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nicht vergessen werden die Reden von ihm im Munde der Schwarzköpfigen, die seine Hände schufen.“

Der Sinn der Worte ,,sie zu erlösen" (assyrisch padů, vgl. das entsprechende hebräische Wort), wird sich gewiß auf die S. 97 ff. vgl. 180 geschilderte Erlösertätigkeit Marduks beziehen, insbesondere auf seinen Kampf mit der finstern Macht, der als fortgesetzter Kampf zu gelten hat bis zur Welterneuerung. Auch hier ist zu beachten, daß Marduk die Rolle Nebos übernommen hat, des Verkündigers und Bringers des neuen Zeitalters (S. 67 und 83 und vgl. S. 82 Anm. 4).

4. In einer fragmentarischen Stelle zur VII. Tafel heißt es 1 : Er benannte die Weltgegenden, schuf die Menschen die Schwarzköpfigen). 5. Die Erschaffung des Eabani im Gilgameš-Epos Tafel I:

du Aruru, hast (Gilgameš) geschaffen, nun schaffe sein Ebenbild! Als Aruru dies hörte, schuf sie in ihrem Herzen ein Ebenbild des Anu. Aruru wusch ihre Hände, kniff Lehm ab, spuckte darauf (?),

Eabani, schuf einen Gewaltigen

6. Bei der „Höllenfahrt der Ištar“ schafft Ea einen amelu asinnu, der die Befreiung der Ištar aus der Unterwelt besor

gen soll:

„Ea schuf in seinem Herzen ein Bild (?),
Bildete Uddušu-namir, einen asinnu-Menschen.“

7. Das Fragment DT 412 beginnt: „Nachdem die Götter allesamt (das Weltall] gemacht, den Himmel hergestellt, (das Erdreich) gefülgt), hervorbrachten beseelte (Wesjen ... ...), Vieh des Feldes, [Getier) des Feldes und Gewimmel (der Stadt gebaut], [......] den Lebewesen [... gegeben], (dem Vieh des] Feldes und dem Gewimmel der Stadt [..] zug[eteilt] (das Vieh des Feldes, die Schar des Gewimmels ( jegliches Geschöpf [...] [....], das in der Schar meiner Familie [...], da Ea [herauf ka]m und zwei kleinse Wesen schuf], (in der Schlar des Gewimmels (ihre Gestalt (?)] herrlich machte

(es folgen noch verstümmelte Zeilen). Nach den letzten zwei Zeilen ist anzunehmen, daß Ea aus dem Ozean heraufsteigt und unter den bereits geschaffenen Menschen + zwei besonders schöne kleine Menschen schafft.

1) KT 127; dort irrtümlich: „erschuf“.
2) Zuletzt übersetzt von Jensen in KB VI, S. 42 f.

3) Ergänzung durch den Merodachbaladan-Stein gesichert: uštarrih nabnîtsun.

*) Daß solche vorhanden gedacht sind, setzt Jensen nach den Ausdrücken „Gewimmel der Stadt“ und „meine Familie“ mit Recht voraus. 8. In der Beschwörungsserie Šurpu ? heißt es: „Es trete auf Ea, der Herr der Menschheit, dessen Hände die Menschen

geschaffen haben.“ 9. In einem Beschwörungstexte?, der, wie es scheint, bei Geburten rezitiert wurde, klagt Atarhasis bei Heimsuchungen, die über die Menschen gekommen sind (wahrscheinlich vor der Sintflut, s. unten), indem er vor Ea, seinen Herrn, tritt:

ihr habt uns geschaffen und [möge (darum) abgewe]hrt werden Krankheit, Sumpffieber, Schüttel

fieber, Unglück." Am Schluß dieses Textes hat die Göttermutter und Menschenbildnerin Mami von je 7 Frauen: 7 Männlein und 7 Weiblein „schön bilden“ lassen und „als ihr Gegenstück vollendet“. Hammurabi nennt sich Cod. III, 27 ff. Geschöpf der weisen Ma-ma. Sie ist eine Erscheinungsform der Muttergöttin Ištar, vgl. S. 107 f.

10. In der sog. ,,kuthäischen Schöpfungslegende 3" wird in zunächst noch dunklen Zusammenhängen erzählt, wie ein König von Kutha in der Urzeit von Ungeheuern bedrängt wird. Die Erschaffung derselben wird folgendermaßen erzählt: „Die Krieger mit Leibern von Höhlenvögeln, Menschen mit Raben

gesichtern, es erzeugten sie die großen Götter und auf dem Boden, da die Götter seine Stadt (?) gebaut hatten, säugte sie Tiâmat, bildete sie ihre Mutter, die Herrin der Götter, schön. Inmitten des Gebirges wurden sie groß und wurden sie mannbar und

bekamen sie ,Maße.“ Wenn i Mos 1, 26 die Erschaffung des Menschen durch die Anrede eingeleitet wird Lasset uns Menschen machen nach unserm Bilde, uns ähnlich, so ist hinter diesen Worten der Rest einer Vorstellung von einer himmlischen Ratsversammlung verborgen *, ähnlich, wie sie Jes 6, 8 gedacht ist oder wie es in der außerbiblischen Legende über die Geschichte des Moses in Ägypten heißt:

1) Taf. IV, Z. 70. Veröff. von H. Zimmern, Beiträge zur Kenntnis der babyl. Religion.

2) K 3399 + 3934. S. Jensen KB VI, 274 ff.

3) Zuletzt behandelt von Jensen KB VI, 290ff. (,,der König von Kutha“) und vorher von Zimmern, ZA XI, 317 ff.: „König tukulti bel niši“ und die ,,kuthäische Schöpfungslegende."

*) Vgl. 1 Mos 3, 22; 11, 7; Hi 1, 6 ff. Im Wessobruner Gebet sind die Mengen der himmlischen Geister um Gott versammelt bei der Weltschöpfung, s. S. 158.

„Da öffneten sich seinen Blicken die himmlischen Höhen, Geheimnisse ferner Welten erschlossen sich ihm, die Engel Gottes waren um den Thron des Allmächtigen versammelt, um Gericht zu halten über die Geschehnisse auf Erden!."

Wie Hi 38, 7 würde es sich um bewundernde Zuschauer handeln. An Helfer bei der Schöpfung wäre dabei zunächst nicht notwendig zu denken, also auch nicht an einen „Nachklang des Polytheismus der babylonischen Grundlage“ (Budde, Urgeschichte 484).

Die babylonischen Parallelen zur Erschaffung des Menschen „nach dem Bilde“ der Gottheit wurden bereits oben S. 170 angeführt.

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Die Schöpfung bei dem sog. Jahvisten.

i Mos 2, 4ff. Zur Zeit, als Jahve Gott Erde und Himmel machte gab aber auf Erden noch gar kein Gesträuch auf den Fluren und noch sproßten keine Pflanzen auf den Fluren; denn Jahve Gott hatte noch nicht regnen lassen auf der Erde, und Menschen waren (noch) nicht da, um den Boden zu bebauen [es stieg aber ein Strom auf und tränkte die ganze Oberfläche des Erdbodens)? da bildete Jahve Gott den Menschen aus Erde vom Ackerboden und blies in seine Nase Lebensodem; so wurde der Mensch ein lebendiges Wesen.

Das sind die Worte, mit denen der sog. Jahvist die Menschheitsgeschichte einleitet. Der Ton der Erzählung klingt an den S. 129 ff. besprochenen babylonischen Anfang des Schöpfungsberichts und auch an den Anfang des Epos Enuma eliš an. Die nordische Kosmogonie S. 157 und das Wessobruner Gebet beginnen ähnlich.

da bildete Jahve den Menschen." Es klingt fast wie eine absichtliche Polemik gegen die außerbiblische Theogonie: ,,... da wurden die Götter gebildet“. Die irdischen Schöpfungswerke beginnen in dem S. 129 ff. besprochenen babylonischen Schöpfungsbericht ebenfalls mit dem Menschen.

1) S. Beer, Leben Mosis (Manuskript gedruckt aus handschriftlichem Nachlaß); zur himmlischen Ratsversammlung vgl. BNT S. 13 ff.

2) De 6. Vers, der den Zusammenhang stört, gehörte vielleicht ursprünglich zur Schilderung des Gartens, in dem neben dem Lebensbaum das Lebenswasser fehlt. S. Holzinger z. St. in Martis Handkommentar. Wenn unser Vergleich mit der babylonischen Erzählung stimmt, so würde dadurch die Vermutung neu gestützt. Zur Stelle s. S. 101.

Die Weltschöpfung im Spruchbuch.

Spr 8, 22—31. Die Weisheit (hokma, sophia) spricht: „Jahve schuf mich als den Anfang seiner Wege, als erstes seiner Werke,

vorlängst. Von Ewigkeit her bin ich eingesetzt, zu Anbeginn, seit dem Ursprung

der Erde. Als die Urfluten noch nicht waren, wurde ich geboren, als es noch

keine Quellen gab, reich an Wasser. Ehe die Berge eingesenkt waren, vor den Hügeln wurde ich geboren, ehe er noch Land und Fluren geschaffen hatte und die Masse der

Schollen des Erdkreises. Als er den Himmel herstellte, war ich dabei, als er die Wölbung über

dem Ozean festsetzte, als er die Wolken droben befestigte, als die Quellen des Ozeans mächtig

wurden, als er dem Meer seine Schranke setzte, daß die Wasser seinen Befehl

nicht überschreiten durften, als er die Grundfesten der Erde

feststellte: Da war ich ihm als Werkmeisterin zur Seite; da war ich (ganz) Ent

zücken Tag für Tag, spielend (geschäftig) vor ihm zu jeder Zeit, spielend auf seinem Erdenrund, und hatte mein Entzücken bei den

Menschenkindern.“ Die Weisheit wohnt in der Urflut, aus der die Welt hervorgeht'. Sie entspricht dem vontòs xóguos bei Damascius (mythologisiert als Mummu, Ea, Marduk-abkallu), dem ,,Geist, der über dem Wasser schwebt" i Mos 1, dem Logos, s. S. 6. 821.161.

Die Weltschöpfung bei Hiob

Hi 38, 4-7. Wo warst du, als ich die Erde gründete? Sag an, wenn du Einsicht

besitzest! Wer hat ihre Maße bestimmt - du weißt es ja! oder wer hat über

sie die Meßschnur gespannt? Auf was sind ihre Pfeiler eingesenkt, oder wer hat ihren Eckstein hin

geworfen, unter dem Jubel der Morgensterne allzumal, als alle Gottessöhne

jauchzten? Dann werden die einzelnen Teile der irdischen Welt geschildert. Züge des „wissenschaftlichen“ Weltbildes sind durch rein poetische Schilderungen erweitert.

1) S. Peiser OLZ 1900, 451. Vgl. unten S. 175 Anm.

Zum biblischen Weltbild ist nachfolgendes nachzutragen (vgl. S. 160):

Raķîa' als Tierkreis (S. 164 f.) begegnet uns verblaßt noch im 19. Psalm:

Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes (und zwar insbesondere) der raķia verkündigt das Werk seiner Hände (es ist der Kommentar für die Willensoffenbarung der Gottheit).

In diesem Zusammenhange sei die Frage aufgeworfen, ob nicht das šehaķim, das mit šamajim „Himmel“ zuweilen parallel steht, an einigen Stellen den ,,Himmel" in demselben Sinne bedeutet wie das babylonische ešara, das als „Olymp“ dem apsû gegenüber erbaut wird, s. S. 136:

Hast du gestampft (das zu raķia' gchörige Verbum steht da) mit ihm zu še-haķîm, fest wie gegossener Spiegel ? (Hi 37, 18.)

Jahve, in den Himmeln ist deine Gnade, deine Treue bis zu den šehaķîm, deine Gerechtigkeit wie Berge Gottes, deine Satzungen' die große Tehom? (Ps 36, 6f.)

Da an der letzteren Stelle Himmel und Berge sich gegenüberstehen, so müssen šehaķim und Tehom (der Ozean) als einander entsprechende himmlische und irdische Begriffe gedacht sein

5 Mos 33, 15 ff. wird Josefs Land als das gesegnetste, als Weltmittelpunkt geschildert. Dabei werden „der Himmel oben und die tehom, die unten lagert", als Gegensätze genannt; daneben Sonne und kulminierender Mond, vgl. S. 31, Anm. I (Winckler F. III, 306 ff.).

Die Dreiteilung der Welt kennt auch der sog. Elohist 2 Mos 20, 4.

Du sollst dir keinen Götzen verfertigen, noch irgend ein Abbild von etwas, was droben in den Himmeln, oder unten auf der Erde, oder im Wasser unter der Erde ist.

„Im Wasser unter der Erde“ gibt eine verblaßte unklare Vorstellung. Der Ozean ist rings um die Erde und unter der Erde gedacht. Wenn die Stelle verbietet, Bilder zu machen von dem, was im Meer ist (vgl. v. 11 „Meer und alles, was darinnen ist“), so ist wohl nicht nur an die Fische, sondern auch an die Meerungeheuer: Leviathan, Tanninim, Tehomot

*) op73, nicht „Gerichte“ (Kautzsch).

2) Sept. hier und anderwärts durch åpúocos wiedergegeben, Vulg. abyssus.

3) Man könnte allerdings auch bei šeủaķîm an die „oberen Wasser“ denken, die den „unteren Wassern“ wie in 1 Mos i gegenüberstehen.

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