Ҿ˹˹ѧ
PDF
ePub

5

Folge ich deinem Fuße, so werde mein Gang fest;
Fasse ich deine Seile, so möge ich Herzensfreude erwerben!
Trage ich dein Joch, so bereite mir Ruhe;
Harre ich auf dein Haupt, komme mir Versöhnung!
Beachte ich deinen Glanz“, so sei es Erhörung und Ges

währen; Betrachte ich deine Lichtfülle, so mögen leuchten meine

Züge; Suche ich deine Majestät, so sei es Leben und Heil!

10

Möge ich den gnädigen Trutzgott bekommen, der vor

dir steht; Der hinter dir einhergeht, den Schutzgott, möge ich bes

kommen! Das zu deiner Rechten ist, das Gedeihen, möge ich er

greifen, Das Gute möge ich erlangen, das zu deiner Linken ist!

15

Gib Befehl, daß meine Rede gehört werde,
Daß das, was ich rede, wie ich es rede, genehm sei.

20

In Wohlbefinden und Zufriedenheit leite mich täglich!
Meine Tage mache lang und schenke mir Leben!
Möge ich gesund und wohl sein, daß ich deine Gottheit

verehre; Wie ich es wünsche, möge ich es erlangen!

Der Himmel freue sich deiner, der Ozean juble über dich,
Die Götter des Alls mögen dich segnen.
Die großen Götter mögen dein Herz erfreuen!

1 Ischtar als Planet Venus.

8. GEBET AN NABÛ 1

Oberster Fürst, Erstgeborener Tutus,
Weiser Herrscher, Sprößling Sarpanits,
Nabû, Träger der göttlichen Schicksalstafeln, Aufseher

von Esagila“,
Herr von Ezida", Schirm Borsippas,
Liebling Nudimmuds, Schenker des Lebens,
Fürst von Babylon, Schützer des Odems,
Schutz der Wohnstätten, Erhalter der Menschen, Herr

der Heiligtümer!..

5

Sohn des großen Fürsten Marduk, nach deinem wahren

Worte,

10

Nach deinem gewichtigen Ausspruch, nach dem Geheiß

deiner mächtigen Gottheit Möge ich NN., Sohn des NN., krank und schmerzges

quält, dein Knecht, Den die Hand des Totengeistes, Zauberei und Elend

ergriffen hat und verfolgt, Gesund und wohl werden; wie ich es wünsche, möge

ich es erlangen!

15

Lege Wahrheit in meinen Mund,
Laß Gutes in meinem Herzen sein,
Die göttlichen Wächter mögen Gutes verkünden!

Es möge treten mein Gott an meine Rechte,
Es möge treten meine Göttin an meine Linke.
Der gnädige Trutzgott, der gnädige Schutzgott möge

nicht von meiner Seite weichen!

20

Verleihe mir Anrufen und Gewähren,

Das Wort, das ich rede, gehe ganz in Erfüllung! · Dieses Gebet berührt sich eng mit dem Gebetshymnus auf Marduk (unten S. 198f.). Tutu=Marduk; vgl. Weltschöpf. VII 9ff. 8 Marduks Gattin. * Tempel Marduks. • Nabûs Tempel in Borsippa. • Ea. 12*

Sohn des großen Fürsten Marduk, schenke mir Leben,
Daß ich sattsam wahrhaft vor dir wandle!

25

Scha-zu' freue sich deiner, Ea juble über dich,
Die Götter des Alls mögen dich segnen, ...
Die großen Götter mögen dein Herz erfreuen!

9. GEBET DES KÖNIGS ASSURBANIPALAN NABÛ

MIT GÖTTLICHEN VERHEISSUNGEN A. Ich, Assurbanipal, verkünde deinen Ruhm, o Nabû, in der

Schar der großen Götter! Mögen auch viel sein meine Feinde, so soll man sich doch

nicht meines Lebens bemächtigen! In meiner Stadt Niniveh flehe ich dich an, den Helden

der Götter, seiner Brüder; Du bist der Beistand Assurbanipals in Zukunft und im

merdar; 5. Dein Diener bin ich: ich lege mich nieder zu den Füßen

Nabûs.
Möge zu mir sprechen Nabû inmitten meiner Feinde:
„Ich schütze dich, Assurbanipal, ich, Nabû, für alle Zeit!
Deine Füße sollen nicht erlahmen, nicht erschlaffen deine

Hände!
Diese deine Lippen sollen nicht müde werden, zu mir zu

beten; Deine Zunge soll nicht verwirrt werden zwischen deinen

Lippen;
Der ich dir fromme Rede ständig verleihe,
Werde dein Haupt erheben, erheben deine Gestalt im

Tempel Emaschmasch!"

10

Marduk; s. Weltschöpf. VII 35.

N.

15

Nabû sprach also:
Dieser dein frommer Mund, der zur Urkittu fleht,
Deine Gestalt, die ich geschaffen, fleht mich an, zu ruhen

im Tempel Emaschmasch;
Dein Geschick, das ich geschaffen, fleht mich ständig an
Also: ,,Bringe mir Segen im Tempel Egaschankalama?!"
Deine Seele fleht mich an also: „Verlängere das Leben

Assurbanipals.“

A.

Knieend fleht Assurbanipal zu Nabû, seinem Herrn:
Ich bete dich an, Nabû, verlaß mich nicht!
Mein Leben ist vor dir aufgezeichnet, meine Seele befoh-

len dem Schoße der Ninlil. Ich bete dich an, starker Nabû, verlaß mich nicht inmitten

meiner Feinde!

[merged small][ocr errors]

N.

25

Es antwortete ein Windhauch von Nabû, seinem Herrn, her: Fürchte dich nicht, Assurbanipal, langes Leben habe ich

dir bestimmt! Guten Hauch lege ich voll Sorge in deine Seele: Dieser mein gnädiger Mund wird dich ständig segnen in

der Schar der großen Götter. Es öffnete Assurbanipal seine Hände, flehend zu Nabû,

seinem Herrn: A. Wer die Füße der Königin von Niniveh erfaßt, wird nicht

verworfen sein in der Schar der großen Götter; Wer mit der Schnur der Urkittu-gebunden ist, wird nicht

verworfen sein inmitten seiner Feinde! Inmitten meiner Feinde verlaß mich nicht, Nabûl Inmitten meiner Widersacher verlaß nicht meine Seele!

30

[merged small][ocr errors]

1 Die Göttin Ischtar (von Uruk). "Tempel der Ischtar. 8 Die Gattin des Gottes Enlil (oder Aschur). - Ischtar.

N. Klein warst du, Assurbanipal, da ich dich der Königin von

Niniveh überließ; Schwach warst du, Assurbanipal, da du saßest auf den

Knieen der Königin von Niniveh! Ihre vier Brüste lagen an deinem Munde: an zweien sogst

du, zwei schützten dein Antlitz. Deine Feinde, Assurbanipal, sind wie Fliegen vor dem

Wasser fortgeschwirrt, Wie Heuschrecken des Frühjahrs stieben sie vor deinen

Füßen auseinander. Du aber, Assurbanipal, wirst den großen Göttern gegen.

überstehen, Nabû preisend!

35

10. PROSAGEBETE NEBUKADREZARS

Folgenden geben wir eine Auswahl von Gebeten, wie sie sich regelmäßig am Schluß der Bauinschriften der Chaldäerkönige finden. Wir haben uns auf Gebete Nebukadrezars, des bekanntesten Chaldäerkönigs (605-562 v. Chr.), beschränkt.

a. AN MARDUK VON BABYLON O Marduk, Herrscher der Götter, Gott, der du mich geschaffen, mögen meine Werke vor dir Gnade finden! Möge ich ein hohes Alter erreichen! Dauernde Gesundheit, reichliche Fülle an Nachkommenschaft, Festigkeit des Thrones und hohes Regierungsalter schenke mir zu eigen! Ja, du Marduk allein bist mein Helfer, auf den ich vertrauel Auf deine wahre Verheißung hin, die unabänderlich ist, mögen meine Waffen sich erheben und scharf sein, des Feindes Waffe aber möge ohnmächtig werden.

O Marduk, mein Händewerk schau' in Gnaden an! Dauernde Gesundheit schenke mir zu eigen! In Kampf und Schlacht bist du, Marduk, allein mein Helfer! Deinegrimmigen Waffen, denen man nicht widerstehen kann, mögen zur Niederwerfung meiner Feinde mir zur Seite gehen!

« ͹˹Թõ
 »