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bange, welcher über die Bedeutung derselben keinen Zweifel übrig läßt. Im Geiste befand side der bl. Jobanned, ald ihm die Begebenbeiten kund gethan wurden, welche in der åbersinnlichen Welt gegenwårtig und wirts lidh, in der sido t'baren, den Gefeßen der Zeit und des Raumd unterworfenen Welt aber theils schon vergangen, theils in Zeiten und Räumen auseinander liegend, theils erst noch bevorstebend, waren '); der Geist kommt über Ezechiel, ergreift ihn und fübre iba binweg, im Antriebe des Geistes gebt Ezechiel, wenn er am Flusse Chobar und in feinem Hause figend alle Zus ftånde seines, durch viele Länder zerstreuten, Voltes, dessen Gegenwart und Zukunft erfährt ?). - Ist es bienach klar ausgesprochen, daß Johannes und Ezechiel, da sie sich im Geiste befanden, und von dem Geiste ergriffen, geführt und getrieben wurden, über die Region des niedern Daseyno erhoben, von den Gefeßen der finnlichen Wahrnehmung bes freit, in Verkehr mit der båbern Ordnung der Dinge gefekt und für das Innewerden der Verhältnisse und Begebenheiten in derselben befábigt waren: ro geben uns die Worte des Lucas nach den Gefeßen der Interpretation die Anschauung. daß Sesus, alb Er durd den messianischen Geist in die Wüste geführt war, det Bertebre mit der niederea Wirklidkeit entbunden, von den in ihr berrs fodenden Wahrnehmung gereken befreit, und in

1) Fui in spiritn, Apoc. 1, 10. 4, 22) Ingressu's est in me spiritus ct statuit me, Ezech. 2, 2.

3, 24. Spiritus levavit me et assumsit me, 3, 14.

die mis der gew dbnliden Sphåre des febens zwar zusammen bångende und auf sie einwirs tende, aber über derselben stehende Sphäre des Dareyns versetzt wurde); eine Unschauung, welde aud das christliche Ulterthum schon in der Bemerkung auss Yprach, daß fich die Versuchungs-Geschichte in geistlider Weise zugetragen habea). Man kann die Versuchungos geschichte so aufgefaßt eine Vision nennen; muß aber das Wort in seinem biblischen Sinne nehmen, nach welder es Erlebung wirklicher Zustände und Erfahrung objectiver Ereignisse bedeutet 3).' Audi Entrůs ďung, éxoTaois, darf der Zustand, in welchem Fesus 'vers sucht wurde, heißen, da das N. 2. 4) den duro gdrtliche Wirksamkeit bergestellten Verkehr mit der åberfinulichen Welt fo bezeichnet; nur daß man sich das Krankhafte und Unbeis lige wegdenke, welches an Ekstasen hie und da haftet, und auf der andern Seite den Gedanken an eine Hemmung oder gar Ueberwältigung der fittlichen Kräfte in der Verfügung Jesu nicht aufkommen lasse: wenn cf der göttliche Geist

.

1) Webhalb ber hl. Paulus von einem ahntiden Zustande sagt,

er wirfe nicht, ob er dabet in- oder außerhalb

seines Leibe & gewesen sey, II. Cor. 12, 2. 2) Il ve vu O T 1 xūs ißnere fagt eine von Prof. D. Scholg

(bibitsch - kritische Reise, Leipz. 1823. S. 156.) angeführte Cas

teue bei Matth. 4. I. 3) Wie Ezechiel seine prophetischen Offenbarungen ó pádens

Osov cp. 1, 1., und der Hert selbst seine Bertlärung ein

o pa ji a nennt, Matth. 17, 9.
4) Act. 32, 1?. II. Cor. 12, 2. 3.*

war, der Ihn in den eigenthümlichen Zustand führte, po war es sein menschlicher Geift, der in denselben eins gieng

Ut tentaretur. Die Partikel ut, womit die Vulgata die Infinitivform des griechischen Wortes ) richtig

“) , ausbrådt, zeigt an, daß zwilden dem Gange Sesu in die Wüste und der Versuchung nicht bloß ein &ußerlicher Zus sammenhang, ein zufälliges Zusammentreffen stattfand, fons dern eine innere und abfidtliche Verbindung: Er follte versucht werden, darum begab Er fich in die Wůfte.

Uber warum sollte der Meffias versuct werden?

Schauen wir zuerft råd wårts. Von dem Baume fouft du nicht effen," so lautete das Wort Gottes an die Menschheit im Unbeginne a). Es kam die Probe, ob der Mensch åße oder nicht, und er aß. Das Wort Gottes du fouft nicht effen" gieng bei Adam nidt in Erfüllung. Das Wort Gottes muß aber erfüllt werden, weil es Gottes Wort ist; darum ftand es, nach wie vor, in und über und vor der Menschheit, Erfüllung fordernd: du sollst nicht bes gebren, du sollst niďt fremde Götter anbeten, du folift nicht tödten, du follst nicht stehlen 26. Uber es ward nicht ers füllt: Guden und Heiden wichen ab, thaten Sünde: Keiner war gerecht; nicht Einer 3). Annod wartete das Wort Gottes seiner Erfållung. Es ergieng an jeden Menschen; und mußte daber aud an den Menschen Jesus ergeben;

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1) Πειρασ θηναι.

3) Gen. 2, 17.

3) Rom. 3, 9 ff.

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és war zuerst und am ausdrücklichsten an den Vater des ganzen Menidengeschlechts au Adam ergangen, und mußte daher auch wieder und aufs, Bestimmtefte an den Soba des Menschen ?), au den zweiten Adam ) ergeben, und dieser mußte wie jener geprüft werden: ob er dem verbietenden Willen Gottes entspråde. Darum also rollie Christus versucht werden, weil der Wide Gottes ein beilis ger und unveränderlicher ist, weil derselbe von Unbeginn 'an an die Menschheit ergangen, aber noch nidt erfüllt war, weil Christus Mensch und weil Er ein zweiter Adam und des Menschen. Sohn war, d. h. weil Er ebenso der ganzen Menschheit augehörte und sie repråsentirte, wie Adam. Die Bersuchung Christi ist nach dieser Seite hin die Wiederbos lung der Frage, die zweite Probe, ob die Menschheit dem göttlichen Willen entspreden wolle.

Aber Christus ist nicht bloß Sohn Adams und des Mens fden, Er ist auch Gottes - Sohn, Er ist wie Mensch, so Sott: kann Gott geprüft werden, und wozu war bei dem Göttlichen die Frage?

Gott ist der Prüfung weber fåhig noch bedürftig, er ist unversuchbar 3). Aber der Gott, Mend tann und muß in die Versuchung kommen. Wohl nåmlich trågt Christus als Gott den Willen Gottes als einen ewig beili: gen in fich, aber an ibn als Menschen ergebt die Frage, ob Er diesen Willen frei in sich aufnehmen wolle, und die Auf

i) Filius hominis, Matth. 8, 20. u. a. 2) Rom. 5, 12

14. I Cor. 15, 45 — 47. 3) Deus intentalor (ångpaoto's) malorum est, Jạc. 1, 13.

forderung, daß er eg thue; ob und daß er den Inbalt des göttlichen Bewußtsenug in rein menschliches aufnehme, dies les jenem in freier Selbstthat vermåble. Sie muß an ibu ergeben diese Frage und Aufforderung; denn das göttliche and mensdliche Bewußtseyn soll ja ein eines, personlides, ein gottmenschliches feyn, kann es aber nur durd freies Eingeben der menschlichen Natur in die göttliche Peyn. Die Frage aber feßt eine mögliche Verschiedenheit, die Auffordes rung die Freibeit, die Freiheit die Möglichkeit des Anderda bandeln voraus. Der Zustand aber, der zwischen der Frage und Antwort, zwisden der Aufforderung und der That liegt, ist ein Zustand der Probe und Versuchung. Zur Vollens dung des persönlichen gott menschlichen Bewußt, leyne Jesu Christi konnte und mußte die Versuchung eina treten. Bliden wir aber auch vorwårte. Der Meffias ist nicht nur der Sohn des Menschen und ein zweiter Udam, der die alte Geschichte beschließt: er ist auch selbst der Vas ter vieler Kinder), und ein neuer Adam, der Ur beber und Bollender eines neuen Gerolechtes ?). Dies ses Geschlecht. soll ein Religes reya, die Fülle der Güter und Genüsse erlangen; soll ein beiliges und a udges stichnetes seyn, eine Stadt auf dem Berge, ein Licht auf dem Leuchter 3); es roll ein måchtiges reyn, und das Erdreich besiken 4). Aber dieses ulles unter der Bedin. gung, daß es den Genuß, den Ruhm und die Serrschaft nicht außer Gott, richt ohne Gott, nicht gegen Gott

3) Matth. 5,

1) Hebr. 2, 10. 13.

2) Hebr. 12, 2. 14. 15. 4) Matth. 5, 4.

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