegebene Erzählung Josephs von Arimathia (Narratio Josephi Arimathiensis), welche mit dem Inhalt des Evangeliums des Nikodemus in Verbindung steht. Dieselbe erzählt in ganz fabelhafter Weise die Kreuzigung Christi, insonderheit aber die Einführung des bekehrten Schächers Demas ins Paradies. Ein gleichfalls von Tischendorf lateinisch mitgeteiltes Stück berichtet in legendenhafter Weise von der strengen Strafe, welche durch die Römer über die Fuden wegen der Ermordung Jesu verhängt wurde (Vindicta Salvatoris). Der Bericht des Lentulus, der por Pilatus jüdischer Statthalter gewesen sein will, gibt die bekannte Beschreibung über das Aeußere Jesu, ist jedoch erst im Mittelalter, nicht vor dem 12. Jahrhundert entstanden. Viel älter ist ein Bericht des Pilatus an Tiberius über die von Jesus vollbrachten Wunder, über die Zeichen bei seinem Tode und über die Auferstehung (Anaphara Pilati). Dem schließt sich an eine Erzählung über Prozeß und Hinrichtung des Pilatus (Paradoris Pilati). Als nämlich der Kaiser pernimmt, daß Pilatus an der allgemeinen Finsternis und dem Erdbeben schuld ist, läßt er ihn kommen und zum Tode verurteilen. Da befehrt sich dieser und bittet Christus um Gnade. Eine Stimme erschallt vom Himmel und preist ihn glüdlich, weil die Verheißung der Propheten durch ihn erfüllt fei. Seine Gattin Procla verscheidet in demselben Augenblid, als ein Engel das abgeschlagene Haupt des Pilatus in Empfang nimmt. An Stelle dieser Paradoris findet sich zuweilen ein Bescheid des Kaisers Tiberius (Responsum Tiberii ad Pilatum). In einer andern Version, welche Tischendorf lateinisch mitteilt (Mars Pilati) gibt er sich selbst den Tod, und spielen bereits auch Veronika mit ihrem Tuche und der ungenähte Rod eine Rolle. Der leichnam des Pilatus kommt weder in der Tiber noch in der Rhone zur Ruhe und wird endlich in ein Loch in der Schweiz geworfen, womit die Benennung des Berges am Vierwaldstättersee zusammengebracht wird. Endlich sind noch verschiedene Briefe des Pilatus und des Herodes zu erwähnen, die teils bei Thilo, teils bei Tischendorf jich finden.

Gewöhnlich erscheinen diese Pilatus-Akten als erster Teil des später so genannten, aber schon im sechsten Jahrhundert entstandenen lateinischen Evangeliums des Nikodemus. Dasselbe gibt den Nikodemus als Verfasser, Ananias als Ueberseker zu erkennen und erzählt in protokollierender Form, wie Jesus por Pilatus angeklagt, verhört und verurteilt wird. Dem zu Grunde liegenden synoptischen und Johanneischen Bericht sind abenteuerliche Zusäße beigegeben. So neigen sich die römischen Kriegszeichen vor Jesus auch noch, nachdem feine Kläger sie in Händen halten. Die Juden klagen Jesum als

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