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zu sein. Eine tyrische Münzlegende aus griechischer Zeit nennt eine Stadt Laodicea ,,Hauptstadt in Kanaan" (Em be-kanaan). Das ist doch wohl die Stadt Laodicea am Libanon, und Philo von Byblos nennt Phönizien Chnâ.

Die Bezeichnung Kanaan in dem 9. und 10. Kapitel von i Mos entspricht der Nomenklatur der Amarna-Zeit und ebenso die Bezeichnung der Ureinwohner als Kanaanäer beim Jahvisten, die also ebenso ihr historisches Recht hat, wie die an ältere Verhältnisse erinnernde Bezeichnung Amoriter durch den Elohisten.

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Abb. 69: Amenophis IV. und seine Familie (Kalkstein). Berlin.

Einige der Briefe stammen vom Fürsten und Statthalter Abdhiba aus Urusalim, d. i. aus Jerusalem.1 Im übrigen lassen die in den Amarna-Tafeln erwähnten Städte den Schluß zu, daß gerade das Gebiet des späteren Israel verhältnismäßig wenig bewohnt war. Die rot gedruckten Namen auf unsrer Karte Nr. II geben eine Übersicht der in den Amarna-Tafeln erwähnten Namen, soweit sie zu identifizieren sind.

Judäa vorgelagert ist, die Ebene Saron bis in die Nähe von Jaffa. Die Griechen haben den Namen dieses Küstengebietes südlich von Phönizien auf das gesamte Hinterland ausgedehnt: Israel - Juda samt Edom, Moab, Ammon. Wie die Perser Griechenland Jonien nennen nach der ihnen zunächst gelegenen Küste Kleinasiens, so nennen die Griechen das ganze Land nach dem Küstenstrich. Noch heute bezeichnen wir mit Palästina das gesamte Gebiet des „heiligen Landes“.

1) Stadt des Gottes „Šalem“ (?), in der israelitischen Volksetymologie als „Friedensstadt“ umgedeutet, vgl. Salem Psalm 11o. Das ist also der älteste Name, nicht etwa Jebus. Näheres hierzu S. 217f.

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Kanaan in der Amarna-Zeit.

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Man sieht, daß vor allem die Küsten- und Hafenstädte genannt werden, die bereits damals Ausgangspunkte blühenden Handels gewesen sind.

Dieses begehrenswerte Land stand also damals politisch unter der ägyptischen Herrschaft. Aber es war und blieb auch während der ägyptischen Hegemonie unter babylonischer Kultur, denn sämtliche Briefe aus Kanaan sind in babylonischer Sprache und Keilschrift geschrieben, die ebenfalls in Tel-Amarna gefundene Tafel mit dem Adapa-Mythus (S. 72 f.) zeigt noch die roten Tintenpunkte der ägyptischen Leser, die sich das Lesen der Aktenstücke, denen die Worttrennungen fehlen, zu erleichtern suchten. Die babylonische Sprache und Keilschrift beherrschten den öffentlichen Verkehr in Syrien und Palästina. Selbst der ägyptische König schreibt nach Kanaan babylonisch in Briefen, die mit ägyptisierenden Sprachfehlern durchsetzt sind KB V, i und 40.1 Wenn aber ,,Babylonisch" Verkehrssprache war, was vor allem auch die Funde in Ta'annek (S. 207 f.) beweisen, so muß das Land vorher durch Jahrhunderte unter dem Einfluß babylonischer Bildung gestanden haben, auch politisch von Babylonien abhängig gewesen sein. Das stimmt ja auch zu unsern Nachrichten, die wir aus altbabylonischer Zeit besitzen, s. S. 185ff.

Zur Zeit der Abfassung der Tel Amarna-Briefe, also um 1450 v. Chr., haben nach dem Zeugnis dieser Urkunden besonders zwei innere Feinde den Städtebewohnern von Syrien und Palästina zu schaffen gemacht. Die einen sind die Chatti, die Hettiter, die andern heißen amelu Habiri, die ChabiriLeute. Beide Gruppen stellen Beduinenstämme dar, die im Begriffe sind, sich ansässig zu machen.

Der Zug der Hettiter ist uns ohne weiteres verständlich. Es sind die Cheta der ägyptischen Inschriften (s. Abb. 70—72, vgl. 17), die damals von Kappadozien her nach Syrien und Palästina vordringen und im Laufe der nächsten Jahrhunderte Syrien bis zum Hermon sich unterworfen haben und noch im 13. Jahrhundert wiederholt den Ägyptern zu schaffen machen.?

1) Auch der König der Mitanni, Tušratta, zwingt seine barbarische hettitische (?) Muttersprache in die babylonische Wort- und Silbenschrift. Er schreibt übrigens im „,assyrischen Duktus“; auch das spricht dafür, daß die babylonische Kultur den Assyrern durch Mesopotamien (im engeren Sinne, Mittelpunkt Haran) vermittelt wurde, s. meinen Artikel Mesopotamien RPrTh.

2) Berühmt ist der Angriff auf die Stadt ķadesch am Orontes. Ein großes Gedicht feiert Ramses II. als Sieger. Die Abschrift des StaatsEin Rest dieser Chatti hat sich um Karkemisch am Euphrat bis zum Jahre 717 n. Chr. erhalten."

Wenn beim Begräbnis der Sarah nach dem Bericht i Mos 23 der Totenacker von Hettitern gekauft werden muß, die Land und Stadt besitzen, und wenn es Ez. 16, 3 (s. oben S. 201) heißt: „Dein Vater war Amo

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Abb. 70: Sethi kämpft gegen die Hettiter. Außenwand des Säulensaales von Karnak.?

riter und deine Mutter war Hettiterin“, und wenn Esau hettitische Weiber nimmt 26, 34 f., so entspricht das durchaus den Zuständen, die vertrags zwischen dem Hettiterkönig Hetasar und Ramses II., der den Frieden besiegelte, wurde oben S. 196 erwähnt.

2) Vgl. meinen Artikel Karkemisch in Haucks RPrTh! Dieser Stamm der Chatti gehört einer Völkergruppe an, die weder semitisch noch indogermanisch ist, deren Gesamtnamen wir nicht kennen, die wir aber gewöhnlich Hettiter nennen. Diese Bezeichnung ,,Hettiter" im weiteren Sinne wird häufig mit den eigentlichen Chatti verwechselt; so noch neuerdings Holzinger, Genesis zu 10, 15. Eine der ersten Gruppen dieser Chatti im weiteren Sinne, die nach Syrien vordringen, sind die Mitanni, die ebenfalls in den Amarna-Briefen eine große Rolle spielen. Sie haben die babylonische Macht im Westland gebrochen und sind jedenfalls die Bahnbrecher der ägyptischen Oberherrschaft in Kanaan geworden. S. hierzu Messerschmidt AO IV 1.

2) Links oben die Eroberung von Jenu'am verherrlicht, vgl. S. 199, Anm. 2.

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uns die Amarna-Briefe bezeugen. Es ist gar nicht zu bezweifeln, daß sich gerade damals die Hettiter auch im südlichen Palästina als Eroberer niedergelassen haben. Man sollte hier nicht einen künstlichen „Archaismus“ annehmen?, sondern anerkennen, daß die zugrundeliegende Quellenschrift historisch gut unterrichtet war.?

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Abb. 71: Sethi führt die hettitischen Gefangenen vor die Trias von Theben.

Wer sind die Chabiri-Leute? Vom Anfang an haben die Entzifferer der Briefe von Tel Amarna darauf hingewiesen, daß sich der Name lautlich mit dem der Hebräer deckt. Die Namen

1) So Holzinger in Martis Handkommentar z. St. mit Stade, Geschichte Israels I S. 143, Anm. I, weil „die Hettiter zur Zeit der biblischen Kodifizierung des sog. Priesterkodex verschollen gewesen seien.“

2) Der Verfasser von Ri 1, 10 nennt Kanaaniter als Besitzer Hebrons. Das ist kein Widerspruch, sondern es entspricht eben späteren Verhältnissen. Die Erzählung von der hettitischen Höhle Makpela (nach Sept. eine Doppelhöhle, von deren Durchforschung, die bisher verhindert wurde, wir viel erwarten würden; vgl. Gautier, Souvenirs de terre sainte 1898), hat übrigens der Priesterkodex allein. Der Priesterkodex verrät auch sonst alte Weisheit und alte Erinnerungen. Es mag bis zu einem gewissen Grade wahr sein, daß sein Abraham als eine Idealgestalt ohne Fleisch und Blut erscheint, der Abraham seiner uns verloren gegangenen Quellenvorlage wird schon Fleisch und Blut gehabt haben.

sind sicher identisch. Eine ganz andere Frage ist, in welchem Verhältnis die Habiri der Amarna-Briefe zu den biblischen „Hebräern“ stehen. Sie bezeichnen hier die nicht ansässige Bevölkerung, die den Stadtbewohnern gefährlich schien. In demselben Sinne heißt Abraham mit den Seinen in Kanaan „Hebräer“, womit man in der Abimelech-Geschichte das Verhältnis zu den Stadtbewohnern vergleiche und Joseph heißt in Ägypten ,,Hebräer" 1

Die ,,Sprache Kanaans" in den Amarna-Briefen ist, wie gesagt, die babylonische als offizielle Amtssprache. Aber es ist nicht die eigentliche Landessprache. Das ist eine lingua franca, babylonisch mit einheimischem Sprachgut vermischt.

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Aus Glossen, die hier und da dem babylonischen Texte hinzugefügt werden, kann man sich eine Vorstellung von der Beschaffenheit der eigentlichen Landessprache machen. Sie zeigt sich, wie zu erwarten ist, als so gut wie identisch mit dem Dialekt, den Jesaias die „Sprache Kanaans“ nennt und den wir hebräisch nennen. Das Nähere s. bei Zimmern KAT 3 651 ff.

In neuster Zeit hat der Boden Kanaans selbst Zeugnisse aus vorisraelitischer Zeit zutage gefördert.

Bei einer Ausgrabung in Tel-Hesy, an der Ruinenstätte der Stadt Lakiš (s. zu 2 Kg 18, 14. 17,) fand 1891 der Amerikaner Bliss eine Keilschrifttafel, die den Amarna-Tafeln gleicht und von einem Fürsten von Lakiš, namens Zimrida, spricht, der bereits aus den Amarna-Tafeln bekannt war.

Der Briefschreiber berichtet an den „Großen“, d. i. an den ägyptischen Machthaber und Kornkammerverwalter Janchamu, dessen Stellung

1) Vgl. zu den Chabiri in den Amarna-Briefen Winckler, F. III, 90 ff.

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